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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2024

Einzigartiger Schreibstil

Starling Nights 2
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Nach den sich überschlagenden Ereignissen des ersten Bandes stehen die Stars vor einem Scherbenhaufen und müssen entscheiden, wie es weitergehen soll, jetzt, da ihr einzige Überlebensmöglichkeit zerstört ...

Nach den sich überschlagenden Ereignissen des ersten Bandes stehen die Stars vor einem Scherbenhaufen und müssen entscheiden, wie es weitergehen soll, jetzt, da ihr einzige Überlebensmöglichkeit zerstört wurde. Ashton frönt weiterhin seinem rücksichtslosen und egoistischen Lebensstil, noch viel stärker als zuvor, da der Verrat seines besten Freundes in ihm schwelt und er alles tut, um sich seinen Gefühlen nicht zu stellen. Als Henry ihn mit einem Aufgabe betraut, die möglicherweise etwas Hoffnung bringen könnte, ist er bereit es zu tun, ohne zu wissen, dass er alles ändern wird. Letztendlich auch ihn.

Anfangs war ich etwas skeptisch über den Perspektivenwechsel von Mabel/Cliff zu Zoe/Ashton, aber nach einigen Kapiteln hat es mir viel Freude bereitet diese anderen Charaktere kennenzulernen, die eher angerrissen werden in Band 1. Vor allem Ashton fand ich spannend, da er nicht gerade einen guten Eindruck hinterlassen hat und bekanntermaßen, wie auch hier, steckt da mehr hinter und dieses "dahinter" wollte ich gerne erkunden. Wenig überraschend wurde mir schnell bewusst, dass da viel hinter seinem oberflächlichen Charme und seinem Verhalten steckt und ich habe es geliebt mehr über ihn und seine Vergangenheit zu erfahren. Zoe war ganz okay, aber sie hatte ich mir interessanter vorgestellt, da sie im ersten Band einen ebenfalls spannenden Eindruck hinterlassen hat, hier aber eher blass erschien.

Der Schreibstil ist das absolute Highlight der Dilogie. So wunderschöne, tiefgründige metaphorische Ausdrücke habe ich noch nie in einem Buch gelesen und es verleiht der gesamten Geschichte sowie den Charakteren eine gewisse Tiefe. Einfach grandios zu lesen!

Der Spannungsbogen ist meiner Meinung nach eher niedrig gehalten. Natürlich schwebt die Gefahr für die Stare wie ein Damoklesschwert über ihnen und hier und sind auch gefährliche Situationen dargestellt, aber durch den ausschweifenden Schreibstil, den ich dennoch mochte, kam nur wenig Spannung auf und es plätscherte von einer Szene zur anderen. Die Dynamik konnte mich nicht mitreißen, aber durchaus unterhalten.

Fazit: Insgesamt ein durchaus lesenswertes Buch, bei dem es mir jedoch an Spannung und überraschenden Wendungen fehlte.

Veröffentlicht am 22.10.2023

Fantasy trifft auf Historie

Die Schwarze Königin I
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Eigentlich möchte der junge Len die vorweihnachtliche Zeit mit der bezaubernden Klara in Prag verbringen und auf den geschichtlichen Spuren seiner Vorfahren wandeln, als er in eine übernatürliche Welt ...

Eigentlich möchte der junge Len die vorweihnachtliche Zeit mit der bezaubernden Klara in Prag verbringen und auf den geschichtlichen Spuren seiner Vorfahren wandeln, als er in eine übernatürliche Welt voller Gefahren, Intrigen und Kämpfe reingezogen wird und sich behaupten muss, indem er über sich hinauswächst.


Das Buch beinhaltet zwei getrennte Handlungen, die nach und nach ein Gesamtbild ergeben und deren Bezüge nach und nach erkenntlich werden.

Zum einen gibt es die Handlungen rund um Len und den aktuellen Zuständen der tschechischen übernatürlichen Unterwelt.
Zum anderen werden die politischen und individuellen Bemühungen von Barbara von Cilli rund um die Vampire im 15. Jahrhundert anschaulich dargestellt.

Anfangs hatte ich Schwierigkeiten in die Geschichten reinzukommen, weil der Schreibstil mir sperrig erschien und ich ihn nicht fesselnd genug fand, um mich vollends auf die Geschichte einzulassen. Mit zunehmender Gewöhnung klappte es, wenngleich mir nach wie vor die Spannung fehlte. Vielmehr plätscherte die Geschichte vor sich hin, unterbrochen von einigen wenigen kampfreichen und fesselnden Handlungen.
Die historischen Anteile sind sprachlich der Zeit entsprechend gestaltet und unterscheiden sich von den aktuellen Handlungen in Prag, was den Wechsel für mich erleichtert hat.

Len bleibt zu Beginn ziemlich blass und inhaltslos, vor allem, weil er selber nicht weiß, wer er ist und was er im Leben erreichen möchte. Er lässt sich haltlos treiben und war deswegen für mich recht langweilig. Erst mit seiner neuen Aufgabe und seiner "Bestimmung" wacht er auf und nimmt Konturen an, mit denen ich mich eher anfreunden konnte.
Barbara hingegen ist das komplette Gegenteil. Sie hat ihr Ziel deutlich vor Augen und widmet sich hingebungsvoll ihrer Lebensaufgabe entgegen allen Hindernissen und negativen Konsequenzen. Sie konnte mich beeindrucken aber dennoch bleibt ein schaler Nachgeschmack ob ihres schonungslosen Vorgehens.

Inhaltlich bietet das Buch viel, vor allem der historische Kontext beruht auf zahlreichen Recherchen seitens des Autors und ich konnte einiges für mich mitnehmen, wenngleich auch einiges Fiktion ist. Insgesamt habe ich das Buch eher als Historikroman mit übernatürlichen Elementen empfunden, was letztendlich auch an dem eher mauen Schreibstil lag.

Für Fantasyfans, die ausgefallene langatmige Geschichten mit geschichtlichem Touch mögen, ist es sicherlich etwas. Wer allerdings auf actionreichen, fesselnde Fantasygeschichten mit viel Magie steht, der wird hier eher enttäuscht.

Veröffentlicht am 27.11.2022

Zwischen den Welten

The Other Side of the Sky – Die Göttin und der Prinz
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Ein Mädchen, das die Last der Verantwortung und Hoffnung eines ganzen Volkes auf seinen Schultern trägt. Ein Junge, der neugierig und wagemutig mehr erleben möchte, als ihm zusteht.

Als besonders empfand ...

Ein Mädchen, das die Last der Verantwortung und Hoffnung eines ganzen Volkes auf seinen Schultern trägt. Ein Junge, der neugierig und wagemutig mehr erleben möchte, als ihm zusteht.

Als besonders empfand ich den Schreibstil, der sehr lebendig und malerisch mit einzigartigen Metaphern geschmückt ist und mir viel Freude beim Lesen bereitet hat. Am Anfang zieht es sich etwas und die vielen Beschreibungen hier und da hätten etwas gekürzt werden können, sodass mehr Raum für Handlungen geblieben wäre. Die Beschreibungen beider "Welten", die nicht unterschiedlicher hätten sein können, bilden einen so spannenden Kontrast mit sehr viel Potenzial, dass ich mitgerissen wurde und mich sehr auf das Treffen der beiden Protagonisten gefreut habe. Zeitweise erschien es mir unglaublich, wie sehr sich die Kulturen auseinandergelebt hatten, obwohl sie doch einen Ursprung haben. Vor allem die Gegenüberstellung von Magie und Wissenschaft, die möglicherweise einen Ursprung in der Geschichte hat, ist den Autorinnen perfekt gelungen und wirft viele Fragen auf.

Die Handlung und Entwicklungen zwischen Nimh und North hat Höhen und Tiefen und ab und zu warten einige Überraschungen auf die beiden, die Spannung und eine gewisse Dynamik aufbauen. Am spannendsten war für mich das große Geheimnis um die Vergangenheit beider Kulturen und Völker und wie einige bestehende Missverständnisse auftreten konnten. Was hat es mit den Göttern auf sich? Existieren diese überhaupt? Wie funktioniert die Magie? Ich hoffe, dass diese Fragen in den nächsten Bänden hinreichend beantwortet werden.

Veröffentlicht am 13.11.2022

Überraschendes Finale

Liber Bellorum. Band III
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Das Finale der Trilogie ist gespickt mit vielen überraschenden Wendungen, allen voran das Ende.

Nach dem nervenaufreibenden Ende des zweiten Bandes, wurde der Leser zu Beginn gleich von seinem Bangen ...

Das Finale der Trilogie ist gespickt mit vielen überraschenden Wendungen, allen voran das Ende.

Nach dem nervenaufreibenden Ende des zweiten Bandes, wurde der Leser zu Beginn gleich von seinem Bangen erlöst und es ist doch nicht alles so, wie es den Anschein hat.

Spannung wurde kontinuierlich durch die Intrigen von Sangius und dem bevorstehenden Kampf zwischen Allianz und Schattenclan aufgebaut und aufrecht erhalten. Dennoch dauerte es dann doch eine ganze Weile, bis es endlich zum Showdown kam. Dieser war für mich dann zu wenig beschrieben und zu schnell vorbei. Es wurden viele Handlungen auf zu wenige Seiten verteilt, sodass die einzelnen Situationen zu schnell abgehandelt wurden und dann schon die nächste Handlung beschrieben wurde. Zudem hätte ich gerne deutlich mehr über die Verflechtungen rund um die Götter und ihre Handlanger bzw. Gegenspieler erfahren sowie über die Götter selber. Diese wurden als allmächtige Wesen, die über alles wachen, beschrieben, aber zu Gesicht bekommen hat man sie leider nicht und sie blieben abstrakt und nicht greifbar. Hinzufügen möchte ich die tolle Geschichte über die Entstehung der Welt durch die Götter, die mich sofort verzaubert und in seinen Bann gezogen hat. Genauso diese magischen Momente habe ich meistens in der Hauptgeschichte vermisst.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und bildreich beschrieben und die Geschichte lässt sich dadurch schnell lesen.

Kyles und Ravens Entwicklung fand ich in diesem Band am spannendsten, weil sie in komplett andere Richtungen gingen, als ich erwartet hatte. Bisweilen konnte mich Kyle sehr überraschen, vor allem weil er den Mut hatte, eine folgenschwere Handlung wieder rückgängig zu machen, obwohl es ihm alles abverlangt hat. Dafür musste er über seinen Schatten springen und das rechne ich ihm hoch an.

Das Ende war sehr gewagt, gleichzeitig hoffnungslos und hoffnungsvoll. Für mich absolut perfekt, auch wenn ich auch hier gerne mehr über die Hintergründe erfahren hätte und das Ende ausführlicher hätte beschrieben werden können, damit ich es mehr hätte genießen können. Allerdings kann man sich nun fragen, wozu das Ganze? Kyles und Ravens Flucht aus dem Verbotenen Land, alle ihre Strapazen und Hindernisse, die es zu überwinden kann. Im Angesicht des Endes erscheint das in gewisser Hinsicht sinnlos.

Veröffentlicht am 17.10.2022

Ergreifend

Im Schatten des Märchenerzählers
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18 Jahre nach dem Tod von Abel, dem Geschichtenerzähler, der ein schreckliches Ende nahm und einen Sohn sowie seine große Liebe Anna zurückließ, geht es weiter mit seinem Sohn Elias.

In den Schatten, ...

18 Jahre nach dem Tod von Abel, dem Geschichtenerzähler, der ein schreckliches Ende nahm und einen Sohn sowie seine große Liebe Anna zurückließ, geht es weiter mit seinem Sohn Elias.

In den Schatten, Geschehnissen und Gerüchten rund um seinen Vater versucht er seinen eigenen Weg zu finden und zu gehen. Dabei überschatten die Ereignisse von damals alles was Elias tut und manchmal hat es den Anschein, dass sich die Geschichte von damals teilweise wiederholt.

Der Schreibstil ist mal wieder fantastisch gewesen. An einigen Stellen etwas abgehackt und für mich unschön formuliert, insgesamt jedoch fesselnd, düster und absolut ergreifend!

Die Dialoge waren manchmal etwas unrealistisch und unauthentisch, wirkten dennoch vertraut und boten viel Unterhaltungspotenzial.

Elias als Protagonisten empfand ich als etwas zu fixiert und fokussiert auf seinen Vater Abel. Er hat sein Schicksal zu seinem eigenen gemacht und stellenweise verschmolzen die beiden Charaktere zu einem, obwohl dem nicht so ist. Dadurch kam es auch zu einigen Ereignissen, die man hätte verhindern können, wenn Elias sich stärker von Abel abgegrenzt hätte und keine Ähnlichkeiten gesucht hätte, die überhaupt nicht da waren.

Darüber hinaus gibt es einige Parallelen zu Anna und Micha aus dem vorherigen Band , wenngleich die Geschichten selbst doch individuelle Aspekt aufweisen und eine andere Dynamik haben.

Einige verborgene Wahrheiten kommen ans Licht, die erschütternd und schwer zu verarbeiten sind. Darüber hinaus erklären sie Abels Verhalten besser und schafften bei mir ein besseres Verständnis der damaligen Situation.

Auch die Morde bringen, verwoben mit dem Märchen, einiges an Spannung rein und bis zum Schluss konnte ich den Täter nicht ermitteln. Insofern hat mich die Auflösung sehr überrascht und sie hat die Geschichte am Ende sehr schön und rund abgeschlossen.

Fazit: Besonderer Schreibstil gepaart mit einer düsteren und schicksalhaft-schweren Geschichte, die aus den Schatten des ersten Buches entstanden ist und seinen Lauf nimmt...