Cover-Bild Die Frau der Stunde
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Droemer
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 01.10.2025
  • ISBN: 9783426565131
Heike Specht

Die Frau der Stunde

Roman | Eine Frau greift nach der Macht, die Männerwelt steht Kopf. „Fundiert, unterhaltsam, mitreißend – absolute Leseempfehlung!“ Miriam Hollstein/Stern

Es sind die 70er und Catharina denkt gar nicht daran, sich zu fügen 

Mit ihrer eingeschworenen Frauen-Clique, einigen Gin Tonics und noch mehr Zigaretten manövriert sich die Politikerin Catharina Cornelius im Bonn der späten 70er hinreissend klug durch den Sumpf der Altherren-Elite. Als die Liberale aber völlig überraschend zur Außenministerin und Vizekanzlerin wird, reiben sich überrumpelte Kollegen in höchsten Regierungskreisen fassungslos die Augen. Die konservative Opposition überschlägt sich mit hämischen Kommentaren. Die Herren Journalisten lächeln süffisant und spitzen die Feder. Frauen und Männer im ganzen Land blicken erstaunt auf die zierliche Frau mit den extravaganten Halstüchern, die langen Haare stets zu einem eleganten Chignon zusammengesteckt.

Schon bald fordern dramatische Umwälzungen neue Antworten. Von Bonn bis Teheran steht die Außenministerin im Sturm von Ereignissen, die so viel größer sind als sie selbst und sie muss erkennen, dass es immer einen Preis hat, sich die Freiheit zu nehmen. Ein Muss für Fans starker Frauenfiguren.

»Heike Specht ist Deutschlands lässigste Historikerin.« Micky Beisenherz

»Fundiert, unterhaltsam, mitreißend – absolute Leseempfehlung!“« Miriam Hollstein/Stern

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.11.2025

Politikerinnen hatten (und haben) es nicht leicht

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Im Bonn der späten 1970er Jahre wird Catharina Busch, zu der Zeit eine der wenigen Frauen in der männerdominierten Politikerwelt, überraschend zur Außenministerin und Vizekanzlerin ernannt.
Der amtierende ...

Im Bonn der späten 1970er Jahre wird Catharina Busch, zu der Zeit eine der wenigen Frauen in der männerdominierten Politikerwelt, überraschend zur Außenministerin und Vizekanzlerin ernannt.
Der amtierende liberale Außenminister Helmut Busch, Catharinas Parteifreund, ist über eine Affäre gestolpert und nicht mehr im Amt zu halten. Um die Regierungskoalition nicht zu gefährden, erhält Catharina als „Lückenfüller“ seinen Posten. Der Plan der Herren in der Koalition ist allerdings, dass Busch das Amt wieder übernimmt, sobald genügend Gras über die Sache gewachsen ist. Doch nicht mit Catharina. Sie fühlt sich der Aufgabe durchaus gewachsen und ist sich sicher, dass sie sich gegen die politische Männerriege ihrer eigenen Partei, der Koalition und auch der Opposition behaupten kann. Catharina kennt sich aus im politischen Haifischbecken Bonns der 1970er Jahre, weiß um die Männer-Seilschaften und die Intrigenspiele. Mit Hilfe ihres Netzwerkes kompetenter Frauen (Freundinnen und Politikerinnen) gelingt es ihr, die eine oder andere Klippe zu umschiffen. In Catharinas Amtszeit fällt auch der Sturz des Schahs im Iran. Das gibt der Geschichte einen interessanten Kontrast – einerseits der Chauvinismus der bräsigen Herren in Bonn, auf der anderen Seite werden die Rechte der Frauen im Iran dank der Mullahs schwer eingeschränkt.
Heike Specht liefert einen sehr authentischen Einblick in die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse im Bonn der 1970er Jahre, als die Männer in verqualmten Sitzungszimmern die Politik bestimmten und Frauen kein Sachverstand zugetraut wurde. Kompetente Frauen werden als „unsympathisch“ eingestuft, Souveränität wird als „Kälte“ ausgelegt. Als selbstbewusste, intelligente Frau, die in einer offenen Beziehung, ohne Ehemann und Kind lebt, hat Catherina es nicht leicht. Und leider ist es auch 50 Jahre später immer noch so, dass Frauen und somit auch Politikerinnen sich weitaus mehr anstrengen müssen, um sich zu behaupten, ihr Lebensstil und ihre Art, sich zu kleiden, in der Öffentlichkeit mehr Interesse erregen als ihre politischen Positionen.
Insgesamt ist „Die Frau der Stunde“ ein atmosphärisch dichter Blick in die späten 1970er Jahre, nicht nur die Geschichte einer starken Frau, sondern ein Buch auch über Macht, politische Strukturen und Geschlechterrollen.
„Die Frau der Stunde“ hat mich von der ersten Seite an gepackt, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen – klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Politiker brauchen ein dickes Fell, Politikerinnen brauchen einen Panzer

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Es ist das Jahr 1978 in einer alternativen, fiktiven Vergangenheit. Eine sozial-liberale Koalition ist an der Macht und versprüht Fortschrittsenthusiasmus. Als der liberale Außenmister und Vizekanzler ...

Es ist das Jahr 1978 in einer alternativen, fiktiven Vergangenheit. Eine sozial-liberale Koalition ist an der Macht und versprüht Fortschrittsenthusiasmus. Als der liberale Außenmister und Vizekanzler über eine Affäre mit einer jüngeren Frau stolpert, die er zudem noch in seinem Büro auf Steuerkosten angestellt hat, wird überraschend die junge, versierte, liberale Außenpolitikerin Catharina Cornelius seine Nachfolgerin. Und so begleitet der Roman in informativer, wie amüsanter bis erschreckender Weise, was es für eine Frau bedeutet hätte im Milieu der späten 1970er in eine der herausragendsten politischen Führungspositionen des Landes zu kommen.

Konflikte und Machtkämpfe begleiten Catharina Cornelius nicht nur zwischen den konkurrierenden Parteien sondern nicht zuletzt auch in den eigenen Reihen. Überall sieht sie sich einer Dominanz von Männern und einer frauenfeindlichen bis offen ablehnenden Kultur ausgesetzt. Einige Szenen, wie etwa sexistische und beleidigende Zwischenrufe im Bundestag bei einer Rede der Außenministerin, scheinen fast unwirklich, und doch war ein solcher Umgang mit Frauen lange keine Seltenheit oder Ausnahme, wenn man alte Aufnahmen von Bundestagsdebatten aus dieser Zeit betrachtet. Die im Roman fiktionalisierten Schilderungen haben in ihrer Grundrichtung daher durchaus reale Vorbilder und spiegeln die Lebenswelt weiblicher Politikerinnen authentisch wider.

Realistisch ist vermutlich auch der soziale Hintergrund der Protagonistin. Als Tochter aus einem privilegierten Elternhaus mit besten Bildungsmöglichkeiten wird deutlich, wie sehr der unwahrscheinliche Erfolg als Frau in dieser Position, erst ermöglicht wird durch die relative Privilegierung auf sozioökonomischer Ebene.

Über einen klug arrangierten Plot gelingt es der Autorin über Cornelius hinaus die Situation von ambitionierten Frauen aus verschiedenen Generationen und Ländern zu beleuchten. Catharinas Freundin Azadeh ist Iranerin und über ihren Erzählstrang wird die Revolution im Iran beleuchtet. Die Dritte im Freundinnentrio seit Schweizer Internatstagen ist Suzanne, erfolgreiche Journalistin aus Belgien. Im politischen Betrieb wird deutlich wie wichtig weibliche Solidarität und Unterstützung ist, sei es für Catharina selbst durch ihre mütterliche Freundin, Mentorin und Parteikollegin, als auch parteiübergreifend unter den wenigen Frauen, die sich unabhängig vom Parteibuch mit einer sexistischen Machokultur herumschlagen müssen.

Beim Lesen fragt man sich allzu oft fassungslos, wie so mit Frauen umgegangen werden kann und denkt dabei schmerzhaft daran, wie wenig sich letztlich trotzdem geändert hat, wenn man im Heute den Umgang gerade mit weiblichen Politikerinnen betrachtet. So ist die Frau der Stunde nicht nur ein unterhaltsames und informatives Buch, sondern zeigt auch die Notwendigkeit und Kraft weiblicher Solidarität eindringlich auf!

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Eine Frau der Stunde trifft auf eine Leserin mit vielen Hüten

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Als Frau mit mehreren Rollen im Alltag – Mutter, Führungskraft, Teilzeit-Therapeutin meiner To-do-Liste und Vollzeit-Multitaskerin – hat mich Die Frau der Stunde von Heike Specht direkt gepackt. Denn ...


Als Frau mit mehreren Rollen im Alltag – Mutter, Führungskraft, Teilzeit-Therapeutin meiner To-do-Liste und Vollzeit-Multitaskerin – hat mich Die Frau der Stunde von Heike Specht direkt gepackt. Denn wer sich schon einmal in einem Meeting zwischen charmanten Mansplainern behaupten musste, der wird Catharina Cornelius sofort ins Herz schließen.
Heike Specht entführt uns ins Bonn der späten 70er – also dorthin, wo Politik noch nach Cognac, kaltem Rauch und Altherrenparfüm roch. Zwischen Aktenbergen und Anzugträgern sitzt Catharina, liberal, ledig, furchtlos – und plötzlich Außenministerin. Die Herren im Bundestag fallen fast vom Stuhl, als die „zierliche Frau mit dem Chignon“ das politische Parkett betritt. Und was macht sie? Sie zieht das durch. Mit Stil. Mit Scharfsinn. Und mit Gin Tonic.
Specht schreibt das mit einer herrlichen Mischung aus Witz, Tiefgang und Zeitkolorit. Ich wäre gern mit Catharina und ihrer Frauenclique in einer Bonner Bar gesessen, während sie zwischen Weltpolitik und Frauenfreundschaft jongliert. Und das mit einem Schlag Selbstironie, der selbst in den verrauchten Hinterzimmern von 1979 frischen Wind verbreitet hätte.
Besonders gefallen hat mir, dass Specht keine Heldin aus Zuckerwatte zeichnet. Catharina ist klug, verletzlich, ehrgeizig – und manchmal einfach müde davon, ständig doppelt so gut sein zu müssen wie die Herren in grauen Anzügen. Ihre Freundinnen, die belgische Journalistin Suzanne und die iranische Regisseurin Azadeh, geben der Geschichte zusätzlich internationale Tiefe – und das Gefühl, dass Frauen auf der ganzen Welt denselben Tanz führen: zwischen Freiheit und Erwartung, Herz und Haltung.
Natürlich gibt es viele Figuren (ich hätte mir fast ein Personenverzeichnis gebastelt), aber sobald man drin ist, entfaltet der Roman eine wunderbare Mischung aus politischem Drama, Frauenpower und 70er-Jahre-Glamour.
Mein Fazit: Ein Buch für alle, die sich schon mal gefragt haben, wie weit Selbstbestimmung wirklich geht – und ob sich Freiheit manchmal wie ein Drahtseilakt in High Heels anfühlt.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Ihrer Zeit voraus

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"Die Frau der Stunde" ist der erste Roman der Historikerin Heike Specht, die zuvor schon Biografien bekannter historischer Persönlichkeiten verfasst hat. Diesmal steht aber keine Person im Mittelpunkt, ...

"Die Frau der Stunde" ist der erste Roman der Historikerin Heike Specht, die zuvor schon Biografien bekannter historischer Persönlichkeiten verfasst hat. Diesmal steht aber keine Person im Mittelpunkt, die es wirklich gab, sondern die fiktive Protagonistin Catharina Cornelius, eine liberale Politikerin, die im Bonn der späten 70er Jahre überraschend zur deutschen Außenministerin wird. Verwoben wird ihre Geschichte wiederum mit realen Bezügen aus der damaligen Zeit und Ereignissen, die die Außenpolitik damals prägten. Dadurch wirkt der Roman zugleich auch sehr realistisch und irgendwie kann man sich durchaus vorstellen, wie es gewesen wäre, wäre nicht erst Anna-Lena Bärbock als erste Außenministerin Deutschlands in die Geschichtsbücher eingegangen. Der Autorin gelingt es sehr gut, zu veranschaulichen, mit welchen Problemen Catharina Cornelius konfrontiert ist, weil sie in der damals noch viel mehr männerdominierten und konservativen Welt eine liberal eingestellte Frau ist, aber auch, wie sie, auch mithilfe ihrer Frauen-Clique, auch mal unkonventionelle Lösungen findet. Ein sehr interessantes Gedankenexperiment, das in einem gut lesbaren Schreibstil verfasst wurde und auch mal den Politik-Betrieb etwas auf die Schippe nimmt.

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Frauen an die Macht!

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Wir befinden uns Ende der 70er Jahre im politischen Bonn, der damaligen Bundeshauptstadt. Der amtierende liberale deutsche Außenminister stolpert über eine Frauengeschichte und muss schweren Herzens zum ...

Wir befinden uns Ende der 70er Jahre im politischen Bonn, der damaligen Bundeshauptstadt. Der amtierende liberale deutsche Außenminister stolpert über eine Frauengeschichte und muss schweren Herzens zum Wohle der Koalition zurücktreten. Als vermeintlich geschickter Schachzug wird die ambitionierte Außenpolitikerin Catharina Cornelius als erste deutsche Frau mit dem Ministerposten betraut. Manchen männlichen Politikern gefällt nun so gar nicht, dass Catharina ihre Sache mehr als gut macht und frischen Wind in das Amt bringt.

Was für eine großartige Geschichte! Die Autorin verwebt hier geschickt Realität und Fiktion in einer seinerzeit sehr männerdominierten politischen Welt. Als Leser macht man sich wiederholt Gedanken, welche realen Politiker sich hinter den Figuren verbergen. Tatsächliche eingeflochtene weltpolitische Geschehnisse lassen die Geschichte mehr als lebendig erscheinen. Mit viel versteckter Ironie und einer großen Prise Wahrheit erleben wir hier ein Jahrzehnt, in dem sich die politisch aktiven Frauen (leider) erst noch beweisen mussten, oft mit mehr Leistung als ihre männlichen Gegenüber, aber auch mit einem gewissen Grad an Rafinesse.

Eine sehr gelungener Roman, bei demir auch einige der weiblichen Nebenfiguren sehr ans Herz gewachsen sind!

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