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Veröffentlicht am 03.07.2026

Skurril, fesselnd

She’s a Star!
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In einigen Rezensionen habe ich gelesen, der Roman würde in der zweiten Hälfte in fiebertraumartige Wahnvorstellungen wanken, weshalb ich es mir metaphysischer vorgestellt habe als es war. Ich fand es ...

In einigen Rezensionen habe ich gelesen, der Roman würde in der zweiten Hälfte in fiebertraumartige Wahnvorstellungen wanken, weshalb ich es mir metaphysischer vorgestellt habe als es war. Ich fand es tatsächlich überhaupt nicht wirr, im Gegenteil, mMn zeichnet der Roman von Anfang bis Ende eine klare Linie.
Jess träumt davon, als Star auf der Musical Bühne zu stehen und internationalen Erfolg zu erreichen. Dafür gibt sie alles: ihr Geld, jede freie Minute, ihre mentale Gesundheit, ihren Körper.
Wie die Autorin sagt, wirft das Buch ein schlechtes Licht auf die Branche, was wohl nicht kollektiv gemeint ist. Jess wird bis zuletzt ausgenutzt - physisch, psychisch, monetär. Sie fühlt sich wie ein Esel, dem man eine Karotte an einer Schnur hinhält, genau so habe ich es auch empfunden. Sie kämpft für ihren Traum, wobei es niemand wagt, ihr die Wahrheit zu sagen, dass sie nicht singen kann, nicht einmal die Gesangslehrerin, die den letzten Cent aus ihr herausquetscht. Die Hinhaltetaktiken der Vorgesetzten waren schlicht grausam. Jessamyns Verhalten wurde immer fanatischer, wobei man nachvollziehen konnte, weshalb ihre Nerven irgendwann reißen. Natürlich nicht in diesem Ausmaß, weshalb mich ein Epilog brennend interessiert hätte, es bleibt halbwegs offen.

Ihre Beziehung zu Männern wurde mMn wahnsinnig spannend dargestellt. Vidhal, der sie kaufen will, aber nicht wirklich unterstützen, denn sie soll nicht unabhängig von ihm sein können oder gar besser. Anton, der fanatische Fan, der sie anbetet, aber nur, wenn sie ist wie er es gern hätte. Während Vidhal physische G3walt auf sie wirkt, benutzt Anton physische. Zwei Seiten einer Münze, die grausamer nicht sein könnten.
Zwar sagt sie sich nicht los, doch verschwindet zumindest aus unangenehmen Situationen. Leider scheinen die Männer ihre einzigen Ansprechpersonen zu sein.

Auf den ersten Blick wirkt Jess egozentrisch, narzisstisch und schwierig. Auf den zweiten Blick hingegen wie eine verletzte Frau, die nichts anderes kennt, als sich gegenüber Männern, die sie nur ausnutzen und kleinmachen, zu behaupten. Unschön fand ich ihr Verhalten gegenüber Samantha, verstand aber auch, dass sie es unfair fand, dass Sam überhaupt nicht geübt hat, ihren Text nicht konnte und nur auf ihr Handy gestarrt hat, während Jess sich derart ins Zeug gelegt hat.
Ihr heftiges Verhalten zum Ende hin habe ich nicht erwartet und gleichzeitig hat es nicht überrascht, die Fanatik rund gemacht.
Sprachlich hat es mir unglaublich gut gefallen. Es war emotional, direkt, übertrieben, skurril, eitel, narzisstisch, verletzlich, besonders und vor allem heftig in vielerlei Hinsicht.
Meine Erwartungen wurden definitiv erfüllt. Ein Roman über eine Frau, die alles gibt, um über sich und die Grenzen der Gesellschaft hinauszuwachsen - einschließlich sich selbst.

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Reale Begebenheiten

Eigentlich wollte ich das nicht schreiben
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Zunächst: Das Buch beruht auf einer wahren Begebenheit. In THE TIDAL YEAE verarbeitete die Autorin den plötzlichen T0d ihres Bruders in einem Memoir, das unerwartet großen Erfolg in der Buchbranche genoss.
Über ...

Zunächst: Das Buch beruht auf einer wahren Begebenheit. In THE TIDAL YEAE verarbeitete die Autorin den plötzlichen T0d ihres Bruders in einem Memoir, das unerwartet großen Erfolg in der Buchbranche genoss.
Über diesen Prozess schreibt sie nun:

Trotz des sommerlichen Covers ist der Ausgangspunkt tragisch: nach dem T0d ihrer Schwester schreibt Nola ein Buch über ihren Kummer, wie sie damit umgeht, wobei ihre ganze Familie zwischen den Zeilen eine zunehmend größer werdende Rolle spielt.
Nola ist jemand, der Gefühle und Gedanken nicht offen anspricht, sondern Auseinandersetzung aus dem Weg geht. Das kann man jetzt so oder so sehen, aber ich finde nicht, dass sie als schwieriger Charakter abgestempelt werden sollte, weil sie nicht einer Normvorstellung entspricht. Dass sie sich eher schriftlich ausdrücken kann, kann ich voll und ganz nachvollziehen. Und wenn man sich die Familie anschaut, hat sie ein gesundes Miteinander auch nie gelernt.
Ein Familienmitglied erhebt Klage, als es zur Buchverfilmung kommen soll, und nun gilt es herauszufinden, wer dahinter steckt. Und genau das meine: Warum nicht Nola direkt darauf ansprechen? Warum muss immer alles hinter dem Rücken geschehen?
Gerade wegen diesen menschlichen "Schwächen" war der Roman für mich so greifbar und authentisch. Besonders die Schwesternbeziehung hat mir ein bisschen sehr das Herz gebrochen.
Spannend fand ich auch die moralische Frage, wer bei einer solchen Verfilmung/Verschriftlichung Mitspracherecht hat. Natürlich erlebte jeder die Verstorbene anders und ist nun verletzt oder wütend, dass diese eine ganz bestimmte Perspektive an die Öffentlichkeit dringt. Obwohl Erinnerungen nun einmal verzerrt sind und es hier kein richtig oder falsch geben kann und man sich auch ganz sicher intern nicht einig würde. Da denke ich mir auch so ein bisschen, dann schreibt doch eure eigene Denkweise auf oder bringt es als Medium heraus, anstatt Nola für ihre zu kritisieren. Ich glaube, letztlich waren alle einfach nur wahnsinnig verletzt und konnten werder damit umgehen, noch es richtig ausdrücken.
Die Trauerbewältigung hat mir Tränen in die Augen getrieben. All das Ungesagte, all das, was zwischen einem stand und nicht mehr gelöst werden kann. Ich fand es von Nola sehr mutig, den Weg der Verschriftlichung zu gehen, fast schon als Therapieform.
Ich konnte mir auch einige Zitate markieren. Der Stil war teils zugänglich, teils das komplette Gegenteil (zT hatte ich auch meine Schwierigkeiten mit dem Text), aber genau deswegen hat es mich beschäftigt und zum Nachdenken angeregt. Weil ich letztlich nicht sagen konnte, das ist ein großartiger Roman oder er hätte mir nicht so gut gefallen, sondern stattdessen ein Gefühl zurückgeblieben ist, das in keine Schublade passt, aber mich bewegt hat, und ich glaube, genau das macht  es aus und gut.
Beim Lesen sollte man auf jeden Fall Abstand davon nehmen, Figuren und deren Denkweise in eine moralische Schublade sortieren zu wollen, weil Gefallenwollen im klassischen Sinne nicht das ist, was das Buch mMn möchte :)

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Veröffentlicht am 26.06.2026

still, schwer, tief

Herzflut
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Inmitten der Spice-Bluten fand ich die Idee eines Romans, in dem sich die Protas 3 Monate lang nicht berühren dürfen, um sich auf mentaler Ebene kennenzulernen, erfrischend.
Miles begegnet Saras Berührungsängsten ...

Inmitten der Spice-Bluten fand ich die Idee eines Romans, in dem sich die Protas 3 Monate lang nicht berühren dürfen, um sich auf mentaler Ebene kennenzulernen, erfrischend.
Miles begegnet Saras Berührungsängsten von Anfang an mit Verständnis und schenkt ihr alle Zeit, die sie braucht. Er ist einfach ein Schatz & der Mensch, den man nach schrecklichen Erfahrungen an seiner Seite haben möchte ♡

Beide Charaktere waren für mich neighbours next door, also authentisch und echt geschrieben, als wäre es genau so passiert.
Dieses Prozedere des Heilens und sich Öffnens wurde mMn sensibel und tiefsinnig aufgegriffen und dargestellt. Ein ruhiger, nach innen ausgerichteter Roman - z.T. hat mir dann doch etwas das Pacing gefehlt.
Ich  bin noch hin- und hergerissen, ob ich es gut oder schwierig fand, dass jedes noch so kleine Körnchen Gefühl genaustens betrachtet und interpretiert wird. Das wird von Therapiesitzungen ergänzt, die nach und nach den Kern hinter Saras Ängsten aufdecken. Diesbezüglich war das das Buch für mich heftiger als erwartet, weil die Lovestory und auch ein bisschen der Klappentext lockerer klangen als es letztlich war, mehr dieses experimentierfreudig-leichte "mal sehen, was passiert, wenn wir uns ganz anders daten/kennenlernen als man es gewöhnt ist". Die Content  Notes spoilern zwar, aber ich empfehle sie dennoch vorab.

Der Schreibstil ist einfach und zugänglich gehalten, ich mochte die Gedichte zwischendrin. Ich hatte so ein bisschen das Gefühl, in einem Café zu sitzen und Menschen beim Leben zu beobachten. Es war  nicht in dem Sinne "aufregend", aber echt. Die Sprache hat Lovestory-Charakter. Die Dialoge waren hingegen schonungslos ehrlich, oft fast brutal und beklemmend.
Insgesamt gibt es hier nicht diesen einen spannungsgeladenen roten Faden, dem man verbissen folgen möchte, aber der Fokus auf die subtile, ungeschönte Aufarbeitung eines heftigen Traumas, bei der der Betroffenen auf liebevolle Weise die Hand gereicht wurde, hat es für mich zu einem unverzichtbaren, relevanten Roman in der Bücherwelt gemacht.

Erst durch seine Stille konnte er laut werden - und nachhallt.

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Veröffentlicht am 21.06.2026

skurril, schrill, witzig

Verlorene Schäfchen
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Das sonnengelbe Cover und die humorvolle Leseprobe haben mich direkt überzeugt, das Buch weiterzulesen. Dabei ist der Humor wirklich düster, aber genau das habe ich an dem Roman geliebt.
Familie Flynn ...

Das sonnengelbe Cover und die humorvolle Leseprobe haben mich direkt überzeugt, das Buch weiterzulesen. Dabei ist der Humor wirklich düster, aber genau das habe ich an dem Roman geliebt.
Familie Flynn ist auf den ersten Blick eine idyllische Vorstadt-Bilderbuchfamilie - auf den zweiten Blick .. nicht.

Vater Bud schließt sich der Selfsthilfegruppe "Verlorene Schäfchen" an, Mutter Catherine hätte gern eine offene Ehe und die Töchter, puh ... Die eine lebt sich im Online Dating aus (Fokus auf: online), eine dated einen creepy Typen namens Kriegsverbrecher-Wes und eine steigert sich in Verschwörungstheorien rein.

Die Kombi war fast schon auf satirische, verdrehte Weise authentisch. Ich hatte keine Probleme, in die Geschichte reinzukommen, wobei das daran lag, dass ich mich auf die Figuren konzentriert habe und nicht nach einem roten Faden oder einen konkreten Storyline gesucht habe.

Durch die vielen Erzählperspektiven konnte man die Familie super kennenlernen, auch wenn es stellenweise etwas chaotisch war - durch die oben genannten "Attribute" konnte ich alle gut auseinanderhalten.

Sie alle sind schrill, viel, kompliziert, aber es bleibt auf überdrehte und zT düstere Weise humorvoll. Gleichzeitig liefert der Roman auf den zweiten Blick ernste und wichtige Themen wie Identitätssuche, Depression und Einsamkeit. Er stellt (urteilsfrei) die ehrliche Frage, wie man seinen Platz in einer zunehmend chaotischer werdenden Welt finden kann, und findet die Lösung vorwiegened in Nähe, Gemeinschaft und Zusammenhalt.

Ich kann mir vorstellen, dass es nicht für jeden etwas ist, weshalb ich die Leseprobe sehr empfehlen kann, um sich ein Bild zu machen :)
Der überspitzte, aufgedrehte, treffsichere Schreibstil hat mir wahnsinnig gut gefallen.

Ich persönlich habe geliebt, dass ich keine Ahnung habe, wohin der Roman mich führen will, wodurch meine Erwartungen fast schon übertroffen wurden. Eine witzige, unterhaltsame Sommerlektüre, die einfach Spaß macht ♡

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Veröffentlicht am 17.06.2026

Toller Auftakt ♡

Dinghai Fusheng Records. Buch 1
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Ich könnte mir nur Bramble Asia Romane ins Regal stellen und wäre für immer happy 💗
Wie schön ist der Roman gestaltet?! Cover: wow, Farbschnitt: wow, Klappen: wow. Und von den Illustration zwischen den ...

Ich könnte mir nur Bramble Asia Romane ins Regal stellen und wäre für immer happy 💗
Wie schön ist der Roman gestaltet?! Cover: wow, Farbschnitt: wow, Klappen: wow. Und von den Illustration zwischen den Kapiteln fange ich gar nicht an - ich liebe es so sehr, dass diese aus dem Original übernommen werden. Zum einen ist alles an dem Buch richtig hohe Qualität, einschl. dem Zeichenstil, zum anderen liebe ich es, dass besondere Schlüsselszenen nochmal durch eine Illu visualisiert werden und man die beiden Protas so detailliert erleben kann ♡

Der Klappentext hatte mich direkt: Vor 300 Jahren ist die Magie aus der Welt verschwinden, Cheng Xing ist der letzte Exorzist, der noch über ein magisches Artefakt verfügt, und sucht seinen ihm vorbestimmten Schutzpatron Xiang Shu.
Dass er diesen erstmal aus dem Kerker befreien muss, macht die Story von der ersten Seite aus unheimlich spannend. Es gab mMn keinen Moment, in dem diese Spannung verloren ging.
Es gab viel Action, aber auch mystische Szenen wie z.B die Welt hinter dem Spiegel, und besonders angetan haben es mir die "Zombies" haha, die Untoten, die es permanent zu bekämpfen gilt.
Die Repräsentation von Homosexualität wurde in Bd 1 anders beleuchtet als in anderen Danmei (Boyslove) Romanen. Und zwar will der Kaiser unbedingt die Ehe zwischen Männern durchsetzen, wobei er bei dem Volk noch auf Aufschrei trifft. Seine Begründung fand ich gleichermaßen witzig wie logisch-pragmatisch: ein paar Ehemänner können super die schwere Feldarbeit erledigen ✌
Interessant war, dass Cheng Xing erst skeptisch war, aber dann reflektiert hat und es nicht länger wertend betrachtet.

Überrascht hat mich, dass er erst 16 ist, die anderen ca. 22. Durch die Illue habe ich die Figuren zunächst für Ende 20 gehalten. Das erklärt seine happy sunshine Art, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Der Kontrast zu seinem grumpy Schutzpatron war natürlich riesig, was für Humor, Spannung und Tension gesorgt hat. Irgendwie konnte man Chen Xing nur mögen, während ich mit Xiang Shu noch warm werden muss.
Es war slowest slow burn, slower gehts gar nicht haha, also man hat es subtil gefühlt, aber mehr gab es hier noch nicht, weshalb ich umso gespannter bin, wie sich ihre Bez. in Bd. 2 entwickelt - v.a nachdem ihnen am Ende alles so um die Ohren geflogen ist.

Der Roman hat mich fasziniert und gefesselt, ich habe viel gelacht und bin absolut hyped auf die Folgebände ♡
Ein spannender Einstieg mit Fokus auf dem Plot statt Romance - Letzteres hat mir dann doch ein bisschen gefehlt, darum 4.5 ☆ wie immer mit langem Glossar!

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