Unvergleichliches Versteckspiel
Bis ans Ende, MarieDie namenlose Ich-Erzählerin trifft in einer Bar auf die extrovertierte und leichtlebige Marie und von da an beginnt eine unvergessliche Reise in der die beiden zu verschmelzen scheinen und oft nicht klar ...
Die namenlose Ich-Erzählerin trifft in einer Bar auf die extrovertierte und leichtlebige Marie und von da an beginnt eine unvergessliche Reise in der die beiden zu verschmelzen scheinen und oft nicht klar ist wer wer ist und wer was tut. Manchmal sind sie Marie und die Erzählerin und manchmal sind sie ein und dieselbe Person was die Wahrnehmung und das Denken angeht. Die Erzählerin lernt sich durch Marie besser kennen und weiß aus welchen Gründen sie etwas tut und warum sie es tut oder eben nicht. Sie eifert der scheinbar perfekten Marie geradezu hinterher und verliert sich in ihr...
Hoch loben möchte ich den Schreibstil, der wirklich genial konstruiert ist, was man allerdings in seiner Gesamtheit erst gegen Ende des Buches erfährt. Die kurzen und klaren Sätze, die oftmals verwirrend und konfus wirken, lassen einen nur so durch das Buch gleiten und treiben die Geschichte voran, auch wenn diese wenige klare Handlungen erkennen lässt. Die Eindrücke der Erzählerin sind oft nicht nachvollziehbar bzw. so außergewöhnlich und andersartig geschrieben, dass es schwierig ist einen logischen Zusammenhang zu finden und dem folgen zu können. Doch gerade daraus ergeben sich viele fantastische Momente, die unterschwellig und subtil ihre Wirkung entfalten und die Handlungen so zu etwas Besonderem machen und Tiefgründigkeit erkennen lassen, die nicht direkt erkennbar ist. Bis zur Hälfte fand ich die Geschichte okay, aber nicht herausragend - der Schreibstil sei hier ausgenommen - doch dann beschleunigte sich die Handlung und es wurde auf einmal total spannend und die verwirrenden Momente nahmen weiterhin zu. Das Ende lässt dann die "Bombe" platzen und offenbart die Wahrheit, die manchmal versteckt oder auch nicht versteckt im Schreibstil enthalten ist und dem aufmerksamen Leser aufgefallen sein mag. Mit dieser Erkenntnis liest man das Buch anders und erkennt die Hinweise, die wahrlich klug und genial gestreut wurden, den Leser aber dennoch zu irritieren vermögen.
Für aufmerksame Leser, die einen tiefgreifenden Roman mit verwirrendem Sprachstil und einer gewaltigen Desillusionierung mögen, gut geeignet!