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Veröffentlicht am 27.07.2025

Zwischen Faszination und vielen Fragezeichen

Shark Heart
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Wren und Lewis lernen sich kennen und lieben. Zwei Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein können. Lewis ist ein Träumer mit einer gescheiterten Schauspielkarriere und dem Plan, ein gefeiertes Theaterstück ...

Wren und Lewis lernen sich kennen und lieben. Zwei Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein können. Lewis ist ein Träumer mit einer gescheiterten Schauspielkarriere und dem Plan, ein gefeiertes Theaterstück zu schreiben, das er jedoch nie beendet. Bis dahin unterrichtet er die Theatergruppe einer High School. Wren hingegen arbeitet erfolgreich im Finanzwesen. Sie ist kontrolliert, perfektionistisch und zielgerichtet. Die beiden heiraten. Kurze Zeit später erhält Lewis die Diagnose, dass er sich unaufhaltsam in einen Weißen Hai verwandelt. Diese Krankheit scheint in der Welt, die die Autorin Emily Habeck kreiert hat, nicht selten zu sein. Es gibt spezielle Kliniken und Heime für Angehörige, die sich im Stadium des Übergang in den Körper eines Tieres befinden. Eine Heilung gibt es allerdings nicht.

Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und mich in vielen Passagen sehr berührt hat. Wie gehe ich mit einer Krankheit um, die einen geliebten Menschen langsam von innen auffrisst, bis nicht mehr viel von ihm übrig bleibt? Es ist ein Buch über Liebe, Trauer, Verlust und Loslassen.

Es werden philosophische Fragen aufgeworfen: Was macht mich als Mensch aus? Was ist wichtig im Leben? Was macht mein Leben lebenswert? Wie gehe ich mit einer Krankheit um, die meinen Körper völlig entstellt? Finde ich zu einer neuen Identität? Werde ich von meiner Umwelt akzeptiert und kann ich mich selbst so akzeptieren?

Der Schreibstil der Autorin ist ungewöhnlich: Prosa wechselt sich mit einem Stil ab, der eher an einen Dialog aus einem Theaterstück erinnert. Die beiden unterschiedlichen Schreibstile spiegeln die Protagonisten wider.

"Shark Heart" ist ein Buch, das in mir eine Mischung widersprüchlicher Gefühle hervorgerufen hat. Auf der einen Seite hat es mich fasziniert und berührt. Auf der andere Seite wirken die Figuren so surreal und distanziert, dass ich mich nicht in sie hineinversetzen konnte. Die Erzählung springt ständig zwischen verschiedenen Zeitebenen und Perspektiven der Charaktere hin und her, was für mich teilweise irritierend war und mich aus der Lesefluss gerissen hat.

Letztendlich bin ich mir am Schluss nicht sicher, ob ich das Buch wirklich verstanden habe. Manche der Metaphern haben sich mir nicht erschlossen und ich frage mich, was die Autorin mir als Leser sagen wollte.

Fazit: Ein skurriles, surreales und faszinierendes Buch, das mich jedoch mit einigen Fragezeichen zurücklässt.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Anleitung zum Glücklichsein

Der Garten der kleinen Wunder
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Das liebevoll gestaltete Cover passt zu Victoria, genannt Troja, aus deren Sicht dieser Roman geschrieben ist. Troja gestaltet Buchcover und lebt zurückgezogen in einem farbenfrohen Haus mit einem verwunschenen ...

Das liebevoll gestaltete Cover passt zu Victoria, genannt Troja, aus deren Sicht dieser Roman geschrieben ist. Troja gestaltet Buchcover und lebt zurückgezogen in einem farbenfrohen Haus mit einem verwunschenen Garten und einem Chamäleon auf dem Dach.

Sie trifft auf ihre 14jährige Nachbarin Victoria, genannt Vica, die sie an ihr eigenes jugendliches Selbst erinnert. Sie erkennt, dass Vica ebenso wie sie introvertiert und hochsensibel und von vielen Anforderungen der Schule und des Alltags überfordert ist. Troja erzählt und reflektiert im Laufe des Buches ihre eignen Lebensgeschichte und ermutigt Vica immer mehr, sich selbst zu lieben und ihren eigenen Lebensweg zu gehen.

Im Garten der kleinen Wunder treffen unterschiedlichste Menschen zusammen und lernen sich entgegen aller Vorurteile kennen und akzeptieren. Es ist ein Buch über das Anderssein und dem Weg zu sich selbst.

Geschrieben ist dieser Roman mit einer großen Leichtigkeit. Es fühlt sich wie eine Anleitung zum Glücklichsein an: Akzeptanz und Selbstliebe stehen im Vordergrund und die Freude an den kleinen Dingen.

Die Naturverbundenheit der Autorin ist gut spürbar. Beim Lesen dieses Buches sitze ich ebenfalls im Garten, genieße die Sonne, das Rauschen der Bäume und das Summen der Bienen.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und kann es jedem weiterempfehlen, der etwas Ruhe in seinen Alltag bringen möchte.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Die Auferstehung der drei ???

Die Auferstehung
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Nach sieben Jahren kehrt Tracy Hitfield zurück, die als im brasilianischen Regenwald verschollen galt. Sie behauptet, von den Toten auferstanden zu sein. Doch ihre Tante Mary zweifelt an ihrer Identität ...

Nach sieben Jahren kehrt Tracy Hitfield zurück, die als im brasilianischen Regenwald verschollen galt. Sie behauptet, von den Toten auferstanden zu sein. Doch ihre Tante Mary zweifelt an ihrer Identität und bittet ihren alten Bekannten Justus Jonas um Hilfe.

Ein tragisches Ereignis hat die drei einstigen Freunde Justus, Peter und Bob auseinandergebracht, und Jonas hat die Detektei "Die drei ???" für aufgelöst erklärt. Werden die drei Freunde ihre zerbrochene Beziehung wiederherstellen können, um diesen schwierigen Fall zu lösen?

Schon nach den ersten Seiten fühlte ich mich in meine Jugend zurückversetzt. Der Schreibstil ähnelt den früheren Büchern und ist einfach und schnell zu lesen. Ein nostalgisches Gefühl beschleicht mich, wenn an manchen Stellen Bezug auf die ersten Fälle genommen wird. Vielleicht wird es mal wieder Zeit, die alten Bücher noch einmal zu lesen. Doch auch die moderne Welt hat Einzug gehalten: aus der altbekannten Telefon-Lawine wird eine Email-Lawine.

Was für eine tolle Idee, die drei ??? in ihren 50ern wieder auferstehen zu lassen. Man bemerke hier das doppelte Wortspiel des Buchtitels. Ich als Leserin bin nun ungefähr im gleichen Alter wie die drei Protagonisten und kann mich daher gut in die hervorragend gezeichneten Charaktere und ihre Probleme hineinversetzen. Ihr Lebensweg war nicht ohne Stolpersteine und genau das macht sie so authentisch.

Inhaltlich geht es in diesem Roman zum einen um den Fall "Tracy Hitfield", zum anderen um die Beziehung der drei Freunde zueinander. Die Lösung des Falls ist recht vorhersehbar und schon in der Hälfte des Buches offensichtlich. Ab da geht es den Fall betreffend nur noch um Details. Ich hatte immer noch auf einen Plot-Twist gehofft, doch leider blieb dieser aus. Das Buch ist immer noch interessant und lesenswert, doch die Spannung hat für mich merklich nachgelassen. Mir hat es gefehlt, an der Lösung bis zum Schluss miträtseln zu können. Daher auch ein Punkt Abzug.

Insgesamt ist es ein sehr unterhaltsamer und lesenswerter Roman mit Nostalgiecharakter, vor allem für Fans der drei ???.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Spannung pur

Das heimliche Zimmer: Thriller
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Ein 16jähriger Schüler wird in einem stillgelegten Bahnhof grausam ermordet. Sein Freund kann sich an nichts erinnern und gerät ins Visier der Spezialermittlerin Laura Kern. Kurz nacheinander geschehen ...

Ein 16jähriger Schüler wird in einem stillgelegten Bahnhof grausam ermordet. Sein Freund kann sich an nichts erinnern und gerät ins Visier der Spezialermittlerin Laura Kern. Kurz nacheinander geschehen noch weitere Morde, alle im Umfeld der Schule des Jungen. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel. Spielen Drogen eine Rolle oder Rache?

Es ist das erste Buch mit der Ermittlerin Laura Kern, das ich von Catherine Shepherd gelesen haben und wir nicht das letzte sein, denn der Thriller macht definitiv Lust auf mehr. Die Geschichte hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Jedes Kapitel endet mit einem Teaser, so dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Es ist spannende von der ersten bis zur letzten Seite.

Interessant ist auch, dass die Kapitel aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden, so auch aus Sicht des Täters. Der Leser hat dadurch das Gefühl, etwas besser als die Polizei informiert zu sein. Das nützt aber nicht viel, denn die Lösung des Falls ist überraschend.

Absolute Leseempfehlung und es wir nicht mein letztes Buch der Autorin sein!

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Im Schatten der Mutter

Girls
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Ingrid Olssen ist berühmt für ihre kompromisslose Kunst und ihren exzentrischen Lebensstil, dem sich alles unterordnen muss, auch ihre Kinder Matilda und Nora. Die älteste Tochter Matilda entflieht diesem ...

Ingrid Olssen ist berühmt für ihre kompromisslose Kunst und ihren exzentrischen Lebensstil, dem sich alles unterordnen muss, auch ihre Kinder Matilda und Nora. Die älteste Tochter Matilda entflieht diesem Leben als sie mit 16 Jahren schwanger wird. Zurück bleibt ihre 9 Jahre jüngere Schwester Nora, die von da an den Eskapaden ihrer Mutter schutzlos ausgeliefert ist. Ingrid Olssens ausschweifendes Leben mit Drogen, Alkohol und wechselnden Männerbekanntschaften ist ein gefundenes Fressen für die Klatschpresse.
Noras Leben ist geprägt von Vernachlässigung, Einsamkeit und der Erkenntnis, von allen verlassen worden zu sein. Ihre Hoffnung, bei ihrer Schwester Matilda leben zu können, erfüllt sich nicht. Diese Enttäuschung reißt eine tiefe Wunde in das Verhältnis der beiden Schwestern zueinander.
Erst ein Roadtrip durch die USA zu einer Ausstellung ihrer mittlerweile verstorbenen Mutter bietet den beiden die Möglichkeit, das Trauma aufzuarbeiten und wieder zueinander zu finden.

Das Buch wird hauptsächlich aus der Perspektive der älteren Schwester Matilda geschrieben. Die Erzählung wird durch Texte und Interviews von Ingrid Olssens Biograf immer wieder unterbrochen und auch realen Personen, Orte und Ereignisse werden in die Geschichte eingewoben, was dem ganzen Buch eine sehr authentisch Note gibt. Die Texte der Kunstkritiker sind ebenfalls hervorragend geschrieben, so dass der Leser den Eindruck erhält, eher eine Biografie als einen Roman zu lesen. Ich muss zugeben, ich habe Google befragen, ob Ingrid Olssen wirklich ein fiktiver Charakter ist.

Das Leben der beiden Töchter im Schatten der Mutter ist erschreckend und oft herzzerreißend. Ingrids Leben wird von der Klatschpresse an die Öffentlichkeit gezerrt und der Sensationslust preisgegeben. Die Leiden ihrer Töchter ist offensichtlich, doch niemand kümmert sich wirklich darum. Als Erwachsene sind beide zutiefst verunsichert und misstrauisch. Wem können sie wirklich trauen und wer will nur wegen des Ruhms mit ihnen zusammen sein?

"Girls" von Kirsty Capes ist ein authentischer und aufwühlender Roman, lesenswert doch keine leichte Kost.

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