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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.09.2018

Zauberhafte Romantasy!

Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit, Band 1
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Nach einer gescheiterten Beziehung zieht June in das verschlafene und geheimnisvolle Örtchen Cornwall zu ihrem Onkel Edgar um dort ihren Schulabschluss zu machen und anschließend in Oxford Jura zu studieren. ...

Nach einer gescheiterten Beziehung zieht June in das verschlafene und geheimnisvolle Örtchen Cornwall zu ihrem Onkel Edgar um dort ihren Schulabschluss zu machen und anschließend in Oxford Jura zu studieren. Doch mit dem was sie dort findet, hat sie nicht gerechnet. Ihre beiden "Cousins" Blake und Preston sind nicht nur unglaublich gut aussehend, sondern durch ihre übernatürlich anmutende Ausstrahlung auch sehr verwirrend und kompliziert, scheinen sie doch Geheimnisse zu haben. Nicht nur die beiden verschweigen etwas. Auch Cornwall hat so seine Geheimnisse...

Das Cover ist der absolute Wahnsinn und war auch das, was mich überhaupt auf das Buch aufmerksam gemacht hat. Wunderschöne, schillernde Farben und doch in gewisser Weise schlicht, sodass es als hübsch und schön anzusehen gilt. Der Klappentext hat mich dann vollkommen überzeugt. Ich liebe Geschichte an verwunschen wirkenden Orten, die nachts im Nebel verschwinden und bei Tagesanbruch all ihre Geheimnisse sorgsam verstecken und nur bestimmten Personen öffnen. Wenngleich ich mir mehr Fantasy gewünscht hab, hat mich die einnehmende Liebesgeschichte überhaupt nicht gestört und das obwohl ich Dreiecksbeziehungen überhaupt nicht leiden kann. Leider bleiben viele Informationen im Verborgenen und bis auf einige übernatürliche Ereignisse halten die Handlungen sich bedeckt und geben nur sehr wenig preis. Fantastisch finde ich es, dass es gleich um zwei Jungs geht, die sich äußerlich aber nicht charakterlich ähnlich sind und dadurch anders wirken und interagieren. Preston kann ich schwer einschätzen, da er oft mit anderen spielt und Blake macht auf edlen Ritter, der sich allerdings wie ein Idiot benimmt. June stolpert in dieses Chaos hinein und sie fand ich recht undurchsichtig und wenig greifbar. Ehrlich gesagt werden hier viele Klischees bedient und die Handlungen setzten sich größtenteils aus 0815 Aktionen zusammen und es sind so gut wie keine innovativen Ideen vorhanden oder überraschende Wendung. Nichtsdestotrotz konnte das Buch mich gut unterhalten und die malerische drückende Stimmung, ausgelöst durch die naturbedingten Begebenheiten und das ganze Ambiente, fand ich großartig und das Buch empfehlenswert als nette Lektüre für zwischendurch. Ich freue mich bereits auf den Folgeband :)

Veröffentlicht am 31.08.2018

Ergreifend, erschütternd und doch hoffnungsvoll

Loyalitäten
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Der junge Théo kommt aus zerrüttenden Familienverhältnissen, da seine Eltern geschieden sind und ihren Ex-Ehekrieg über den Jungen ausüben, ohne zu ahnen was sie ihm damit antun. Um mit diesem Liebesentzug ...

Der junge Théo kommt aus zerrüttenden Familienverhältnissen, da seine Eltern geschieden sind und ihren Ex-Ehekrieg über den Jungen ausüben, ohne zu ahnen was sie ihm damit antun. Um mit diesem Liebesentzug umzugehen, beginnt Théo zu trinken. Erst wenig, doch die Mengen werden immer größer und der Alkohol hochprozentiger. Einzig sein bester Freund Mathis kennt sein Geheimnis und ahnt wie schlimm es um seinen besten Freund steht. Doch keiner der Außenstehenden (Eltern, Lehrer) bemerkt etwas, nur die aufmerksame Lehrerin Hélène bemerkt dass etwas mit ihm nicht stimmt und versucht hinter sein Geheimnis zu kommen. Kann sie seine sorgsam um sich gebaute Mauer durchbrechen, die allen eine weitestgehend intakte Familie vorspielt?

Die Geschichte ist aus verschiedenen Perspektiven geschildert und bildet so ein einheitliches Bild der Geschehnisse unterschiedlich wahrgenommen. Théos Teil hat mir am besten gefallen, da er eindringlich und präzise seine Empfindungen und Gefühle wiedergibt ohne unnötige Wörter zu gebrauchen. In jeder Zeile schwingt seine Verzweiflung mit und sein Wunsch aus diesem Leben zu treten. Dabei sehnt er sich nach dem leichten schwerelosen Gefühl, das ihm der Alkohol beschafft bis hin zur Bewusstlosigkeit, um dieses Leben nicht mehr ertragen zu müssen. Die Passagen zu seinen Eltern haben mich wütend und fassungslos gemacht. Sie sind so mit sich selbst beschäftigt, dass sie ihn komplett vernachlässigen und ihren Krieg auf seinem Rücken austragen, obwohl er in keiner Weise dafür verantwortlich ist. Einzig Hélène bemerkt etwas, da sie selbst aus schwierigen Familienverhältnissen stammt. Einerseits hätte sie mehr tun können, wie ich finde. Andererseits ist sie ja "nur" die Lehrerin und wenn selbst die Eltern von Théo bzw. die Mutter und auch sonst kein Lehrer etwas merkt, sind ihr da wohl oder übel die Hände gebunden. Sie überschreitet ihre Grenzen, aber helfen tut sie im leider nicht. Mathis' Sicht kann ich auch gut verstehen. Er merkt, dass Théo ein gefährliches Spiel mit sich und seinem Körper spielt, traut sich dennoch nicht etwas zu sagen, weil er ihn damit verraten würde. Auch wenn es für Théo besser gewesen wäre, wenn endlich jemand sein verstecktes Leid erkannt hätte, kann ich Mathis verstehen. Es sind immerhin 12/13-jährige verunsicherte Jungen, die sich evt. vor Strafen und Ärger fürchten. Es werden zahlreiche Unternehmungen unternommen mehr über Théos Zustand zu erfahren, doch bis auf Vermutungen und halbherzigen Versuchen bleibt nichts. Das Ende hat es nochmal in sich und bildet den gefährlichen Höhepunkt einer langwierigen Geschichte. Bei einem gefährlichen Spiel auf einer vereisten Baustelle nimmt das Verhängnis seinen Lauf, der für manchen böse enden könnte. Leider bleibt das Ende offen und es ist unklar ob Théo die ersehnte Erlösung im Alkohol findet oder nicht. Eines jedoch ist klar, dass Hélène den Hilferuf eindeutig vernommen hat und vielleicht besteht noch Hoffnung.

Veröffentlicht am 31.08.2018

Nichts Neues

Töte, was du liebst
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Der neue Kommissar Alexander hat es gleich mit einer Reihe von Morden zu tun. Der unbekannte Täter tötete nachts kleine wehrlose Katzen und ging dann auf Menschen über. Ein ahnungsloser Jogger wurde mit ...

Der neue Kommissar Alexander hat es gleich mit einer Reihe von Morden zu tun. Der unbekannte Täter tötete nachts kleine wehrlose Katzen und ging dann auf Menschen über. Ein ahnungsloser Jogger wurde mit einem gezielten Stich ins Herz getötet. Mangels Spuren und Hinweisen tappt die Hamburger Mordkommission im Dunkeln. Zusätzlich lastet die prekäre Situation von Alexanders Schwester stark auf ihm und erschwert ihm die Ermittlungen. Unverhofft trifft er auf die Gerichtsmedizinern Luise Kellermann, die ihre eigenen Abgründe gut zu verstecken weiß und in ihm überraschende Gefühle weckt...

Das Buch startet gleich mit der Sicht des Täters und ist so geschrieben, als wolle er den Leser teilhaben an seinen Beweggründen und seinen Taten. Eine Art Rechtfertigung. Anschließend wird die Mordtat ziemlich detailliert beschrieben und die Sicht des Mörders auf verdrehte und kranke Weise gut geschildert. Soweit hat mir der Anfang gut gefallen. Dann flachte die Spannung allerdings ab und die Ermittlungen verlaufen im Sand und eigentlich kommt da nichts hervor. Es plätschert so vor sich hin und bis zum letzten Drittel des Buches kommt nur selten wirklich Spannung auf. Der zweite Punkt ist, dass man sich schon sehr früh zusammenreimen kann wer der Täter ist und ab einem gewissen Punkt hat man auch Klarheit, auch wenn die Geschichte noch weitererzählt wird. Die Charaktere fand ich okay, allerdings nicht überragend sympathisch. Vor allem die plötzlichen Gefühle zwischen Alex und Luise kamen total unauthentisch und unglaubwürdig rüber und die Entwicklung ihrer Beziehung hat mir überhaupt nicht gefallen. So konnten mich weder Alex noch die anderen Kommissare überzeugen. Die psychologischen Hintergründe waren - auch dank der Zeitsprünge in die Vergangenheit - schockierend und haben eine Basis für die Geschehnisse aus der Gegenwart geliefert. Insofern hat mir die Auflösung gut gefallen, nur das Vorhersehbare und Offensichtliche hat der Geschichte einen Großteil der Spannung genommen. Der Autor konnte mich nicht hinters Licht führen oder durch unerwartete Wendungen überraschen.

Insgesamt konnte das Buch meine Erwartungen leider nicht erfüllen, da es zu spannungsarm und offensichtlich ist.

Veröffentlicht am 21.08.2018

Komplexe Science-Fiction Welt

Cat & Cole 1: Die letzte Generation
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Seitdem das Virus auf der sonst perfekten und beinahe unsterblichen Welt ausgebrochen ist, versucht Cats Vater Lachlan Agatta ein Heilmittel zu finden. Als eines Tages Soldaten aus dem weltweit größten ...

Seitdem das Virus auf der sonst perfekten und beinahe unsterblichen Welt ausgebrochen ist, versucht Cats Vater Lachlan Agatta ein Heilmittel zu finden. Als eines Tages Soldaten aus dem weltweit größten Tek-Unternehmen Cartaxus kommen um ihren Vater und einen genialen Hacker und Programmierer zu entführen, ist Cat auf sich selbst gestellt. Durch ihr veraltetes Tek, mit dem sie per Gedanken Befehle steuern, Nachrichten schreiben und auch ganz einfach programmieren kann, hat sie nur beschränkten Zugriff auf die riesengroße virtuelle Welt, die auf einzigartige Weise mit dem menschlichen Körper und Geist verschmolzen ist. Eines Tages taucht der genveränderte Cole auf und sie begeben sich auf die Spuren des großen Lachlans, der einen verborgenen Code geschrieben hat, der möglicherweise die ganze Welt retten könnte...

Richtig genial finde ich die Verschmelzung von Technik und Mensch, die ich in solcher Form noch nie gelesen habe. Die Verknüpfung von naturwissenschaftlichen und technologischen/informatischen Fakten ist schier unglaublich und mindestens ebenso komplex, sodass ich manchmal Schwierigkeiten hatte den Erklärungen der Autorin zu folgen. Die Idee Gene zu hacken ist beeindrucken geschildert und allgemein die Verschmelzung der Fachbereiche mit einer gehörigen Portion Fantasie, die vielleicht gar nicht so fantastisch ist wie sie scheint, ist überzeugend und sehr glaubwürdig geschildert. Computercodes und den genetischen Code zu vereinen und daraus etwas komplett anders zu machen, ist, aus meiner Sicht so beeindruckend und brillant, dass ich das kaum in Worten beschreiben kann. Da hat die Autorin viel Recherchearbeit investieren müssen um am Ende so viele faktischen Informationen in dieser Komplexität miteinander zu vereinen. Dafür hat sie meinen vollen Respekt, denn was sie da geleistet hat ist hervorragend. Die Handlungen sind spannend, unvorhersehbar und warten ständig mit neuen Überraschungen auf, die unglaublicher sind als die Vorgänger. Das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger, der den Leser total unerwartet trifft und mit einem perfekt getarnten Twist konfrontiert, der die Wahrheit offenbart.

Veröffentlicht am 21.08.2018

Konnte leider nicht überzeugen

Veronika beschließt zu sterben
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Die junge Veronika beschließt ihrem Leben ein Ende zu machen und begeht einen Selbstmordversuch, der allerdings misslingt. Fortan lebt sie in einer psychiatrischen Anstalt in Slowenien, denn durch ihren ...

Die junge Veronika beschließt ihrem Leben ein Ende zu machen und begeht einen Selbstmordversuch, der allerdings misslingt. Fortan lebt sie in einer psychiatrischen Anstalt in Slowenien, denn durch ihren Versuch ihr Leben zu beenden, wurde ihr Herz irreparabel geschädigt, sodass sie nicht mehr lange zu leben hat. Durch zahlreiche Gespräche mit den anderen Patienten erkennt sie im Angesicht ihres bevorstehenden Todes das was ihr im Leben bisher gefehlt hat und ihr neuen Lebensmut zu geben vermag.

Die Geschichte beginnt gleich mit den letzten Gedanken Veronikas bezüglich ihres Lebens und ihres Vorhabens. Nach dem Versuch wird das Leben in der Anstalt beschrieben. Darüber hinaus werden weitere Einzelschicksale anderer Patienten beschrieben und warum sie in der Klinik gelandet sind. In den individuellen Geschichten stecken wichtige und tiefgründige Aussagen und Lehrsätze, die wahr scheinen, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind. Das ist leider auch schon das Einzige was mir gefallen hat. Die Handlungen an sich sind ziemlich langweilig und zäh, sodass mich das Buch entgegen all meiner Erwartungen nicht begeistern und überzeugen konnte. Derweil sind mir einige logische Unstimmigkeiten aufgefallen, die sich dann am Ende bestätigt haben, sodass mich der Abschluss auch nicht überraschen konnte.

Leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen und auch die Charaktere wirkten auf mich blass und unsympathisch, wenngleich einige wichtige Feststellungen dem Ganzen einen tieferen Sinn verleihen mochten.