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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.01.2021

Spannende Ermittlungen

Trauma – Kein Entkommen
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Die Münchner Ermittlerin Katja Sand wird mit einigen rätselhaften Todesfällen konfrontiert. Während ihre Kollegen und der Psychoanalytiker Dr. Hanning der die Opfer behandelt hat, fest davon ausgehen, ...

Die Münchner Ermittlerin Katja Sand wird mit einigen rätselhaften Todesfällen konfrontiert. Während ihre Kollegen und der Psychoanalytiker Dr. Hanning der die Opfer behandelt hat, fest davon ausgehen, dass es ein durch ihr Trauma ausgelöster Selbstmord war, zweifelt Katja stark und versucht alles, um eine Verbindung zwischen den Opfern herzustellen, denn etwas ist an all dem Faul. Doch nicht nur mit den Ermittlungen hat Katja zu kämpfen, sondern auch mit ihrer eigenen Vergangenheit, die dabei ist sie einzuholen...

Der Schreibstil ist angenehm und insofern ungewöhnlich und interessant, dass häufig analytische Elemente zu beispielsweise dem Verhalten einiger Verdächtiger oder den Absichten gewisser Handlungen der Ermittler eingebettet sind und eine neue Perspektive aufzeigen.

Von Anfang war mir die Ermittlerin Katja unsympathisch. Nicht nur aufgrund ihrer Handlungen, sondern auch wegen ihrer individuellen Art. Für mich war sie wie ein Buch mit sieben Siegel, so ganz verstehen und durchschauen konnte ich sie absolut nicht und ihre Gedanken und Handlungen erschienen mir oft widersprüchlich. Man erfährt einiges über ihre Probleme, auch wenn diese diffus beschrieben werden und größtenteils im Hintergrund bleiben. Einiges konnte ich mir zusammenreimen. Ihre familiäre Situation bot einen schönen Wechsel zwischen Arbeit und Familie und stellte Katjas Entscheidungen und ihren Charakter noch stärker dar. Ihren Kollegen hingegen fand ich mit seiner positiven Art und Weise sehr angenehm und sympathisch.

Die Todesfälle wirken unglaublich und ungewöhnlich. Die Ungewissheit, ob es ein Mord oder doch ei Suizid war, zieht sich durch die ganze Geschichte und bringt ungemein viel Spannung rein, sodass ich da gut mit fiebern konnte und bis zum Schluss angespannt und aufgeregt der Auflösung entgegenfieberte, die mich dann doch noch überraschen konnte.

Fazit: Fesselnder Kriminalfall mi undurchsichtigen Ermittlungen und uneindeutigen Todesfällen, hinter denen sich aber eine spannende Geschichte und einige Geheimnisse verbergen. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 23.01.2021

Bewegend

Trümmermädchen
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Klappentext:

Köln, 1941. Anna wächst bei ihrer Tante Marie und ihrem Onkel Matthias auf, einem Bäckerehepaar. Das Mädchen liebt die Backstube über alles, besonders den großen Ofen aus Vulkanstein. Doch ...

Klappentext:

Köln, 1941. Anna wächst bei ihrer Tante Marie und ihrem Onkel Matthias auf, einem Bäckerehepaar. Das Mädchen liebt die Backstube über alles, besonders den großen Ofen aus Vulkanstein. Doch mit dem Krieg kommt das Unglück: Matthias wird eingezogen und die Bäckerei bei Luftangriffen zerstört. Während Köln in Trümmern liegt und vom kältesten Winter des Jahrhunderts heimgesucht wird, schließt Anna sich in ihrer Not einer Schwarzmarktbande an und steigt zur gewieftesten Kohlediebin der Stadt auf. Als sie am wenigsten damit rechnet, verliebt sie sich – eine verbotene Liebe mit gefährlichen Folgen. Von Kälte, Hunger und Neidern bedroht, halten Anna und ihre Tante verzweifelt an dem Traum fest, die Bäckerei wiederaufzubauen. Und an der Hoffnung, dass die Männer, die sie lieben, irgendwann zu ihnen zurückkehren.


In dieser Geschichte werden die Jahre 1941-1947 und das Leben von Anna erzählt. Der wundervollen bildhaften Sprache der Autorin und Journalistin, ist es zu verdanken, dass ich mir die Umgebung und die Zerstörung des zerbombten Kölns sehr gut vorstellen konnte. Man merkt, dass dieses Buch definitiv ein Herzensbuch für die Autorin ist und sie viel darein gesteckt hat.

Die Handlungen haben mich regelrecht in den Bann gezogen und alle Empfindungen und Gefühle der Charaktere konnte ich gut nachvollziehen und verstehen, auch wenn die Umstände und das Leid nicht vollständig greifbar sind aufgrund unterschiedlicher und anderer Erfahrungen, die durch meine Vorstellungskraft begrenzt sind. Dadurch wurde für mich ersichtlich in welche privilegierter Welt ich heute lebe und wie viel Luxus wir eigentlich haben.

Die zahlreichen Gespräche mit Zeitzeugen und die umfassenden Recherchen ergänzen das Buch und lassen die unvorstellbaren Lebensbedingungen von damals authentisch und glaubwürdig in Worte zu fassen.


Zudem glänzt das Buch durch die mutige und unerschütterliche Protagonistin Anna, die den Umständen trotzt und für ihre Ziele kämpft. Sehr bewundernswert und hoffnungsvoll!

Veröffentlicht am 22.01.2021

Konnte meinen Erwartungen nicht gerecht werden

Die siebte Zeugin
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Der Familienvater Nikolas Nölting geht zum Bäcker wie viele Male zuvor. Doch anstatt mit Brötchen zurück zu seiner kleinen Familie zu kehren, schießt er in der Bäckerei wild um sich. Die Ermittler tappen ...

Der Familienvater Nikolas Nölting geht zum Bäcker wie viele Male zuvor. Doch anstatt mit Brötchen zurück zu seiner kleinen Familie zu kehren, schießt er in der Bäckerei wild um sich. Die Ermittler tappen im Dunkeln, weil es kein erkennbares Motiv gibt und der Täter beharrlich schweigt. Doch der Rechtsanwalt Rocco lässt nicht locker und fängt an in Nikolas' Vergangenheit zu suchen, bis er fündig wird...

Der Klappentext klingt so unglaublich gut und bereits im Voraus habe ich wilde Spekulationen ob des ungewöhnlichen Tatgeschehens angestellt. Ohne erkennbares Motiv und aus heiterem Himmel eine Schießerei zu beginnen, dahinter muss etwas stecken. So ähnlich denkt wohl auch Rocco, der gleich die Ermittlungen aufnimmt. Auch das fand ich etwas ungewöhnlich, da meistens Polizeibeamte diese Funktion übernehmen und sich für einen Rechtsanwalt auch einige Probleme ergeben, sodass er andere hat, die ihn dabei unterstützen.

Was ich ganz angenehm fand, waren die Hintergrundinfos zu Rocco, sodass ich ihn besser kennenlernen konnte und er nicht so blass geblieben ist wie der zweite Protagonist Gerichtsmediziner Jarmer. Der tauchte zwar ab und zu auf und vor allem über seine Ansichten zur Arbeit eines Rechtsanwaltes und seine Moralvorstellungen wurden etwas zu seinem Charakter bekannt. Ansonsten spielt er aber eher eine geringe Rolle und ist nicht maßgeblich entscheidend für den Fall. Da hatte ich bezüglich der rechtmedizinischen Arbeit größere Erwartungen, auch wenn schnell klar war wer der Täter ist und welche Verletzungen die Opfer erlitten haben.

Der Fall plätschert so vor sich hin und auch wenn es ab und zu relevante Infos gibt, habe ich nicht mit fiebern können. Es war durchaus interessant und warf auch Licht ins Dunkel, aber packen und fesseln konnte es mich nicht. Die Spannung fehlte fast komplett und konnte meinen Erwartungen dahingehend nicht gerecht werden. Gerade die Ermittlungen finde ich üblicherweise in einem Krimi besonders wertvoll und aufregend. Durch überraschende Wendungen und unvorhersehbare Ereignisse entsteht eine ganz eigene Dynamik. In diesem Buch kamen diese Aspekte leider kaum vor und wenn, dann hat es mich dennoch nicht mitgerissen und mit fiebern lassen.

Ich weiß nicht, ob ich die weiteren Bände lesen, denn es wurden nicht alle Geheimnisse rund um den Fall Nikolas Nölting aufgedeckt und das Buch deutet subtil an, dass es noch weitergehen wird.

Fazit: Leider für mich nicht überzeugend. Es fehlten Spannung und abwechslungsreiche unvorhersehbare Wendungen im Buch.

Veröffentlicht am 07.01.2021

Kurzweilige Unterhaltung

Love Like Magic
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Als Beatrice von ihrem Ex-Freund nach New Orleans gelockt und dann fallengelassen wird, trifft sie durch einen unglücklichen Umstand auf Huxley, der mit seinen Brüdern ein Magiershow leitet. Da Bee in ...

Als Beatrice von ihrem Ex-Freund nach New Orleans gelockt und dann fallengelassen wird, trifft sie durch einen unglücklichen Umstand auf Huxley, der mit seinen Brüdern ein Magiershow leitet. Da Bee in seiner Schuld steht und er dringend eine neue Assistentin für seine Magieshows braucht, beginnt sie prompt bei ihnen und schon bald entsteht zwischen den beiden ihre ganze eigene Magie...

Bereits der Anfang hat mir viel Freude bereitet beim Lesen und war amüsant. Bee ist eine sehr lebensfrohe und positive Person, die ein herzensguter Mensch ist und mich mit ihrer unschuldigen Naivität in ihren Bann gezogen und entzückt hat. Dazu passt ihre leicht rebellische Art am Anfang nicht, macht sie aber menschlicher und authentischer. Huxley ist das genaue Gegenteil, oft griesgrämig und tief in seine Gedanken und Problemen versunken. Doch Bee schafft es mit ihrem aufrichtigen und liebenswürdigen Wesen sein Herz zu erweichen und ihn sozusagen zu verzaubern.

Die Geschichte selbst plätschert vor sich hin und ist nicht unbedingt spannend, aber doch so interessant, dass ich Lust hatte weiterzulesen und mehr von Hux und Bee haben wollte. Doch auch wenn die Handlungen oft süß, entzückend und unterhaltsam sind, werden auch teils negative Dinge angesprochen, die die Charaktere zeichnen und belasten. Einige Thriller-Elementen versprachen aufregende und fesselnd-gefährliche Situationen, die am Ende leider anders ausgingen, als ich es mir gewünscht habe.

Das End fand ich etwas lächerlich und nicht so passend zum Rest der Geschichte. Es war ein absurde und nicht authentische Situation und die Spannung, die teilweise aufgebaut wurde, verflüchtigte sich sehr schnell und machte Ernüchterung Platz.

Fazit: Tolle, liebenswürdige Charaktere und eine locker leichte Geschichte, die das Herz erwärmt, allerdings zum Ende nicht unglaubwürdig wird. Nette Unterhaltung für zwischendurch.

Veröffentlicht am 31.12.2020

Leicht verwirrender Thriller

Hexenjäger
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Ein Mörder treibt in einer finnischen Stadt sein Unwesen, indem er Menschen nach dem Muster einer Besteller-Trilogie umbringt, die als Thematik "Hexen" bzw. "Hexenverfolgung" thematisiert (Stichwort: Malleus ...

Ein Mörder treibt in einer finnischen Stadt sein Unwesen, indem er Menschen nach dem Muster einer Besteller-Trilogie umbringt, die als Thematik "Hexen" bzw. "Hexenverfolgung" thematisiert (Stichwort: Malleus maleficarum). Die Ermittlerin Jessica Niemi befasst sich mit dem Fall und muss bald feststellen, dass der Täter es auf sie abgesehen hat...

Der Anfang ist überaus spannend, da es gleich zu einem Mord kommt und die Umstände mehr als ungewöhnlich sind und viele Fragen aufwerfen. Die Ermittlungen streiten schnell voran und bald häufen sich die Ungereimtheiten. Die Zeitsprünge haben mich anfangs verwirrt und irritiert, bis ich verstanden habe, dass es sich um die Vergangenheit von Jessica handelt. Auch wenn diese Situationen nichts mit dem Mordfall zu tun haben, gibt es eine schwache Verbindung zu einem der anderen Ermittler von Jessica, den ein schweres Schicksal ereilt und darin die Begründung der Erzählung liegt, wie ich vermute. Einige Szenen in denen Jessica alleine ist und etwas sieht und hört, was nicht vorhanden ist, haben mich auch ratlos zurückgelassen und mir erschließt sich immer noch nicht wo da der Sinn ist.

Das Ende ist ebenfalls verwirrend und letztendlich werden die Motive der Morde nur oberflächlich aufgeklärt und auch nur, wenn man sich als Leser diese selber zusammenreimt, denn viele Informationen werden nicht gegeben, was ich etwas unbefriedigend finde.

Fazit. Ein anfänglich aufregender und fesselnder Thriller, der am Ende jedoch nur verwirrend ist und sich in vielen Punkten nicht aufklärt.