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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2026

Düsteres Highlight

Hazelthorn
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Die Autorin schreibt selbst, das hier sei kein Buch, um sich wohlzufühlen. Irgendwie tut man es dennoch auf groteske Weise. Ich habe es in einem Zug durchgelesen, weil es mich nicht losgelassen hat.
Die ...

Die Autorin schreibt selbst, das hier sei kein Buch, um sich wohlzufühlen. Irgendwie tut man es dennoch auf groteske Weise. Ich habe es in einem Zug durchgelesen, weil es mich nicht losgelassen hat.
Die Atmosphäre ist düster, drückend, sämtliche Charakterbeschreibungen passen sich diesem Gefühl an. Der einzige Lichtblick ist die tiefe Verbundenheit zwischen Evander und Laurie, die allerdings zu Beginn von dem brutalen M0rdversuch des einen am anderen in der Kindheit erschüttert wird.
Ich habe mit keinem einzigen Plottwist gerechnet. Selbst der Horroranteil wurde erst am Ende nachvollziehbar. Die getauschten Rollen und Erlebnisse der Jungen erschütternd. Die Identitäten unvorhersehbar, obwohl man konsequent mit einem mulmigen Bauchgefühl auf die Wahrheit wartet.
Der Schreibstil ist poetisch, deep, sehr bildhaft mit vielen Metaphern, einzigartig. Auch Drews realistischen Jugendbücher habe ich sehr geliebt & bin froh, dass der Verlag trotz des Nischengenres so viel von Drew übersetzt.
Die Gestaltung ist etwas ganz Besonderes, passend zum Buch werden Giftpflanzen skizziert und die Seiten angepasst.
Ein finsteres, trostloses Märchen über Verbundenheit, Freundschaft, Liebe und Angst, den M1ssbrauch vieler Erziehungsberechtigter und das, was von Kindern überbleibt, wenn sie ihr Leben lang schikaniert werden und nur noch sich selbst haben. Die beiden Protagonisten wahren wahnsinnig stark ausgearbeitet, vor allem Evanders Autismus. Wow.
Der Body Horror hat mir den Magen umgedreht, das Schicksal der Jungs Tränen in die Augen getrieben. Pure Gänsehaut. Auf eine sehr sehr deepe Art. Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite.
  >> Große Leseempfehlung! 5 ⭐

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Nicht so düster wie erwartet

West of Wicked. Folge deinem Verlangen
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Crowe ist eine Booktok Bestsellerautorin, von der es bereits ein düsteres Peter Pan Retell gibt. Mir persönlich hat der Name nichts gesagt, aber ich liebe Der Zauberer von Oz über alles, weshalb ich das ...

Crowe ist eine Booktok Bestsellerautorin, von der es bereits ein düsteres Peter Pan Retell gibt. Mir persönlich hat der Name nichts gesagt, aber ich liebe Der Zauberer von Oz über alles, weshalb ich das Romantasy Retell unbedingt lesen wollte ♡

Der Plot blieb teilweise nah am Original, teilweise schlug er ganz andere Richtungen ein. Die erste Hälfte hat mich leider nicht so ganz abgeholt, weil ich bei dem Lesealter ab 18 und dem Teaser auf Düsteres eingestellt war. Stattdessen hat es sich für mich zunächst tatsächlich jünger als YA gelesen, hinzu kam der Einstieg im Farmeralltag. Dass dann schon in Kapitel ausführlicher Spice kam mit dem Nachbarn, den man bis dahin als Leserin noch nicht kennenlernen konnte, war für mich auch nicht so ganz passend.
Dorothys eher naiver Charakter, dass sie kaum etwas hinterfragt hat und die plötzlich auftauchende Fantasywelt auch nur sehr kurz hinterfragt hat in Kombi mit den feenartigen Hexen, dem Glitzer und den bunten Farben, haben es für mich irgendwie immer noch so jung wirken lassen.

Die zweite Hälfte hat mich dann schon mehr eingenommen, ich hab sie in einem Zug durchgelesen. Hier gibt es viele actionreiche Szenen, zB mit dem aus dem Original bekannten Blechmann, hier ein drogenabhängiger Söldner. Die Figur fand ich am spannendsten, nur merkwürdig, dass D ihm seine M0rdanschläge keine 5 Min. krumm genommen hat. Mit ihr wurde ich letztlich nicht warm, auch die random Spice Szene mitten während der Flucht vor dem Blechmann, einfach unpassender Moment. Dessen Vergangenheit und Geschichte interessiert mich trzd unglaublich, wg ihm würde mich Bd 2 interessieren.

Die Vogelscheuche alias Rook erschien als Mr Perfect, dem D direkt verfallen ist. Seine beiden weiteren Identitäten waren aus Mangel an weiteren Charakteren allerdings sofort klar, weshalb sein Twist nicht soo überraschte. Trzd mochte ich die Tension zwischen den beiden wirklich gern und hätte ich total gern noch mehr gelesen. Wozu sein Verhalten diente, versteht man wrsl erst in Bd 2.

Das Buch wird aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt. Ich hatte das Gefühl, dadurch viel erfahren zu können, aber auch, dass die Figuren deeper hätten ausgearbeitet worden werden können, hätte man es auf zwei reduziert. Die Hexen zB waren für mich allesamt kaum greifbar, ich weiß nicht, was ihr Problem mit D war, so kurz wurden sie angerissen.

Insgesamt hat mir die Idee richtig gut gefallen, aber ich hätte mir eine deepere und vor allem wie angekündigt düsterere Umsetzung gewünscht, auch beim Worldbuilding. 3.5 ⭐

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Tolles Setting, schwierige Figuren

A Touch of Darkness
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Der Start in den Roman verlief einfach, es ging direkt spannend los, was sich mMn auch gehalten hat. Hades als Nachtclubbesitzer war mal etwas anderes, das Düstere hat natürlich perfekt gepasst. Mit Persephone ...

Der Start in den Roman verlief einfach, es ging direkt spannend los, was sich mMn auch gehalten hat. Hades als Nachtclubbesitzer war mal etwas anderes, das Düstere hat natürlich perfekt gepasst. Mit Persephone wurde ich leider nicht richtig warm, weil sie sich in einigen fällen doch recht naiv verhalten hat. Die Beziehung der beiden kam mir sehr toxisch vor, Probleme wurden mit Spice statt Kommunikation gelöst und selbst, wenn er sie richtig mies behandelt hat, war es sofort vergessen, kaum saßen sie zusammen in der Therme.
Das Setting und die Nebenfiguren hingegen mochte ich richtig gern, auch die teils positive Darstellung der Unterwelt, die man sich so zunächst bestimmt nicht vorgestellt hätte und die auf Persephone als Göttin des Frühlings anspielt.
Insgesamt mochte ich Plot und Setting und auch Schreibstil sehr gern, die antifeministish geprägte Beziehung und Darstellung der Frau und den vielen Spice weniger.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Feministisches Highlight

Fuckgirl
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》 𝐇𝐢𝐠𝐡𝐥𝐢𝐠𝐡𝐭 5 ⭐


Das Cover spricht mich so sehr an, man kann das Buch gar nicht nicht in die Hand nehmen. Die neongrüne Farbe, der Titel, das starke Retro-Bild. Ich liebe alles daran ♡

Schon auf den ...

》 𝐇𝐢𝐠𝐡𝐥𝐢𝐠𝐡𝐭 5 ⭐


Das Cover spricht mich so sehr an, man kann das Buch gar nicht nicht in die Hand nehmen. Die neongrüne Farbe, der Titel, das starke Retro-Bild. Ich liebe alles daran ♡

Schon auf den ersten Seiten dachte ich mir, endlich mal wieder ein feministisch-literarischer Roman, der sich etwas traut, sei es mit Schreibstil oder Inhalt.
Der Stil ist direkt, ungeschönt, fesselnd, aufrüttelnd. Es macht wütend, manchmal etwas hilflos, dann wieder empowernd. Man merkt, dass die Geschichten auf wahren Erlebnissen verschiedener Frauen beruhen, zunächst habe ich es für autobiografisch gehalten.

Die Protagonistin erlaubt sich, sich zu nehmen, was sie will und ihr zusteht. Sie ist offen, unabhängig und souverän. Spricht an, wenn ihr etwas nicht passt, supportet Frauen und würgt toxic Fckboys eins rein. Besonders hat mir gefallen, wie sie der betrogenen Mutter die Screenshots des Fremdgängers geschickt hat. Das bekomme ich in meinem Umfeld auch öfter mit - das moralische Grübeln zuvor war sehr authentisch dargestellt und die Einsicht, dass nicht die girls in den dating apps die Ehe zerstören, sondern einzig der Mann, der sich heimlich mit anderen trifft. Der Prota ging es nicht darum, gemocht zu werden, sondern konsequent zu handeln. Dafür habe ich sie geliebt.

Spannend fand ich, dass die Charaktere keine Namen haben, sondern als Funktionen wie Fckgirl, Mann, Loser, Daddy, Journalist etc bezeichnet werden und damit repräsentativ fungieren.
Ich habe öfter gelesen, Mann würde unsympathisch wirken, aber für mich war er wie Möbelinventar, irgendwie einfach nur da, ohne Emotionen auszulösen.

Das Buch klärt auf über verschiedene Beziehungstypen, Dating, Feminismus und rüttelt darüber wach, was sich viele Frauen gefallen lassen, um angebliche Harmonie vorzutäuschen. Oder was man von einem ONS verlangen darf und sollte.
Ich habe den Struggle der Prota gefühlt, ihre Wünsche, ihre Ängste, ihr Denken, und bin der Meinung, das Buch hat viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Zwischen den Kapiteln gibt es passende Lyrics-Zeilen. Ich habe es definitiv nicht das letzte Mal gelesen. Ich liebe diese Form weiblicher Solidarität ♡

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Regt zum Nachdenken an

Homesick
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Rein durch den Schreibstil wäre ich sehr einfach in den Text gekommen, aber die vielen Kurzkapitel von nur einer Buchseite haben es mir etwas erschwert. Ich konnte mich gar nicht so schnell einfinden, ...

Rein durch den Schreibstil wäre ich sehr einfach in den Text gekommen, aber die vielen Kurzkapitel von nur einer Buchseite haben es mir etwas erschwert. Ich konnte mich gar nicht so schnell einfinden, da kam schon wieder ein anderes Setting, eine neue Szene, andere Figuren.

Ich fand es merkwürdig, dass Mara ihren Chef oder generell immer als "Erwachsene" bezeichnet hat, als wäre sie ein Kind und nicht 26. Genauso als die Mutter ihres Freundes quasi am Telefon für ihn Schluss macht. Fand es beim nächsten Treffen richtig peinlich, als er später um halb 10 seine Mom anruft, um ihr zu sagen, dass er länger mit seiner Freundin abhängt, und die Mutter sagt, okay ich werde nicht aufbleiben. Das hatte für mich gar nichts von einer erwachsenen Beziehung, sondern Richtung Teenies. Keiner der Figuren hat verantwortlich für sich und sein Leben übernommen. Tom und Mara haben sich entweder angeschwiegen oder sie ihn bemuttert.
Die "dramatische Fernbez." habe ich auch nicht verstanden bei einer Entfernung von 90-120min.

Generell habe ich ein erwachsenere, reflektiertere Figuren erwartet wg des Alters, aber man sollte das Buch als Übergangsphase zum Erwachsenwerden lesen.
Der Schreibstil hat mir letztlich sehr gut gefallen, die Kapitel waren später nämlich länger. Zwischenzeitlich hat mich der Plot durch das Hin und Her etwas verloren, aber es gab auch einige spannende Szenen.
Bei Tom war ich mir wie Mara nie sicher, ob ich Mitgefühl haben soll oder mir Verantwortung wünsche. Die Darstellung der Depression und seiner Überarbeitung ist hingegen wirklich gut gelungen und hat vieles erklärt. Das Ende erschien mir realistisch gelöst, die Trennung nur wg der 2h Distanz nicht 100% überzeugend, wenn es sich um die wahre Liebe handelt.

Insgesamt haben mir die Idee und die Erzählweise gut gefallen und ich schwanke, zu streng mit den Figuren zu sein und nicht streng genug. Es regt zum Nachdenken und Diskussionen an. Definitiv interessant, aber nicht ganz das, was ich erwartet habe.

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