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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.01.2021

Viel Werbung für schlechten Inhalt

Das Windsor-Komplott
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Ich muss vorwegsagen, ich bin nicht die große Krimileserin. Aber ich freue mich immer mal wieder, wenn ich einen erwische, der mich doch überzeugen kann. Sei es in der Geschichte, den Charakteren, den ...

Ich muss vorwegsagen, ich bin nicht die große Krimileserin. Aber ich freue mich immer mal wieder, wenn ich einen erwische, der mich doch überzeugen kann. Sei es in der Geschichte, den Charakteren, den besonderen Schliff.

Wie ich dieses Buch sah war mein erster Gedanke: Die Queen geht mit ihrem schwarzen Humor auf Verbrecherjagd. Aber leider ist dem weit gefehlt.

Den Inhalt aus dem Klappentext werde ich hier nicht wiedergeben, sondern nur kurz erklären warum für mich dieses Buch nicht mehr als zwei Sterne verdient hat, dabei ist zu verstehen, es ist eine Bewertung auf der Grundlage das es mir nicht gefallen hat aber nicht, weil es schlecht in sich geschrieben ist.

Kritikpunkt 1.: Die Queen selbst ermittelt nicht. Es sind ihre Hausangestellten, von der jungen Sekretärin Rozie, über den Stallmeister, über jeden der sich dafür anbietet und den die Queen sich dafür aussucht. Denn immerhin kann sie selbst dem nicht nachgehen, sie ist ja ein Staatsoberhaupt. Und niemand nimmt sie ernst. Alle denken ihr Hirn wäre so alt wie ihr Körper und unterschätzen sie und ihren meisterhaften Verstand. Aber genau das war es, worauf ich mich gefreut hätte. Das sie Shelock Holmes spielt und nicht die anderen.

Kritikpunkt 2: Wo bleibt der schwarze Humor? Die Zweideutigkeit beim Dialog? Die Queen selbst hat ihre Art Humor, die selbst die Anwesenden kaum verstehen, und stellenweise auch für den Leser, der ihre Gedanken liest/hört, kann diesen nicht unbedingt nachvollziehen. Aber darüber hinaus fehlt mir genau das.

Kritikpunkt 3 und 4: Zu viel von dem was man nicht braucht. Zu viele Charaktere die vorgestellt werden und die dem Verbrechen mit einbezogen werden. Da wären drei Tote, viele Verdächtige und somit viele Dialoge für Rozie und andere die ermitteln. Zugleich werden viele Bedienstete erwähnt und die Namen sind dann doch nur Schall und Rauch, von den Toten mal abgesehen. Hier viel mir selbst im Zuhören es sehr schwer zu verstehen wer gerade sprach, da es nur eine Sprecherin gibt.

Zu viel Politik. Es ist ein toter Russe und Putin wird als Schuldiger benannt. Ein Spitzel soll am Hofe sein. Also wird die Politik der Welt großartig breitgetreten. Leider war dies sehr ermüdend aber für den Hintergrund am Ende, warum die Morde geschehen tatsächlich wichtig.

Kritikpunkt 5: Der Grund für drei Tote die anscheinend nichts miteinander zu tun hatten. Sry, aber ohne zu spoilern: Das war wohl nichts.

Das Buch war für mich daher im Ganzen alles aber nicht das was ich erwartet hätte. Keine tollen Charaktere, langweilige Story, fehlender Humor. Die Masse an fünf Sternen welche das Buch erhält (Papierform) ist für mich in mindestens 80 % mal wieder der Tatsache zu verschulden, dass man das Buch als Rezensionsexemplar erhalten hat und sich mit den Seitenbetreibern gut stellen will.

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Veröffentlicht am 24.01.2021

Wenn dein Gefängnis der sicherste und zugleich tödlichste Ort ist

The Loop. Das Ende der Menschlichkeit (The Loop 1)
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Der dritte Weltkrieg ist Jahrzehnte her, hat aber viele Nachteile für den Großteil der Bevölkerung mit sich gebracht. So auch für den 16-jährigen Luka. Dieser sitzt seit zwei Jahren in einem Hightechgefängnis. ...

Der dritte Weltkrieg ist Jahrzehnte her, hat aber viele Nachteile für den Großteil der Bevölkerung mit sich gebracht. So auch für den 16-jährigen Luka. Dieser sitzt seit zwei Jahren in einem Hightechgefängnis. Es ist das warten auf den 18 Geburtstag. Der Hoffnung noch lebend aus dem Gefängnis zu kommen, einer Hoffnung die jeder Insasse weiß, im Leichensack endet.

Jedes halbe Jahr wird die Todesstrafe zur Auswahl gestellt oder das Versuchskaninchen zu geben für Experimente. Die positiven Ergebnisse sind für die bessere Gesellschaft gedacht.

So besteht jeder Tag für Luka aus der gleichen monotonen Abwechslung. Frühstück, lesen, eine Stunde Ausgang im Hof wo er joggt, Abendessen, die Energieernte. Das Ziel der Ernte und die Umsetzung sind echt heftig. Kleine Lichtblicke gibt es für ihn und einen Teil der Insassen.

So soll eines Tages die Gerüchteküche immer weiter brodeln rund um das Thema Krieg. Das außerhalb der Loops die Welt beginnt Kopf zu stehen. Und so soll es genau so geschehen. Wenn es im Loop alle 6 Monate um Leben oder Tod geht, so geht es draußen um einen Dauerzustand für alle die nicht im sicheren Loop oder Block sind.

Das Buch ist für mich schon für 2021 ein absolutes Highlight. Sprachlich ist es sehr angenehm und zügig lesbar. Die Kulisse des Loop ist klein und dennoch so gut beschrieben als wäre es eine riesige Schule oder Wohnheim. Die Kapitel sind ganz toll mit den „Tag xx im Loop“ beschrieben. So weiß man immer wo man dran ist. Die Kapitel sind mal von klein bis groß, aber haben Abschnitte so dass man auch gut Pausen einbringen kann. Es gibt keinen Abschnitt der nicht verständlich ist. Alles ist trotz der Fantasie dahinter gut vorstellbar und verständlich.

Luka ist ein toller Charakter. Reif für sein Alter. Er weiß warum er im Gefängnis ist. Man traut ihm kaum zu, dass er diese Straftat begangen haben soll. Er ist freundlich, hilfsbereit und ein toller Mensch Anführer. Verträumt und Bücherliebend und weiß dennoch wie er klar bleibt um den Loop zu überleben.

Auch die restlichen Charaktere haben alle ihren Platz erhalten. Man weiß nicht warum alle im Loop sind, aber das ist auch nicht wichtig. Denn sie bekommen ihre Stärken und Schwächen und bilden eine tolle Gruppe, welche gemeinsam mehr erleben werden, als das ich hier nun verraten kann.

Dieser dystopische Thriller ist für junge Menschen ab 14 und nach oben unbegrenzt lesbar. Denn die Idee dahinter ist klasse umgesetzt und zugleich so wahnsinnig erschreckend. Ich freu mich schon total auf den zweiten Teil und habe ihn auf der Wunschliste stehen.

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Veröffentlicht am 23.01.2021

Hier wird man zum Krähenfan

Blinde Rache
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Es gibt tolle Autoren mit ihren sehr guten Büchern, denen ich viel zu lange keine Aufmerksamkeit gegeben habe, so wie auch hier mit „Blinde Rache“ von Leo Born.

Ich bin schon ein Fan von Thrillern, aber ...

Es gibt tolle Autoren mit ihren sehr guten Büchern, denen ich viel zu lange keine Aufmerksamkeit gegeben habe, so wie auch hier mit „Blinde Rache“ von Leo Born.

Ich bin schon ein Fan von Thrillern, aber bei der Masse den Durchblick zu behalten und hinterherzukommen ist nicht einfach, so habe ich mich gefreut in meinem Hörbuchabo die Bücher dieser Reihe zu finden und nahm mir vor endlich mal das erste Buch anzuhören und ich habe es bei weitem nicht bereuen sollen.

Unsere Hauptperson, aus ihrer Sicht sind auch die meisten Kapitel, ist die absolute Anti-Barbie wie sie mir während der Geschichte vor Augen hielt. Mara Billinsky mit ihren schwarzen Haaren, schweren Doc Martins so wie einem Körper gefüllt mit Tattoos und Piercings entspricht nicht der klassischen Schönheit welche wir überall aufgedrängt bekommen. So war mir ihr Charakter einfach schon durch dieses Erscheinungsbild sofort sympathisch. Mara braucht keine Bestätigung für ihr Aussehen, sondern für ihre Leistungen.

Und diese erbringt sie auch. Ihr Start in Frankfurt ist schwer. Ihr Vater als bekannter Rechtsanwalt interessiert sich nicht für sie, ihre Kollegen distanzieren sich und nennen sie nur Krähe und ihr Chef legt ihr Steine in den Weg. Aus einer anfänglichen Raubserie in Häusern und Wohnungen werden Morde. Viele Morde und sehr brutale Morde, für welche es sich keine offensichtlichen Zusammenhänge finden lassen. Aber die Krähe hat ein Gebiss wie eine Wildkatze und beißt sich mit diesen in ihren Fällen fest und wird nach und nach fündig.

In einer Mischung aus harter Schale, weicher Kern, einer Vergangenheit die sie nicht loslässt und einer Zukunft welche ungewiss ist, ist Mara im täglichen Kampf von sich zu überzeugen und Hürden auszuweichen.

Eine Geschichte mit Wendungen und Tücken, welche viele Täter bereit hält so wie auch Opfer. Mara welche von in sehr verschiedenen Situationen und Stimmungen erlebt.

Sehr gut hat mir gefallen, dass man trotz der Vielzahl der Charaktere immer verstand um wem es ging. Die Auflösung war ab einem Punkt zu erahnen, aber trotzdem war es so gut verpackt das es überrascht wie doch alles zusammenhing oder auch nicht.

Für mich ein toller Start und ich werde mit Sicherheit noch dieses Jahr den zweiten Teil hören.

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Veröffentlicht am 18.01.2021

Schlechteste der ersten 5 Teile

Wolfsbann
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So unterschiedlich, in den kleinen Feinheiten, die Bücher der Gestaltwandler-Reihe von Lori Handeland sind, so ist eins immer die Basis. Erotik und sehr viel Sex der sehr genau auf den Punkt gebracht wird. ...

So unterschiedlich, in den kleinen Feinheiten, die Bücher der Gestaltwandler-Reihe von Lori Handeland sind, so ist eins immer die Basis. Erotik und sehr viel Sex der sehr genau auf den Punkt gebracht wird. Leider ist dieser fünften Band für mich absolut langweilig und überzogen geschrieben, dass es eine üble Enttäuschung für mich gewesen ist.

Cassandra, ohne Nachname, ist eine Priesterin. Doch dies war sie nicht immer. In ihrem alten Leben hatte sie einen Ehemann, eine Tochter und eine Menge Geld. Doch es stellte sich heraus das ihr Mann in krummen Geschäften ganz oben mitspielte. Ihre Tochter starb deswegen und er ist im Gefängnis. Da Cassandra damals noch mit ihrem alten Namen half ihn zu schnappen, kam sie ins Zeugenschutzprogramm und wurde auf eigenen Wunsch Inhaberin ihres Vooddoogeschäfts in New Orleans.

Doch so harmlos sich das anhört, sie weiß um die Mächte die es gibt und sie hat sich vorgenommen ihre Tochter von den Toten wieder zu erwecken. Hierfür schlägt es sie nach Haiti. Sie will dort den „bokor“ finden, einen starken und schwarzen Priester der in der Lage ist ihre Tochter wiederzuholen. Es gilt aber Vorsicht, da dieser für den Sklavenhandel von weißen Menschen bekannt ist. Unterstützung in Form von Geld und Kontakten erhält sie durch die „Jägersucher“ welche man aus den vorherigen Büchern kennt.

Sie findet Devon Murphy der ihr auf dem Weg durch den Dschungel zum bokor helfen soll. Doch es ist gefährlich und nicht jeder Freund ist es auch.

Die beiden kennen sich kaum ein paar Stunden da will sie direkt mit ihm ins Bett. In einer absolut unmöglichen Situation wo er dann mehr tot als lebendig ist fallen die beiden wie Tiere übereinander her. So zieht Handeland sich jedes Mal jede absolut unpassende Situation zur Hand und lässt die beiden sinnlos vögeln. So erotisch und gut geschrieben dies in den vorherigen Büchern war, war es hier einfach nur sinnloser und dummer Porno.

Darüber kann man hinwegschauen, aber leider ist die ganze Geschichte zum Thema Voodoo auch alles andere als gut umgesetzt und die Charaktere sind unsympathisch und flach. Das Buch ist einfach nur eine Enttäuschung und war die Stunden des Lesens nicht wert gewesen.

Veröffentlicht am 11.01.2021

Ein tolles Jugendbuch mit einer wichtigen Massage

Spinster Girls – Was ist schon normal?
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„Spinster Girls“ ist weit weg von dem normalen Jugendbuch. Aber „was ist schon normal“ ist der passende Titel zum Buch. Denn was ist es denn? Die 16-jährige Evie weiß von sich, dass sie es nicht ist. Denn ...

„Spinster Girls“ ist weit weg von dem normalen Jugendbuch. Aber „was ist schon normal“ ist der passende Titel zum Buch. Denn was ist es denn? Die 16-jährige Evie weiß von sich, dass sie es nicht ist. Denn bei ihr wurde eine generalisierte Angststörung und eine Zwangsstörung diagnostiziert. Diese sind so weit vorrangeschritten, dass sie zeitweise in der geschlossenen Anstalt verbracht hat.

So verlässt sie diese nach langer Zeit, ist recht dünn geworden und schafft es mit ihrer Therapeutin langsam wieder Fuß zu fassen. Die neue Schule ist ein neuer Start, da kaum jemand dort von der Diagnose weiß. So auch nicht die Mädchen Lottie und Amber welche sie auf einer Party kennen lernt.

Beide haben ebenfalls mit ihren Geistern zu kämpfen. Amber die groß, schlank und rothaarig ist findet keinen Jungen der sich an sie ran traut. Daher ist ihr Selbstbewusstsein stark angeknackst. Auch die Probleme zu Hause spielen da mit rein. Lottie springt mit jedem Jungen ins Bett, bei dem sie das Gefühl hat mehr für diesen zu empfinden, um dann wieder fallen gelassen zu werden. Sie möchte einfach nur geliebt werden und das Gefühl erhalten wertvoll zu sein.

So beginnt für Evie die Zeit gut. Sie lernt einen Jungen kennen, geht mit diesen aus. Es geht schief. Sie lernt die Mädels kennen und lernt den nächsten kennen. Die Tabletten werden weniger und sie fühlt sich befreiter. Doch dann verläuft nicht alles wie es soll und sie versucht zwanghaft normal zu sein. Die Mädels sollen ihren Krieg in ihrem Kopf nicht mitbekommen und so kommen die Ängste und Zwänge wieder.

Wir begleiten Evie zu ihren Terminen bei der Therapeutin, lesen in ihrem Genesungstagebuch mit, welches ihr eine Leitlinie geben soll. Wir erlenen ihre Up and Downs. Ihre Fortschritte und ihre Misserfolge. Wir erleben wie kompliziert und extrem vielschichtig ihre Erkrankungen sind und wie sehr diese sie und ihr direktes Umfeld beeinflussen.

Viele Rezensenten verstehen nicht, dass sie Ekel vor Dreck empfindet, vor Umarmungen, aber das Küssen ihr kein Problem bereitet. Leute es ist eine psychische Erkrankung – keine mathematische Lösung mit nur einer Gleichung wo immer nur ein Ergebnis richtig sein kann. Sie empfindet Freude, Verliebtsein, sie vergisst in diesem Augenblick alles um sich herum, also warum soll sie sich ekeln? Auch sie hat Hormone in sich, sie empfindet Freude. Viele sollten sich gerade nach diesem Buch mal hinsetzen und sich mit der Thematik stärker befassen.

Ich für meine 30+ fand dieses Buch wirklich gut. Es ist ein Jugendbuch, aber mit einer Thematik die man auch im Erwachsenenalter erleben kann. Seis selbst oder bei anderen. Die Hilfe durch Familie, Freunde und Therapeuten sind so wichtig und die Erkrankungen werden in meinen Augen sehr gut dargestellt.

Die Geschichte ist trotz der schweren und vielleicht sogar belastenden Thematik sehr locker und leicht geschrieben. Die Mädels haben Humor und als Leser muss man schonmal hier und da grinsen. Einmal musste ich sogar laut lachen (gut das ich gerade nicht in der Bahn gelesen habe). Aber es ist lohnenswert und es hat Spaß gemacht es zu lesen.

Ich empfehle daher dieses Buch und werde auch die Folgebücher noch lesen. Wenn auch nicht direkt, aber die Charaktere und die Umsetzung der Thematik sind es auf jeden Fall wert.

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