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Veröffentlicht am 24.03.2023

Medici- Historische Fakten wunderbar verpackt

Florentia - Im Glanz der Medici
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Noah Martin nimmt uns mit nach Florenz im 15. Jahrhundert. Es ist die Zeit der Medici, die einflussreichste Handels- und Bankiersfamilie dieser Zeit. Sie verkörpern das, was man heute als die Macht der ...

Noah Martin nimmt uns mit nach Florenz im 15. Jahrhundert. Es ist die Zeit der Medici, die einflussreichste Handels- und Bankiersfamilie dieser Zeit. Sie verkörpern das, was man heute als die Macht der Superreichen bezeichnen würde.
Das Grundthema ist der andauernde Machtkampf mit der Bankiersfamilie Pazzi.
Es geht um Macht, Intrigen, Krieg, Tod, Liebe, Kunst, Kultur, die Rolle der Kirche und die Unterordnung des Privatleben für die Familie.
Das die Kultur in dieser Zeit ein wichtige Rolle spielt, sieht man schon an der Wahl des Covers. Es ist ein Ausschnitt aus "Der Geburt der Venus", gemalt von Sandro Botticelli.
Die Figuren sind alle sehr gut ausgearbeitet und der historische Zusammenhang absolut korrekt. Die Hauptfiguren, die Brüder Lorenzo und Giuliano Medici, spiegeln sehr gut wieder, was es für Konsequenzen hatte, ein Medici zu sein.
Aber auch die Nebenfiguren aus dem Kunstbereich, Leonardo da Vinci und Sandro Botticelli lassen den Leser tief in deren Welt eintauchen. Besonders hervorzuheben ist die Figur der Fioretta. Die Tochter des Arztes, eine Malerin, Geliebte von Giuliano. Obwohl eine eher unbekanntere Frau, wird ihre Rolle mit in den Vordergrund gesetzt und gewährt damit noch einen anderen Blickwinkel auf die Ereignisse der Zeit.
Der Schreibstil der Autorin ist mitreißend. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und sind immer wieder einer anderen Person zugeordnet. Damit wird die Geschichte von mehreren Seiten dargestellt, was dem Leser einen umfassenden Eindruck vermittelt. Man braucht etwas, bis man sich eingelesen hat und sämtliche Personen und Zusammenhänge im Kopf sortiert hat. Das Personenregister und der Stammbaum am Anfang ist da durchaus hilfreich.
Insgesamt hat mich dieser Roman völlig überzeugt. Historische Fakten wurden in einer mitreißenden Geschichte toll verpackt. Ich vergebe 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 21.03.2023

Glamping mediterrane - Kunstraub inklusive

Diva del Garda
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Katharina Eigner entführt uns diesmal an den Gardasee. Schon das Cover vermittelt die absolute Urlaubsatmosphäre, Fernweh und Reisefieber inklusive.

Restauratorin Rosina, Expertin nicht nur in der Kunst ...

Katharina Eigner entführt uns diesmal an den Gardasee. Schon das Cover vermittelt die absolute Urlaubsatmosphäre, Fernweh und Reisefieber inklusive.

Restauratorin Rosina, Expertin nicht nur in der Kunst und mediterranen Lebensgefühl, sondern auch in Katastrophenbeziehungen, landet nach eben einer solchen Beziehung im feudalen Wohnmobil. Mit an Bord, Mario, ein Ex-Kardinal, auf der Suche nach einem neuen Ziel in seinem Leben.

Die dritte im Bunde, Cara, die beste Freundin und das genaue Gegenteil von Rosina. Nix Bella Italia Gefühl, Beziehungen eher gegen minus Null und mit Kulinarik und Kultur hat sie es auch nicht so.

Es ist schon ein Trio der besonderen Art, dass ungewollt durch einen Kunstdiebstahl zum Ermittlerduo/-trio wird. Die Krimihandlung baut sich langsam auf, lädt zum Miträtseln ein und gipfelt in einem fulminanten Showdown. Bis zum Schluss lässt Katharina Eigner den Leser im Unklaren über Motive und Zusammenhänge. Wunderbarer Rätselspaß.

Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet, der Schreibstil flott und humorvoll. Dazu gibt es viel Kulinarik, Geschichte, Landschaft und Kultur. Aber auf eine Art, die den Leser in Gedanken die Koffer packen und das Reiseziel auswählen lässt.

Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und begleite Rosina und Co gerne auf ihrem nächsten Abenteuer.

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Veröffentlicht am 15.03.2023

Modernes Aschenputtel

Der Traum vom Leben
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Katharina Fuchs erzählt uns die Geschichte von Luise, einer Bauerntochter aus dem hohen Norden. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf und noch nichts von der Welt gesehen, keine Lebenserfahrung. Aber mit ...

Katharina Fuchs erzählt uns die Geschichte von Luise, einer Bauerntochter aus dem hohen Norden. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf und noch nichts von der Welt gesehen, keine Lebenserfahrung. Aber mit dem Gefühl, dass es ihr in Ostfriesland zu klein und engstirnig ist.

Die Geschichte von Luise ist eine klassische Aschenputtelstory, entdeckt auf einem Friseurwettbewerb, steigt sie zum Supermodel in Paris auf.

Wir tauchen ein in die Welt der Mode, begegnen bekannten Models und Designern, von denen man irgendwann schon gehört hat. Die Idee hinter der Story ist gut, aber mir blieb es in weiten Teilen zu oberflächlich. Luise agiert naiv, aber größerer Katastrohen bleiben aus, was ich in dem Haifischbecken, in dem sie sich da bewegt, für unwahrscheinlich halte. Es ging mir auch alle zu schnell. Aus dem Landei wurde rasend schnell jemand, der Hilfe von Models, wie Naomi Campell bekam, plötzlich keine Sprachbarrieren mehr hatte. Nun steckt hinter der Geschichte ja eine wahre Begebenheit, deshalb wird es in den Grundzügen sicher so passiert sein.

Themen wie Drogenkonsum, Magersucht, sexuelle Abhängigkeiten werden nur kurz angeschnitten, aber in Bezug auf Luise nicht weiter vertieft. Abseits der Heile Welt Story hätte ich mir da auch mehr Schattenseiten gewünscht.

Insgesamt hat das Buch gut unterhalten und ich vergebe gerne 3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 07.03.2023

Der 21. Fall - es wird persönlich

Kalte, kalte Knochen
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21, was für eine Zahl und doch wird es nicht langweilig. Kathy Reichs gelingt es auch diesmal, mich mit Temperance Brennan zu überzeugen. Das Cover ist im Stil der vorhandenen Bücher und hat damit einen ...

21, was für eine Zahl und doch wird es nicht langweilig. Kathy Reichs gelingt es auch diesmal, mich mit Temperance Brennan zu überzeugen. Das Cover ist im Stil der vorhandenen Bücher und hat damit einen Wiedererkennungswert. Die Personen, nun es ist wie nach Hause kommen zur Familie. Man kennt sie und weiß, was man zu erwarten hat. Diesmal spielt auch Temperance Tochter Kate eine größere Rolle. Zurück aus Afghanistan muss sie sich erst wieder zurechtfinden. Es beginnt mit einem Päckchen auf der Terrasse, gefolgt von weiteren Leichenfunden an verschiedenen Orten. Als es Temperance klar wird, dass sie persönlich gemeint ist, ist es schon fast zu spät.

Gekonnt ist wieder der Spagat zwischen Rechtsmedizin und Krimihandlung. Kathy Reichs Krimis erfordern immer ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit, um den Überblick nicht zu verlieren. Ich bleibe auch dabei, dass man die Vorgängerbände kennen sollte, obwohl jeder Fall abgeschlossen ist. Ich habe auch den 21. FALL geliebt und freue mich auf eine Fortsetzung

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Veröffentlicht am 06.03.2023

Kalifornien in den 30er Jahren

Draußen die Welt
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Das Buch ist bereits 1943 im Original erschienen. Es unterscheidet sich daher in Sprachstil und Inhalt durchaus von der aktuellen Literatur, aber keineswegs zum negativen. Wir begleiten Mary Perrault, ...

Das Buch ist bereits 1943 im Original erschienen. Es unterscheidet sich daher in Sprachstil und Inhalt durchaus von der aktuellen Literatur, aber keineswegs zum negativen. Wir begleiten Mary Perrault, eine typische Farmfrau im ländlichen Kalifornien in den 30er Jahren. Dreh- und Angelpunkt im Leben sind die Familie, der Haushalt, die Farm, der Garten, das Wetter und die Dorfgemeinschaft. Mary Perrault schaltet und waltet verlässlich im Hintergrund und ist jemand, auf den man sich immer verlassen kann. Janet Lewis zeichnet hier das Bild einer Frau, die durchaus innerhalb ihrer Traditonen und Werte fortschrittlich denkt. So läßt sie ihren Kindern großen Freiraum, geprägt durch Vertrauen und Respekt auf beiden Seiten. Die Autorin setzt in meine Augen auch ein Zeichen für die Wichtigkeit der Farmfrauen.

Der Titel des Buches "Draussen die Welt" macht nach anfänglichen Überlegungen wirklich Sinn. Die Familie Perrault lebt in ihrem Kosmos. Ereignisse von außerhalb berühren zwar, dringen aber nicht in den Kern der Familie vor. Dazu gehören Tod von einer nahestehenden Person, der Bankencrash, Entführung und Lynchjustiz.

Das Buch hat einen eigenwilligen Stil. Man merkt deutlich, dass der Focus der Autorin auf Justizliteratur lag. Teilweise ist das Buch schon fast zu sachlich. Von Anfang verläuft die Handlung in ruhigen Bahnen, entwickelt aber einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Sicherlich gibt es auch einige Längen, vor allem im letzten Drittel. Aber insgesamt hat mir der etwas andere Roman, als ein Stück Zeitgeschichte, sehr gut gefallen und ich spreche gerne eine Leseempfehlung aus.

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