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Veröffentlicht am 20.04.2026

Gelungene Neuinterpretation eines Klassikers

Beth is dead
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Beth is death hat ein wunderbares und auffälliges Cover. Wenn man den Klappentext liest und das Original Little Women kennt, stellt man sofort den Zusammenhang her, auf den eher versteckt hingewiesen wird.
Im ...

Beth is death hat ein wunderbares und auffälliges Cover. Wenn man den Klappentext liest und das Original Little Women kennt, stellt man sofort den Zusammenhang her, auf den eher versteckt hingewiesen wird.
Im MIttelpunkt stehen auch hier die vier March Schwestern und wie im Original stirbt Beth. Nur, dass wir hier jetzt die düstere Thriller Version haben, Beth wird ermordet und schnell ist klar, jeder könnte ein Motiv haben.
Wir tauchen als Leser abwechselnd in die Perspektive der vier Schwestern ein und bewegen uns parallel auf den Zeitebenen vorher und heute. Das ist sehr clever gemacht, da es dem Leser einen tieferen Einblick in die Ereignisse bietet.
Man rätselt von Anfang an mit und ist gefangen in den plötzlichen Wendungen, die zu immer neuen Verdächtigungen führen und das nicht nur bei den Lesern, sondern auch bei den Charakteren.
Diese sind erfrischend in die Gegenwart versetzt worden und könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Familiendynamik der Schwestern untereinander ist nachvollziehbar und der Gedanke, ja so könnte es gewesen sein, ist schnell gegenwärtig. Wichtige Themen der Gegenwart, wie zum Beispiel Fluch und Segen von Social Media werden geschickt in Handlung eingefügt.
Der Spannungsbogen hält sich wirklich bis zum Schluss, der für mich die losen Fäden zusammenführt und für mich plausibel ist.
Für mich ist dies eine sehr gelungene Neuinterpretation, die keineswegs nur für Jugendliche geeignet ist.

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 20.04.2026

Ein leiser Aufbruch

Zugvögel wie wir
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Zugvögel wie wir von Julia Dibbern ist eine Roman über Eva, eine Frau, die dringend einen Neuanfang im Leben braucht. Ihre Ehe ist gescheitert, von ihrer Tochter hat sie sich entfremdet und der Traum, ...

Zugvögel wie wir von Julia Dibbern ist eine Roman über Eva, eine Frau, die dringend einen Neuanfang im Leben braucht. Ihre Ehe ist gescheitert, von ihrer Tochter hat sie sich entfremdet und der Traum, eine Musikerin zu werden, ist schon vor Jahren geplatzt.
Ein Urlaub bei einer Freundin bringt die Wende. Sie findet einen verletzten Kranich und entscheidet spontan, dem Weg der Kraniche nach Frankreich zu folgen. Es beginnt ein Roadtrip der besonderen Art, ausgerüstet nur mit einem älteren Fahrrad und null Erfahrung, macht sich Eva auf den Weg.
Der Schreibstil von Julia Dibbern ist ruhig, aber einfühlsam. Die Kraniche stehen in diesem Roman für den Weg, den sie einschlagen muss. Weg von ihrer jetzigen Situation, die alte Eva wiederfinden. Kilometer für Kilometer begleiten wir Eva und erleben mit, wie sich ihre Gedankenwelt verändert, sie auf andere Menschen zugeht, deren Sicht der Dinge zulässt. Die Beschreibungen der Natur und die Begegnungen mit den Kranichen sind von der Autorin toll eingefangen.
Unterbrochen wird die Erzählung durch Textpassagen, deren Hintergrund sich später auflöst und einen Schriftwechsel mit ihrer Tochter.
Wir erfahren im Laufe des Buches, wie Eva an diesen Punkt im Leben gekommen ist und was das Verhältnis zu ihrer Tochter so beschädigt hat. Und hier setzt auch mein Kritikpunkt an. Ich hätte mir von der Figur Eva mehr Selbstreflektion gewünscht. So bleibt ihr Charakter leider etwas blass.
Was mir hervorragend gefallen hat, der Roman hat ein offenes Ende. Es bleibt dem Leser selbst überlassen, über den Fortgang der Handlung nachzudenken. Für mich ist das absolut stimmig und passt zu dem Inhalt des Buches.
Insgesamt ein Buch, das ich gerne gelesen habe und auch weiter empfehle.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Düster und schwermütig

Alma
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Federica Manzon nimmt uns mit in die Geschichte von Triest, das Leben in einem Jugoslawien, das auseinanderbricht.

Alma reist in ihre Heimat, um das Erbe ihres Vaters anzutreten. Dabei trifft sie auf ...

Federica Manzon nimmt uns mit in die Geschichte von Triest, das Leben in einem Jugoslawien, das auseinanderbricht.

Alma reist in ihre Heimat, um das Erbe ihres Vaters anzutreten. Dabei trifft sie auf Vili, ihre große Liebe und Erinnerungen werden wach. Die Geschichte beschreibt den Zeitraum von drei Tagen und ist auch dementsprechend in Kapitel eingeteilt.

Die Handlung selbst war für mich schwer zu erfassen, die Figuren konnten mich nicht emotional packen. Alma ist auf der Suche nach ihrer Herkunft, dem, was ihre Identität ausmacht. Der Vater, den sie so selten sieht, ist eine wichtige Person in ihrem Leben. Und doch wusste sie eigentlich nichts über ihn.

Die Kriegsereignisse werden nicht beschönigt, aber zum besseren Verständnis wären hier Vorkenntnisse durchaus sinnvoll.

Gut gefallen haben mir die schwarzweiß Fotos im Buch, die die Zeit widerspiegeln. Die Kombination aus Selbstfindung und geschichtlichen Ereignissen war diesmal nicht mein Buch. Die Zeitsprünge haben es mir schwer gemacht, der Handlung zu folgen und haben mich teilweise verwirrt zurückgelassen. Ein Buch, das schwer zu lesen ist und einen eher traurigen und schwermütigen Charakter hat.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Kate - die zwei Seiten einer Frau

ZIMMER 706
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Kate, Ehefrau und Mutter von zwei Kindern, eine glückliche Ehe. Doch wie bei vielen berufstätigen Müttern fordern Alltag und Beruf ihren Tribut.
Dann gibt es da noch die andere Seite von Kate, eine Affäre, ...

Kate, Ehefrau und Mutter von zwei Kindern, eine glückliche Ehe. Doch wie bei vielen berufstätigen Müttern fordern Alltag und Beruf ihren Tribut.
Dann gibt es da noch die andere Seite von Kate, eine Affäre, die schon sechs Jahre andauert. Alle paar Monate trifft sie sich mit James, raus aus ihrem Alltag, sozusagen Wellness für die Seele.
Dann geschieht das Unerwartete, das die Autorin im Nachwort treffend als Force Majeure bezeichnet. In dem Hotel kommt es zu einem Terrorangriff.. Niemand kann das Hotel verlassen oder betreten.
Plötzlich befinden sich Kate und James in einer Situation, die sie nicht kontrollieren können. Werden sie das Hotel lebend verlassen?
Wichtig ist mir, hier zu betonen, dass es sich bei dem Buch nicht um einen Thriller handelt. Die Situation im Hotel dient nur als eine spannende Rahmenhandlung.
Viel mehr geht um die Kate, die ihr Leben und ihre Ehe reflektiert. In Rückblicken erzählt die Autorin von den Anfängen ihrer Beziehung zu ihrem Mann Vic und anderen wichtigen Ereignissen aus Kates Leben.
Kate überlegt, was sie ihrer Familie hinterlassen soll, was von ihr bleibt, wenn sie nicht überlebt.
James, die Affäre, spielt im Hotelzimmer eher eine Nebenrolle. Er ist ein Mensch, der die Leser und Leserinnen spalten wird.
Die Kernthemen des Romans, was möchte man den Menschen, die man liebt, mitteilen, wenn man glaubt zu sterben? Bereut man Dinge, die man getan hat oder hat man das Gefühl, etwas bereinigen zu müssen?
Das Ende überrascht, da nicht alle Fragen beantwortet werden und der Leser auf die eigene Vorstellungskraft angewiesen ist. Für mich ist genau deshalb absolut stimmig.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

EIn Sommer und ein nicht vergessene Schuld

Der Sommer, der uns blieb
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Dieses Buch hat ein Cover und eine Ausstattung, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Wunderschön fängt er das Thema Sommer des Titels ein. Ein Lesebändchen, ein passendes Lesezeichen und die Zitate, ...

Dieses Buch hat ein Cover und eine Ausstattung, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Wunderschön fängt er das Thema Sommer des Titels ein. Ein Lesebändchen, ein passendes Lesezeichen und die Zitate, mit denen die Kapitel überschrieben sind, runden den Eindruck ab.
Drei Freunde, Britta, Pia und Martin, ein vergangener Sommer in der Jugend, eine verhängnisvolle Entscheidung, das Ende der Freundschaft und zwei Jahrzehnte Stille.
Nach all den Jahren treffen sich die drei aus unterschiedlichen Gründen mit den jeweiligen Sorgen, die sie belasten, in ihrer alten Heimatstadt wieder.
Werden sie es schaffen, die Ereignisse von damals zu überwinden?
Erzählt wird dieser emotionale Roman aus unterschiedlichen Perspektiven und auf zwei Zeitebenen.
Die kurzen Kapitel fördern den Lesefluss. Die Charaktere sind sehr stimmig beschrieben und wirken in ihren Handlungsweisen authentisch.
Was es für mich nicht gebraucht hätte, war die Verlagerung der Handlung der Gegenwart in die Coronazeit. Das Coronathema bot für die Handlung in meinen Augen keinen Mehrwert.
Dafür wäre stellenweise mehr Tiefe in den Figuren oder Handlungen schön gewesen.
Insgesamt ein lesenswerter Roman, der mit leisen Tönen punktet und das Thema Freundschaft und was wichtig ist im Leben, in den Mittelpunkt stellt.

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