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Veröffentlicht am 26.06.2026

still, schwer, tief

Herzflut
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Inmitten der Spice-Bluten fand ich die Idee eines Romans, in dem sich die Protas 3 Monate lang nicht berühren dürfen, um sich auf mentaler Ebene kennenzulernen, erfrischend.
Miles begegnet Saras Berührungsängsten ...

Inmitten der Spice-Bluten fand ich die Idee eines Romans, in dem sich die Protas 3 Monate lang nicht berühren dürfen, um sich auf mentaler Ebene kennenzulernen, erfrischend.
Miles begegnet Saras Berührungsängsten von Anfang an mit Verständnis und schenkt ihr alle Zeit, die sie braucht. Er ist einfach ein Schatz & der Mensch, den man nach schrecklichen Erfahrungen an seiner Seite haben möchte ♡

Beide Charaktere waren für mich neighbours next door, also authentisch und echt geschrieben, als wäre es genau so passiert.
Dieses Prozedere des Heilens und sich Öffnens wurde mMn sensibel und tiefsinnig aufgegriffen und dargestellt. Ein ruhiger, nach innen ausgerichteter Roman - z.T. hat mir dann doch etwas das Pacing gefehlt.
Ich  bin noch hin- und hergerissen, ob ich es gut oder schwierig fand, dass jedes noch so kleine Körnchen Gefühl genaustens betrachtet und interpretiert wird. Das wird von Therapiesitzungen ergänzt, die nach und nach den Kern hinter Saras Ängsten aufdecken. Diesbezüglich war das das Buch für mich heftiger als erwartet, weil die Lovestory und auch ein bisschen der Klappentext lockerer klangen als es letztlich war, mehr dieses experimentierfreudig-leichte "mal sehen, was passiert, wenn wir uns ganz anders daten/kennenlernen als man es gewöhnt ist". Die Content  Notes spoilern zwar, aber ich empfehle sie dennoch vorab.

Der Schreibstil ist einfach und zugänglich gehalten, ich mochte die Gedichte zwischendrin. Ich hatte so ein bisschen das Gefühl, in einem Café zu sitzen und Menschen beim Leben zu beobachten. Es war  nicht in dem Sinne "aufregend", aber echt. Die Sprache hat Lovestory-Charakter. Die Dialoge waren hingegen schonungslos ehrlich, oft fast brutal und beklemmend.
Insgesamt gibt es hier nicht diesen einen spannungsgeladenen roten Faden, dem man verbissen folgen möchte, aber der Fokus auf die subtile, ungeschönte Aufarbeitung eines heftigen Traumas, bei der der Betroffenen auf liebevolle Weise die Hand gereicht wurde, hat es für mich zu einem unverzichtbaren, relevanten Roman in der Bücherwelt gemacht.

Erst durch seine Stille konnte er laut werden - und nachhallt.

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Veröffentlicht am 21.06.2026

skurril, schrill, witzig

Verlorene Schäfchen
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Das sonnengelbe Cover und die humorvolle Leseprobe haben mich direkt überzeugt, das Buch weiterzulesen. Dabei ist der Humor wirklich düster, aber genau das habe ich an dem Roman geliebt.
Familie Flynn ...

Das sonnengelbe Cover und die humorvolle Leseprobe haben mich direkt überzeugt, das Buch weiterzulesen. Dabei ist der Humor wirklich düster, aber genau das habe ich an dem Roman geliebt.
Familie Flynn ist auf den ersten Blick eine idyllische Vorstadt-Bilderbuchfamilie - auf den zweiten Blick .. nicht.

Vater Bud schließt sich der Selfsthilfegruppe "Verlorene Schäfchen" an, Mutter Catherine hätte gern eine offene Ehe und die Töchter, puh ... Die eine lebt sich im Online Dating aus (Fokus auf: online), eine dated einen creepy Typen namens Kriegsverbrecher-Wes und eine steigert sich in Verschwörungstheorien rein.

Die Kombi war fast schon auf satirische, verdrehte Weise authentisch. Ich hatte keine Probleme, in die Geschichte reinzukommen, wobei das daran lag, dass ich mich auf die Figuren konzentriert habe und nicht nach einem roten Faden oder einen konkreten Storyline gesucht habe.

Durch die vielen Erzählperspektiven konnte man die Familie super kennenlernen, auch wenn es stellenweise etwas chaotisch war - durch die oben genannten "Attribute" konnte ich alle gut auseinanderhalten.

Sie alle sind schrill, viel, kompliziert, aber es bleibt auf überdrehte und zT düstere Weise humorvoll. Gleichzeitig liefert der Roman auf den zweiten Blick ernste und wichtige Themen wie Identitätssuche, Depression und Einsamkeit. Er stellt (urteilsfrei) die ehrliche Frage, wie man seinen Platz in einer zunehmend chaotischer werdenden Welt finden kann, und findet die Lösung vorwiegened in Nähe, Gemeinschaft und Zusammenhalt.

Ich kann mir vorstellen, dass es nicht für jeden etwas ist, weshalb ich die Leseprobe sehr empfehlen kann, um sich ein Bild zu machen :)
Der überspitzte, aufgedrehte, treffsichere Schreibstil hat mir wahnsinnig gut gefallen.

Ich persönlich habe geliebt, dass ich keine Ahnung habe, wohin der Roman mich führen will, wodurch meine Erwartungen fast schon übertroffen wurden. Eine witzige, unterhaltsame Sommerlektüre, die einfach Spaß macht ♡

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Veröffentlicht am 17.06.2026

Toller Auftakt ♡

Dinghai Fusheng Records. Buch 1
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Ich könnte mir nur Bramble Asia Romane ins Regal stellen und wäre für immer happy 💗
Wie schön ist der Roman gestaltet?! Cover: wow, Farbschnitt: wow, Klappen: wow. Und von den Illustration zwischen den ...

Ich könnte mir nur Bramble Asia Romane ins Regal stellen und wäre für immer happy 💗
Wie schön ist der Roman gestaltet?! Cover: wow, Farbschnitt: wow, Klappen: wow. Und von den Illustration zwischen den Kapiteln fange ich gar nicht an - ich liebe es so sehr, dass diese aus dem Original übernommen werden. Zum einen ist alles an dem Buch richtig hohe Qualität, einschl. dem Zeichenstil, zum anderen liebe ich es, dass besondere Schlüsselszenen nochmal durch eine Illu visualisiert werden und man die beiden Protas so detailliert erleben kann ♡

Der Klappentext hatte mich direkt: Vor 300 Jahren ist die Magie aus der Welt verschwinden, Cheng Xing ist der letzte Exorzist, der noch über ein magisches Artefakt verfügt, und sucht seinen ihm vorbestimmten Schutzpatron Xiang Shu.
Dass er diesen erstmal aus dem Kerker befreien muss, macht die Story von der ersten Seite aus unheimlich spannend. Es gab mMn keinen Moment, in dem diese Spannung verloren ging.
Es gab viel Action, aber auch mystische Szenen wie z.B die Welt hinter dem Spiegel, und besonders angetan haben es mir die "Zombies" haha, die Untoten, die es permanent zu bekämpfen gilt.
Die Repräsentation von Homosexualität wurde in Bd 1 anders beleuchtet als in anderen Danmei (Boyslove) Romanen. Und zwar will der Kaiser unbedingt die Ehe zwischen Männern durchsetzen, wobei er bei dem Volk noch auf Aufschrei trifft. Seine Begründung fand ich gleichermaßen witzig wie logisch-pragmatisch: ein paar Ehemänner können super die schwere Feldarbeit erledigen ✌
Interessant war, dass Cheng Xing erst skeptisch war, aber dann reflektiert hat und es nicht länger wertend betrachtet.

Überrascht hat mich, dass er erst 16 ist, die anderen ca. 22. Durch die Illue habe ich die Figuren zunächst für Ende 20 gehalten. Das erklärt seine happy sunshine Art, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Der Kontrast zu seinem grumpy Schutzpatron war natürlich riesig, was für Humor, Spannung und Tension gesorgt hat. Irgendwie konnte man Chen Xing nur mögen, während ich mit Xiang Shu noch warm werden muss.
Es war slowest slow burn, slower gehts gar nicht haha, also man hat es subtil gefühlt, aber mehr gab es hier noch nicht, weshalb ich umso gespannter bin, wie sich ihre Bez. in Bd. 2 entwickelt - v.a nachdem ihnen am Ende alles so um die Ohren geflogen ist.

Der Roman hat mich fasziniert und gefesselt, ich habe viel gelacht und bin absolut hyped auf die Folgebände ♡
Ein spannender Einstieg mit Fokus auf dem Plot statt Romance - Letzteres hat mir dann doch ein bisschen gefehlt, darum 4.5 ☆ wie immer mit langem Glossar!

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Veröffentlicht am 14.06.2026

Unerwartetes Ende

Ein unheimlich guter Mensch
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Lillian wünscht sich, dass aus ihrer Situationship eine Beziehung wird - was ich persönlich absolut nicht nachvollziehen kann, denn Henry v3rg3waltigt sie sogar. Als er sie danach sitzen lässt, übt sie ...

Lillian wünscht sich, dass aus ihrer Situationship eine Beziehung wird - was ich persönlich absolut nicht nachvollziehen kann, denn Henry v3rg3waltigt sie sogar. Als er sie danach sitzen lässt, übt sie einen Youtube-Zauber aus. Am nächsten Tag ist er t0t und sie wegen einer drohenden Textnachricht tatverdächtig. Und dann findet sie auch noch heraus, dass er die ganze Zeit in einer Bez war, wofür es mMn viele Anzeichen gab.

Ich weiß nicht genau, wie ich den Roman einordnen würde: Thriller? Weird Girl Fiction? Female Horror?
Mit Lillian, Henry und dessen Freundin Nora habe ich mich schwer getan. Wenn Figuren unsympathisch ist, gleicht die Erzählung es oft durch Humor und Reflexion aus, was hier nicht der Fall war. Für mich muss nicht immer jede Buchfigur symp. sein, aber eine gewisse Greifbarkeit wäre schön gewesen.
Ich hätte mir gewünscht, dass die betrogenen Frauen sich nicht gegenseitig die Schuld geben, sondern Henry.

Lillian ist eine Narzisstin, die sich selbst permanent in der Opferrolle sieht - manchmal zurecht, meistens nicht. Selbst ihre beste Freundin hat sie ziemlich übel und selbstsüchtig behandelt, alle außer sich selbst hat sie von vorne herein gehasst - auch sich, als sie mal kurz ihr Spiegelbild nicht zuordnen konnte.
Das Ende hat mich total überrascht, mit dem Twist hätte ich wirklich niemals gerechnet oder generell mit der Richtung, die der Roman einschlägt, wow. Das ist wirklich hängen geblieben.

Sprachlich habe ich das Buch als literarisch eindrucksvoll wahrgenommen, trzd hatte es für mich Längen, die in diesem Genre idR durch Reflexion und Charakterentwicklung wettgemacht wird, hier leider nicht. Deswegen habe ich mich irgendwann einfach nicht mehr damit wohl gefühlt, dass Lillian alles und jeden mies behandelt hat und darüber ging es nicht hinaus. Das Potenzial wäre da gewesen.
Besonders ist es für mich eine riesige Cover Liebe, das Buch ist mir direkt ins Auge gestochen ♡ ich glaube, dadurch und den Klappentext habe ich mit mehr Fokus auf schwarzen Humor gerechnet, durch das Cover mit Ironie, Sarkasmus und Charme.

Trotzdem ist die Geschichte hängen geblieben und ich konnte es auch nicht aus der Hand legen, es hat mich auf seine Weise gefesselt. Gedanklich hänge ich noch zwischen den Stühlen, aber ich würde es jedem empfehlen, die nichts gegen einen literarischen Text mit Figuren haben, mit denen man sich nicht unbedingt identifizieren kann oder will.

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Veröffentlicht am 11.06.2026

Fokus auf Erzählstil

Gifted and Talented
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Es geht um den Zerfall einer magischen Familie und die Frage, welches der Geschwister das Erbe des Milliardenschweren Vaters erhält.

Durch den Begriff "magisch" & Atlas Six habe ich mit etwas anderem ...

Es geht um den Zerfall einer magischen Familie und die Frage, welches der Geschwister das Erbe des Milliardenschweren Vaters erhält.

Durch den Begriff "magisch" & Atlas Six habe ich mit etwas anderem gerechnet bzw mit mehr Magie. Arthur verteilt elektrische Schläge und bringt Lampen zum explodieren. Meredith kann durch Gedankenkraft Menschen beeinflussen, was sie für den Betrug in ihrem Millionenprojekt Chirp benutzt, das Menschen durch einen Chip glücklich machen soll, aber nicht funktioniert. Auf beidem lag kein großer Fokus. Am spannendsten fand ich Eilidhs Fähigkeit, Apokalypsen heraufzubeschwören, was dem Roman düstere Spannung verlieren hat. Dass A und M die Fähigkeiten nur besitzen, weil sie als Teenager danach gegoogelt haben, fand ich wenig. Bei E gibt es keine Erklärung. Auch nicht, ob andere Menschen dazu in der Lage sind.
> Den fantastischen Teil hatte ich mir viel präsenter und auch ausschlaggebend für das Worldbuilding vorgestellt.
> spannend fand ich die sich durch das Buch ziehende Frage: Was ist Glück?

Die erste Hälfte konnte mich leider nicht ganz abholen und fesselnd, weil der Fokus auf innerem Monolog und vor allem seitenlangen Erklärungen eines übergeordneten Erzählers liegt, wodurch so gut wie kein Plot entstehen kann. Literarisch ist es dadurch sehr gut geschrieben, aber es wird sich eben auf die Sprache konzentriert und dann auf die Charakterentwicklung. Letzteres ist eben dadurch gelungen, selten habe ich so eine tiefe Figurenausarbeitung gelesen, was zwar zu Lasten der Handlung ging, aber mich auf einer anderen Ebene stark fesseln konnte, weil mich die unterschiedlichen Figuren und Schicksale sehr gecacht haben.
Alle drei suche  nach Anerkennung und Liebe und finden diese schließlich an ganz anderen Stellen als angenommen.
Das Ende hält einige unerwartete Plot Twists bereit, auch wenn es den Großteil des Buchs erfordert, bis das Testament des Vaters überhaupt verlesen wird.
Überrascht hat mich, dass ich am Ende am meisten an denjenigen Figuren hing, die ich zu Beginn gar nicht sympathisch fand.

> Das Buch ist für diejenigen geeignet, die Charaktere und die Erzählung um des Erzählens Willen zügigem Plot vorziehen. Ich persönlich bleibe etwas zwiegespalten zurück, obwohl es mich im letzten Drittel dann wirklich gefesselt hat.

3.5☆

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