Bei diesem Roman hat mich die Covergestaltung mit den Brombeeren direkt angesprochen. Auch der Schauplatz, Rügen, gefällt mir, da ich selbst schon mehrmals dort war.
Die Landschaftsarchitektin Elisa kommt ...
Bei diesem Roman hat mich die Covergestaltung mit den Brombeeren direkt angesprochen. Auch der Schauplatz, Rügen, gefällt mir, da ich selbst schon mehrmals dort war.
Die Landschaftsarchitektin Elisa kommt eher unfreiwillig auf die Ostseeinsel, weil ihr Vater, zu dem sie eigentlich keinen Kontakt mehr hatte, ins Krankenhaus muss und sie sich um seinen Hund kümmern soll. Das alte Gutshaus, das ihr Vater dort erworben hat, ist jedoch eine ziemliche Ruine ohne fließendes Wasser und W-LAN und auch der Garten zugewuchert. Die Nachbarn erscheinen zunächst abweisend. Zudem steht Elisa beruflich sehr unter Druck, was ein neues Projekt angeht und die Erkrankung ihres Vaters entpuppt sich als schlimmer als sie erwartet hat, sodass sie länger auf Rügen bleiben muss.
Mir hat der Roman gut gefallen. Elisa als Hauptperson war mir sympathisch, wie sie sich trotz allem um ihren Vater kümmert. Auch die Details zu den Pflanzen fand ich sehr interessant. Der Schreibstil der Autorin ließ sich gut und flüssig lesen, zudem wurde alles sehr anschaulich.
Das Cover dieses Krimis von Horst Evers fällt auf jeden Fall auf. Genau wie der Songtitel des Eddy-Grant-Songs, nach dem die Protagonistin benannt ist, wirkt es sehr retro, der Berlin-Bezug ist aber ebenfalls ...
Das Cover dieses Krimis von Horst Evers fällt auf jeden Fall auf. Genau wie der Songtitel des Eddy-Grant-Songs, nach dem die Protagonistin benannt ist, wirkt es sehr retro, der Berlin-Bezug ist aber ebenfalls eindeutig erkennbar.
Hope Joanna Marlow ist eigentlich hauptsächlich deshalb Polizistin geworden, um als Taekwondo-Kämpferin die Chance auf eine Olympia-Teilnahme zu haben. Nun nutzt sie ihre Kampfkünste aber nur noch manchmal im Polizeidienst und nachdem sie dabei gefilmt wurde, erlangte sie unfreiwillig eine gewisse Berühmtheit auf Social Media und in ihrer Heimatstadt Berlin. Doch eigentlich muss sie sich mit einer Mordserie befassen, bei der auch rechte Verschwörungstheorien eine Rolle spielen und abergläubische Fußballer.
Mit hat gut gefallen, dass der Krimi in Berlin spielt und eine ordentliche Dosis Lokalkolorit vorhanden ist. Auch die aktuellen Bezüge mit dem Rechtsruck in der Gesellschaft und dem Abdriften einzelner Personen in Verschwörungsideologien fand ich interessant. Die Protagonistin war mir ebenfalls sehr sympathisch. Manches war für meinen Geschmack dann aber doch einen Tick zu viel und mir wären etwas weniger Skurrilität und etwas mehr Realität lieber gewesen. Auch mit dem Autor als Sprecher war ich nicht zu einhundert Prozent glücklich. Er kann gut sprechen und man kann ihm angenehm folgen, manchmal wäre mir aber auch diesbezüglich etwas weniger lieber gewesen, weil mir teilweise zu wenig Leerstellen blieben, um mir den Witz selbst erschließen zu dürfen, sondern man regelrecht mit der Nase darauf gestoßen wurde. Aber, da sind die Geschmäcker sicher verschieden und Horst Evers hat nicht umsonst so viele Fans.
Bei diesem Roman hat mich der Titel mit der treffenden Wortneunschöpfung "Yesteryear" direkt neugierig werden lassen und auch die Covergestaltung mit dem halbtransparenten Schutzumschlag und den vermeintlich ...
Bei diesem Roman hat mich der Titel mit der treffenden Wortneunschöpfung "Yesteryear" direkt neugierig werden lassen und auch die Covergestaltung mit dem halbtransparenten Schutzumschlag und den vermeintlich nicht zusammenpassenden Gegensätzen finde ich sehr gelungen. Auch die Tradwife-Thematik hat mich sehr gereizt, da ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, so zu leben, zugleich aber viel zu viele Frauen diesen Weg propagieren, insbesondere in den USA.
So auch Protagonistin Natalie Heller Mills, sie hat bereits fünf Kinder, ist schwanger mit dem sechsten und lebt mit ihrem Mann auf einer Farm wie aus dem Bilderbuch. Von dort präsentiert sie sich ihren vielen Followern als die perfekte Ehefrau und Mutter von süßen und wohlerzogenen Kindern, die ihr eigenes Brot backt und obendrauf immer adrett aussieht. Doch hinter den Kulissen nehmen ihr Nannys, Farmarbeiter und sogar eine Produzentin alle Arbeit ab. Doch dann wird sie plötzlich in das einfache und aufopferungsvolle Leben katapultiert, das sie vorgibt zu führen.
Ich fand den Roman sehr interessant, er ermöglicht tiefe Einblicke in das Tradwife-Leben und durch die Rückblicke auch in die Entwicklung von Natalie. Die Autorin entlarvt, wie wenig hinter der Fassade steckt, die die Follower präsentiert bekommen. Sie schreibt sehr anschaulich und gut nachvollziehbar und so ist die Geschichte sehr fesselnd, zumal lange nicht klar ist, was nun genau passiert ist.
Bei diesem Roman hat mich der Titel mit der treffenden Wortneunschöpfung "Yesteryear" direkt neugierig werden lassen und auch die Covergestaltung mit dem halbtransparenten Schutzumschlag und den vermeintlich nicht zusammenpassenden Gegensätzen finde ich sehr gelungen. Auch die Tradwife-Thematik hat mich sehr gereizt, da ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, so zu leben, zugleich aber viel zu viele Frauen diesen Weg propagieren, insbesondere in den USA.
So auch Protagonistin Natalie Heller Mills, sie hat bereits fünf Kinder, ist schwanger mit dem sechsten und lebt mit ihrem Mann auf einer Farm wie aus dem Bilderbuch. Von dort präsentiert sie sich ihren vielen Followern als die perfekte Ehefrau und Mutter von süßen und wohlerzogenen Kindern, die ihr eigenes Brot backt und obendrauf immer adrett aussieht. Doch hinter den Kulissen nehmen ihr Nannys, Farmarbeiter und sogar eine Produzentin alle Arbeit ab. Doch dann wird sie plötzlich in das einfache und aufopferungsvolle Leben katapultiert, das sie vorgibt zu führen.
Ich fand den Roman sehr interessant, er ermöglicht tiefe Einblicke in das Tradwife-Leben und durch die Rückblicke auch in die Entwicklung von Natalie. Die Autorin entlarvt, wie wenig hinter der Fassade steckt, die die Follower präsentiert bekommen. Sie schreibt sehr anschaulich und gut nachvollziehbar und so ist die Geschichte sehr fesselnd, zumal lange nicht klar ist, was nun genau passiert ist.
Das Cover dieses Romans zeigt eine Frau, die stark wirkt, aber zugleich auch irgendwie erschöpft. Das trifft auch auf die Protagonistin Pina zu. Sie ist alleinerziehende Mutter des 20-jährigen Leos, der ...
Das Cover dieses Romans zeigt eine Frau, die stark wirkt, aber zugleich auch irgendwie erschöpft. Das trifft auch auf die Protagonistin Pina zu. Sie ist alleinerziehende Mutter des 20-jährigen Leos, der auf dem Papier erwachsen ist, aber wohl nie ein eigenständiges Leben führen können wird. Pina hat deshalb ihr ganzes Leben nach seinen Bedürfnissen ausgerichtet, geht nie mit den Arbeitskolleginnen aus und findet kein Zeitfenster für Arzttermine, wenn es ihr schlecht geht. Lediglich einmal pro Woche passt die über 80-jährige Nachbarin Inge kurz auf Leo auf, damit Pina für Inge und ihren eigenen kleinen Haushalt einkaufen gehen kann. Nach einem dieser Wocheneinkäufe bricht Pina dann zusammen und landet auf der Intensivstation. Ihre Nachbarn, Inge, die sechszehnjährige Tochter des Vermieters Zola und der Eigenbrötler Wojtek müssen sich nun notgedrungen um Leo kümmern, was kein einfaches Unterfangen ist.
Der Autorin ist es in diesem Roman sehr gut gelungen, zu zeigen, wie fordernd Care-Arbeit ist, dass Eltern und vor allem alleinerziehende Mütter von beeinträchtigten Kindern quasi ihr komplettes restliches Leben wenig Zeit haben, auch mal auf sich und ihre Gesundheit zu achten. Wie die Hausgemeinschaft, die eigentlich gar keine Gemeinschaft ist, sich in dieser Notsituation dann doch zusammenrauft, hat mir auch gut gefallen. Natürlich ist das nicht vollkommen realistisch, dass man sie mit dem Jungen vollkommen allein lässt, aber so kann man gut den Wandel miterleben, den Leo bei diesen drei sehr unterschiedlichen Charakteren, die alle auch ihr Päckchen zu tragen haben, bewirkt. Der Schreibstil der Autorin ist sehr anschaulich und angenehm zu lesen. Ich konnte mich gut in die Situation im Haus und die verschiedenen Personen hineinversetzen. Gerne würde ich noch weitere Romane von Vera Zischke lesen.
Das Cover, der Titel, der Klappentext und auch der Schauplatz des Romans haben mich direkt angesprochen.
Hedda, die Protagonistin, hat eigentlich ein gutes Leben, sie steht kurz vor dem Abschluss ihrer ...
Das Cover, der Titel, der Klappentext und auch der Schauplatz des Romans haben mich direkt angesprochen.
Hedda, die Protagonistin, hat eigentlich ein gutes Leben, sie steht kurz vor dem Abschluss ihrer Doktorarbeit und sie und ihr Freund erwarten ein Baby. Doch dann läuft alles plötzlich nicht mehr wie geplant und Heddas Leben gerät ziemlich aus dem Gleichgewicht. Da hilft es auch wenig, dass ihr Vater plötzlich wieder in ihrem Leben auftaucht, der gerne große Pläne schmiedet, ohne, dass viel dahintersteckt.
Grundsätzlich hat mir diese Konstellation gut gefallen und auch den modernen Erzählstil, mit den oft recht verwirrenden Wechseln zwischen der Gegenwart und Heddas Kindheit fand ich interessant und das Chaos in Heddas Leben wiederspiegelnd. Es wird auch sehr gut deutlich, wie dysfunktional Heddas Familie ist und, wie sie das seit ihrer Kindheit geprägt hat. Das traumatische Ereignis, das Hedda so aus der Bahn wirft, wird authentisch und ohne zu beschönigen geschildert, sodass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte. Ansonsten bleiben die verschiedenen Charaktere im Roman für meinen Geschmack aber zu blass, ich hätte gerne etwas mehr über sie erfahren, insbesondere den Vater, was er so genau getrieben hat, bevor und während er weg von seiner Familie war.