Profilbild von Biene101

Biene101

Lesejury Star
online

Biene101 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Biene101 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.06.2026

Ungewöhnliches Duo

Das kalte Herz von Oxford - Ein Fall für DI Wilkins
0

Das zweite Buch von Simon Mason um das Ermittlerduo Wilkins und Wilkins. Ich habe den ersten Band nicht gelesen, hatte aber dadurch keine Verständnisprobleme.
Zum Fall, Kindesentführung, ein von der Thematik ...

Das zweite Buch von Simon Mason um das Ermittlerduo Wilkins und Wilkins. Ich habe den ersten Band nicht gelesen, hatte aber dadurch keine Verständnisprobleme.
Zum Fall, Kindesentführung, ein von der Thematik her schwieriges Thema. Die Ermittler stehen von der ersten Sekunde an unter Druck, von den Eltern, den Medien, der Öffentlichkeit. Das wird auch in diesem Krimi sehr deutlich.
Parallel dazu der Tod eines Kleinkriminellen, der bei einem Unfall ums Leben kam und den Ryan kannte.
Das Ermittlerduo, es könnte nicht unterschiedlicher sein.
Ray, aus gutem Hause, gute Manieren. Ryan, noch suspendiert und ansonsten die Kategorie kleiner Rüpel mit gutem Herz.
Die Fälle sind gut konstruiert mit einigen unerwarteten Wendungen. Dank der unorthodoxen Arbeitsweise von Ryan kann auch die Verbindung zwischen den Fällen gelöst werden.
Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Der Autor liebt ausführliche Beschreibungen, interessanterweise auch von Kleidungsstücken. Dadurch wird der Storyfluss zeitweise sehr gebremst. Das scheint jedoch ein Markenzeichen der Reihe zu sein. Sympathisch ist der Humor, der immer wieder durchblitzt.
Kleine Kritikpunkte, es bleiben kleinere Fragen am Ende offen und mir ist es zu viel Privatleben der beiden Wilkins.
Fazit: Ein lesenswerter britischer Krimi

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.06.2026

Wenn Sprache Bilder malt

The Artist
0

The Artist spielt in der Provence im Jahr 1920. Drei Personen stehen im Mittelpunkt der Geschichte.
Tartuffe (Tata), ein exzentrisches Genie, seine Nichte Ettie und der Journalist Joseph.
Von Beginn an ...

The Artist spielt in der Provence im Jahr 1920. Drei Personen stehen im Mittelpunkt der Geschichte.
Tartuffe (Tata), ein exzentrisches Genie, seine Nichte Ettie und der Journalist Joseph.
Von Beginn an beeindruckt die bildhafte Sprache. Sie kreiert eine Atmosphäre, in der alles lebendig wirkt. Personen, Landschaft, sogar Gemälde. Man kann die Landschaft der Provence riechen, die Hitze des Sommers spüren.
Die Charaktere sind speziell. Tata steht für das tyrannische Genie, also eigentlich das typische Klischee. Ettie, eine junge Frau mit eigenen künstlerischen Begabungen und dem Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung. Joseph versucht, sich von dem bestimmenden Vater zu befreien und seinen Weg zu finden. Da es nur drei wichtige Charaktere gibt, können diese sich aber gut entwickeln.
Die offenen Fragen zur Vergangenheit von Tartuffe und Ettie, die eingeschränkten Möglichkeiten, als Frau den eigenen Weg zu gehen, und die Folgen des Krieges werden geschickt eingebunden.
Das Ende war mir etwas zu überhastet. Verglichen mit den vorherigen Abschnitten, in denen sehr ausführlich, teilweise wiederholend erzählt wurde, bleiben hier einige Fragen offen.
Insgesamt ein tolles Buch, mit komplexen Charakteren, das durch die Sprache und die kreierte Atmosphäre getragen wird

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.05.2026

EIn Thriller mit viel Luft nach oben

Bachelorette Party
1

Camilla Sten hat diesmal als Schauplatz eine abgelegene Schäreninsel gewählt. Eine Gruppe von Frauen kommt zu einem Junggesellinnenabschied zusammen, Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Schnell ...

Camilla Sten hat diesmal als Schauplatz eine abgelegene Schäreninsel gewählt. Eine Gruppe von Frauen kommt zu einem Junggesellinnenabschied zusammen, Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Schnell ist klar, dass hier Geheimnisse, Konflikte und Neid und Misstrauen eine große Rolle spielen werden.
Ein Plus ist die Atmosphäre der Insel. Die Abgeschiedenheit, mangelnde Fluchtmöglichkeiten und eine unterschwellige Bedrohung sind gut gelungen.
Ein Minus sind die Charaktere, die alle blass bleiben, obwohl die Story ja von den Beziehungen der Figuren untereinander lebt.
Die Story spielt in zwei Zeitebenen, 2012 und 2022, bei dem vier verschwundene Frauen eine Rolle spielen. Die Handlung wirkt insgesamt sehr konstruiert und das Ende wird dann doch sehr kurios, damit die Auflösung einigermaßen plausibel wirkt.
Insgesamt ein Buch mit sehr niedrigem Spannungslevel und einer Auflösung mit großen Schwächen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.05.2026

Ein Sommer in Südfrankreich

Au revoir und tschüss
0

Caro, Ehefrau und Mutter, festgefahren im Alltag, in der Beziehung. Ein Ehemann, der nur für seine Karriere lebt und seine Frau darüber vergisst. Sie managt alles im Hintergrund, nur ihre eigenen Bedürfnisse ...

Caro, Ehefrau und Mutter, festgefahren im Alltag, in der Beziehung. Ein Ehemann, der nur für seine Karriere lebt und seine Frau darüber vergisst. Sie managt alles im Hintergrund, nur ihre eigenen Bedürfnisse kommen zu kurz.
Eine Sprachreise in ihr geliebtes Südfrankreich bietet den Ausweg aus Routinen. Sie wagt das Abenteuer und wird in diesem Sommer nicht nur ihre Sprachkenntnisse verbessern, sondern auch sich selbst ein Stück weit wiederfinden.
Der Roman punktet ganz besonders mit der Beschreibung der Atmosphäre von Uzès und den vielen kleinen Details rund um die französische Lebensart. Kleine Straßen, viel Natur, Cafes, Wein, im Kopf konnte man den warmen, französischen Sommer sozusagen riechen.
Die Handlung insgesamt bot keine großen Überraschungen, ist aber auf jeden Fall ein schöner und lesenswerter Sommerroman.
Caro ist eine sympathische Hauptfigur, deren Wunsch nach Veränderung man als Lese gut nachempfinden kann. Einige Handlungsabläufe wirken etwas zu konstruiert, da war ein wenig viel Zufall im Spiel.
Auf jeden Fall erwähnt werden muss die tolle und liebevolle Ausstattung des Buches. Ein Cover wie ein Gemälde in zarten Farben, das sich dann auch auf dem Buch selbst wiederfindet. Ein farblich passender Farbschnitt, ein Lesebändchen, ein Lesezeichen und eine schöne Karte. Ich habe schon lange nicht mehr so ein schönes Buch in der Hand gehalten. Ein Dankeschön an den Verlag.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.05.2026

Nicht mein Buch

Fast Abend, immer noch hell
0

Das Cover vermittelt die Stimmung an einem großen Tisch, ab dem sich Freunde zu lockeren oder tiefergehenden Gesprächen treffen. Das alles in einer wunderbaren Sommeratmosphäre. So weit zu den Erwartungen.
Leider ...

Das Cover vermittelt die Stimmung an einem großen Tisch, ab dem sich Freunde zu lockeren oder tiefergehenden Gesprächen treffen. Das alles in einer wunderbaren Sommeratmosphäre. So weit zu den Erwartungen.
Leider habe ich von Anfang an keinen richtigen Zugang zu Handlung und Personen gefunden. Die erwarteten Gruppengespräche blieben aus bzw. haben sich in fruchtlosen Zweierkonstellationen verloren. Die Zusammensetzung der Gruppe aus queeren und heterosexuellen Personen hätte so viele Themen und Gespräche geboten. Die eigene Rolle im Leben, Lebensentwürfe, die völlig anders verlaufen sind als geplant. Vorstellungen von Partnerschaft, die hier tatsächlich eine große Bedeutung haben, letztendlich aber nur in irgendwelchen Sexszenen enden.
Die Charaktere bleiben über weite Strecken blass. Einige Handlungsfäden verlieren sich in der Erzählung oder lassen keinen Mehrwert für die Geschichte erkennen.
Ich denke, es war für mich einfach nicht das richtige Buch. Positiv sind der Schreibstil und die Atmosphäre am See zu bewerten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere