Profilbild von Booklove91

Booklove91

Lesejury Star
offline

Booklove91 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Booklove91 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.07.2025

Tief berührend

Choose You
0

Meine Meinung und Inhalt

„Choose You“ hat mich wirklich angesprochen. Anders als viele Ratgeber fühlt es sich ehrlich und nahbar an. Es geht nicht um schnelle Tipps, sondern darum, sich selbst mit mehr ...

Meine Meinung und Inhalt

„Choose You“ hat mich wirklich angesprochen. Anders als viele Ratgeber fühlt es sich ehrlich und nahbar an. Es geht nicht um schnelle Tipps, sondern darum, sich selbst mit mehr Verständnis zu begegnen, vor allem auch an schwierigen Tagen.

Mir gefällt, wie die Autorin Themen wie Grenzen, innere Kritiker und Bindungsmuster erklärt, ohne kompliziert zu werden. Die Übungen sind einfach und lassen sich gut in den Alltag einbauen. Besonders das Kapitel zu Grenzen hat mir geholfen, mich selbst besser zu schützen, ohne Schuldgefühle zu bekommen.

Ich habe das Buch nicht am Stück gelesen, sondern immer mal wieder einzelne Kapitel. Das passt gut, weil es Zeit zum Nachdenken lässt. Es ist kein Buch, das man schnell durchhat, sondern eines, das man immer wieder zur Hand nehmen kann.

Für mich ist „Choose You“ ein praktischer und ehrlicher Begleiter auf dem Weg zu mehr Selbstliebe und innerer Ruhe. K


Über die Autorin

Helen Marie ist eine Trauma- und Selbsthilfetherapeutin aus Großbritannien. Sie hat sich darauf spezialisiert, ihre Klient:innen bei der Entwicklung derjenigen Fähigkeiten zu unterstützen, die zu einem tieferen Verständnis des eigenen Selbst führen. Helen gibt auf Instagram und TikTok unter @h.e.l.e.n.m.a.r.i.e zugängliche und nachvollziehbare Ratschläge zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung, Trauma, Bindung und Beziehungen.



  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.07.2025

Eingeschlossen unter Druck

Die Kammer
0

Meine Meinung und Inhalt

„Die Kammer“ hat mich von Anfang an nicht losgelassen. Sechs Berufstaucherinnen und Taucher, darunter eine Frau, sind tagelang in einer engen Druckkammer mitten auf der Nordsee ...

Meine Meinung und Inhalt

„Die Kammer“ hat mich von Anfang an nicht losgelassen. Sechs Berufstaucherinnen und Taucher, darunter eine Frau, sind tagelang in einer engen Druckkammer mitten auf der Nordsee eingeschlossen. Dann geschieht ein Mord. Die klaustrophobische Atmosphäre ist so eindringlich beschrieben, dass ich beim Lesen selbst Beklemmung gespürt habe. Der psychische Druck unter den Figuren steigt spürbar. Vertrauen bröckelt, Angst macht sich breit.

Die Protagonistin Ellen Brooke wirkt glaubwürdig und nahbar. Ihre Beobachtungen, Gedanken und Zweifel tragen die Spannung. Technische Details zum Tauchen und Leben in der Kammer sind präzise und verständlich erklärt. Die Handlung entwickelt sich ruhig, aber konstant. Einige Wiederholungen unterstreichen das Eingeschlossensein und haben mich nicht gestört.

Das Ende bleibt offen, was mich zunächst irritiert hat, im Nachhinein aber konsequent wirkt. Insgesamt ist „Die Kammer“ ein psychologisch dichter Thriller, der weniger durch Tempo als durch Atmosphäre und Glaubwürdigkeit überzeugt.


Über den Autor

Will Dean arbeitete nach seinem Studium an der London School of Economics einige Zeit in der englischen Hauptstadt, bevor es ihn der Liebe wegen nach Schweden zog, wo er seither mit seiner Familie in einem Holzhaus in den Wäldern nördlich Göteborgs wohnt. Mit DIE KAMMER erscheint erstmals einer seiner im englischsprachigen Raum viel gelesenen Standalone-Thriller auf Deutsch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.07.2025

Klimaschutzbewegung vs Stromkonzern

ENEMY – Stunde der Wahrheit
0

Meine Meinung

"ENEMY" – Stunde der Wahrheit von Thilo Falk ist ein unterhaltsamer Thriller, der viele brisante Themen aufgreift – vielleicht sogar zu viele. Beim Lesen hatte ich oft den Eindruck, dass ...

Meine Meinung

"ENEMY" – Stunde der Wahrheit von Thilo Falk ist ein unterhaltsamer Thriller, der viele brisante Themen aufgreift – vielleicht sogar zu viele. Beim Lesen hatte ich oft den Eindruck, dass der Autor möglichst alle gesellschaftlichen Konfliktlinien unserer Zeit unterbringen wollte: Klimakrise, Energiepolitik, persönliche Traumata, Aktivismus, Macht, familiäre Probleme, sexuelle Gewalt und ein Auftragsmord. Dadurch wirkt die Geschichte stellenweise überladen und konstruiert.

Die Grundidee finde ich aber wirklich stark. Im Zentrum steht ein geplantes Kohleabbauprojekt in einem Naturschutzgebiet. Die junge Klimaaktivistin Anouk stellt sich dagegen – politisch und öffentlichkeitswirksam. Ihr Gegenspieler ist der CEO des Energieunternehmens, mit dem sie gleichzeitig eine heimliche Affäre hat. Diese Verbindung sorgt für Spannung, wirft aber auch moralische Fragen auf. Dass Anouk mit jemandem zusammen ist, der für genau das steht, was sie bekämpft, macht ihren inneren Konflikt greifbar und menschlich.

Was mich irritiert hat, ist die Darstellung der Auftragskiller. Eigentlich sollen sie professionell sein, aber sie machen auffällig viele Fehler, wirken manchmal naiv und wenig planvoll. Dadurch verliert der Thriller an Glaubwürdigkeit. Etwas mehr Klarheit oder Konsequenz in dieser Handlungsebene hätte dem Buch gutgetan.

Trotz dieser Kritikpunkte ist der Roman flüssig geschrieben, gut zu lesen und regt zum Nachdenken an. Man merkt außerdem, dass Falk gründlich recherchiert hat, sei es bei Klimapolitik, psychologischen Aspekten oder politischen Abläufen. Manche Handlungsstränge bleiben zwar etwas oberflächlich, aber insgesamt lohnt sich die Lektüre vor allem für Leserinnen und Leser, die sich für politische und gesellschaftliche Themen interessieren und bereit sind, sich auf moralisch komplexe Situationen einzulassen.


Klappentext

Im Naturschutzgebiet ›Schwarzes Moor‹ soll ein Kohlevorkommen abgebaut werden. Umweltschutzgruppen stellen sich vehement dagegen – allen voran Anouk Grunwaldt, die Frontfrau der Klimaschutzbewegung. Ganz andere Ziele verfolgt Utz Mildenberger, Vorsitzender des größten deutschen Stromkonzerns. Inmitten der Proteste um den bevorstehenden Abbau plant ein hochprofessioneller Auftragskiller ein grausames Attentat auf einen der Hauptakteure. Ermittlerin Karla Beneventi vom BKA muss dahinterkommen, wer im Fadenkreuz des Killers steht: Ist es die junge Klimaaktivistin oder der erfolgreiche Energiemanager? Und vor allem: Wie kann das Attentat noch vereitelt werden? Denn die Stunde der Wahrheit hat bald geschlagen.

Über den Autor

Thilo Falk ist das Pseudonym eines deutschen Journalisten und Bestsellerautors. Er lebt mit seiner Familie in einer norddeutschen Großstadt. Der Autor engagiert sich seit langem für den Umweltschutz, publiziert vielfach zu diesem Thema und spendet nachweislich einen festgelegten Anteil seines Einkommens an Umweltschutzorganisationen. Denn ohne eine gesunde Welt hat die Menschheit keine Zukunft.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.07.2025

Unterhaltsam!

In Wahrheit war es schön
0

Meine Meinung und Inhalt

Mich hat vor allem als Kind der 90er der Klappentext neugierig gemacht. Das Buch konnte mich weniger durch eine stringente Handlung als vielmehr durch seine Atmosphäre und Sprache ...

Meine Meinung und Inhalt

Mich hat vor allem als Kind der 90er der Klappentext neugierig gemacht. Das Buch konnte mich weniger durch eine stringente Handlung als vielmehr durch seine Atmosphäre und Sprache überzeugt. Die einzelnen Episoden wirken wie lose Erinnerungsfragmente, die zusammen ein stimmiges Bild ergeben. Kein dramatischer Spannungsbogen, sondern viele kleine, poetische Bewegungen,so lässt sich dieses Buch vielleicht am besten beschreiben.

Der Blick zurück auf eine Jugend in einem künstlerisch geprägten Zürcher Milieu fühlt sich wirklich ehrlich und ungeschönt an. Es geht nicht um Beziehungen, in Momenten der Unsicherheit, in der Suche nach Zugehörigkeit.

Die Sprache ist zurückhaltend, aber präzise. Kein Wort zu viel, nichts aufgebauscht, nichts wirkt dadurch gekünstelt. Gerade dadurch bleibt vieles im Kopf.Der Erzähler beschreibt, was ihn bewegt, ohne zu werten. Das macht das Buch glaubwürdig.

Ich mochte besonders, dass es zwar um eine persönliche Geschichte geht, man sich aber trotzdem oft selbst darin wiederfindet. Diese Mischung aus Nähe und Abstand funktioniert gut. Auch wenn der Erzähler von sich erzählt, wirkt es nie aufdringlich oder übertrieben.

Manche Stellen sind sehr romantisch oder nostalgisch erzählt. Das passt aber zur Stimmung und dem zeitlichen des Buchs und hat mich nicht gestört. Für mich war "In Wahrheit war es schön" ein wirklich unterhaltsames Buch.


Klappentext

Der Protagonist C. wird zu Beginn der Neunziger Jahre in eine Zürcher Künstlerfamilie geboren. Er schlittert die Kirchgasse herunter, streitet mit seinen Eltern, übt sich in Telepathie, entdeckt die Liebe und — das Schreiben. Doch einige Jahre sollen vergehen, bis C. tatsächlich am Schweizer Literaturinstitut studiert. Wilde Jahre in Buenos Aires, Zürich und Berlin sind der Hintergrund, vor dem C. zu dem wird, was man Schriftsteller nennt. Wie viel persönliche Arbeit dahinter steckt und wie sehr Schriftsteller auf ihr Leben als Material zurückgreifen, davon erzählt dieses epische Buch mit viel Leidenschaft und verletzlicher Offenheit.


Über den Autor

Carlo Leone Spiller studierte Literarisches Schreiben in Biel, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaften sowie Philosophie in Zürich und Berlin. Seine Arbeiten wurden unter anderem in den Literaturzeitschriften Edit, entwürfeundDeliriumsowie der Anthologie »Ansicht der leuchtenden Wurzeln von unten«publiziert. »In Wahrheit war es schön« ist sein erster Roman. Er hat den Buchladen für unabhängiges Publizieren MATERIAL mitgegründet und ist Mitorganisator der Veranstaltungsreihe »Zürcher Werkstattgespräche«.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.07.2025

Zwischen Trauma und Trost

Mickey und Arlo
0

Meine Meinung und Inhalt

Mich hat bei "Mickey und Arlo" der Klappetext sofort neugierig gemacht.

Es klang nach einer ungewöhnlichen Familiengeschichte und genau das war es auch. Die Protagonistin Mickey, ...

Meine Meinung und Inhalt

Mich hat bei "Mickey und Arlo" der Klappetext sofort neugierig gemacht.

Es klang nach einer ungewöhnlichen Familiengeschichte und genau das war es auch. Die Protagonistin Mickey, Vorschullehrerin, erbt überraschend 5,5 Millionen –unter der Bedingung, sieben Therapiesitzungen zu absolvieren. Und dann sitzt sie Arlo gegenüber – ihrer Halbschwester, die davon keine Ahnung hat. Schon im ersten Kapitel habe ich gespürt, dass ich es hier mit etwas Besonderem zu tun habe.

Die wechselnden Perspektiven machen das Buch für mich so wirkungsvoll und abwechslungsreich. Mal erlebe ich Mickeys zerstörerischen Kokain- und Alkoholnebel, mal Arlos professionellen, doch zunehmend brüchigen Therapeutenblick. Diese Dynamik bringt emotionale Tiefe, ohne ins Sentimentale abzurutschen; ich war oft gleichzeitig berührt und amüsiert. Ich habe mitgefiebert, ob sie nach sieben Sitzungen zueinanderfinden – oder ob es katastrophal endet.

Der Stil hat mich wirklich überzeugt: Beerdigungen mit ABBA und Ed Sheeran oder schräge Nebenfiguren, die man einfach lieben muss. Trotzdem bleibt das emotionale Gewicht stets spürbar. Gerade die Sucht- und Co-Abhängigkeitsmotive wirken durchgängig ehrlich und ernst .

Die Themen wie Traumata, Verlust, Vergebung werden vielschichtig angegangen, was mir ebenfalls gefallen hat. Dick zeigt, wie tief der Schatten eines abwesenden Vaters wirken kann – und wie unterschiedlich Schwestern damit umgehen.

Fazit

Mickey und Arlo ist für mich ein packendes Romandebüt, vor allem für alle die Bücher mit emotionaler Tiefe und komischen Schräglagen schätzt, werdet ihr dieses Debüt lieben.


Klappentext

Zwei Schwestern. Sieben Therapiestunden. Ein Problem. Ein mitreißendes Debüt über die großen und kleinen Katastrophen des Alltags

Als die 33-jährige Mickey die Nachricht vom Tod ihres Vaters erhält, ist sie nicht sonderlich getroffen. Sie ist ohne ihn aufgewachsen, zeit ihres Lebens ist er ein Fremder geblieben. Umso überraschender, dass er ihr ein Vermögen hinterlassen hat. Der kuriose Haken dabei: Mickey muss sieben Therapiesitzungen absolvieren, bevor das Erbe freigegeben wird. Und so schlägt sie bei der Therapeutin Arlo auf, nicht ahnend, dass sie ihrer eigenen Halbschwester gegenübersitzt. Auch Arlo weiß nicht, wer sich hinter der neuen Patientin verbirgt, und schon bald befinden sich die beiden auf einem Kollisionskurs, der sie entweder zerstören oder retten wird.

Über die Autorin

Morgan Dick, Jahrgang 1993, stammt aus Calgary, Kanada. Sie hat bereits zahlreiche Kurzgeschichten in renommierten Literaturzeitschriften veröffentlicht. Mickey und Arlo ist ihr Romandebüt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere