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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.12.2019

Mysteriös, verwirrend und undurchschaubar

Blutblume
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Die 24-jährige Sara leidet sehr an dem plötzlichen Ableben ihres Vaters, als sie nach Stockholm zieht, um beruflich Fuß zu fassen. Doch schon bald ereignen sich seltsame Vorkommnisse und wie zufällig wirkende ...

Die 24-jährige Sara leidet sehr an dem plötzlichen Ableben ihres Vaters, als sie nach Stockholm zieht, um beruflich Fuß zu fassen. Doch schon bald ereignen sich seltsame Vorkommnisse und wie zufällig wirkende berufliche wie soziale Chancen ergeben sich, die Sara misstrauisch werden lassen. Zusätzlich dazu verschwinden Gegenstände, Orte und Menschen plötzlich und tauchen (teilweise) an anderer Stelle wieder auf. Langsam beginnt Sara an sich selbst und ihrem seelischen Zustand zu zweifeln, bis sie einen Stapel voller Zeitungsartikel findet, die ihr Vater anscheinend gesammelt hat und nach und nach kommt sie der Wahrheit näher...doch das ist erst der Anfang.

Allein die optischen Aspekte des Buches - der Buchschnitt - sind eine schöne Erscheinung und haben meine Vorfreude auf das Buch gesteigert. Der Prolog beginnt sehr rätselhaft und wirft einige Fragen auf, so wie es ein guter Prolog in Thrillern auch tun sollte. Anfangs ist der Leser genauso ahnungslos und unwissend wie Sara und ich ließ mich mit ihr treiben und entdeckte Stockholm. Nach und nach haben mich die zahlreichen glücklichen "Zufälle" stutzig werden lassen. Auch die seltsamen Veränderungen und nicht logisch erschließbaren Geschehnisse haben mich misstrauisch gemacht und an der (Auf-)Richtigkeit des Ganzen zweifeln lassen.

Sara ist sehr ambivalent dargestellt. Einerseits wirkt sie psychisch stark angeschlagen durch die erschütternden Ereignisse in ihrer Vergangenheit. Dadurch sind ihre Unsicherheiten und Zweifel an sich selbst sehr nachvollziehbar und authentisch beschrieben. Andererseits hat mich ihr Art mit ungewöhnlichen Geschehnissen umzugehen stutzig gemacht und verwirrt. Vermutlich wären die meisten schon längst durchgedreht, wenn bei ihnen wiederholt eingebrochen wäre. Nicht doch Sara, sie geht relativ entspannt damit um, obwohl ihr offensichtlich jemand etwas Schlechtes möchte. Dieses Verhalten angesichts ihrer Vergangenheit war für mich insgesamt nicht immer so verständlich.

Die meiste Zeit plätschert die Geschichte vor sich hin und wird teilweise von ungewöhnlichen Handlungen durchbrochen, die allerdings nicht weiter ausgeführt werden. So wird zwar Spannung aufgebaut, viele Erkenntnisse liefert die Geschichte allerdings nicht. Nur einige Aspekte werden am Ende aufgeklärt. Vieles bleibt jedoch immer noch verborgen und wird gewiss in den Folgebänden weiter behandelt.

Fazit: Eine außergewöhnliche Geschichte mit vielen Ungewissheiten und Mysterien, die nicht gänzlich aufgeklärt werden und Lust auf mehr machen, da bei mir das Gefühl bleibt dass Sara dabei ist auf etwas sehr Großes zu stoßen, welches schwerwiegende Folgen für viele Menschen haben könnte. Besonders positiv aufgefallen ist mir die Verwendung von authentischen Zeitungsartikeln, die super in die Geschichte eingewoben wurden. Insgesamt hätte aber mehr passieren können, so vergebe ich gute 3,5 Sterne mit Verbesserungspotential.

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Veröffentlicht am 23.12.2019

Leider war es absolut nichts für mich

Knochendiebin (Die zwölf Kasten von Sabor 1)
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Stur, die junge Krähenhexe, versucht alles um ihre Rotte vor den anderen Kasten zu schützen, bis eines Tages der Prinz höchstpersönlich sie um ihr Mithilfe bittet. Sie soll dem Prinzen und seinem Leibgardisten ...

Stur, die junge Krähenhexe, versucht alles um ihre Rotte vor den anderen Kasten zu schützen, bis eines Tages der Prinz höchstpersönlich sie um ihr Mithilfe bittet. Sie soll dem Prinzen und seinem Leibgardisten helfen die böse, hinterhältige Königin des Landes zu stürzen. Als Gegenleistung verspricht er ihr und allen Krähen des Landes Gleichberechtigung zwischen allen Kasten. Unsicher wagt Stur das Abenteuer und verliert dabei mehr als nur ihr Herz...

Bereits der Anfang erschwerte mir den Einstieg in die ungewöhnliche wirkende Geschichte und außergewöhnliche Welt. Der Schreibstil ist grob, kantig und hat mich beim Lesen immer wieder aufgehalten, sodass ich nur langsam und beschwerlich voran gekommen bin. Dazu kommen die teilweise für mich unverständlichen Dialoge und Argumente in den zahlreichen Diskussionen. Oftmals verstand ich gar nicht inwiefern sie aufeinander eingegangen sind und konnte nicht nachvollziehen aus welchen Gründen Argumente hervorgebracht wurden. Alles insgesamt hat den Lesefluss ungemein gestört und mir die Geschichte größtenteils verdorben.

Auch die Charaktere konnten mich nicht überzeugen, wenngleich ich Stur und die Jungs nicht nervig fand. Dennoch sind sie oberflächlich und nicht greifbar dargestellt. Dadurch konnte ich mich kaum in sie hineinversetzen oder Empathie empfinden. Das war besonders bei dem schweren Schicksal der Krähen schade.

Die Welt, die geschaffen wurde, ist äußerst einzigartig und kreativ, mit innovativen und neuartigen Inhalten gefüllt, die mich begeistern und einnehmen konnten. Manchmal empfand ich die Erklärungen spezifischer Begriffe als ungenügend und zu kurz. Da wurden einige Bezeichnungen hingeworfen ohne ausreichend erklärt zu werden und einige blieben mir bis zum Schluss ein Rätsel.

Fazit: Ehrlich gesagt war ich nach all diesen negativen Punkten froh, als ich das Buch endlich beendet hatte. Es konnte mich weder mitreißen, noch sonst irgendwie begeistern. Der Schreibstil war überhaupt nichts für mich, die Handlung oftmals nicht nachvollziehbar bzw. unverständlich und die Charaktere nicht tiefgründig genug. Einzig das besondere World Building - wenn auch nicht ausgebaut genug - konnte mein Interesse wecken und mir die zwei Sterne entlocken. Den zweiten Band werde ich mir wohl nicht antun.

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Veröffentlicht am 21.12.2019

Das perfekte Match - Realität oder Illusion?

The One - Finde dein perfektes Match
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Fünf vollkommen unterschiedliche Menschen sind aus verschiedenen Gründen auf der Suche nach ihrem perfekten Partner/ihrer perfekten Partnerin, mit dem sie für den Rest ihres Lebens glücklich sein werden. ...

Fünf vollkommen unterschiedliche Menschen sind aus verschiedenen Gründen auf der Suche nach ihrem perfekten Partner/ihrer perfekten Partnerin, mit dem sie für den Rest ihres Lebens glücklich sein werden. All das verspricht das Online-Portal MatchyourDNA.com, welches auf der DNA-Basis der Nutzer ihr passendes Gegenstück findet. Doch kann ein einfacher DNA-Test eine solche, folgenschwere Entscheidung zuverlässig treffen? Oder steckt dahinter womöglich doch nur illusorisches Wunschdenken der Suchenden? Schon bald kommen einigen Zweifel bezüglich ihrer Matchs, denn auch vermeintlich perfekte Partner/innen haben ihre Geheimnisse...

Bereits die Idee rund um das Online-Portal MatchyourDNA.com klang für mich nach einer innovativen Geschichte mit einem Mix aus Science-Fiction und Thriller-Elementen. Besonders gelungen ist die Abbildung der Webseite zu Anfang des Buches, die die fiktive Idee rund um das Portal noch greifbarer und authentischer macht.

Anfangs haben mich die raschen Kapitelwechsel aus Sicht der fünf Protagonisten etwas verwirrt, da die Kapitel recht kurz sind und es dementsprechend ständige Perspektivwechsel gibt, sodass ich die Charaktere nur langsam kennenlernen konnte. Nichtsdestotrotz schreitet die Geschichte aufgrund der zahlreichen, kurzen Kapitel schnell voran.

Jede der fünf Geschichten ist komplett einzigartig gestaltet und hat Wiedererkennungswert. Dadurch kommt ausreichend Abwechslung in die Geschichte und die Spannung steigt. Zudem wollte ich unbedingt erfahren wie es bei einigen Charakteren weitergeht und dafür bis zum entsprechenden Abschnitt lesen musste. Wenngleich eine gewisse Distanz zu den Personen spürbar war, konnte ich mit ihnen fühlen und mich teilweise in sie hineinversetzen, was das Lesevergnügen erhöht hat.

Der Schreibstil ist einfach, ohne besondere Merkmale, gewöhnlich und nicht sonderlich fordernd, aber dennoch ungemein unterhaltsam.Dadurch habe ich das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen. Ein positiver Aspekt, meiner Meinung nach, ist der prozessorientierte Schreibstil, der weniger Beschreibungen enthält, dafür auf den Punkt kommt und dafür sorgt, dass die Handlungen voranschreiten, anstatt sich in endlosen, unnötigen Wiederholungen und Beschreibungen zu verlieren.

Die Haupthandlung beginnt eigentlich recht harmlos, entwickelt sich jedoch schnell zu einem Strudel aus unkontrollierbaren einzelnen Strängen, die langsam aus dem Ruder laufen und eine wechselhafte Dynamik und Dramatik entstehen lassen. Die vielen kleinen Geheimnisse, die teilweise ziemlich vorhersehbar sind, führen zu weitreichenden und unabsehbaren Folgen, die jede Geschichte auf ihre Weise verändern und auch für mich undurchschaubar machten. Zwar driften einige Einzelstränge in überzogene und unrealistische Handlungen ab, nichtsdestotrotz hat mich das nicht gestört und das ganze Buch noch aufregender und ungewöhnlicher gemacht. Typische 0815 Charaktere, sowie Handlungen, findet man in diesem Buch nicht, denn es strotzt geradezu vor Kreativität und Neuartigkeit. Das Ende lässt einige Fragen offen, die sich allerdings durch Nachdenken beantworten lassen und das Überlassen des finalen Abschlusses den Lesern*innen spricht mich sehr an und insgesamt hat mich das Ende zufriedengestellt.

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Veröffentlicht am 15.12.2019

Familiendrama hoch zwei

Todesfalle
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Seit jenem schicksalhaften Tag, an dem Jazzie ihre Mutter tot aufgefunden und den Täter erkannt hat, ist nichts mehr wie es war. Jazzie bangt um ihr Leben und das ihrer Lieben. In einer speziellen Einrichtung ...

Seit jenem schicksalhaften Tag, an dem Jazzie ihre Mutter tot aufgefunden und den Täter erkannt hat, ist nichts mehr wie es war. Jazzie bangt um ihr Leben und das ihrer Lieben. In einer speziellen Einrichtung für traumatisierte Kinder trifft sie auf Taylor, eine Therapeutin, die selbst Schlimmes erlebt hat und so einige tiefgreifende Geheimnisse verbirgt. Zu ihr fasst sie Vertrauen und möchte mit ihr über ihre Erlebnisse sprechen, als der Täter Wind von Jazzies Wissen bekommt und Jagd auf sie macht...

Der Anfang des Buches ist hochdramatisch und grauenvoll geschildert und bescherte mir eine Gänsehaut. Anfangs ist nicht klar, wer der Täter ist und welche Intentionen hinter der Tat stecken. Im Gegensatz zu anderen Thrillern wird der Leser jedoch schnell aufgeklärt und so ist der Täter ziemlich früh in der Geschichte bekannt, was der Spannung allerdings keinen Abbruch tut.

Die verschiedenen Perspektiven bringen eine gewisse Dynamik und erhöhte Komplexität in die Geschichte. Außerdem können so einzelne Charaktere in ihren Handlungen besser verstanden werden. Es wird besonderer Wert auf die einzelnen Protagonisten gelegt, indem sie umfassend beschrieben werden und die Beziehungen zwischen ihnen ausführlich ausgebaut sind. Was einerseits ganz unterhaltsam war,was andererseits für mich ziemlich anstrengend. Jede Person hat gefühlt Tausende von Problemen oder irgendwelche traumatischen Erfahrungen, die sie mit sich herumschleppen. Dazu gefiel mir das stetige Misstrauen und die zahlreichen Unterstellungen und Vorurteile gar nicht. Insgesamt wirkt die Gruppe, die eine immense Rolle in dem Buch spielt, als eingeschworene Truppe, die sich gegenseitig beschützt. Manchmal wird das meiner Meinung nach aber übertrieben. Vermutlich erklärt sich dieses Verhalten durch die früheren Erfahrungen, was einerseits nachvollziehbar ist/war, andererseits genervt hat.

Die eigentlichen Thriller-Elemente gehen in den von Familiendramen gespickten Handlungsstränge oftmals unter und verstecken sich dazwischen. Selbst der Thriller ist ein gut getarntes und grausames Familiendrama. Nur brutaler, rasanter und nervenaufreibender gestaltet.

Fazit: Trotz der geringen Quantität der Thriller-Elemente konnten mich die persönlichen Charakterentwicklungen sehr gut unterhalten und überzeugen. Nur wäre hier weniger mehr gewesen. Deswegen vergebe ich gute 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 06.12.2019

Leider enttäuschend

Im Namen der Vergeltung
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Während der ehemalige Staatsanwalt Brandt versucht sich mit dem plötzlichen Tod seiner Frau zu arrangieren, zwingt ein erbarmungsloser Mörder seine Opfer sich mit einer Schlinge zu erhängen. Sofort nimmt ...

Während der ehemalige Staatsanwalt Brandt versucht sich mit dem plötzlichen Tod seiner Frau zu arrangieren, zwingt ein erbarmungsloser Mörder seine Opfer sich mit einer Schlinge zu erhängen. Sofort nimmt die Soko die Ermittlungen auf und findet schon bald Parallelen zwischen den Opfern und auch zu Brandts Frau. War ihr Tod womöglich beabsichtigt mit dem Ziel Brandt in seine Schranken zu weisen? Brandt beginnt mit dem Ermittler Hannes Stahl die Hintergründe der Taten aufzuklären und kommt der Wahrheit gefährlich nahe...

Da mich Chris Karldens Bücher bisher begeistert konnten, bin ich mit hohen Erwartungen an die Geschichte rangegangen.Das Setting und die Hintergründe von Brandt wirken auf den ersten Blick fesselnd und konnten mich neugierig machen. Relativ schnell hat mich allerdings der Schreibstil ausgebremst, der mir nicht flüssig und angenehm zu lesen erschien und mir Schwierigkeiten bereitete. Dabei kann ich nicht genau sagen was mich daran gestört hat.

Die Charaktere waren mir auch nicht tiefgründig und interessant genug dargestellt. Vor allem einige Ermittler schienen einfach gestrickt zu sein und hatten für mich zu wenig Professionalität, was sie nicht gerade sympathisch machte. Brandt und Hannes sind ein gutes Team, vollkommen überzeugen konnten sich mir jedoch leider nicht.

Die Geschichte beginnt ungemein spannend und ist voller Rätsel und Ungereimtheiten. Doch die beginnende Spannung flaut schnell ab und war mir viel zu fad und langweilig. Ich konnte nicht mitfiebern, da mich schlicht nicht interessierte was passierte und wie das Ganze ausgehen würde. Das kenne ich ganz anders von den anderen Büchern von Karlden. Ob es womöglich an der Zusammenarbeit beider Autoren liegt, kann ich nicht genau sagen, ich werde wahrscheinlich keine Bücher mehr von den beiden lesen.

Fazit: Eine aufregende Idee mit einem ungewöhnlichen Kriminalfall, der mich leider nicht neugierig machen konnte und zu wenig Spannung bereithielt. Dazu kamen die einfach und oberflächlich gehaltenen Charaktere.

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