Eine magische Geschichte über Schuld und Trauma
Das White Octopus HotelDas bunte, spielerische Buchcover, der Klappentext und auch die Leseprobe ließen mich zunächst eine leichte, fast märchenhafte Geschichte erwarten. „Voller Magie“ ist dieses Buch tatsächlich, allerdings ...
Das bunte, spielerische Buchcover, der Klappentext und auch die Leseprobe ließen mich zunächst eine leichte, fast märchenhafte Geschichte erwarten. „Voller Magie“ ist dieses Buch tatsächlich, allerdings auf eine ganz andere Weise, als ich anfangs gedacht hatte. Die Autorin führt den Leser in eine fantastische, bildreiche Welt, die mich immer wieder überraschen konnte.
Der Schreibstil ist angenehm und leicht zu lesen, doch die Handlung selbst ist deutlich tiefgründiger, als ich erwartet hatte und emotional sehr berührend.
Die Protagonistin Eve ist eine junge Frau, die bereits im Alter von vier Jahren durch den Tod ihrer jüngeren Schwester tief traumatisiert wurde. Sie begegnet Max, der nach den Wirren des Ersten Weltkriegs kaum mehr ins Leben zurückfindet. Beide Hauptfiguren tragen schwere seelische Wunden. Besonders Eves ausgeprägter Selbsthass war für mich stellenweise schwer auszuhalten. Ein zentrales Thema der Geschichte ist der Umgang mit echter und vermeintlicher Schuld.
Der Roman spielt auf mehreren Zeitebenen, was teilweise etwas verwirrend ist. Erst gegen Ende fügen sich viele Andeutungen und Ereignisse zu einem stimmigen und überraschenden Gesamtbild zusammen.
FAZIT: Ein sehr tiefgründiger, bildgewaltiger Roman, der nicht immer leicht zu lesen aber absolut lesenswert ist!