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Veröffentlicht am 11.07.2026

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Unshame
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Vorab: Die Autorin hat einen ganz besonderen SoMe Account, auf dem sie sich für Frauen ausspricht, mit Fokus auf das Körperbild.
Die Befreiung von künstlichen Idealen und der absurden Vorstellung, Körperbilder ...

Vorab: Die Autorin hat einen ganz besonderen SoMe Account, auf dem sie sich für Frauen ausspricht, mit Fokus auf das Körperbild.
Die Befreiung von künstlichen Idealen und der absurden Vorstellung, Körperbilder könnten als Trends bezeichnet werden, sowie das Ja zu sich selbst und die Wertschätzung des eigenen Körpers behandelt Louisa in UNSHAME, einem Aufruf gegen Perfektionszwang.

Als ehemalige Fitnessinfluencerin, die sich täglich mit dem "gut genug" des eigenen Körpers befassen musste, aber nun eine wundervolle Wendung hin zum Ja zu sich selbst hingelegt hat, finde ich das Buch umso authentischer und vor allem unglaublich inspirierend.

Dabei wird ein Blick auf die Schönheitsindustrie und die Gesellschaft gerichtet, die uns tagtäglich einzureden versucht, unser Körper sei ein Makel, den es 24/7 zu beheben gilt. Von der dadurch entstehenden Scham und Unsicherheit profitieren Industrie und Patriarchat, während wir Frauen nur verlieren können. Aus diesem Hamsterrad können wir nur aussteigen, in dem wir unseren Körper nicht länger objektivizieren, sondern als das ansehen, was es ist: einfach nur ein Körper. Und dein Zuhause, das dich beschützt und durch das Leben trägt.

Wie Schönheitsnormen entstehen, kann nur als absurd  und künstlich bezeichnet werden, anderenfalls würde es nicht über die Jahrzehnte derart varrieren. Dies zeigt die Autorin in einem humorvoll-ehrlichen, zugänglichen und vor allem aufrüttelnden Schreibstil. Ich wünschte, das Buch würde bereits in Schulen als Pflichtlektüre ausgelegt.

Der Kontrast zwischen der Darstellung eines Systems, das uns krank und abhängig macht, zu diesem Weckruf, einer Umarmung von der Autorin an uns, ist wahnsinnig stark umgesetzt. Ich liebe wirklich alles daran und bin so froh, dass es Spiegelbestseller wurde und sooo viele Frauen das Buch lesen ♡
Glaubt mir, wenn ich auch sage, dass euch das Buch unglaublich guttun wird 🎀
Filter und Vergleiche auf SoMe werden nämlich auch beleuchtet, womit hier sicher einige (un-)bewusst strugglen 💔

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Veröffentlicht am 11.07.2026

Spannender Twist

Girl Dinner
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Ich liebe liebe liebe die Buchgestaltung, diese Farben, den pinken Schnitt und dazu diese bloody goldene Gabel ♡

Blake hat das gleichzeitig mit Gifted & Talented geschrieben und sagt selbst im Nachwort, ...


Ich liebe liebe liebe die Buchgestaltung, diese Farben, den pinken Schnitt und dazu diese bloody goldene Gabel ♡

Blake hat das gleichzeitig mit Gifted & Talented geschrieben und sagt selbst im Nachwort, dass darauf ihr Fokus lag. Das merkt man mMn auch.
Während man von ihr sehr komplexe, literarische Texte gewöhnt ist, kratzen Wortwahl und Plot hier sehr an der Oberflächlich. Ich weiß, dass sie mehr kann.
Deswegen war besonders der Einstieg für mich gut zum Abschalten.

Die frischgebackene Mutter Sloane kämpft mit der Abwesenheit ihres Mannes und der Wiederkehr ins Berufleben. Sie wird die Leiterin einer Stundenverbindung, in der einige Mädchen nach Halt und Gemeinschaft suchen.
Dieses Gefühl von Schwesternschaft und Zusammenhalt hat mir richtig gut gefallen, auch wenn es dann ins Fanatische kippt.
Das Rollenbild der Frau, ihre Funktion in der Gesellschaft und vermeintlicher Perfektionismus regen zum Nachdenken an.

Es hat mich ein bisschen an die Serie "Scream Queens erinnert".
Doch genau dieser Mystery Vibe hat mir gefehlt, weil es sich sehr lange um das Privatprobleme der beiden Frauen gedreht hat, als würde man eigentlich Gegenwartsliteratur lesen, aber mit einem Verlieren in nicht besonders relevante Nebensächlichkeiten, aber gleichzeitig durch diese bloody Gabel auf dem Cover auf ein Thrillerelement warten - denn das hat mich an der Stange gehalten. Das Warten, das etwas passiert.
Was auch belohnt wird, aber erst im letzten Drittel, was ich schade fand, da das Buch richtig stark gewesen wäre, hätte man es direkt so aufgezogen.

Obwohl das Ende vorhersehbar war, fand ich diesen Punkt richtig spannend und unhinged, die Wendung war für mein positives Lesegefühl ausschlaggebend.

Eine Empfehlung gibt es für diejenigen, denen es nichts ausmacht, lange auf einen Twist hinzufiebern und due sich gern in einem realistischen Alltag von Frauen verlieren, die ihre ganz eigenen issues mit der Gesellschaft haben.

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Veröffentlicht am 11.07.2026

Wow ♡

Halbwach
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Feministische Gegenwartsliteratur ist dieses Jahr definitiv mein Lieblingsgenre ♡
Ich wollte die Autorin unbedingt supporten, sie hat sich unglaublich viel Mühe mit dem Marketing gemacht, sogar einen Trailer ...

Feministische Gegenwartsliteratur ist dieses Jahr definitiv mein Lieblingsgenre ♡
Ich wollte die Autorin unbedingt supporten, sie hat sich unglaublich viel Mühe mit dem Marketing gemacht, sogar einen Trailer gedreht. Sie hat über ihre Prota gepostet, die festen Bez. aus dem Weg geht, und natürlich hat es massenhaft Hatespeech von Incels gehagelt, weil sie nicht kapiert haben, dass es um ein Buch geht - erschreckend in so vieler Hinsicht.

Sophia hatte mich schon mit dem Prolog. Mit der ersten Seite. Und schließlich mit dem ganzen Roman. Der Plot hat mir einfach sooo aus der Seele gesprochen. An dem Genre liebe ich, dass die Frauen sie selbst sein dürfen, unhinged, strugglen und sich gleichzeitig für women support women einsetzen. Hier steht keine Romance im Vordergrund,kein Happy End, denn es geht nicht um irgendwelche Typen, sondern darum, wer man selbst ist, sein will, sein kann. Identität, Reflexion, Suche.

Die Charakterentwicklung hat mir gut gefallen, durch Therapie hat unsere Prota gelernt, dass sie Bindungsängst hat, hervorgerufen durch die Kindheit. Konnte so sehr relaten. Unterstützung Frauen wie Stina und Sandy war so wundervoll. Und als Gegenseite Marie, die noch in den Strukturen alter Rollenbilder hängt, glaubt, einen toxischen bf ändern zu können. Und dann endlich begreift.

Den Love Interest Mael fand ich nicht schrecklich wie ein paar Leserinnen, weil er von Anfang an kommuniziert hat, dass er nichts Festes will. Aber ich fand es schön, dass Zoe sich eingestanden hat, dass sie  nun doch etwas anderes will, völlig legitim, und dass kein happy end erzwungen wurde, sondern jeder in einem anderen Status Quo seiner Entwicklung und Bedürfnisse steht, die sich eine Weile überschneiden, dann nicht mehr.
Liebs, dass diese Bedürfnisse nicht aneinander, sondern an sich selbst angepasst wurden.

Der Vater war ja mal schrecklich omg, hätte am liebsten für Zoe den Kontakt abgebrochen. Schön zu sehen, wie sie ihrer Schwester letztlich die Augen öffnen konnte. Ich habe verstanden, weshalb sie sich von der Familie distanziert hat.

Auch die Buchbranche spielt eine Rolle. Zoe hat einen Bestseller gelandet und soll nun weiter in einem Genre schreiben, das sie nicht mehr fühlt. Sie will sich nicht mehr für den schnelllebigen Markt verbiegen und entscheidet sich dagegen, ein wahnsinnig mutiger Schritt, auch das ganze Manuskript zu löschen, help. Hab es so sehr gefühlt, dieses aktuelle "Wir suchen Ghostwriter für Mainstream, die im Monatstakt abliefern", das so viele in den Burnout treibt.

Sehr stark fand ich, wie ggü ignoranten toxic boys über Feminismus, S3xismus, H0mophobie, Rass1smus aufgeklärt wurde. Und leider viel zu realistisch, dass es die Typen nicht interessiert hat. Man kennts.

Der Schreibstil ist deep, zugänglich, aufwühlend, fesselnd, zT poetisch. Ich habe alles daran geliebt.
Der Roman hat mir unglaublich gut gefallen und ich kann nur eine riesige Leseempfehlung aussprechen ♡

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Veröffentlicht am 03.07.2026

Skurril, fesselnd

She’s a Star!
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In einigen Rezensionen habe ich gelesen, der Roman würde in der zweiten Hälfte in fiebertraumartige Wahnvorstellungen wanken, weshalb ich es mir metaphysischer vorgestellt habe als es war. Ich fand es ...

In einigen Rezensionen habe ich gelesen, der Roman würde in der zweiten Hälfte in fiebertraumartige Wahnvorstellungen wanken, weshalb ich es mir metaphysischer vorgestellt habe als es war. Ich fand es tatsächlich überhaupt nicht wirr, im Gegenteil, mMn zeichnet der Roman von Anfang bis Ende eine klare Linie.
Jess träumt davon, als Star auf der Musical Bühne zu stehen und internationalen Erfolg zu erreichen. Dafür gibt sie alles: ihr Geld, jede freie Minute, ihre mentale Gesundheit, ihren Körper.
Wie die Autorin sagt, wirft das Buch ein schlechtes Licht auf die Branche, was wohl nicht kollektiv gemeint ist. Jess wird bis zuletzt ausgenutzt - physisch, psychisch, monetär. Sie fühlt sich wie ein Esel, dem man eine Karotte an einer Schnur hinhält, genau so habe ich es auch empfunden. Sie kämpft für ihren Traum, wobei es niemand wagt, ihr die Wahrheit zu sagen, dass sie nicht singen kann, nicht einmal die Gesangslehrerin, die den letzten Cent aus ihr herausquetscht. Die Hinhaltetaktiken der Vorgesetzten waren schlicht grausam. Jessamyns Verhalten wurde immer fanatischer, wobei man nachvollziehen konnte, weshalb ihre Nerven irgendwann reißen. Natürlich nicht in diesem Ausmaß, weshalb mich ein Epilog brennend interessiert hätte, es bleibt halbwegs offen.

Ihre Beziehung zu Männern wurde mMn wahnsinnig spannend dargestellt. Vidhal, der sie kaufen will, aber nicht wirklich unterstützen, denn sie soll nicht unabhängig von ihm sein können oder gar besser. Anton, der fanatische Fan, der sie anbetet, aber nur, wenn sie ist wie er es gern hätte. Während Vidhal physische G3walt auf sie wirkt, benutzt Anton physische. Zwei Seiten einer Münze, die grausamer nicht sein könnten.
Zwar sagt sie sich nicht los, doch verschwindet zumindest aus unangenehmen Situationen. Leider scheinen die Männer ihre einzigen Ansprechpersonen zu sein.

Auf den ersten Blick wirkt Jess egozentrisch, narzisstisch und schwierig. Auf den zweiten Blick hingegen wie eine verletzte Frau, die nichts anderes kennt, als sich gegenüber Männern, die sie nur ausnutzen und kleinmachen, zu behaupten. Unschön fand ich ihr Verhalten gegenüber Samantha, verstand aber auch, dass sie es unfair fand, dass Sam überhaupt nicht geübt hat, ihren Text nicht konnte und nur auf ihr Handy gestarrt hat, während Jess sich derart ins Zeug gelegt hat.
Ihr heftiges Verhalten zum Ende hin habe ich nicht erwartet und gleichzeitig hat es nicht überrascht, die Fanatik rund gemacht.
Sprachlich hat es mir unglaublich gut gefallen. Es war emotional, direkt, übertrieben, skurril, eitel, narzisstisch, verletzlich, besonders und vor allem heftig in vielerlei Hinsicht.
Meine Erwartungen wurden definitiv erfüllt. Ein Roman über eine Frau, die alles gibt, um über sich und die Grenzen der Gesellschaft hinauszuwachsen - einschließlich sich selbst.

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Reale Begebenheiten

Eigentlich wollte ich das nicht schreiben
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Zunächst: Das Buch beruht auf einer wahren Begebenheit. In THE TIDAL YEAE verarbeitete die Autorin den plötzlichen T0d ihres Bruders in einem Memoir, das unerwartet großen Erfolg in der Buchbranche genoss.
Über ...

Zunächst: Das Buch beruht auf einer wahren Begebenheit. In THE TIDAL YEAE verarbeitete die Autorin den plötzlichen T0d ihres Bruders in einem Memoir, das unerwartet großen Erfolg in der Buchbranche genoss.
Über diesen Prozess schreibt sie nun:

Trotz des sommerlichen Covers ist der Ausgangspunkt tragisch: nach dem T0d ihrer Schwester schreibt Nola ein Buch über ihren Kummer, wie sie damit umgeht, wobei ihre ganze Familie zwischen den Zeilen eine zunehmend größer werdende Rolle spielt.
Nola ist jemand, der Gefühle und Gedanken nicht offen anspricht, sondern Auseinandersetzung aus dem Weg geht. Das kann man jetzt so oder so sehen, aber ich finde nicht, dass sie als schwieriger Charakter abgestempelt werden sollte, weil sie nicht einer Normvorstellung entspricht. Dass sie sich eher schriftlich ausdrücken kann, kann ich voll und ganz nachvollziehen. Und wenn man sich die Familie anschaut, hat sie ein gesundes Miteinander auch nie gelernt.
Ein Familienmitglied erhebt Klage, als es zur Buchverfilmung kommen soll, und nun gilt es herauszufinden, wer dahinter steckt. Und genau das meine: Warum nicht Nola direkt darauf ansprechen? Warum muss immer alles hinter dem Rücken geschehen?
Gerade wegen diesen menschlichen "Schwächen" war der Roman für mich so greifbar und authentisch. Besonders die Schwesternbeziehung hat mir ein bisschen sehr das Herz gebrochen.
Spannend fand ich auch die moralische Frage, wer bei einer solchen Verfilmung/Verschriftlichung Mitspracherecht hat. Natürlich erlebte jeder die Verstorbene anders und ist nun verletzt oder wütend, dass diese eine ganz bestimmte Perspektive an die Öffentlichkeit dringt. Obwohl Erinnerungen nun einmal verzerrt sind und es hier kein richtig oder falsch geben kann und man sich auch ganz sicher intern nicht einig würde. Da denke ich mir auch so ein bisschen, dann schreibt doch eure eigene Denkweise auf oder bringt es als Medium heraus, anstatt Nola für ihre zu kritisieren. Ich glaube, letztlich waren alle einfach nur wahnsinnig verletzt und konnten werder damit umgehen, noch es richtig ausdrücken.
Die Trauerbewältigung hat mir Tränen in die Augen getrieben. All das Ungesagte, all das, was zwischen einem stand und nicht mehr gelöst werden kann. Ich fand es von Nola sehr mutig, den Weg der Verschriftlichung zu gehen, fast schon als Therapieform.
Ich konnte mir auch einige Zitate markieren. Der Stil war teils zugänglich, teils das komplette Gegenteil (zT hatte ich auch meine Schwierigkeiten mit dem Text), aber genau deswegen hat es mich beschäftigt und zum Nachdenken angeregt. Weil ich letztlich nicht sagen konnte, das ist ein großartiger Roman oder er hätte mir nicht so gut gefallen, sondern stattdessen ein Gefühl zurückgeblieben ist, das in keine Schublade passt, aber mich bewegt hat, und ich glaube, genau das macht  es aus und gut.
Beim Lesen sollte man auf jeden Fall Abstand davon nehmen, Figuren und deren Denkweise in eine moralische Schublade sortieren zu wollen, weil Gefallenwollen im klassischen Sinne nicht das ist, was das Buch mMn möchte :)

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