Profilbild von Ascora

Ascora

Lesejury Star
offline

Ascora ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Ascora über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.06.2021

So viel mehr als nur ein Liebesroman

Das Lied der Wölfe
0

Der Klappentext: „Die junge deutsche Wolfsforscherin Kaya wird von dem schottischen Milliardär Alistair MacKinley angestellt, um auf seinen Ländereien wilde Wölfe anzusiedeln. In dem einsamen Herrenhaus ...

Der Klappentext: „Die junge deutsche Wolfsforscherin Kaya wird von dem schottischen Milliardär Alistair MacKinley angestellt, um auf seinen Ländereien wilde Wölfe anzusiedeln. In dem einsamen Herrenhaus in den Highlands trifft sie auch auf den verschlossenen Nevis, Alistairs attraktiven Sohn, mit Augen wie das Sturmgraublau des schottischen Himmels. Der verwundete Ex-Elitesoldat soll sich von seinen schweren Kriegsverletzungen erholen. Doch er verweigert die Therapie und torpediert das Wolfsprojekt, wo er nur kann. Kaya ist wütend und fasziniert zugleich, ohne das tragische Ausmaß seines Zustands zu ahnen. Eine Zusammenarbeit mit Nevis endet katastrophal. Erst als sich beide ihrer Vergangenheit stellen, können sie ihre Liebe und ihre Zukunft retten.“

Zum Inhalt: Man kann sich vorstellen, dass die Schotten, die ja doch für ihre Schafzucht bekannt sind, nicht begeistert sind, dass Wölfe wieder ausgewildert werden sollen. Auf so eine Idee kann eigentlich nur ein Milliardär mit viel Land kommen. Aber Alistair MacKinley treibt sein Vorhaben mit viel Energie und noch mehr Geld voran. Er engagiert dafür sogar die deutsche Wolfsexpertin Kaya, die sie schon in Deutschland mit dem Projekt der Auswilderung von Wölfen beschäftigt hat, sie soll die breite Landbevölkerung überzeugen. In Schottland angekommen, erfährt Kaya, dass sie nicht nur die Bevölkerung sondern auch den Sohn von Alistair überzeugen soll. Nevis ist ihr ein Rätsel: eigenbrötlerisch, unfreundlich, unhöflich auf der einen Seite und doch auch witzig, intelligent und faszinierend auf der anderen. Was verbirgt sich in ihm? Langsam erkennt Kaya, dass Nevis mit den Folgen eines Kriegseinsatzes zu kämpfen hat, bei dem er nicht nur schwere Verletzungen davontrug. Doch auch Kaya wurde in der Vergangenheit verletzt und muss erst wieder lernen zu vertrauen.

Meine Meinung: „Das Lied der Wölfe“ ist nicht nur eine „einfache“ Liebesgeschichte mit zwei verletzten Herzen. Man erfährt überraschende Einblicke in die Welt der Wölfe, in die Problematik der Auswilderung, über das Ökosystem und die Tiere an sich. Außerdem widmet sich das Buch sehr anschaulich den Symptomen von PTBS und dem schwierigen Kampf aus diesem Strudel rauszukommen. Diese Punkte sind sehr emotional und gut in die Rahmenhandlung der Liebesgeschichte eingebaut, so dass diese nicht nur spannend und eben emotional, sondern auch informativ und wirklich packend ist. Erzählt wird übrigens abwechselnd von Kaya und Nevis in der Ich-Form, die ersten zwei, drei Kapitel tat ich mich mit dem Wechsel noch etwas schwer, da die Kapitel, nicht mit dem Namen des Erzählers, wie bei so vielen anderen Romanen gekennzeichnet sind, aber nach kurzer Zeit erkennt man den Erzähler sofort und weiß wer von den beiden dran ist.

Mein Fazit: Ich wurde von diesem Buch so richtig positiv überrascht! Nach dem Klappentext habe ich eigentlich eine kurzweilige Liebesgeschichte vor schöner Kulisse und mit netter Nebenhandlung erwartet und habe einen tiefgreifenden und emotional packenden Roman mit durchaus dunklen Seiten erhalten.

Ich danke dem dtv Verlag und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, meine Meinung wurde davon aber nicht beeinflusst.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.06.2021

Die Reihe bleibt einfach spannend

Gefährtin des Zwielichts
0

Der Klappentext: „Micah ist einer der besten Krieger des Ordens. Doch bei einer Mission in den verbotenen Deadlands geschieht eine Katastrophe, und Micah ist der einzige Überlebende seines Teams. Alles ...

Der Klappentext: „Micah ist einer der besten Krieger des Ordens. Doch bei einer Mission in den verbotenen Deadlands geschieht eine Katastrophe, und Micah ist der einzige Überlebende seines Teams. Alles sieht danach aus, als ob die Atlantiden dahinterstecken. Denn kurz vor dem Angriff hat Micah eine atlantische Frau gesehen. Der Krieger schwört Rache, doch als er die schöne Phaedra wiedertrifft, wird klar, dass Mächte im Spiel sind, die einen Krieg zwischen Atlantis und dem Orden provozieren wollen. Während sie versuchen, den unsichtbaren Feind zu offenbaren, wird es zunehmend schwieriger für Phaedra und Micah, die Leidenschaft zu ignorieren, die zwischen ihnen lodert...“

Zum Inhalt: „Gefährtin des Zwielichts“ ist inzwischen der 17. Band der Midnight Breed Reihe von Lara Adrian und ja man kann die Bücher mehr oder weniger gut einzeln lesen. Bei einer solchen Reihe kommt es natürlich zu Überschneidungen, bekannten Gesichtern und Informationen aus anderen Teilen, die man für einen neuen Band jetzt bräuchte. Hier ist es nicht anders, man kann zurechtkommen, wird sich aber manchmal denken „Da fehlt mir doch was?“. Ich persönlich fand diesen Band sehr spannend, da man lange Zeit nicht weiß, was Micah tatsächlich in den Deadlands zugestoßen ist. Wer für den Anschlag auf sein Team verantwortlich war und was Phaedra mit der ganzen Sache zu tun hat. Interessant fand ich auch wie lange sich die beiden eigentlich gegen die Anziehung gesträubt haben, sonst finden die Paare meist schneller zusammen. Schade fand ich allerdings, dass man durch das Ende schon wieder sehnsüchtig auf die Fortsetzung wartet – oh Micahs und Phaedras Geschichte ist erzählt, hier gibt es kein offenes Ende, aber die Gesamtsituation des Ordens und seiner Feinde, da schaut es ganz anders aus.

Meine Meinung: Bei der Autorin Lara Adrian kann ich mich nur immer wieder wiederholen, sie hat einfach einen genialen Schreibstil, zumindest hat mich noch keines ihrer Bücher enttäuscht. Ihr gelingt es Action, Spannung und Erotik sowie Freundschaft und Familie im richtigen Verhältnis zu mischen und mit einem fesselnden Erzählstil zu verpacken. Und obwohl die Reihe doch schon sehr umfangreich ist, gelingt es ihr immer wieder einen neuen Dreh, einen neuen Aspekt, oder eben eine neue Bedrohung einzubauen, ohne unrealistisch zu werden (ich weiß unrealistisch und Vampirgeschichten beißt sich ein bisschen, aber der Handlungsstrang bleibt nachvollziehbar und spannend).

Ich danke dem Lyx Verlag und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, meine Meinung wurde davon aber nicht beeinflusst.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.06.2021

Eine außergewöhnliche Ermittlerin

Mord in der Mittsommernacht
0

Der Klappentext: „Ein Antiquitätenhändler wird tot am Strand von St. Kilda aufgefunden - war es Mord oder Selbstmord? Phryne Fishers Spürsinn ist gefragt. Und als wäre das nicht genug, soll sie noch ein ...

Der Klappentext: „Ein Antiquitätenhändler wird tot am Strand von St. Kilda aufgefunden - war es Mord oder Selbstmord? Phryne Fishers Spürsinn ist gefragt. Und als wäre das nicht genug, soll sie noch ein illegitimes Kind ausfindig machen, dem ein großes Erbe winkt. Trotz der nicht endenwollenden Hitzewelle, die Melbourne heimsucht, heißt es nun, einen kühlen Kopf zu bewahren. Unerschrocken, mit Charme und Chuzpe nimmt Phryne Fisher die Ermittlungen auf und muss sich dabei mit unliebsamen englischen Aristokraten, dubiosen Geisterbeschwörern und allerlei merkwürdigen Gestalten herumschlagen...“
Zum Buch: Miss Fishers mysteriöse Mordfälle kannte und liebte ich bis zu diesem Buch nur als Fernsehserie. Und ich muss sagen, dass die Fernsehadaption den Büchern relativ gut gerecht wird, natürlich gibt es Unterschiede, gerade in der Auslegung einiger Nebenfiguren und ich habe bei den ersten Seiten gedanklich immer verglichen, aber das legte sich schnell. Phryne Fischer lebt in Melbourne der 1920er Jahre, sie wohlhabend, ein Freigeist, glamourös, pfiffig und liebenswürdig, allerdings auch sehr speziell. Ihr Haushalt, inklusive Bediensteter ist genauso ungewöhnlich wie sie und steht ihr bei ihren Ermittlungen tatkräftig zur Seite. Alle Fälle sind in sich abgeschlossen und man kommt auch ohne Vorkenntnisse sofort in die Geschichte hinein. Hier beschäftigt sich Phryne gleich mit zwei Aufträgen parallel. Zum einen tritt eine trauernde Mutter an sie heran, die beweisen will, dass ihr Sohn keinen Selbstmord begangen hat. Dieser Fall führt Phryne in die Welt der Kunstsammler und Antiquitäten, der Medien und Geistererscheinungen. Der zweite Auftrag ist die Suche nach einem potentiellen Erben, der ein Familiengeheimnis und so manch anderes Verbrechen aufdeckt.
Meine Meinung: Der Schreibstil der Autorin Kerry Greenwood ist unwahrscheinlich bildlich, detailliert und ausführlich. Gerade dem (alltägliche) Leben der doch etwas exzentrischen Phryne wird viel Raum gewährt, dadurch erhält man aber auch einen eindrucksvollen Einblick in die damalige Zeit, die Gesellschaft und die Konventionen, denen gerade Phryne durchaus kritisch gegenübersteht und sie einfach ignoriert. Man muss diesen Schreibstil mögen, ich selbst habe mich sofort daran gewöhnt und fand ihn erfrischend anders. Bei beiden Aufträgen wird der Leser eingeladen mit zu rätseln und die Puzzlestücke der Nachforschungen zusammen zu setzten. Übrigens findet sich am Ende jedes Kapitels ein kursiv geschriebener Abschnitt, ich konnte anfangs nichts damit anfangen, er enthält aber wichtige Hinweise und eine Überraschung.

Mein Fazit: Ich bin selten von beidem begeistert, von der Verfilmung und vom Buch, bei Miss Fishers mysteriöse Mordfällen ist das aber so und es bleibt ganz bestimmt nicht mein letztes Buch aus dieser Reihe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.06.2021

Dunkle Vergangenheit

Verhängnisvolles Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 7)
0

Zum Inhalt: Bei Krimis halte ich mich mit eigenen Inhaltsangaben gerne zurück, um nicht doch etwas zu viel zu verraten und anderen den Lesespaß zu verderben und verweise auf den Klappentext. Im Vorliegenden ...

Zum Inhalt: Bei Krimis halte ich mich mit eigenen Inhaltsangaben gerne zurück, um nicht doch etwas zu viel zu verraten und anderen den Lesespaß zu verderben und verweise auf den Klappentext. Im Vorliegenden Fall geht es nun um eine Kinderleiche, die am Strand entdeckt wird. Und ich möchte entgegen meinen üblichen Vorgehen bei Krimis, darauf hinweisen, dass vor allem der Prolog das Thema Kindesmisshandlung (leider) sehr drastisch beschreibt. Der aktuelle Fall spielt aber 25 Jahre nach dem Missbrauchsfall und man darf rätseln inwieweit die beiden Vorkommnisse zusammenhängen, vor allem, weil es nicht bei einer Leiche bleibt.
Bei „Verhängnisvolles Lavandou“ handelt es sich um den siebten Fall des Ermittlers Leon Ritter, die Fälle sind aber immer abgeschlossen und können gut unabhängig voneinander gelesen werden, mit den Anspielungen und Verknüpfungen in Leons Privatleben und das der anderen Charaktere kommt man auf jeden Fall ohne Vorkenntnisse zurecht, ich selbst kenne auch nicht alle Teile der Serie. Dr. Leon Ritter ist ein deutscher Rechtsmediziner der einen ruhigen Job in dem kleinen Ort Le Lavandou in der Provence angenommen hat – von wegen ruhig, ein Verbrechen jagt das andere und er löst gemeinsam mit seiner Kollegin und mittlerweile Lebensgefährtin Isabelle.
Meine Meinung: Der Autor Remy Eyssen schafft es jedes Mal mich mit seinen Krimis in die Provence zu entführen, für die Gegend, die Menschen und die ganz besondere Atmosphäre hat er einfach ein Händchen. Sei Schreibstil ist wortgewaltig und mitreißend, der Fall spannend und verzwickt aufgebaut, so dass man bis zur letzten Seite mitfiebert und das Buch eigentlich nicht aus der Hand legen will.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.06.2021

Künstlerin oder Kriegerin? Oder doch beides?

Gilde der Jäger - Engelssonne
0

Der Klappentext: „Die Schlacht ist gewonnen - doch der Krieg ist noch nicht vorbei ... Lijuan ist besiegt. Der Erzengel von China wurde in einer legendären Schlacht über New York vernichtet. Aber ihre ...

Der Klappentext: „Die Schlacht ist gewonnen - doch der Krieg ist noch nicht vorbei ... Lijuan ist besiegt. Der Erzengel von China wurde in einer legendären Schlacht über New York vernichtet. Aber ihre tödlichen Kreaturen verbreiten weiter Angst und Schrecken. Besonders schlimm hat es das Territorium von Titus, dem Erzengel von Afrika, getroffen. Zur Unterstützung wird ihm Lady Sharine - der Kolibri - geschickt. Aber was soll dem raubeinigen Krieger die zarte Künstlerin, die jahrhundertelang in ihrer eigenen Welt lebte, nützen? Titus staunt jedoch nicht schlecht, als er Sharine dann gegenübersteht. Denn der Kolibri verfügt nicht nur über eine scharfe Zunge und kann gut mit dem Messer umgehen, sondern sie weckt auch Gefühle in Titus, wie dieser sie niemals zuvor verspürte...“
Zum Inhalt: Engelssonne ist der 13. Band der Serie Gilde der Jäger von Nalini Singh. Ich persönlich habe alle Bände der Reihe gelesen und würde einem Neueinsteiger empfehlen die Reihe chronologisch zu lesen, um dieses Buch richtig genießen zu können. Zwar kommen die einzelnen Teile (meistens) zu einem richtigen Abschluss, doch die übergreifende Rahmenhandlung, der Kampf gegen den Erzengel Lijuan und die Folgen der Schlacht gehen durch alle Teile weiter. Auch hier geht es um die Auswirkungen von Lijuans Wahnsinn. Die Seuche der Wiedergänger droht Afrika zu überrennen. Erzengel Titus kämpft mit allen Mitteln gegen sie an. Und er ist daher eher etwas genervt, als ihm die hochgeschätzte und als weltentrückte Engelskünstlerin Kolibri als Gast aufgedrückt wird. Er ist der Meinung der Kolibri sei ein empfindliches Pflänzchen, eine verwöhnte, anspruchsvolle Künstlerin, die ihm nur im Weg stehen wird und bei der er jedes Wort auf die Goldwaage legen muss um sie nicht zu beleidigen. Er staunt nicht schlecht als er in Wirklichkeit Lady Sharine, wie der Kolibri eigentlich heißt gegenüber steht. Eine selbstbewusste und mächtige Frau, die ihm offen die Stirn bietet und ungeachtet seiner Stellung gegenüber tritt. Vor allem ist sie ihm sehr viel nützlicher im Kampf, als er es sich jemals hätte vorstellen können. Gemeinsam treten sie den Kampf gegen die Seuche an und bringen dem Territorium die Rettung.
Meine Meinung: Nalini Singh hat einen modernen Sprachstil und einen sehr flüssigen Schreibstil, der die Seiten nur so dahin fliegen lässt. Die Charaktere sind in der Hauptsache bereits den Serien-Leser bekannt, aber gerade Lady Sharine zeigt sich von einer ganz neuen Seite und lernt sich selbst erst so langsam kennen. In den anderen Teilen wurde der Kolibri immer nur erwähnt, hier wird ihre tragische Geschichte endlich enthüllt und die Frau dahinter hat mir unwahrscheinlich gut gefallen. Auch der eher raubeinige Titus, der große Krieger, wird hier von einer etwas sanfteren Seite gezeigt. Und auch wenn die Anziehung zwischen den beiden sofort aufflammt, steht doch der Kampf gegen die Seuche, die Auswirkungen des Wahnsinns im Vordergrund. Anders als die letzten Teile der Serie, kommt die Geschichte hier zu einem befriedigenden Ende, zumindest in Afrika ist die Lage geklärt und Titus und Sharines Geschichte erzählt. Ich bin dennoch mehr als gespannt wie die Serie weitergeht, denn die Auswirkungen der Kaskade sind in den anderen Territorien noch deutlich zu spüren.

Ich danke dem Verlag LYX.digital und NetGalley für das Rezensionsexemplar, meine Meinung wurde davon natürlich nicht beeinflusst.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere