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Veröffentlicht am 13.06.2021

Auf der Suche nach einer besonderen Rose

Wie Träume im Sommerwind
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"Wie Träume im Sommerwind" ist nicht mein erster Roman von Katharina Herzog, aber auch bei diesem neuesten Buch aus ihrer Feder, hat mich zunächst die Covergestaltung sehr angesprochen. Die Aquarelle von ...

"Wie Träume im Sommerwind" ist nicht mein erster Roman von Katharina Herzog, aber auch bei diesem neuesten Buch aus ihrer Feder, hat mich zunächst die Covergestaltung sehr angesprochen. Die Aquarelle von Rosen und Muscheln passen sehr gut zu dieser Geschichte und auch die Haptik wirkt durch die rauhe Oberfläche recht edel für ein Softcover.

Katharina Herzog erzählt die Geschichte der zwei Schwestern Clara und Emilia. Emilia lebt in Paris, weil sie nichts auf Usedom gehalten hat, während Clara der Heimat und der Rosenzucht, die die Familie seit Generationen betreibt, treu geblieben ist und zwei Kinder (von zwei verschiedenen Männern, wobei sie aus einem ein Geheimnis macht) bekommen hat. Als Emilia von ihrer Mutter den Anruf erhält, dass ihre große Schwester einen Autounfall hatte, kommt sie trotz allem sofort nach Hause auf die Insel und kümmert sich, während ihre Schwester im Koma liegt,um ihre Nichte und ihren Neffen und den Rosenhof. Dabei stößt sie in den Sachen ihrer Schwester auf ein altes Foto, das eine sehr spezielle Rose zeigt und versucht mehr darüber herauszufinden, weshalb sie schließlich mit ihrer Nichte und dem besten Freund ihrer Schwester in England landet.

Mir hat der Roman gut gefallen, Katharina Herzog schreibt gewohnt lebendig und anschaulich und man kann sich so gut in die Orte und Situationen hineinversetzen. Ich mag es zudem, dass es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit gibt, die nach und nach zur Aufklärung der Geschichte hinter der Rose beitragen. Die beteiligten Personen sind mir alle auf ihre Art sympathisch und ich fand es auch interessant, noch etwas mehr über Rosen zu erfahren. Der Roman eignet sich auf jeden Fall gut, um im Sommer zumindest beim Lesen in Gedanken etwas auf Reisen zu gehen und in eine andere Welt abtauchen zu können!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2021

Das Palais Heiligendamm in stürmischen Zeiten

Palais Heiligendamm - Stürmische Zeiten
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Bei "Palais Heiligendamm - Stürmische Zeiten" handelt es sich um den zweiten Teil einer Trilogie um ein mondänes Hotel, das sich in Bad Doberan befindet, aber bewusst nach dem einige Kilometer entfernten ...

Bei "Palais Heiligendamm - Stürmische Zeiten" handelt es sich um den zweiten Teil einer Trilogie um ein mondänes Hotel, das sich in Bad Doberan befindet, aber bewusst nach dem einige Kilometer entfernten mondänen Badeort Heiligendamm benannt wurde. Das Cover zeigt dann auch Heiligendamm mit seinen weißen Gebäuden von der berühmten Seebrücke aus, auf der eine elegante Frau in der damaligen Mode gekleidet steht.

Der Roman spielt in der Zeit zwischen dem 1. Weltkrieg und der Machtergreifung der Nationalsozialisten, also keiner leichten Zeit für ein Luxushotel, da einerseits noch die Kriegsfolgen zu spüren waren, es andererseits auch zu neuen Wirtschaftskrisen kam und auch die immer stärker werdenden Nationalsozialisten, Einfluss auf das Hotelgeschäft zu nehmen versuchten.

Elisabeth, die zusammen mit ihren Geschwistern und ihrer Mutter das Hotel von ihrem zu früh verstorbenen Vater geerbt hat und es als Geschäftsführerin leitet, hat zudem noch mit privaten Problemen zu kämpfen, da sie und Julius, Teilhaber des Hotels und Vater ihrer Tochter, immer noch nicht wieder zueinander gefunden haben. Und auch ihr Bruder Paul ist nicht glücklich mit seiner Ehe, die er nur eingegangen ist, weil er angenommen hatte, dass sein Geliebter Robert im Krieg gefallen war. Ihre Schwester Luise versucht, zumindest als Schauspielerin Fuß zu fassen, wenn sie schon auf Grund ihrer Scheidung von der Doberaner Gesellschaft geschnitten wird. Und Johanna, die letzte der Schwestern, bekommt auf Grund ihrer Heirat mit einem Juden immer mehr Schwierigkeiten.

Ich fand es auf jeden Fall sehr schön, die Hoteliersfamilie "wiederzutreffen" und zu erfahren, wie alles weitergeht. Die Zeit, in der der zweite Teil spielt, ist eine sehr ereignisreiche und es war interessant, mitzuerleben, wie sich die wirtschaftlichen und politischen Umbrüche auf das Leben der einzelnen Protagonisten auswirkte. Die Charaktere sind überzeugend ausgestaltet und der Schreibstil der Autorin anschaulich und gut nachvollziehbar. Die historischen Bezüge wirken gut recherchiert. Man kann diesen zweiten Teil auch ohne Kenntinis des ersten Bandes lesen, gerade am Anfang kommt es zu einem kurzen Rückblick, aber ich würde dennoch empfehlen, mit dem ersten Teil zu beginnen, um alle Zusammenhänge voll zu verstehen und da auch dieser sehr lesenswert ist. Ich persönlich freue mich bereits auf den dritten und letzten Band und bin gespannt, wie das Palais und die Familie durch den Zweiten Weltkrieg kommen.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Geschichte
Veröffentlicht am 17.05.2021

Geheimnisse

So wie du mich kennst
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Karla und Marie sind nur eineinhalb Jahre auseinander und hatten immer ein sehr enges Verhältnis, auch wenn sie zuletzt jahrelang auf zwei verschiedenen Kontinenten lebten. Karla arbeitet als Lokalreporterin ...


Karla und Marie sind nur eineinhalb Jahre auseinander und hatten immer ein sehr enges Verhältnis, auch wenn sie zuletzt jahrelang auf zwei verschiedenen Kontinenten lebten. Karla arbeitet als Lokalreporterin in ihrem kleinen fränkischen Heimatort, aus dem sie nie wirklich weggekommen ist und Marie als Fotografin in New York, wo Karla sie zweimal im Jahr besucht hat. Außerdem schrieben und telefonierten sie quasi täglich miteinander. Nun ist Marie aber bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen und Karla reist ein letztes Mal nach New York, um Maries Wohnung aufzulösen und deren Tod zu verarbeiten. Dabei stößt sie auf Dinge, die sie trotz aller Vertrautheit nicht von ihrer Schwester wusste.

Mir hat die Geschichte viel besser gefallen, als mich das etwas altbacken wirkende Cover zunächst vermuten lassen hat. Anika Landsteiner hat einen sehr angenehmen und zugleich modernen Schreibstil und findet oft sehr treffende Worte für nicht einfache Themen. Es geht einerseits natürlich um Trauer und die Bewältigung des großen Verlustes, um Familie und Zusammenhalt unter Schwestern, andererseits aber auch um Gewalt gegen Frauen, die auch heute oft noch tabuisiert und verdrängt wird. Die Charaktere wirken überzeugend und auch die Schauplätze, New York und die fränkische Provinz, kommen meist authentisch rüber, ein kleiner Kritikpunkt meinerseits ist hier nur, dass die erwähnte Tageszeitung und die Biersorte doch aus einer anderen Ecke Frankens stammen, als der, wo sich der Heimatort der Schwestern befindet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.05.2021

Partnersuche 3.0

Suche Platz auf Wolke Sieben
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Marlene wird mit 27 von ihrem Freund verlassen, mit dem sie seit der Schulzeit zusammen ist. Sie hatten gerade ein Haus zusammenkommen gekauft und wollten wenige Wochen später heiraten. Dadurch bricht ...

Marlene wird mit 27 von ihrem Freund verlassen, mit dem sie seit der Schulzeit zusammen ist. Sie hatten gerade ein Haus zusammenkommen gekauft und wollten wenige Wochen später heiraten. Dadurch bricht erst einmal ihre Welt zusammen und kurz darauf verliert sie auch noch ihren Job in einer Personalberatung. Durch ihre beste Freundin kommt sie dann aber auf die Idee, eine Online-Dating-Agentur zu gründen, bei der nur Mitglied werden kann, wer sich nachgewiesen sozial engagiert. Außerdem bietet sie ihren Kunden auch Ghostwriter-Dienste an, falls es diesen schwer fällt, sich anderen gegenüber gut zu präsentieren. Nachdem ihre "Wolke Sieben"-Plattform recht gut angenommen wird, gewinnt sie auch einen bekannten Sänger als Klienten und zugleich Werbepartner und begegnet so auch immer wieder dessen recht ruppigen Manager Bruno, der sich mit der Zeit dann doch als ganz nett entpuppt. Sie selbst möchte nach der großen Verletzung aber keinen Mann mehr zu nah an sich heran lassen.

Mir hat die Geschichte gefallen. Marlene und ihre Freunde sind sympathisch, wie sie ihre kleineren und größeren Macken haben, aber immer zusammenhalten. Die Idee hinter der Datingagentur gefällt mir auch, da sie versucht, die gemeinsamen Prioritäten mehr in den Mittelpunkt zu stellen als Äußerlichkeiten. Gut finde ich auch, dass der Roman in Hamburg spielt und immer wieder typische Hamburger Schauplätze auftauchen, die für Lokalkolorit sorgen. Auch den kurzen Ausflug von Marlene nach Sardinien fand ich schön, da ich absolut nachvollziehen kann, wie sie von der Insel und ihren Stränden fasziniert ist. Der Schreibstil der Autorin ist anschaulich und angenehm lesbar, dass ab und zu Textnachrichten und Songtexte eingestreut wurden, fand ich sehr passend.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.05.2021

Culture Clash und ein hartnäckiger Verehrer

Laudatio auf eine kaukasische Kuh
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Olga, Tochter griechisch-georgischer Eltern ist angehende Ärztin und mit Felix, ebenfalls Mediziner zusammen, wovon ihre Familie aber erstmal noch nichts wissen soll. Sie sieht sich selbst eigentlich auch ...

Olga, Tochter griechisch-georgischer Eltern ist angehende Ärztin und mit Felix, ebenfalls Mediziner zusammen, wovon ihre Familie aber erstmal noch nichts wissen soll. Sie sieht sich selbst eigentlich auch als Deutsche und hat wenig mit ihren Wurzeln am Hut. Während einer Zugfahrt wird Jack, ein Agrarwissenschaftler, der sein Geld aber als Ghostwriter verdient, auf sie aufmerksam und versucht anschließend hartnäckig, den Kontakt zu ihr aufrecht zu erhalten. Als Olga mit ihrer Familie in deren Heimat reist, taucht er sogar dort auf und sorgt für zusätzliche Aufregung und Verwirrung.

Ich fand die Thematik des Buches sehr interessant. Olga ist Tochter von Einwanderern, die sehr erfolgreich ihren Weg gefunden hat, aber dennoch nicht genau weiß, wo sie hingehört und die wegen ihrer Herkunft und ihres Namens auch weiterhin Vorurteilen ausgeliefert ist. Gleichzeitig hat ihre Familie andere Erwartungen an sie, als deutsche Eltern, so steht sie irgendwie immer zwischen zwei Welten, geht aber recht souverän damit um. Jack wäre mir prinzipiell eigentlich auch sympathisch, aber es stört mich, dass er Olga zunächst regelrecht stalkt und es macht die Geschichte dann irgendwie auch etwas unglaubwürdig, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass man so jemanden dann trotzdem noch an sich heranlässt.
Über Georgien wusste ich bisher noch kaum etwas, da bot der Roman so einge Informationen über Land und Leute. Manches wirkte dabei schon recht skurril, aber das passt zur Geschichte. Bis auf einige Längen ließ sich der Roman gut lesen und der Schreibstil der Autorin ist sehr anschaulich.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Chraktere
  • Cover
  • Thema
  • Charaktere