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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2018

Atmosphärischer Kriminalroman

Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens
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Eigentlich will sich Ermittler Ioan Cozma in den letzten Jahren vor seiner Pensionierung bedeckt halten und keine Aufmerksamkeit erregenden Fälle mehr bearbeiten. Doch die Vergangenheit holt ihn ein und ...

Eigentlich will sich Ermittler Ioan Cozma in den letzten Jahren vor seiner Pensionierung bedeckt halten und keine Aufmerksamkeit erregenden Fälle mehr bearbeiten. Doch die Vergangenheit holt ihn ein und fordert ihren Tribut, sodass er sich mit dem Mordfall einer 18-jährigen Deutschen beschäftigen muss, der ihn nicht nur bis nach Deutschland führt, sondern auch in seine eigene Vergangenheit...

Der Einstieg fiel mir schwer, da es mehrere Handlungsstränge gab mit verschiedenen Personen an verschiedenen Orten, die so schnell wechselten, dass ich dem Verlauf der Handlungen nur schwerlich folgen konnte. Der auf mich abgehackt wirkende Schreibstil war anfangs ebenfalls nicht so mein Fall. Mit der Zeit gewöhnte ich mich daran und die Orts-, und Personennamen konnte ich gut zuordnen. Die Atmosphäre des Buches schien mir erst nicht so greifbar und stimmungsvoll, auch das hat sich zum Ende hin gewaltig geändert, sodass mir die schwermütige, bedrückende Atmosphäre sehr gut gefallen hat und mich überzeugen konnte. Die Handlung gleicht eher einer Hexenjagd und die Täter bleiben lange im Verborgenen, ebenso die Motive der Taten. Es geschehen viele unerwartete Wendungen und dabei kommt auch der ein oder andere zu Schaden. Die Protagonisten wirkten sehr distanziert und geheimnisvoll, als umgäbe sie ein Nebel, der sie undurchdringlich machte. Das Ende war überraschend bedrückend, da es irgendwie kein gutes oder schlechtes Ende hatte, sondern eher etwas dazwischen. Der kulturelle und geschichtliche Hintergrund der Geschichte Rumäniens hat mir dieses Land etwas näher gebracht, da ich bisher noch nicht viel darüber wusste.

In jedem Fall ein atmosphärischer Kriminalroman mit vielen unschönen Enthüllungen, die sich allerdings verdichten und in ruhiger und subtiler Art und Weise ihr Ende finden und die so Geschichte perfekt und rund abschließen.

Veröffentlicht am 26.01.2018

Toller Auftakt einer fantastischen Reihe

Der verwunschene Gott
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Eine bekannte Geschichte: Ein junges Mädchen ist auf dem Weg durch den Wald zu ihrer Großmutter, um ihr etwas zu essen zu bringen. Doch angezogen durch die geheimnisvolle Atmosphäre geht sie der Verlockung ...

Eine bekannte Geschichte: Ein junges Mädchen ist auf dem Weg durch den Wald zu ihrer Großmutter, um ihr etwas zu essen zu bringen. Doch angezogen durch die geheimnisvolle Atmosphäre geht sie der Verlockung nach und verliert sich in dem dunklen Wald, wo schauderhafte zwielichte Gestalten ihr Unwesen treiben. Genauso beginnt das Martyrium von Morgan Vespasian, die vom Alpha-Wolf einer üblen Bande entführt und durch Schulden an sich gebunden wird. Nach einem ihrer üblichen Aufträge wird sie jedoch plötzlich verraten und muss zeit ihres Lebens in Gefangenschaft arbeiten, bis sie durch einen glücklichen Zufall den vergessenen Prinzen trifft, der ihr endlich wieder Hoffnung gibt. Doch lauert zwischen ihnen ein verfluchter Gott, der alles zerstören könnte...

Der Beginn erinnert stark an das Märchen von Rotkäppchen und diese Intertexualität hat mir sehr gut gefallen, alles andere danach eher weniger. Nicht aufgrund fehlender Spannung oder eines schlechten Schreibstils, sondern weil ich es als so schlimm empfand zu lesen, was Morgan alles passiert ist und wie sehr sie leiden muss(te). Glücklicherweise kann sie ihrem Entführer entkommen, wenngleich sie auch in die nächste Katastrophe stolpert. Langsam wird die Situation besser für sie und ich war total im Bann der fantasiereichen und fantastischen Geschichte mit all den detaillierten Beschreibungen, die einen eintauchen lassen in eine traumhafte Welt voller Gefahren, Wünsche, Verfluchungen, Zaubern und Legenden, sodass man nicht anders kann als immer weiterzulesen. Die doppelten Handlungsstränge haben aus der Geschichte erstmal zwei kleine Geschichten für sich gemacht, die sich sicherlich noch kreuzen werden. Gerade dadurch wird es komplexer und lässt viel Spielraum für weitere spannungsgeladene Handlungen. Das Ende war dann ziemlich brutal und ich habe viel Mitleid mit Morgan gehabt. Dies ist gleichzeitig auch ein fieser Cliffhanger und ich kann es kaum erwarten zu erfahren wie alles zusammenlaufen und sich entwickeln wird.

Absolut empfehlenswert für alle Fans von Fantasy und Liebesgeschichten mit tragischen Wendungen!

Veröffentlicht am 25.01.2018

Geschichte zum Greifen nah

Die letzte Borgia
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Lucrezia Borgia kann sich nichts mehr wünschen, denn sie besitzt schon alles. Ihr Vater Papst Alexander VI. liebt sie über alles und auch ihr Bruder Cesare vergöttert seine wunderschöne Schwester. So sehr, ...

Lucrezia Borgia kann sich nichts mehr wünschen, denn sie besitzt schon alles. Ihr Vater Papst Alexander VI. liebt sie über alles und auch ihr Bruder Cesare vergöttert seine wunderschöne Schwester. So sehr, dass es einen ängstigen könnte. Um politische Bündnisse zu festigen heiratet sie in die Familienlinie der d'Estes ein und beginnt ihr neues Hofleben in Ferrara. Währenddessen wird der Macht-, und Kriegshunger von Cesare und Alexander immer stärker und die Borgias scheinen ganz Italien einnehmen zu können, so groß ist ihre Macht. Doch haben sie nicht mit dem heimtückischen Wesen von Mutter Natur gerechnet, die ihnen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung macht, der sie zu Fall bringen könnte.

In einem flüssig zu lesenden, angenehmen und größtenteils zeitlich passenden Sprachstil entführt die Autorin den Leser in eine Welt voller Intrigen, politischen Spannungen, Machthunger und unerwarteten Schlägen von Fortuna. Man wird mit den kulturellen, politischen, gesellschaftlichen und auch einigen medizinischen Aspekten der damaligen Zeit vertraut gemacht und zunehmend in die Geschichte gezogen. Wenngleich sie nicht so vor Spannung strotzt - Cesares Eroberungszüge hätten wesentlich intensiver gestaltet werden können - so ist sie doch interessant und animierte mich dazu weiterzulesen. Es ist so viel Hass und Rache in der Geschichte und es wird anschaulich dargestellt wie die Kirche bzw. das Papsttum seine Macht ausnutzt, um sein Territorium zu erweitern und seine Tentakel auszubreiten, in der Hoffnung bald ganz Italien zu ergreifen. Absolut empfehlenswert für alle, die sich für die Zeit der Renaissance in Italien interessieren.

Veröffentlicht am 25.01.2018

Ganz okay...

Highway to heaven
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Anette blickt auf ihr Leben zurück und stellt fest, dass sie vor 20 Jahren große Träume hatte: Ein Haus kaufen, Motorrad fahren und die Selbstständigkeit. Doch jetzt ist nicht mehr viel davon übrig. Die ...


Anette blickt auf ihr Leben zurück und stellt fest, dass sie vor 20 Jahren große Träume hatte: Ein Haus kaufen, Motorrad fahren und die Selbstständigkeit. Doch jetzt ist nicht mehr viel davon übrig. Die Realität hat sie eingeholt und neben ihrem Job im Supermarkt beschäftigt sie der Auszug ihrer Tochter, die sie alleine groß gezogen hat, an dem sie beinahe zerbricht. Zum Glück haben ihre Freundinnen schöne Ideen um sie wieder auf Trab zu bringen.

Die Geschichte beginnt vielversprechend, flacht leider nach den ersten 50 Seiten merklich ab und verliert sich in eintönigen, vor sich hin plätschernden Ereignissen, die dazu führten, dass ich mich nicht mehr mit der Geschichte anfreunden konnte und total raus war. Es passiert kaum etwas Aufregendes. Schade, bedenkt man wie gut mir der Einstieg gefallen hat. Trotz dieses Kritikpunktes war die Geschichte alles in allem solide und teilweise unterhaltsam.

Veröffentlicht am 23.01.2018

Realistisches Liebesszenario

Wenn Funken über Wolken tanzen
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Es geht um die 33-jährige Nicolette (Nico), die nach einer frischen Scheidung unter der Trennung leidet. Das kann ihre beste Freundin nicht mit ansehen und versucht prompt sie zu verkuppeln. Das gelingt ...

Es geht um die 33-jährige Nicolette (Nico), die nach einer frischen Scheidung unter der Trennung leidet. Das kann ihre beste Freundin nicht mit ansehen und versucht prompt sie zu verkuppeln. Das gelingt leider mehr schlecht als recht. Von alleine lässt sie sich auf einen One-Night Stand ein und kann überraschend beim attraktiven – und wesentlich jüngeren Kosta – landen. Scheinbar mühelos und völlig unbekümmert geht Kosta mit dieser Situation um, während sich Nico mit Anfeindungen ihrer Eltern, Bekannten und Freunde herumschlagen muss. Während Nico noch im Zwiespalt ist. Hat ihr Herz sich längst entschieden.



Besonders gut gefallen hat mir die Problematik des Buches, die nicht zwingend problematisch sein muss, es in der Realität aber durchaus oft ist, weswegen diese Geschichte sehr nah an der Wirklichkeit ist. Der Zwiespalt der Protagonistin ist nachvollziehbar, ebenso wie einige Vorbehalte des Freundeskreises von Nico/Kosta – auch wenn mir Kostas Freunde eher unsympathisch und unreif erschienen. Nicos beste Freundin verhält sich meiner Meinung nach total daneben und kann sich kaum beste Freundin nennen. Der Umgang und der Verlauf dieser Geschichte sind spannend, teilweise witzig, auf jeden Fall wunderschön beschrieben. Vieles ist nachvollziehbar und die Liebesgeschichte ist nervenaufreibend und der Ausgang ungewiss, auch wenn man nur das Gute hofft. Nico und Kosta wirkten zwar vom Verhalten manchmal so, als wäre das mit dem Alter genau andersherum, aber das ist völlig in Ordnung.