Schwimmen gehört heutzutage zu den Basis-Kompetenzen, um im Notfall das eigene Leben schützen oder andere retten zu können. Darüber hinaus ist Schwimmen für mich eine der schönsten Sportarten, weshalb ...
Schwimmen gehört heutzutage zu den Basis-Kompetenzen, um im Notfall das eigene Leben schützen oder andere retten zu können. Darüber hinaus ist Schwimmen für mich eine der schönsten Sportarten, weshalb ich sowohl den Sicherheitsaspekt, als auch die Leidenschaft für das Element Wasser gerne an mein Kind weitergeben möchte. Es ist schön zu sehen, wie sich die Kleinen so furchtlos und voller Freude im Wasser bewegen! Hallenbad im Winter, Freibad und See im Sommer - Zack, Gute-Laune-Garantie.
Was brauche ich alles in meiner Schwimmtasche? Wie geht das mit den Umkleiden und Schließfächern? Wieso muss man vorher duschen? Anhand von vielen Bildern, Klappen und kindgerechten Erklärungen werden so einige Fragen rund um das Thema Schwimmen beantwortet. Doch auch die Sicherheit kommt hier nicht zu kurz: Wie verhalte ich mich beim Schwimmen im Meer? Welche Baderegeln gibt es und warum sind sie so wichtig? Was sind Schwimmabzeichen und wie kann ich sie bekommen?
Wieder einmal und gelungener und wunderschöner neuer Band der "Wieso, Weshalb, Warum"-Reihe für große und kleine Lese- und Wasserratten.
Ich liebe es, wenn die Sonne sich auf der Wasseroberfläche bricht und dadurch ein herrliches Muster am Beckenboden malt.
Ich liebe es, das Schwimmbecken für mich allein zu haben ...
Ich liebe Schwimmen.
Ich liebe es, wenn die Sonne sich auf der Wasseroberfläche bricht und dadurch ein herrliches Muster am Beckenboden malt.
Ich liebe es, das Schwimmbecken für mich allein zu haben und zu sehen, wie meine Bewegungen das ruhige Wasser vor mir teilen.
Ich liebe es, wie mein Herz leichter wird mit jedem Zug und mein Gedankenkarussell sich langsamer dreht, mein Kopf ruhig wird.
Ich liebe es, wie Schwimmen etwas so Kraftvolles und zugleich Sanftes ist, wie mein Körper getragen wird und sich fallen lassen kann.
Das kühle, weiche Wasser spüren und einfach Sein. Niemand, der etwas von mir will; nichts, das ich tun muss. Nur das nasse Blau und ich.
Kristine Bilkau fängt in diesem feinen Buch so viel von diesem Gefühl ein, das mich auch jedes Mal überkommt, wenn ich Schwimmen gehe. Mir fehlten oft die Worte, anderen zu beschreiben, was Schwimmen in mir auslöst. Dank der Autorin habe ich sie nun. In dunklen Zeiten war es nämlich mitunter diese Tätigkeit, die mir Halt und Zuversicht gab.
Dass das Schwimmen über persönliche Aspekte hinaus noch so viele weitere Seiten hat - soziale, historische, politische - auch das spricht Bilkau in Kapiteln wie "Wertschätzung" und "Teilhabe" an und zeigt damit wieder einmal ihren warmen, klugen Blick auf gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge.
Ich habe dieses Buch ausschließlich im Freibad gelesen und diese Kombination kann ich nur empfehlen. Was für ein Schatz!
"Schwimmen, so viel weiß ich inzwischen, löst keine Probleme, aber es kann für Klarheit und Mut sorgen, um sich ihnen zu stellen." (S. 18)
Seit ihrer Kindheit verbringt Elle jeden Sommer mit ihrer Familie im Papierpalast, einer Ansammlung von kleinen Ferienhütten mitten im Wald, direkt an einem See und gleichzeitig in der Nähe zum Meer. Idylle ...
Seit ihrer Kindheit verbringt Elle jeden Sommer mit ihrer Familie im Papierpalast, einer Ansammlung von kleinen Ferienhütten mitten im Wald, direkt an einem See und gleichzeitig in der Nähe zum Meer. Idylle pur. Erbaut von ihrem Großvater in den Backwoods von Cape Cod steht der Papierpalast für unendlich viele schöne Kindheitserinnerungen, für Geborgenheit und Weltflucht, aber auch für Zerfall, Verlust und Schmerz. Äußerlich robust gebaut, bestehen die Hütten im Innern aus Pappe, die langsam bröckelt und sich immer mehr zersetzt. Eine gelungene Metapher für die dysfunktionalen familiären Strukturen in diesem Roman.
In dieser "Sommerresidenz" der Familie lernte Elle damals Jonas kennen und lieben, bis ein tragischer Vorfall die Jugendlichen auseinander trieb. Viele Jahre später treffen sie sich dort wieder, mittlerweile jeweils anderweitig liiert, und beginnen eine stürmische Affäre. Elles sorgsam errichtete Welt gerät daraufhin aus den Fugen - soll sie bei ihrem Mann Peter bleiben, oder ein neues Leben mit ihrer "alten" Jugendliebe Jonas wagen?
Eine Dreiecks-Liebesgeschichte, ein wenig "Was wäre wenn..." - Dramatik und dazu eine Prise düstere Familiengeheimnisse aus der Vergangenheit habe ich erwartet. Doch dieser Roman hat einfach von allem zuviel. In Rückblenden wird Elles Kindheit aufgearbeitet und den vielen Verästelungen ihres weitschweifigen Familienbaumes nachgegangen. Scheidungen, wechselnde Partnerschaften, Unfälle, Schuld, Krankheit, Tod, Missbrauch und Gewalt dominieren diese mitunter äußerst tragischen Kapitel. An jeder Ecke lauert ein weiteres Drama, jede noch so kleine Abzweigung führt in eine neue Sackgasse.
Gleichzeitig bleiben die Figuren seltsam unnahbar und sind leider fast ausschließlich unsympathisch. Zwischen dem nervenaufreibenden Hin und Her bezüglich Peter und Jonas und der Schuld, die sie aus der Vergangenheit mit sich herum trägt, bleibt die Protagonistin Elle komplett blass. Wer ist sie, abgesehen von den Beziehungen zu den Männern ihres Lebens? Was interessiert sie, wofür brennt sie? Der Klappentext verspricht einen "großen Roman darüber, was es heute bedeutet, eine Frau zu sein". Hm, schwierig. Der Roman hat mir nichts Neues gegeben, ich nehme keine Impulse für mich mit. Stattdessen ein Sumpf aus Tragik (ohne Triggerwarnungen!) und zu wenig Tiefe für die Fülle an aufgeworfenen Themen.
Eines muss man dem Roman allerdings lassen: Die Handlung ist wirklich geschickt aufgebaut, die Rückblenden voller Cliffhanger und Andeutungen entwickeln einen gewissen Sog und halten trotz einiger Längen die Spannung aufrecht. Man merkt, dass die Autorin bekannte Serien produziert und mitverantwortet hat. Die Szenenwechsel sitzen, atmosphärische Orte entstehen vor dem inneren Auge, Kopfkino an. Cape Cod scheint ein wunderbarer Ort für die erste und letzte Sommerliebe zu sein. Wahrscheinlich hätte die Geschichte als Film oder Miniserie wesentlich besser funktioniert. Als Roman jedoch hat sie mich irgendwo in den Windungen der toxischen Familiengeflechte und im dramatischen Hin und Her der Liebesgeschichte verloren.
Ich sage es gleich vorweg: Dieses Buch ist ein wahrer Schatz!
Diese Vorlesegeschichten räumen mit dem längst überholten Klischee der "Friede-Freude-Eierkuchen-Mutter-Vater-Kind-Familie" ...
... genau so sind Familien heute!
Ich sage es gleich vorweg: Dieses Buch ist ein wahrer Schatz!
Diese Vorlesegeschichten räumen mit dem längst überholten Klischee der "Friede-Freude-Eierkuchen-Mutter-Vater-Kind-Familie" auf. Unsere Welt ist bunt und vielfältig und es braucht Geschichten, die genau diese Botschaft an unsere Kinder herantragen. Denn hier gibt es alleinerziehende Papis, die sich Hilfe von einer Leihoma holen; ein Mädchen im Rollstuhl wird zur Heldin; es gibt Familien mit zwei Mamas oder zwei Papas oder mit getrennt lebenden Elternteilen; Großeltern leben in Alters-WGs oder mit im Mehrgenerationenhaus.
Auch die "stinknormalen" Themen, die Familien heutzutage beschäftigen, werden kindgerecht und dennoch ehrlich aufgegriffen und besprochen: Der Spagat zwischen Arbeit und Familie, Streit zwischen Geschwistern, der ganz normale Wahnsinn am Morgen (bis endlich alle satt&angezogen aus dem Haus sind!) , eine Demenzerkrankung der Großmutter, ein Unfall und dessen Folgen, unerfüllter Kinderwunsch und die verschiedensten Lebensrealitäten.
Wunderschöne Zeichnungen begleiten die Geschichten und stellen die jeweiligen Familien mit allen Mitgliedern vor (samt Hund&Katz ;)). Dadurch können Kinder der Handlung besser folgen, einen Bezug zu den jeweiligen Personen aufbauen und vielleicht sogar Parallelen in ihrem Umfeld entdecken. In meinen Augen ist dieses Buch ein idealer Ausgangspunkt für Gespräche mit Kindern zu Toleranz und Vielfalt, denn es zeigt auf spielerische Weise, dass Menschen und damit auch Familien völlig unterschiedlich sind.
Denn jede*r definiert den Begriff "Familie" anders - und das ist gerade das Schöne! Von mir gibt es eine große (Vor-) Leseempfehlung!
"Wenn ich die Augen schließe, sind wir alle noch am Leben, und es wird offenbar, was die Götter von uns wollen. Die Mythen, die die Leute über uns erzählen, mögen ja mit jenem türkisblauen Tag vor Kona ...
"Wenn ich die Augen schließe, sind wir alle noch am Leben, und es wird offenbar, was die Götter von uns wollen. Die Mythen, die die Leute über uns erzählen, mögen ja mit jenem türkisblauen Tag vor Kona und mit den Haien anfangen, aber ich weiß es besser. Unser Anfang war viel früher. Dein Anfang war viel früher." (S. 9)
Kawai Strong Washburn hat mich mit diesen ersten Sätzen mitten reingezogen in sein atemberaubendes Debüt, angesiedelt in seiner Heimat, Hawaii.
Der Beginn wie ein Paukenschlag - Naionoa ist sieben Jahre alt, als er schlagartig zur Legende wird. Bei einem Bootsausflug fällt er über Bord in den Pazifik und scheint verloren: Haie umkreisen ihn, eine Rettung ist ausgeschlossen. Doch der größte Hai trägt ihn in seinem Maul zurück zum Boot. Ein Wunder! Oder doch Vorherbestimmung? Schicksal? Seine Eltern sind überzeugt, dass ihr Sohn von den Göttern für etwas Größeres auserwählt wurde, dass er Hawai retten und die Familie erlösen soll. Vom Raubbau, der die Natur zerstört, von der um sich greifenden Armut und den Folgen des früheren Kolonialismus. Nainoa trägt schwer an dieser Verantwortung als Wunderkind und auch seine Geschwister Dean und Kaui kämpfen um ihren Platz in der Familie. Die Drei verlassen Hawai und suchen ihr Glück auf dem Festland. Sie verlieren einander und sich selbst und hören doch alle den Ruf ihrer Heimat, der sie zurück nach Hawaii zieht...
Klingt alles ziemlich mystisch, vielleicht sogar einen Hauch kitschig, nach zuviel Drama? Ja, das dachte ich im ersten Moment auch. Dennoch hat mich die Beschreibung magisch angezogen, ich wollte dieses Buch unbedingt lesen und habe es nach den letzten Seiten absolut ergriffen und begeistert zugeklappt. Einfach nur wow! Die erste Hälfte über weiß man nicht, wohin die Geschichte einen trägt, man ist gefesselt und verloren gleichzeitig. Kawai Strong Washburn hat mit diesem Debüt etwas Aufregendes geschaffen, ich habe bisher nichts Vergleichbares gelesen. Atemlos bin ich durch die Seiten geflogen, habe mit den Geschwistern gelacht, gelitten und geweint, habe Hawaiis uralte Geschichten aufgesaugt und unglaublich viel gelernt.
Auf Hawaii prallen buchstäblich Welten aufeinander. Die indigene Welt mit ihren Mythen und Legenden trifft auf neue Realitäten: Glaube, Götter und magischer Realismus werden überlagert von Armut, Hoffnungslosigkeit und der Auflösung von Traditionen und Familienstrukturen. Üppige Natur und Traumstrände auf der einen Seite, Hotelkomplexe und zerstörter Lebensraum für Mensch und Tier auf der anderen. Wie Washburn es schafft, alle diese Themen zu einem großen Ganzen zu vereinen und damit seiner Heimat Hawaii eine neue Stimme verleiht, ist große Kunst.
Doch was mich wirklich beeindruckt hat, ist sein feines Gespür für zwischenmenschliche Abhängigkeiten. Im Zentrum stehen die Geschwisterbeziehung und die Familienbande, die geprägt sind von einem allumfassenden Wunsch nach Erlösung, Errettung und dem Festhalten an alten Bräuchen und Traditionen. Gleichzeitig streben die Geschwister Nainoa, Dean und Kaui nach Freiheit, Eigenständigkeit und nach neuen Erfahrungen, immer überschattet von der Sehnsucht nach elterlicher Anerkennung. Ein unmöglicher Spagat, der die Familie langsam, aber sicher auseinanderdriften lässt. Washburn fährt diesen feinen Rissen im Beziehungsgeflecht nach und verfolgt sie bis zur Katastrophe, bis zum Bruch. Dann nimmt er die Scherben behutsam auf, setzt sie wieder zusammen und erschafft dabei etwas völlig Neues, etwas Wunderschönes, etwas ganz und gar Magisches.
"Wenn ein Gott etwas ist, was absolute Macht über uns hat, dann gibt es in dieser Welt viele Götter. [...] Hoffnung kann auch ein Gott sein. Sie ist etwas, zu dem man beten kann." (S. 215 ff.)
Ein großartiges Debüt, von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung!