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Veröffentlicht am 25.07.2025

Drei Leben, drei Wege

Was wir sind
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Meine Meinung

Ich habe das Hörbuch „Was wir sind“ von Anna Hope im Rahmen einer LB-Hörrunde gehört und habe mich gut unterhalten gefühlt. Die Geschichte dreht sich um drei Frauen – Hannah, Cate und Lissa ...

Meine Meinung

Ich habe das Hörbuch „Was wir sind“ von Anna Hope im Rahmen einer LB-Hörrunde gehört und habe mich gut unterhalten gefühlt. Die Geschichte dreht sich um drei Frauen – Hannah, Cate und Lissa – die schon lange befreundet sind. Ich habe zu Beginn etwas gebraucht, die einzelnen Protagonistinnen mit ihrem Leben auseinanderzuhalten,das wurde aber besser, je mehr man erfuhr.
Sie sind Anfang vierzig und jede von ihnen steckt gerade in einer anderen Lebensphase. Hannah wünscht sich ein Kind, Cate ist frischgebackene Mutter und fühlt sich überfordert, und Lissa versucht, als Schauspielerin Fuß zu fassen, bleibt aber erfolglos. Ich finde es geht viel um Fragen wie: Was macht ein erfülltes Leben aus? Was erwarten andere von mir? Und was will ich selbst eigentlich?

Mir hat gefallen, dass der Roman ruhig erzählt ist und die Figuren ernst genommen werden. Es geht darum (deshalb auch sehr authentisch) was viele Menschen in diesem Alter beschäftigt. Trotzdem muss ich sagen, dass ich mit den drei Frauen nicht richtig warm geworden bin. Sie wirken oft verschlossen und sehr mit sich selbst beschäftigt. Besonders Hannah und Lissa fand ich teilweise anstrengend. Ich konnte mich nicht wirklich in sie hineinversetzen.

Die Stimme von Julia Meier, die das Hörbuch spricht, fand ich angenehm. Sie liest ruhig, klar und ohne viel Schnörkel. Das passt gut zum Stil des Buches. Auch wenn man schneller hört (z.B. 1,5), bleibt sie gut verständlich. Ich fand es gut, dass sie nicht übertrieben emotional liest, sondern dem Text seinen Raum lässt.

Insgesamt ist „Was wir sind“ ein ruhiges, nachdenkliches Hörbuch. Es geht um Freundschaft, Lebenswege und die Frage, was aus Träumen wird, wenn man älter wird. Für mich war es kein leichtes, aber ein ehrliches Hörbuch, das zum Nachdenken anregt.


Über die Autorin

Anna Hope wurde 1974 in Manchester geboren. Sie studierte Englische Literatur in Oxford und Schauspiel an der Royal Academy of Dramatic Art. 2014 stand sie mit "Wake" auf der Shortlist des National Book Award für den besten Debütroman. Anna Hope lebt in Sussex, südlich von London. Bei Hanser erschienen ihre Romane Was wir sind (2020) und Der weiße Fels (2023).



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Veröffentlicht am 23.07.2025

Raus aus der Erschöpfung!

Die entspannte Frau
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Meine Meinung

„Die entspannte Frau“ von Nicola Jane Hobbs ist ein ruhiges und unaufgeregtes Buch über Selbstfürsorge und innere Balance. Ich bin eher zufällig darauf gestoßen und hatte zunächst keine ...

Meine Meinung

„Die entspannte Frau“ von Nicola Jane Hobbs ist ein ruhiges und unaufgeregtes Buch über Selbstfürsorge und innere Balance. Ich bin eher zufällig darauf gestoßen und hatte zunächst keine besonderen Erwartungen. Beim Lesen habe ich schnell gemerkt, dass es nicht um neue Ziele oder Selbstoptimierung geht sondern darum die ständige Anspannung zu hinterfragen und sich selbst mit mehr Klarheit und Nachsicht zu begegnen.

Was mich persönlich überzeugt hat war der durchgehend ehrliche Ton. Es gibt keine Ratschläge von oben herab sondern eine Einladung die eigenen Muster zu erkennen ohne Druck. Vieles war für mich unmittelbar nachvollziehbar vor allem das Thema permanenter innerer Kontrolle. Die Autorin beschreibt diesen Zustand sehr treffend ohne ihn zu dramatisieren.

Die Übungen im Buch sind eher Angebote als Anleitungen. Sie setzen keine Vorkenntnisse voraus und verlangen keine perfekte Umsetzung.

Ich würde das Buch Frauen empfehlen die viel leisten sich aber innerlich leer fühlen ohne genau zu wissen warum. Es gibt keine schnellen Lösungen aber eine andere Sichtweise auf Themen wie Erschöpfung Druck und Selbstachtung. Gerade weil es so schlicht geschrieben ist wirkt es nach.



Klappentext

Obwohl wir die negativen Folgen von Stress und Mehrfachbelastung nur zu gut kennen, haben Ruhe und Erholung in unserer hektischen Welt immer noch einen zu geringen Stellenwert. Nicola Jane Hobbs räumt mit dem Mythos auf, dass Entspannung faul und egoistisch sei. Denn gezieltes Ausruhen und Freiräume sind die Voraussetzung dafür, dass Frauen ihr volles Potenzial entfalten und erfüllt leben.

In sechs Schritten zeigt sie einen neuen Weg auf, wie Frauen Kraft schöpfen, um für sich selbst und andere sorgen zu können. Ihr Buch ist eine Einladung zur Entschleunigung. Es ist ein Aufruf zum Handeln, damit Entspannung und Ruhe zu einem wichtigen Teil unseres Lebens werden. Es ist die Chance, uns von Stress und toxischer Produktivität zu befreien, patriarchale Normen zu durchbrechen und die Art und Weise zu verändern, wie wir leben, lieben, arbeiten.


Über die Autorin

Nicola Jane Hobbs ist als Ernährungsberaterin und Yogalehrerin tätig und lebt in Brighton. Sie hat Psychologie mit Schwerpunkt Ess-und Bewegungspsychologie und posttraumatisches Wachstum studiert. Als Teenager kämpfte sie jahrelang mit Magersucht und Depressionen. Yoga hat ihr dabei geholfen, ihre Probleme zu überwinden und einen tiefen inneren Frieden zu finden. Dieses Wissen will die Autorin in ihren Kursen und Büchern weitergeben. Ihr Ziel ist es, anderen Menschen dabei zu helfen, mehr Vertrauen in sich selbst und den eigenen Körper zu haben und an Herausforderungen zu wachsen.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Ein etwas anderer Krimi - Kriminalpoesie

41'285 km² Verbrechen
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Meine Meinung

„41 285 km² Verbrechen“ ist kein gewöhnlicher Krimi. Statt einer durchgehenden Geschichte bekommt man viele sehr kurze Texte die oft nur ein paar Zeilen lang sind. Jeder erzählt eine kleine ...

Meine Meinung

„41 285 km² Verbrechen“ ist kein gewöhnlicher Krimi. Statt einer durchgehenden Geschichte bekommt man viele sehr kurze Texte die oft nur ein paar Zeilen lang sind. Jeder erzählt eine kleine Szene ein Verdacht ein Verbrechen ein seltsamer Moment. Manchmal versteht man sofort worum es geht manchmal bleibt vieles offen.

Am Anfang war ich unsicher was ich damit anfangen soll. Doch nach und nach hat mich die ungewöhnliche Form überzeugt. Die Texte sind knapp aber oft sehr treffend. Sie regen zum Nachdenken an und bleiben im Kopf. Manche sind witzig andere eher düster oder rätselhaft.

Das Buch lässt sich gut Stück für Stück lesen. Es ist nichts für Leute die eine durchgehende Handlung oder klassische Spannung erwarten. Aber wenn man Lust auf etwas anderes hat ist es eine spannende Sammlung die auf ihre eigene Weise fesselt. Für mich war es ein überraschendes und originelles Leseerlebnis.


Klappentext

Ob in den eigenen vier Wänden, am Arbeitsplatz, bei einem Spaziergang im Wald oder in den Weiten des Internets – Verbrechen geschehen überall und zu jeder Zeit. Kommissär Müller und Detektivwachtmeisterin Gülay Sermeter von der Basler Kriminalpolizei und Bucher Manfred von der Polizei Zürich haben sich dem Kampf gegen die Gesetzlosigkeit verschrieben und berichten in poetischer Form von Hunderten Kriminalfällen aus allen Ecken der Schweiz. Kurzkrimis einmal völlig anders!


Über den Autor

Raphael Zehnder wurde 1963 in Baden AG geboren und verdiente sein Geld als Schallplattenverkäufer, Nachtwächter und Musikjournalist, bevor er in französischer Sprach- und Literaturwissenschaft promovierte. Er arbeitet als Redaktor beim Schweizer Radio und Fernsehen SRF. 2015 wurde er mit dem »Zürcher Krimipreis« ausgezeichnet. www.raphaelzehnder.ch

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Rückkehr und Neubeginn

Ein Morgen mit dir
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Meine Meinung und Inhalt

Ich habe "Ein Morgen mit dir" gelesen und es ist für mich ein ruhiger, gefühlvoller Roman. Die Geschichte begleitet die Protagonistin Saskia, die ihre Karriere in Hamburg unterbricht, ...

Meine Meinung und Inhalt

Ich habe "Ein Morgen mit dir" gelesen und es ist für mich ein ruhiger, gefühlvoller Roman. Die Geschichte begleitet die Protagonistin Saskia, die ihre Karriere in Hamburg unterbricht, um sich um ihren demenzkranken Vater zu kümmern. Dabei wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und beginnt, ihr Leben neu zu hinterfragen. Eine Frage, wie ich fine, die man sich vielleicht selbst auch mal stellt / gestellt hat und oder stellen sollte ?!

Der Schreibstil ist leicht und angenehm. Die Szenen im Dorf sind stimmungsvoll beschrieben. Die Atmosphäre wirkt warm und glaubwürdig. Man merkt, dass das Buch Trost und Vertrautheit vermitteln will.Trotzdem bleibt die Hauptfigur oft distanziert. Ihre Entwicklung wirkt zurückhaltend. Vieles läuft in klaren Bahnen. Überraschungen gibt es kaum bis wenig. Einige Figuren sind sympathisch, aber vorhersehbar gezeichnet.

Das Buch eignet sich gut für ruhige Lesestunden. Wer Tiefe und Komplexität sucht, wird hier eher nicht fündig. Für ein paar Stunden Auszeit funktioniert es. Nicht mehr, nicht weniger.


Klappentext

Was ist »zu Hause«? Der Ort, an dem wir jetzt leben? Oder der Ort, an dem wir als Kind aufgewachsen sind? Das fragt sich Saskia, während sie unfreiwillig sechs Wochen in ihrem Heimatstädtchen verbringt, weil sie sich um ihren kranken Vater kümmern muss. Was als Notfalleinsatz geplant war, entwickelt sich jedoch zu einer Erfahrung, die Saskias gesamtes bisheriges Leben umkrempelt und sie schließlich vor eine große Entscheidung stellt: gehen oder bleiben? Eine Frage, die sich nicht nur mit dem Kopf beantworten lässt, sondern vor allem: mit dem Herzen.


Über die Autorinnen

Schwerstern-Power: Anne Hertz ist das Pseudonym des Autorenduos Frauke Scheunemann und Wiebke Lorenz. Frauke und Wiebke sind Schwestern, die beide in Düsseldorf geboren wurden. Frauke wurde 1969 geboren, Wiebke erblickte das Licht der Welt 3 Jahre später. Bevor beide Schwestern als Journalisten arbeiteten, studierte Frauke Jura und ist promovierte Juristin, während Wiebke Anglistik studierte. Seit 2002 arbeiten sie zusammen als Autorinnen. Sie widmeten sich Liebesromanen und sind aus diesem Genre mittlerweile garnicht mehr wegzudenken. Beide leben heute gemeinsam in einem Haus in Hamburg.


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Veröffentlicht am 21.07.2025

Ein Reality-Format mit Abgrund

Die Festung
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Meine Meinung und Inhalt

„Die Festung“ von L. D. Smithson war für mich kein typischer Thriller. Statt schneller Action und bekannten Spannungselementen bietet das Buch eine Mischung aus Kritik an Reality-TV, ...

Meine Meinung und Inhalt

„Die Festung“ von L. D. Smithson war für mich kein typischer Thriller. Statt schneller Action und bekannten Spannungselementen bietet das Buch eine Mischung aus Kritik an Reality-TV, familiären Problemen und psychologischer Tiefe. Man könnte es auch Beschreibung als eine Mischung aus Reality-Show, Escape Room und Thriller.

Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Bonnie und Clara. Sie kämpfen mit dem Verlust ihrer Mutter und ungelösten Konflikten. Bonnie nimmt unter Claras Namen an einer TV-Show teil, die sich bald als mehr als nur ein Spiel herausstellt. Diese Idee wirkt am Anfang etwas konstruiert, wird aber durch die inneren Gedanken der Figuren und ihre echten Gefühle glaubwürdig.

Das Buch schafft eine beklemmende Atmosphäre. Die Spannung entsteht durch die wachsenden Konflikte in der „Festung“. Die Figuren sind nicht alle sehr detailliert, aber genug, damit sie nicht wie einfache Klischees wirken. Besonders Bonnie entwickelt sich nachvollziehbar, ohne dass sie wie eine übertriebene "Heldin" dargestellt erscheint. Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt und enthält Abschnitte, die wie Podcast-Transkripte wirken. Das macht den Stil modern und interessant.

Die Festung überzeugt durch eine dichte, beklemmende Atmosphäre und psychologische Tiefe. Die ungewöhnliche Erzählweise und medienkritische Themen verleihen dem Thriller Frische. Kleine Schwächen trüben den Gesamteindruck kaum.


Klappentext

Bonnie kommt auf einer abgelegenen Festung vor der Küste Englands an, um an einer mysteriösen Reality-TV-Show teilzunehmen. Im Wettbewerb mit sieben Fremden muss sie eine Reihe von Rätseln lösen, um das Preisgeld zu gewinnen. Die Spannung zwischen den Kandidaten steigt. Wer wird am Ende mit Ruhm und Reichtum die Festung verlassen? Zugleich wird Bonnie das schleichende Gefühl nicht los, dass sie und ihre Mitspieler nicht allein in der Festung sind. Dann wird der erste Teilnehmer tot aufgefunden, und Bonnie beginnt eine dunkle Wahrheit zu verstehen: Es gibt einen Mörder in der Festung, und jeder könnte der Nächste sein. Wenn Bonnie entkommen will, muss sie gewinnen...


Über den Autorin

L. D. Smithson lebt in Yorkshire, studierte Psychologie und greift beim Schreiben auf Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit der Polizei zurück. Unter dem Klarnamen L. Deakin sind die Thriller der Augusta-Bloom-Reihe erschienen.

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