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Veröffentlicht am 23.03.2026

Die Rezension ist auf die englische Version der Schmuckausgabe bezogen: Highlight

Emily Brontë, Sturmhöhe
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Die Rezension ist auf die englische Version der Schmuckausgabe bezogen

WUTHERING HEIGHTS ist und bleibt mein Lieblingsbuch.
Ich habe mich bewusst für die englische Ausgabe entschieden und finde es großartig, ...

Die Rezension ist auf die englische Version der Schmuckausgabe bezogen

WUTHERING HEIGHTS ist und bleibt mein Lieblingsbuch.
Ich habe mich bewusst für die englische Ausgabe entschieden und finde es großartig, dass der Verlag beide Versionen als Schmuckausgabe neu herausgebracht hat. Die deutsche Ausgabe ist in einfacherem Deutsch geschrieben als frühere Varianten, was mir beim Reinblättern so ein bisschen die literarisch-deepe Atmosphäre genommen hat.
Die englische Ausgabe hingegen bleibt natürlich originaltreu. Aus diesem Grund sind Akzente wie der Yorkshire-Dialekt bei Joseph nicht ganz einfach zu verstehen und oft eher aus dem Kontext zu schließen, wodurch es allerdings um einiges authentischer ist als wenn die verschiedenen Gesellschaftsschichten unabhängig von Stand und Herkunft einheitlich reden würden.
Die Gestaltung ist ein Traum, ich liebe diese Ausgabe unglaublich!

Sowohl beim Lesen als auch beim Rezensieren darf man nicht vergessen, dass der Roman 1847 publiziert wurde und das auch noch unter männlichem Pseudonym. Aus diesem Grund finde ich es schwierig, es aus moderner Sicht zu lesen. So ziemlich jeder Charakter ist toxisch, schwierig, egozentrisch, aber auch unglaublich tief und authentisch. Die Autorin zeigt die Abgründe des Menschen wie kaum jemand zu dieser Zeit auf. In meinen Augen heben sich die Schattenseiten der Figuren auch so ein bisschen dadurch auf, dass ja alle irgendwie furchtbar sind und keiner ein Symphathieträger sein soll. Deswegen kann man schwer sagen, x behandelt y grauenhaft, weil y x eben genauso behandelt, die Opferrolle also durch die breitgefächerte Täterrolle fast wegfällt.
Es ist keine Liebesgeschichte, sondern Gothic Horror. Manche Stellen sind unheimlich und verstörend. Durch den ganzen Plot zieht sich eine drückende, düstere Atmosphäre, ausgehend von Figuren, Epoche und dem Setting der nebligen englischen Mooren. Dass H und C nicht so einfach zusammen sein können, ist hinsichtlich ihres jeweiligen Standes absolut nachvollziehbar. Immer, wenn sie sich gegen ihn entscheidet, bricht sie sich damit genauso sehr das Herz wie ihm. Aber was bleibt ihr übrig - auf die Straße gesetzt werden mit ihm und hoffen, dass er sie beide irgendwie durchbringt, ohne Unterschlupf, ohne Vermögen? Schwierig.
Auch Heathcliffs Verbitterung ist nachzuvollziehen, er versucht stets mehr zu sein als er ist, um gut genug für Cathy zu sein, gut genug für sich. Am Ende schlägt er natürlich richtig heftig über sie Stränge und lässt seine Wut an buchstäblich jedem aus, sein Schmerz frisst ihn auf.
Ich liebe die bildgewaltige, poetische, atmosphärische Sprache, die deepen Quotes, he's more myself than I am, die mMn. im Deutschen gar nicht so richtig eingefangen werden können. Das Ende ist wie der Rest der Geschichte kein rosa Bubblegum, es hätte kaum anders enden können und lässt einen mit Grauen und Tränen zurück, ist aber genau richtig, wenn auch auf vielen Ebenen verstörend. Obwohl sie so toxisch und zerstörerisch ist, kommt die Verbindung zwischen H und C kaum einer anderen in der Literatur gleich. Ich habe den Roman das erste Mal mit 13 Jahren gelesen, heute mit anderen Augen als damals, aber er berührt mich noch immer genauso. Große Leseempfehlung, wenn man sich vorab damit auseinandersetzt, worauf man sich einlässt, und natürlich vom aktuellen Film differenziert.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Vermisse die Figuren jetzt schon, toller Abschluss

Guardian 3. Das große Siegel
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Der letzte Band der Trilogie - ich habe die Reihe unglaublich geliebt und würde jederzeit wieder Romane der Autorin lesen, vermutlich sogar, ohne den Klappentext zu kennen.
Auch hier wurde ich durchgehend ...

Der letzte Band der Trilogie - ich habe die Reihe unglaublich geliebt und würde jederzeit wieder Romane der Autorin lesen, vermutlich sogar, ohne den Klappentext zu kennen.
Auch hier wurde ich durchgehend von überraschenden Wendungen und Settings überrascht und konnte bis zum Ende mitfiebern. In diesem Teil war mit der "tell statt show"-Part anfangs zu hoch, es gab unglaublich viele Hintergrundinformationen und Erklärungen, denen ich nicht immer ganz folgen konnte, die aber nötig waren, um alle Fragen zu klären - hier blieb nämlich nichts offen. Allerdings waren diese Stellen für mich aufgrund der langen Monologe etwas langatmig.
Die Figuren und den Plot habe ich wieder unglaublich geliebt. Das Worldbuilding ist perfekt ausgearbeitet, als wäre man vor Ort, wenngleich ich hier die Nebenstories nicht ganz mit der Haupthandlung in Verbindung bringen konnte. Der Showdown in der Unterwelt war absolut spannend und auch die Parts in unserer Welt wundervoll. Das liegt vor allem an den gleichermaßen skurrilen wie authentischen Figuren, die man trotz der vielen chinesischen Namen durch die ausgeprägten Eigenarten sehr gut auseinander halten konnte. Hinten befindet sich zudem ein Glossar, z.T. illustriert, in dem man ggf. nachschlagen kann.
Die Lovestory der Reihe hat mich so mitgerissen wie kaum eine, die gegensätzlichen jungen Männer haben durch ihre riesigen charakterlichen Unterschiede perfekt zusammengepasst und es war so erholsam, dass es keine Miskommunikation gab, sondern sich nach kurzen Streitereien direkt wieder versöhnt wurde, weil sie sich so unglaublich geliebt haben. Die jahrtausendealte Backgroundstory, die sich über die Bände entfaltet, machen es zu einer der deepsten, mitreißensten Liebesgeschichten.
Der Roman war bildgewaltig, humorvoll, atmosphärisch, mystisch-düster und spannend geschrieben. Ich habe die Reihe von Anfang bis Ende in mein Herz geschlossen und kann sie wärmstens empfehlen. Highlight-Reihe!

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Für Fans von Crimson Peak

Die Frauen von Faraday House
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Der Roman ist mein bisheriges Jahreshighlight, zum Ende hin habe ich es bis morgens durchgelesen, generell war es schwierig, es aus der Hand zu legen.
Emeline wird an einen rätselhaften Captain in einem ...

Der Roman ist mein bisheriges Jahreshighlight, zum Ende hin habe ich es bis morgens durchgelesen, generell war es schwierig, es aus der Hand zu legen.
Emeline wird an einen rätselhaften Captain in einem abgelegenen Herrenhaus verheiratet - doch als sie ankommt, lebt dessen aktuelle Frau noch. Beinahe.

Es wurde beworben mit Fans des Films Crimson Peak - dem kann ich zu 100 % zustimmen. Allerdings waren die Überschneidungen z. T. so identisch, dass ich von Anfang an wusste, was mit den Frauen passiert, weil es in der Umsetzung genauso ablief. Auch mit der Verstorbenen, die die anderen warnt etc. Hab es aber trzd geliebt, weil ich den Film liebe.

Der Plot spielt 1816, deswegen mag Emeline hin und wieder zwar etwas naiv wirken, aber authentisch für die Zeit. Ich habe permanent mit ihr und Georgina gefiebert und wusste bis zuletzt kaum, wem ich vertrauen kann. Ihr future-husband Grave war schwer einzuschätzen, er kam mMn zu wenig vor, obwohl sie ihn heiraten soll. Dem Reverand habe ich misstraut, einfach iwie allen haha, und zum Ende hat mich die fehlende Kommunikation gestört. Trzd mochte ich ihn als Figur total gern, er hat perfekt in die neblige, mysteriöse Stimmung gepasst.

Ich bin ein Angsthase & musste immer nach dem Lesen mit Nachtlicht schlafen haha, der Spuk ging mir extrem unter die Haus, ich war emotional absolut deep im Plot drin.
Der rote Faden und die Spannung blieben konstant sehr sehr hoch, jede Seite hat mich gefesselt, jedes einzelne Schicksal, jede Figur, der Schreibstil, die düstere Atmosphäre, der Wahnsinn.
Das Ende war perfekt.

Recency-Gothic in seiner Bestform. Eine große Leseempfehlung ♡

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Veröffentlicht am 09.03.2026

hochemotional, fesselnd, poetisch

Till the End of the Moon 2
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Die Reihe ist und bleibt einfach ein optisches Highlight - sowohl innen als auch außen. Wie schön kann ein Buch gestaltet sein? Love it.
Man wird direkt wieder in die Handlung geworfen, d.h. man sollte ...

Die Reihe ist und bleibt einfach ein optisches Highlight - sowohl innen als auch außen. Wie schön kann ein Buch gestaltet sein? Love it.
Man wird direkt wieder in die Handlung geworfen, d.h. man sollte beim Lesen Bd. 1 noch halbwegs im Kopf haben. Dadurch hatte es von Anfang an eine Sogwirkung, weil es einfach sehr spannend und emotional beginnt - und das auch anhält. Der Schreibstil überzeugt vor allem durch die Atmosphäre.
Natürlich tauchen wieder viele Personennamen auf, Mythologie und mythologische Elemente/Wesen sowie chinesische Begriffe, aber das kann man alles in einem sehr umfangreichen Glossar nachschlagen, sodass es keine Verständnisprobleme gab.
Besonders liebe ich an den asiatischen Romanen bei Bramble das riesige Worldbuilding. Es ist bis ins kleinste Detail ausgestaltet und so authentisch, als würde man einen Film sehen. Durch das Setting kommt dazu, dass man nicht das Gefühl hat, alles schon zig mal gelesen zu haben - sondern überhaupt nicht. Jede Seite überzeugt mit etwas Neuem, wodurch ich die asiatische Romantasy/Romance für mich entdeckt habe.
Die Lovestory überzeugt durch tension, ist aber so slow burn angelegt, dass über beide Bände noch immer eine Entwicklung stattfand - Li Susu muss Tantai Jin erst einmal Emotionen und Gefühle lehren, noch wird er nicht ganz warm mit ihr, aber sie bemüht sich :D Deswegen liebe ich auch die Flashbacks in die Vergangenheit so sehr, wobei ich manchmal auf den ersten Blick nicht direkt verstanden habe, in welcher Zeit wir uns befinden, das wird dann erst durch den Kontext klar. Sie ist eine willensstarke Prota und er versucht sie loszuwerden, bringt es dann aber doch nicht so ganz über sich. Ihre Beziehung ist auf mehreren Ebenen vielschichtig und schwankt so sehr zwischen Vertrauen und Misstrauen, dass es sich eben nur ganz langsam aufbauen kann und dadurch umso überzeugender ist.
Insgesamt kam auch einiges unerwartet, sodass ich permanent gefesselt war. Auch die Nebenfiguren bekommen in Bd 2 mehr Raum. Für ein Highlight hat es nicht ganz gereicht, trotzdem kann ich das Buch jedem empfehlen, der Lust auf eine komplexe, detaillierte Welt in poetisch-spannender Sprache hat und eine emotionale, authentische Lovestory, von der ich wirklich nicht weiß, wie sie eine 180 Grad Wendung hinlegen soll :D Es bleibt spannend!

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Veröffentlicht am 09.03.2026

überraschend, philosophisch, märchenhaft

The Empress of Salt and Fortune: (Die Chroniken von Chih)
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Zu Beginn hat mich der Plot etwas verwirrt, jedoch hat er sich schnell zur Klarheit entfaltet, sodass es ein bisschen wie eine Art Krimi war, dessen rote Fäden es zu lösen galt. Es zieht sich das Gefühl ...

Zu Beginn hat mich der Plot etwas verwirrt, jedoch hat er sich schnell zur Klarheit entfaltet, sodass es ein bisschen wie eine Art Krimi war, dessen rote Fäden es zu lösen galt. Es zieht sich das Gefühl durch die Seiten, ein Märchen zu lesen, besonders durch die Rückblenden und die einleitenden Beschreibungen besonderer Gegenstände wie Schmuck, zunächst scheinbar ohne Kontext, aber sehr poetisch, fast traumhaft.

Die Schrift ist sehr groß gehalten, wrsl um die Novelle etwas zu strecken, aber ich fand es zwischen den eng geschriebenen normalen Romanen tatsächlich einmal ganz entspannt. Trotzdem ist der Plot eng und zügig, es gibt keine Längen o. Ä. Dadurch gewinnt man den Eindruck, selbst auf wenigen Seiten viel mehr zu erleben als in manchen Romanen.

Vor allem die Story um die Kaiserin hat mich gefesselt bzw die Reise in die Vergangenheit, auch ihre eigene, die nach und nach offenbart wird. Anfangs hat sie in der Gegenwart immer wieder gefragt "verstehst du?" und mir ging es genau wie Chih, ich hatte zunächst wirklich keine Ahnung, worauf sie hinaus will. Vieles hat sich für mich erst durch die Kommentare in der Leserunde aufgeklärt. Ich liebe die Idee, dass Chih durch das Land reist und Geschichten sammelt, das hat die Grundidee zu etwas ganz Besonderem gemacht. In-Yo ist mir mit Verlauf der Geschichte immer mehr ans Herz gewachsen. Sie ist wahnsinnig intelligent und ich war durchweg neugierig, wie sie in ihre Situation in der Gegenwart gekommen ist. Mit der Auflösung hätte ich stellenweise nicht gerechnet. Female Rage und Feminismus spielten eine große Rolle. Hin und wieder war die Storyline richtig traurig, damit habe ich nicht gerechnet. Es war ein bisschen wie eine philosophische Gleichung, vom Lesen her, in Kombination von Gestaltung und Schreibstil. Trotz der wenigen Seiten sind mir die Figuren schnell ans Herz gewachsen.

Insgesamt fand ich die Novelle wirklich gut gelungen, sie hat mich positiv überrascht und ist hängen geblieben.

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