„Die Stadt der Seher“ überzeugen auf dem ersten Blick mit einem interessanten Klappentext und einem sehr schönen Cover, was für mich auch auf den ersten Blick der Grund gewesen ist, warum ich es lesen ...
„Die Stadt der Seher“ überzeugen auf dem ersten Blick mit einem interessanten Klappentext und einem sehr schönen Cover, was für mich auch auf den ersten Blick der Grund gewesen ist, warum ich es lesen wollte.
Wir lernen den Straßenjungen Marco kennen, welcher versucht täglich in der Stadt Vastona zu überleben. Hunger und die Angst täglich ermordet zu werden liegen nah beieinander. So ist es sein Glück, dass er eines Tages zum Orden der Seher geholt wird. Dort wird er ausgebildet und bekommt neben Essen und einem Bett auch eine Ausbildung im Lesen.
Durch die bessere Stellung erhält er Botenjobs und lernt dadurch die ebenfalls arme Elena kennen. Diese arbeitet in einer Manufaktur und ernährt somit sich und ihre Familie. Beide um die 16 Jahre alt, werden schnell zu Freunden.
Doch so sehr der Frieden zwischen Arm und Reich und davon separiert der Orden in der Stadt wirken, so liegt die Gefahr außerhalb, wo der dunkle Magier bereit steht diese Stadt anzugreifen wie er es schon viele Male woanders getan hat.
So ist der Schreibstil einfach gehalten und man kann es sehr gut und schnell lesen. Die Kapitel sind kurzgehalten und man liest aus verschiedenen Perspektiven. Die Anzahl der wichtigen Charaktere nimmt später noch zu, es bleibt aber übersichtlich.
Der Leser erahnt von der ersten Minute an, dass der Orden der Seher nicht aus Heiligen besteht, sondern andere Absichten hat. Doch Marco sieht dies nicht, auch nicht nach seiner ersten offiziellen Einführung in den tieferen Orden. So erleben wir die Geschichte in der Stadt und nach und nach was der Orden im Schilde führt, wie Marco und Elena zueinanderfinden und wie sich der Krieg außerhalb der Stadt wirkt.
Die Geschichte hat sehr viel Potenzial und die Idee ist sehr gut, jedoch leider nicht stark genug umgesetzt. Die Charaktere sind leider sehr schwach und die Geschichte beginnt stark und lässt dann nach. So haben mir im letzten viertel die Szenen des Krieges und der damit verbundenen Stärksten, flüssigen Waffe, etwas zu sehr zugesetzt und fand es einfach nur noch widerlich.
Ein Buch welches man schnell lesen kann aber man sollte keinen Starautor wie Tolkien erwarten.
„Mit Underworld Chronicles – Verflucht“ ist eines auf jeden Fall, nämlich ein Hingucker. Das Cover ist auffallend und verspricht ein Fantasyabenteuer mit Vampiren. Jedoch lernen wir im Buch mehr als nur ...
„Mit Underworld Chronicles – Verflucht“ ist eines auf jeden Fall, nämlich ein Hingucker. Das Cover ist auffallend und verspricht ein Fantasyabenteuer mit Vampiren. Jedoch lernen wir im Buch mehr als nur ein paar Blutsauger kennen. Denn die Wesen der Unterwelt sind vielseitig.
So lernt die frisch 20 gewordene Nora diese hautnah kennen. Bis jetzt hat die junge Frau immer nur über einen Chat über den Club gelesen und deren Besucher, aber niemals vermutet, dass sie dort mal zu Gast sein wird. Dabei ist Nora selbst was Besonderes. Wenn diese Menschen oder Wesen berührt, kann sie dessen Gefühle und Gedanken sehen. Daher hat Nora ein einsames Leben. Keine Freunde und keine Familie. Auch mehr als einmal erfahren wir im Buch das sie als junges Mädchen sexuell Misshandelt wurde. So lässt sie auch, neben dem Problem der Fähigkeit, aus diesem Grund keine Männer an sich ran.
Doch ihr Leben soll sich innerhalb eines Tages ändern. Der Nachbarssohn der sie entführen will wird gestoppt und Nora lernt die Besucher und Bewohner der Unterwelt kennen.
So erfährt sie von Vampiren, Trollen und der Organisation FUA, dem Gegenstück zum menschlichen FBI. So lernt sie Nick von der GUA kennen oder den Nachtclubbesitzer Troll Terrance. Zusammen mit ihnen und anderen wird sie sich auf die Suche nach vermissten Frauen machen.
Meine Meinung zum Buch (Vorsicht enthält Spoiler, werden aber gekennzeichnet):
Wenn das Buch etwas war, dann war es sehr schnell gelesen. Die 304 Seiten waren auf dem Ereader innerhalb von fünf Stunden weggesnackt. Das lag nun weniger an den wenigen Seiten als mehr an der doch sehr einfachen Schreib- und Sprachweise. Die Charaktere haben einen recht normalen bis stellenweisen sehr einfachen Sprachgebraucht, Szenen wurden nicht übertrieben stark bis ins kleinste Detail beschrieben. Das machte den Lesefluss sehr angenehm, aber man hat vom reinen Aufbau des Buches eher das Gefühl die Hauptgruppe ist hier die der 12-17-jährigen Leser.
Die Charaktere waren alle sehr umfangreich ausgebaut gewesen, so dass man sich ein gutes Bild zu jedem machen konnte und trotzt vieler Namen die Übersicht gut behalten werden konnte.
Spoilerstart:
Nora als Hauptperson ist für mich persönlich ein schwieriger Fall gewesen. Ich muss sagen, sie war für mich die Verkörperung der absoluten Gegensprüche. Mehr als einmal erwähnt sie den Protagonisten gegenüber, in eindeutigen oder manchmal auch nur in der Andeutung, dass sie sehr schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht hat. Aber hat so gar kein Problem, nachdem sie erst entführt wird mit Option auf Vergewaltigung, dann bei einem Meistervampir unterworfen zu werden, dann schlussendlich bei einem männlichen Troll in seine Wohnung unter einer Brücke einzuziehen. Mann 1 will sie, auf den ersten Blick, vergewaltigen. Und ihre Gabe hat es ihr auch gesagt. Vampirmann 2 wird sie zu seiner Lustsklavin machen wie schon die Vorgängerin, auch hier war die Gabe aufschlussreich. Trollmann 3, seine Gedanken sind lieb, ok ich fahre mit ihm. Passte für mich absolut nicht und war daher sehr widersprüchlich. Leider wird das Thema sexueller Gewalt auch zu sehr am Rande abgehandelt, so dass es schon fast zu verharmlost wirken kann. Die Triggerwarnung ist hier auf jeden Fall nötig.
Darüber hinaus ist ihre Auffassungsgabe von Freundschaften schon sehr daneben. Ein Leben lang hatte sie keine. Dann lernt sie einen Haufen Leute innerhalb von wenigen Stunden kennen. Davon arbeiten zwei für die FUA, einer will sein Clanmitglied wiederhaben und alle sind am Auflösen des Falles interessiert wozu Noras Gabe gebraucht wird. Niemand redet da von Freundschaft, aber sie sagt zu allen: Ich habe euch so lieb, ich mag euch meine Freunde. Echt jetzt? Da ist doch gar kein Fundament geschweige die Zeit für sowas da gewesen um zur Freundschaft zur wachsen.
Dann bekommt sie vom Troll noch nen Laptop und ein Auto geschenkt. Leider selbst für eine Fantasygeschichte ist das zu viel des Guten.
Spoilerende.
Leider ist für mich die ganze Geschichte nicht wirklich ausgereift. Man erfährt zu wenig von Noras Gabe, woher sie diese hat. Wahrscheinlich wird dies im zweiten Teil aufgegriffen. Dazu ihre komische Ader zu denken, zu fühlen und zu handeln, die an eine 14—Jährige mit Schizophrenie erinnert.
Ich würde gerne positiver dem Buch gegenüberstehen, kann es jedoch leider nicht. Für Teenies ist es sicherlich ein sehr schönes, spannendes Buch, ich habe jedoch leider zu viele negative Punkte für mich, als dass ich es besser als mit drei Sternen bewerten kann.
Die 60er Jahre in Rom. Zeit der großen Schauspieler, der Partys, Zeit der wunderschönen Kulissen für Touristen wie für Filmmacher und Ort eines grausamen Mordes.
Die 18-Jährige Anna kommt von London nach ...
Die 60er Jahre in Rom. Zeit der großen Schauspieler, der Partys, Zeit der wunderschönen Kulissen für Touristen wie für Filmmacher und Ort eines grausamen Mordes.
Die 18-Jährige Anna kommt von London nach Rom um die Wahrheit herauszufinden. Ihr Vater soll in Rom ihre Mutter ermordet haben. Doch dieser kann sich an nichts erinnern und Anna kann das nicht glauben. Also fährt sie zu ihrem Onkel, der als Paparazzi Bilder macht. Dort lernt sie den jungen Fotografen Spartaco kennen. Dieser wiederum ist der Sohn eines sehr einflussreichen Mannes. Dieser wiederum wird ebenfalls ermordet. Auf seinen Tod wird der Privatermittler Palladino angesetzt. Alles zeigt auf den ersten Augenblick keine Verbundenheit, aber da ist mehr.
Anna ist alles andere als zurückhaltend. Sie will wissen was mit ihrer Mutter passiert ist und geht daher auf die Suche und dabei kennt sie kaum Grenzen. Doch das was sie nach und nach erfährt ist nicht das, was sie von ihrer Mutter erwartet hätte.
Spartaco kommt aus einem reichen Hause, aber verurteilt das Leben seines Vaters und seiner Schwiegermutter. Diese kann er auf den Tod nicht ausstehen. Seinen Job nutzt er um die negativen Menschen der high-society zu präsentieren. Er wirkt sehr sympathisch und es ist schön mal eine Geschichte zu haben, wo nicht direkt eine Liebesgeschichte bei rumkommt.
Palladino hat so viele Geheimnisse und ist so verzwickt in seiner Art. Er tötet, er beschützt, er erforscht, er schaut weg. Er kennt Menschen die Tote beseitigen, er selbst geht über Leichen, wenn es nötig ist. Aber dennoch erscheint er nicht negativ auf den Leser. Denn er scheint so zu sein und er scheint Gründe dafür zu haben. Vor allem ist er sehr sympathisch, wenn er seine Ex beschützt.
Die Geschichte spielt mit vielen Charakteren, einige werden noch richtig überraschen in dem was sie verbergen oder soll man sagen, wenn sie beherbergen.
Die Schauplätze sind sehr schön beschrieben und man hat das Gefühl, man geht selbst durch die Torbögen und durch die Städte und Häuser. Man bekommt so richtig Lust auf Rom.
Die Geschichte ist eine tolle Mischung aus Krimi und Fantasy. Ich kann an dieser Stelle nicht zu viel sagen, da es sonst spoilern würde. Aber es ist schon faszinieren, welche Ideen der Autor hier verbunden hat. Die Geschichte in der Geschichte, die Magie welche grenzenlos wirkt und so viele Geheimnisse die dann doch noch offen sind und man sehnlichst den zweiten Teil lesen will um diese zu offenbaren.
Mit dem zweiten Teil "Night of Crowns: Kämpf um dein Herz" hat die Dilogie ihren Abschluss gefunden. Wo wir im ersten Teil das Spielfeld und die Charaktere, die Regeln kennen lernten, so wird im zweiten ...
Mit dem zweiten Teil "Night of Crowns: Kämpf um dein Herz" hat die Dilogie ihren Abschluss gefunden. Wo wir im ersten Teil das Spielfeld und die Charaktere, die Regeln kennen lernten, so wird im zweiten Teil alles über den Haufen geworfen. Alles was man aus dem ersten Teil zu wissen dachte, wird hier geändert, ergänzt oder aus einer anderen Sichtweise neu definiert.
So erleben wir die Geschichte nahtlos im Anschluss an den ersten Teil. Alice als Slaves steht zwischen den weißen und schwarzen Spielern und kämpft dafür mit dem Fluch zu brechen und zugleich um ihre Gefühle für Jackson.
Aufbau/Logik/Umsetzung:
Sehr gut war der Einstieg in das Buch, welches nochmals die Spielfiguren und die Regeln wiedergibt. So auch die letzte Situation des ersten Buches, damit man sich hier wieder gut einfinden konnte.
Die Geschichte hat hierbei mehr Action, Wendungen, Sackgassen und Charaktere als im ersten Teil. Zum einen gibt es dem Buch viel Inhalt und Geschehen, aber erweckt Fragen so wie es vorangegangen beantwortet. Zudem werden Einstellungen von Alice zu Charakteren mal verbessert, mal verschlechtert und die Spielregeln werden teilweise neu gedeutet.
Leider hat das Buch einiges an Logikfehlern mit sich gebracht. Von zeitlichen Fehlern, über Personen die nicht in der Szene sein dürften, über Situationsfehlern.
Sprache/ Umsetzung des Hörbuches:
Die Sprache wirkt sehr oft, sehr einfach gehalten. Ich habe hier natürlich keine hochgestochene Sprache erwartet, aber die Autorin hat hier ein ziemlich ungleiches Konzept zusammengebracht. Geht es um Gegenstände die man selten im Tag liest, so bringt die Autorin diese Situationsbedingt gut unter. Die Umgangssprache der Charaktere ist aber schon extrem jung und lapidar gehalten.
Die Autorin zieht dabei oftmals weniger gute Vergleiche und arbeitet mit einer bildlichen Sprache, welche meistens sehr simpel und auch wiederholend gewählt wurde. So erwähnt sie einen körperlichen Zustand „meine Muskeln waren zum reißen gespannt“, zweimal innerhalb von drei Hörminuten. Oder auch Alice Beschreibung: "er schaut mich böse an", "erdolcht mich mit seinen Blicken" sind in manchen Kapiteln mehrfach zu hören. Auch die Beschreibung wie gesprochen wurde: „flüsterte er leise“, gehören für mich nicht in das Hörbuch, dies hätte man auch so sprechen können.
Zudem Alice sehr oft sehr quengelig wirkt und sich nicht vernünftig argumentieren kann, warum sie anders denkt. Im Lesen wäre es wahrscheinlich weniger stark aufgefallen, hier leider aber doch sehr anstrengend dies immer wieder mal zu hören.
Für einen jungen Menschen ist dies vielleicht weniger störend, aber so habe ich im Buch ständig Déjà-vus gehabt, da ich es ja schon weniger Minuten zuvor schonmal gehört habe.
Ein Trinkspiel kann man sehr gut auf die Worte: Knurren, fauchen und brüllen einbringen. Alternativen wie „sprach sie, redeten sie, sagte er, gab er wieder, argumentierte er“ kommen leider zu wenig rüber.
Ein Lob muss ich hier auf die Sprecherin Madiha Kelling Bergner geben. Sie hat einen guten Job gemacht und es auch geschafft, den Charakteren ihre eigene Stimme zu geben und die Emotionen richtig rüberzubringen. Ihre jugendliche Stimme passt perfekt zu Alice.
An der Sprache darf man sich hier also nicht zu sehr stören. Wenn einem sowas jedoch sehr wichtig ist, rate ich alleine deswegen schon vom Buch ab.
Charakter:
Alice widerspricht jedem und bei allem, sie diskutiert und lässt kaum eine andere Meinung zu. Sie ist seht störrig und meint sehr oft im Recht zu sein und setzt ihre Emotionen über ihren Verstand. Wenn ihr dann ein Ultimatum gesetzt wird und sie nichts mehr dazu sagen soll, wirkt sie kindisch und schnippig.
Doch so negativ es wirkt, steckt dahinter ein Mensch, welcher dem Fluch ein Ende setzten will und sich Sorgen um ihre Freunde macht. Nur das ihre Reaktionen und ihre Gedanken, ihre Handlungen oftmals sehr kindisch und unüberlegt wirken. Im ersten Teil war sie mir daher weitaus sympathischer, da sie in diesem Teil so kindlich wirkte und sowenig ihrer Verantwortung bewusst.
Die anderen Charaktere bekommen in diesem Buch teilweise mehr Spielraum und andere werden neu eingebracht. So ist das Frettchen Pringles und der Rabe Dagger neu dabei und beide waren für die Leser der Leserunde eine wunderbare Abwechslung. Wir erfahren aber auch mehr über Vince und Jackson sowie über die Königinnen.
Natürlich haben die „Alten“ des Buches ihren Platz. Curse überrascht einen noch ganz ordentlich und der Fluch zeigt wie weit seine Macht reicht. So erfahren wir noch mehr über die Geschichte der Personen dahinter und wie es zum Fluch gekommen ist.
Fazit:
Für mich war ganz klar gewesen das ich diesen zweiten Teil lesen möchte und war erfreut das ich das Hörbuch als Rezensionsexemplar bekommen habe. Ich bin dessen sehr dankbar und freue mich es hören zu dürfen, auch wenn es oben anders wirkt.
Ich bin mir bewusst, wie negativ diese Rezension wirkt, aber es ist das was mir aufgefallen ist und einem Leser bzw. Hörer vorher bewusst sein wollte. Die Geschichte selbst ist vielfältig und machte Spaß. Viele Änderungen, die Charakterentwicklung und die Ideenfindung der Spieler war toll. Nur kann ich leider nicht allzu viel dazu schreiben, da es zu sehr spoilern würde.
Alles in allem war der zweite Teil für mich ok gewesen, wenn auch nicht so gut wie der erste Teil.
Wer das erste Buch kennt, sollte diese mit diesem zweiten Teil vervollständigen. Erwartungen sollte man nicht stellen, da man begeistert sein kann oder ernüchtert, vor allem da es so viel anders entwickelt hat wie gedacht. So ist es am besten es auf sich zukommen zu lassen.
Für mich hat diese Umsetzung als Hörbuch eine 3,5 bekommen.
Der Einstieg in das Buch war nicht einfach. Man lernt eine 30-Jährige Frau kennen, wo man verschiedene Eigenschaften oder psychische Erkrankungen zu erkennen meint. Sie ist extrovertiert, exzentrisch und ...
Der Einstieg in das Buch war nicht einfach. Man lernt eine 30-Jährige Frau kennen, wo man verschiedene Eigenschaften oder psychische Erkrankungen zu erkennen meint. Sie ist extrovertiert, exzentrisch und man hat das Gefühl sie ist geprägt von Zwängen und durch ihre Außenwirkung mit einem Hang zum Autismus.
Ihre Gedankengänge sind besonders. Wo so mancher von uns das gemeinsame Lunchen, die Weihnachtsfeier und neue Kleidung als normal empfinden, so ist es für sie nicht. Sie hat nur wenig und sehr identische Kleidung, mag keine Versammlungen durch die Kollegen und arbeitet auf den Punkt perfekt genau. So kann sie auch mit Sprichwörtern oder der ein oder anderen Umgangssprache nichts anfangen. Ihre Art sich zu artikulieren erinnert immer ein bisschen an die alten Zeiten, wo alles etwas „gehobener“ war.
Ihr Alltag ist durchstrukturiert mit Arbeit, Fertigessen, Wodka. Eine Pflanze daheim und festen Fernsehprogramm. Jeden Mittwoch telefoniert sie mit ihrer Mutter. Diese macht sie bei jedem Telefonat fertig. Beleidigt sie, erniedrigt sie. Dennoch bleibt Eleanor bei dieser Routine.
Doch dann kam ein Ereignis und dies führte zu einer Kette von vielen Veränderungen ihn ihrem strukturierten Alltag. Eleanor kommt nach und nach aus ihrem Kokon heraus und wird offener gegenüber ihren Gefühlen und ihrer Umwelt. Sie besucht Menschen die sie neu kennen lernt, freundet sich mit einem Arbeitskollegen an und sucht Wege aus ihrer Einsamkeit.
Sie findet sich in manchen Situationen neu und muss das erste Mal in ihrem Leben einsehen, dass ihr Denken anders ist. Doch es stört sie nicht, ihr ist nur wichtig nicht wie ihre Mutter zu werden. Sie kann mit sich selbst leben, dass wichtigste für sie ist nur, dass sie mit ihrer Art niemals einen Menschen weh tun möchte.
Es ist ein besonderer Humor, wenn sie viele für uns alltägliche Erlebnisse das erste Mal erlebt. Zuckersüß zum lachen und zugleich so traurig, wie besonders es für sie ist und fern von ihren Vorstellungen bis hin zum Gefühl das es unnormal sei. Sehr schön fand ich immer, dass sie am Anfang den Leuten öfters sagt, und später mehr denkt, sie sollen gesünder leben (kein Rauchen, kein Fastfood), sie aber selbst sehr viel Wodka trinkt.
Es gibt im letzten viertel des Buches einen Teil, der aus einer sehr langen Erklärung der Geschehnisse und der Selbstwahrnehmung von ihr besteht. So herzzerreißend und heftig wird aus ihrer Sicht erzählt und ihre Emotionen beschrieben, dass es mir die Tränen in die Augen trieb. Man erfährt wie sie zu der Person wurde, die sie heute ist.
Der Schwerpunkt der Geschichte ist nicht mal das Geschehen rund um Ihre Person, sondern ihre Entwicklung. So muss man sich selbst in den Hintern treten und ihr eine Chance geben. Auch wenn sie anstrengend ist. Aber man beginnt sie zu mögen, so wie auch alle Leute die ihr die Hand reichen und helfen im Alltag neue Wege zu finden.
Ein tolles Buch und für mich ein Jahreshighlight in 2021