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Veröffentlicht am 01.09.2021

Broken World von Jana Voosen

Broken World
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In einer Welt, wo Hilfe und Mitleid anbieten strengstens verboten sind, wächst die 18-Jährige Yma auf. Das junge Mädchen ist in zweitrangigen Verhältnissen mit ihrer Mutter aufgewachsen und dennoch hat ...

In einer Welt, wo Hilfe und Mitleid anbieten strengstens verboten sind, wächst die 18-Jährige Yma auf. Das junge Mädchen ist in zweitrangigen Verhältnissen mit ihrer Mutter aufgewachsen und dennoch hat es ihr an Liebe und Zuneigung und Zuspruch an ihre Person niemals gefehlt.

So ist sie eine Rose in einem Haufen von Abfall, denn in Vahvin ist Hilfe anbieten strengstens verboten. So ist es keine Besonderheit Menschen auf der Straße sterben zu sehen und diesen nicht zu helfen. Doch Yma kann nicht die Kälte zulassen, wie es die Welt um sie herum es tut.
Sie ist eine der besten in ihrer Klasse, hat ein Stipendium und ein Traum soll wahr werden, als sie ein Jobangebot erhält welches ihr Leben verbessern soll. Eine Wohnung in der Toplage der Stadt, sie bekommt alles bezahlt und nach der Schule eine Stelle im wichtigsten Unternehmen vor Ort.

Doch alles soll anders kommen als sie denkt. In der Untersuchung zur Volljährigkeit gibt es Probleme bei ihrer Freundin Kim, ihre Jugendliebe scheint nicht der Traumprinz zu sein der er scheint und umso näher Yma dem sicheren Lebensstandard ist, umso mehr sieht sie das Leid um sich herum. Doch sie kann es nicht sehen, denn sie empfindet verbotenerweise Mitleid.

Die Dystopie malt ein Bild eines Staates in dem es keinerlei medizinische Hilfe und keine finanziellen Auffanghilfen gibt. Jeder ist sich selbst der nächste und Hilfe wird mit bis hin zum Tod bestraft. Daher ist Yma ein sehr sympathisches Mädchen, welches für mich durch ihre naive Seite doch noch recht weit weg vom erwachsen sein ist. So erkennt der Leser direkt das Adrian nur ein Nutznießer ist und selbst keine Anstalten macht sich den Status zu erarbeiten den Yma hat. Er ist zwar auch gut in der Schule, kann aber nicht über ihre Erfolge hinauskommen. Schon sie als Frühaufsteherin und er als Abendmensch, dass passte für mich schon von Anfang an nicht. Anstatt das sie über die App jemanden passenderes sucht, ist sie direkt mit ihm zusammengezogen.

Weitere Charaktere wie Len bringen Würze in die Geschichte mit ein und sind in seiner Funktion als Mitglied der Untergrund-Organisation sehr wichtig. Die Liebesgeschichte die sich hier entwickelt, hat für mich aber null gepasst.

Auf den letzten 20% nimmt das Buch noch eine große Wendung, welche ich hier nicht genauer ansprechen werde, welche dem Buch aber eine Menge Veränderungen und Fahrt einbringt.

Alles in allem ist das Buch eine interessante Grundidee aber in seiner Umsetzung leider für mich etwas zu oberflächlich und zu offensichtlich wo es hinführt geworden.

Veröffentlicht am 20.08.2021

Was für ein spannender und abwechslungsreicher Thriller. Henri Faber - der neue Stern am Autorenhimmel

Ausweglos
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Ich habe vor wenigen Sekunden das Buch beendet und habe mich sofort an diese Rezension gemacht. Aus meinem Mund kam nur ein „Wow, wow, wow.“
Ich weiß nicht, ob es dem Ende des Buches verschuldet ist, ...

Ich habe vor wenigen Sekunden das Buch beendet und habe mich sofort an diese Rezension gemacht. Aus meinem Mund kam nur ein „Wow, wow, wow.“
Ich weiß nicht, ob es dem Ende des Buches verschuldet ist, welches mich nochmal so richtig umgehauen hat oder dem ganzen Buch. Ich weiß nur eines, in meiner mauen Leselust der letzten Monate, ist dies für mich eines der Highlights welches mir die Liebe zum Lesen gezeigt hat. Und ich liebe es so sehr. Es ist für mich einer der besten Thriller aus diesem Jahr. Und da gab es für mich bis jetzt lediglich zwei Stück, dieses miteingeschlossen, welche mich aus diesem Genre so sehr überzeugen konnten.
Der Autor hat mit dem Thriller sein Debüt in diesem Genre geschrieben und hat für mich große Namen wie Fitzek in den Schatten gestellt. Die Geschichte ist super durchdacht, die Charaktere alles andere als nur schwarz und weiß, die Wendungen kommen auf den Punkt genau.
Wer glaubt von Anfang an alles zu wissen, der täuscht. Viele Dinge sind erkennbar, aber das Gesamtbild ist so viel umfangreicher. Dieses Buch ist wie ein Kaleidoskop. Eine Seite weiter, ein Kapitel mehr und obwohl man nur minimal am Rad gedreht hat, verändert es schier alles.
Das Buch ist ein Kraftpacket an Überraschungen und Tiefgang. Man rätselt mit, man leidet mit, man hasst und befürwortet das Verhalten der Charaktere. Ist der Kinderwunsch von Linda so groß das sie schwangerschaftsfördernde Tabletten nehmen muss? Ist Noah so verständnisvoll und aufopfernd wie er tut? Hat die Polizei so wirklich keine Ahnung wer der Ringfingerkiller ist?
In vielen kurzen und daher schnell lesbaren Kapiteln stellt Faber unser und das Leben aller im Buch auf den Kopf.
Für mich ist es ein Schock das ich durch bin. Der Entzug tritt ein.

Veröffentlicht am 15.08.2021

Trifft ein Vampir auf ein Irrlicht

Das geheime Sanatorium
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In der vorliegenden Anthologie (Sammlung von Gedichten oder Texten verschiedener Autoren in einem Band oder in mehreren Bänden Wikipedia.de) haben mehrere Autoren gemeinsam eine Geschichte geschrieben, ...

In der vorliegenden Anthologie (Sammlung von Gedichten oder Texten verschiedener Autoren in einem Band oder in mehreren Bänden Wikipedia.de) haben mehrere Autoren gemeinsam eine Geschichte geschrieben, welche von Vielfalt und Abwechslung geradezu sprudelt.

Wer auf einen Vampir treffen will der sein Spiegelbild sehen will, eine Wunschfee die keine Wünsche mehr erfüllen kann und ein schizophrenes Irrlicht treffen will, ist hier genau richtig. Das Sanatorium versteckt vor aller Augen, gibt diesen Wesen und Monstern die Möglichkeit, sich ihrer besonderen und doch teilweise schon sehr bekannten psychischen Probleme zu stellen.

Wobei so manchen echt süß sind und für den Leser gar nicht als Problem ersichtlich sind, aber die Gesellschaft dieser Gattung das anders sieht.

Der Wechsel der Autoren ist schon spürbar. Dabei schreibt der eine doch etwas flüssiger und besser als die anderen. Gerade mit der ersten Autorin Nadine Muriel, welche die Herausgeberin ist, kam ich leider weniger zurecht. Zu schnell, zu viel, zu unübersichtlich. Es werden im ersten Kapitel viel zu viele Namen über einen hergeworfen, dass man sich kaum all diese merken kann. Erst ab dem zweiten wird es besser.

Alles in allem ist es eine interessante Geschichte mit viel Humor. Für die 250 Seiten finde ich den Preis vom Ebook wie auch vom Taschenbuch nur etwas zu hoch geraten.

Veröffentlicht am 07.08.2021

Eine tolle, fotostarke Geschichte

Was die Dohlen Hans Kja und Dora alles erleben
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Ein Buch mit tollen Bildern, welches die Geschichte von der Dole Hans Kja und seiner späteren Partnerin Dora erzählt. Der Jungvogel welcher aus dem Nest gefallen ist und von Jens und seinen Eltern die ...

Ein Buch mit tollen Bildern, welches die Geschichte von der Dole Hans Kja und seiner späteren Partnerin Dora erzählt. Der Jungvogel welcher aus dem Nest gefallen ist und von Jens und seinen Eltern die ersten Tage großgezogen wird. Wir erfahren die Geschichte des jungen Vogels, seiner Suche nach Essen, dem Finden einer Partnerin fürs Leben und wie stark der Zusammenhalt unter den Vögeln ist.

Aber auch die Bedrohungen der Dohlen, fehlender Schlafplätze und wie ihr Lebenszyklus verläuft. Das Buch ist wie ein Rad. Vom Jungvogel welches aus dem Nest gefallen ist, bis hin zum selbst Vater sein.

Die Bilder sind wunderschön ausgesucht und für die Situation sehr passend. Das Vorlesebuch und später auch zum selber lesen, ist für Kinder ab 6 Jahren und hierfür eine tolle Lektüre.

Veröffentlicht am 24.07.2021

Ein netter Versuch eine neue Hauptfigur leben zu geben - mehr leider aber nicht

Die Verlorenen
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„Jonah Colley ist Mitglied einer bewaffneten Spezialeinheit der Londoner Polizei. Seit sein Sohn Theo vor zehn Jahren spurlos verschwand, liegt sein Leben in Scherben. Damals brach auch der Kontakt zu ...

„Jonah Colley ist Mitglied einer bewaffneten Spezialeinheit der Londoner Polizei. Seit sein Sohn Theo vor zehn Jahren spurlos verschwand, liegt sein Leben in Scherben. Damals brach auch der Kontakt zu seinem besten Freund Gavin ab. Nun meldet Gavin sich überraschend und bittet um ein Treffen. Doch in dem verlassenen Lagerhaus findet Jonah nur seine Leiche, daneben drei weitere Tote. Fest in Plastikplane eingewickelt, sehen sie aus wie Kokons. Eines der Opfer ist noch am Leben. Und für Jonah beginnt ein Albtraum…“

Viele Rezensionen beziehen sich darauf, dass dieser Klappentext falsch wäre. Jedoch beschreibt er in kurzer Zusammensetzung sehr gut und vor allem auch richtig, welche Geschichte den Leser erwartet. Colleys Verlust seines Kindes wird sehr detailliert und gut beschrieben. Man leidet mit ihm und mit seiner Frau, in der Szenen der Vergangenheit, mit. Selbst in der Gegenwart ist er noch immer nicht wirklich darüber hinweg.

So ist er alleinstehend, sein Knie defekt und die Verluste sind nie wirklich verkraftet. So versucht er mit seinem Job, als Teil einer Spezialeinheit der Londoner Polizei sein Leben und den Kopf über Wasser zu halten. Umso mehr ist er überrascht nach sehr, sehr langer Zeit von seinem ehemaligen Freund Garvin zu hören. Nur um diese kurze Zeit später tot aufzufinden und festzustellen das der Mörder seines Sohnes wieder aktiv ist.

Man darf dieses Buch und die damit beginnende Reihe nicht mit der David-Hunter-Reihe vom Autor vergleichen. Colley ist der Typ Polizist, der durch Verluste auf der einen Seite abgehärtet wirkt und zugleich tief betroffen und verletzbar ist. Psychisch kauft man ihm sein Leiden voll ab. Jedoch hat der Autor es bei der körperlichen Umsetzung seiner Schmerzen und derzeitigen Behinderung es sehr übertrieben. Dafür das er kaum auf seinem Knie stehen kann, überlebt er Schmerzen bei Übergriffen wo jeder andere Mensch krümmend und verzweifelnd schreien würde. Dies hat für mich einen Minuspunkt gegeben.

Charakterlich sehr stark ausgearbeitet, so dass man ihn hasst und das zeigt wie gut es geworden ist, ist der Cop welcher Colley im Fokus hat und immer wieder als Mörder an den Pranger stellen will. Er war für mich wie ein Rottweiler der Blutdurst verspürt und Colley wie ein Karnickel nur noch zerreißen will.

Leider hat die Geschichte auch keine wirkliche Spannungskurve und sein spontaner Pizzabesuch, war so offensichtlich alles nur nicht das was man ihm sagt, dass man glauben möchte das der Autor den Hauptcharakter bewusst dumm und einfältig darstellen wollte.

An dieser Stelle muss ich ein Kompliment an den Sprecher Johannes Steck herausgeben. Er ist perfekt besetzt wurden für dieses Buch. ER gibt diesem Leben, das richtige Sprechtempo, die richtige Betonung. Das zuhören an sich, war ein reines Vergnügen gewesen.

Da mich aber viele Dinge wie „Super-Colley“ im körperlichen wie auch viele Fehlentscheidungen von ihm schon sehr gestört haben, kann ich diesem Buch leider nur drei Sterne geben. So sehr ich es gerne würde und auch mehr geben würde, so bin ich mir treu und meiner ehrlichen Art der Bewertung. Es ist ein Beckett und Beckett weiß wie man Thriller schreibt, aber hier hat er doch zu viel falsch gemacht.

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