„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann. “
Eimmi kann nicht mehr, Emmi will nicht mehr - nur das Eine: einen Schlusstrich ziehen und eine beruflich Auszeit nehmen. Der Job in der Zeitrungsredaktion frisst sie auf und sie muss endlich auf ihre Gesundheit ...
Eimmi kann nicht mehr, Emmi will nicht mehr - nur das Eine: einen Schlusstrich ziehen und eine beruflich Auszeit nehmen. Der Job in der Zeitrungsredaktion frisst sie auf und sie muss endlich auf ihre Gesundheit achten. Doch just in diesem Augenblick, als sie ihrer Chefin die folgenschwere Entscheidung mitteilen will, schickt diese sie in ein Krisengebiet, um vor Ort von der verheerenden Hochwasserkatasprophe zu berichten. Im Dorf angekommen, wird Emmi nicht nur Augenzeugin von den Ausmaßen des Hochwasser, auch der umliegende Wald scheint in Mitleidenschaft gezogen zu sein. Nicht etwa vom Wasser, sondern vom Tun myseröser Menschen in weißen Plastikanzügen, die wie unheilvolle Schatten durch das Unterholz wandeln....
Was für ein Brett ! Robert Preis weiß, wie er die brennenden Thematiken der Klimakrise mit einer fast schon klaustrophobisch wirkenden Handlung zu einem erstklassigen Öko-Thriller verweben kann und peitscht die Leser:innen atemlos durch die Seiten. Nicht nur zwischen den Bäumen im Wald ist die unhelischwangere Luft zu spüren, auch die echte Bedrohung schwappt aus dem Buch und hält die Leseneugier hoch.
Der Spannugnsbogen ist konstant sehr straff gespannt und sorgt dafür, dass ein regelrechter Lesesog entsteht - immer noch eine Seite und noch eine Seite gleitet fast wie von selbst durch die Hände, während die Angst und die Apokalypse regelrecht wüten.
Scheinbar zufällig begegnet Emmi Menschen, die hinter ihrer zunächst frweundlich zugeandten Maske eine abgrundtief böse Fratze verbergen. Während im Wald mysteroöse Dinge geschehen und die Bäume zu Staub zerfallen, treibt ein Mörder sein Unwesen und hält mit seinen Taten eine ganze Region in Schach. Emmi wird dabei wie eine Schachfigur auf dem Spielbrett des Täters hin- und hergeschoben, weiß bald nicht mehr, wem sie trauen kann und genau darin liegt die Stärke des Romans.
Die Handlung ist clever gesponnen, lebt von raffineritem Thrill und subtiler Bösartigkeit und ist dabei zu jederzeit spannend. Verstörende und provokative Szenen wechseln sich mit Ereignissen aus dem realpolitischen Geschehen ab und zeichnen eine authentische Kulisse. Bis zum Schluss bleiben sowohl Täter als auch Beweggründe unerkannt.
"Waldestod" hinterlässt definitiv Spuren. Oder um es mit der Weissagung der Cree zusammenzufassen :„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann. “