Spannende Göttergeschichte
A Curse so Divine – Die Nacht, die uns verschlingtLigeia lebt in einem Land, in dem durch einen Fluch immerwährende Nacht herrscht. Ihr größter Wunsch ist es, diesen Fluch eines Tages zu brechen. Doch auch in ihrem alltäglichen Leben hat sie Herausforderungen ...
Ligeia lebt in einem Land, in dem durch einen Fluch immerwährende Nacht herrscht. Ihr größter Wunsch ist es, diesen Fluch eines Tages zu brechen. Doch auch in ihrem alltäglichen Leben hat sie Herausforderungen zu bewältigen: In ihrer eigentlichen Heimatstadt Aethra wird sie nur als Frau geduldet, wenn sie einen männlichen Beistand hat. So musste sie nach dem Tod ihres Vaters die Stadt verlassen und konnte auch nicht an der Akademie der alten Kunst studieren und beruflich später Feldforschung betreiben.
Außerhalb von Aethra findet sie Zuflucht in der Mispel, in der Frauen ihre Dienste anbieten und erforscht die Ruinen in der Umgebung auf eigene Faust. Bei einer dieser Erkundungstouren stößt sie auf das scheinbare Grab eines mysteriösen Gottes. Sie erweckt Apsinthion und erhofft sich einem Wunsch von ihm. Dieser hat jedoch fast sämtliche Erinnerungen an sein Leben verloren und scheinbar die letzten 700 Jahre schlafend und verborgen in den Tiefen der Ruine verbracht. Auch den Zugriff auf seine göttlichen Kräfte hat er verloren. Ligeia bietet an, dem Gott zu helfen, damit er ihr im Gegenzug durch das Wiedererlangen seiner göttlichen Kräfte ihrem Wunsch stattgeben kann.
Sie täuschen eine Verlobung vor, damit Ligeia wieder in die Stadt einreisen und zusammen mit Apsinthion an der Alten Akademie studieren kann, um dort das gesammelte alte Wissen nach hilfreichen Ratschlägen zu durchsuchen.
Doch die Alte Akademie hat sich seit ihrer Kindheit und der Anstellung ihres Vaters dort verändert. Das Regelwerk wird strenger ausgelegt und Ligeia fast feindselig aufgenommen. Nur Dank eines alten Vertraten darf sie an der Akademie bleiben – als diesem etwas zustößt, merkt Ligeia endgültig, dass sie in einen Strudel von Geheimnissen geraten ist, die ihr und dem Gott an ihrer Seite schnell gefährlich werden können …
Die von Emily Bähr erschaffene Welt fand ich wahnsinnig faszinierend. Namen und Beschreibungen waren teilweise an das Römische Reich angelehnt, was ich im Fantasysetting leider kaum lese. Umso besser hat es mir hier gefallen.
Ligeia ist eine Kämpferin, die täglich mit Vorurteilen konfrontiert wird. Eine Frau soll schuld an dem Fluch der immerwährenden Nacht sein, was als Grund für die allgemeine Unterdrückung von Frauen angegeben wird. Nur mit einem Verlobten darf Ligeia ihre geliebte Stadt Aethra wieder betreten. Außerdem ist sie die einzige Frau an der Akademie und wird auch dort beständig unterschätzt und diskriminiert. Das war teilweise bedrückend zu lesen. Umso schöner zu lesen war die Resilienz, mit der Ligeia diese Situation meistert und trotz Rückschlägen weiterkämpft. Tatsächlich ist häufig Apsinthion derjenige, der auf Ligeias Hilfe angewiesen ist – eine Umkehr von der häufig erzählten Geschichte, in der der Gott den dominanteren Part übernimmt. Allerdings ist Apsinthion auch nicht im Besitz seiner Kräfte.
Gestört haben mich besonders im Mittelteil langatmige Stellen. Die Geschichte verlief trotz gelegentlichen Spannungsmomenten eher gemächlich und Fragen wurden erst zum Ende beantwortet.
A Curse so Divine ist eine Göttergeschichte mit interessantem Wordbuilding und einer tollen Protagonistin, hat jedoch auch einige Schwächen im Spannungsaufbau.