Cover-Bild Auē
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27,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Alfred Kröner Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 464
  • Ersterscheinung: 24.04.2025
  • ISBN: 9783520630018
Becky Manawatu

Auē

Roman
Jana Grohnert (Übersetzer)

Neuseeland, heute. Nach dem Verschwinden seiner Eltern lässt der junge Maori Taukiri seinen achtjährigen Bruder Ari zurück, flieht mit seinem Surfbrett und seiner Gitarre auf die Nordinsel, um dort dem Strudel aus Verzweiflung und Schuld zu entkommen, in den er hineingeboren wurde. Doch auē ertönt im Geräusch des Meeres, das er liebt und zugleich hasst, in der Musik, die er der Gitarre entlockt, die seinem Vater gehörte, in der Gewalt, die seine Familie verfolgt, bestimmt die Scham darüber, dass er seinen Bruder alleine gelassen hat.
Aber sein Bruder Ari ist stärker, als es den Anschein hat, und er hat eine Freundin, und seine Freundin hat einen Hund, und diese drei zusammen sind vielleicht stark genug, um den Strudel aus Verzweiflung und Schuld umzukehren.

Manawatus Prosa ist so wechselhaft wie der Ozean: fließend, poetisch, in wunderschönen Bildern, hoffnungsvoll und zärtlich, humorvoll, in intensiven Momenten roh und drängend, tief bewegend: ganz große Kunst von einer der stärksten Stimmen der neuseeländischen Gegenwartsliteratur, mehrfach preisgekrönt und eines der erfolgreichsten neuseeländischen Bücher aller Zeiten.

auē 1. (Verb) weinen, klagen, seufzen, stöhnen, heulen
2. (Empfindungswort) Ausdruck des Erstaunens oder der ­Verzweiflung

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.07.2025

Zwei Brüder und viel Schmerz

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Nachdem ihre Eltern verschwunden sind, will der bereits erwachsen gewordene Taukiri (Tauk) seinen jüngeren Bruder loswerden. Daher setzt er den achtjährigen Ārama (Ari) bei Tante Kat und Onkel Stu im Süden ...

Nachdem ihre Eltern verschwunden sind, will der bereits erwachsen gewordene Taukiri (Tauk) seinen jüngeren Bruder loswerden. Daher setzt er den achtjährigen Ārama (Ari) bei Tante Kat und Onkel Stu im Süden Neuseelands ab. Anschließend flieht er auf die Nordinsel. Doch er muss feststellen, dass er seine Sorgen und Probleme nicht hinter sich lassen kann. Auch sein kleiner Bruder muss vieles ertragen…

„Auē“ ist das literarische Debüt von Becky Manawatu.

Der Aufbau des Romans ist auf mehrfache Weise komplex und erschließt sich erst Stück für Stück. Erzählt wird im Wechsel aus der Perspektive von Taukiri, Ārama und weiteren Figuren. Unterschiedliche Zeitebenen und verschiedene Örtlichkeiten machen es zudem nicht leicht, sich in der Geschichte zu orientieren.

Auch die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander sind zunächst undurchsichtig. Neben den beiden Brüdern, die klar im Zentrum des Romans stehen, geht es um weitere Mitglieder der Familie sowie einige Nebenfiguren. Dem Innenleben der Hauptcharaktere wird viel Raum gegeben, sodass die Personen sehr gut ausgearbeitet sind.

Der Inhalt des Romans ist auf rund 430 Seiten berührend und aufrüttelnd, allerdings durch die dargestellten Gewaltszenen und seine ernsten Themen schwer verdaulich. Es ist einerseits die Geschichte einer Familie, andererseits so viel mehr. Geheimnisse spielen eine zentrale Rolle. Vor allem aber geht es immer wieder um Schmerz und Verluste, um Schuld und Scham, um Einsamkeit und Verzweiflung.

In die Geschichte eingeflossen ist das äußerst traurige Schicksal eines Cousins der Autorin. Diese persönliche Komponente trägt vielleicht dazu bei, dass der Roman trotz aller Dramatik sehr authentisch wirkt.

Der Brutalität und der Gewalt steht die feinfühlige Sprache des Romans gegenüber. Mit seinen ungewöhnlichen Metaphern, den atmosphärischen Beschreibungen und den beinahe poetischen Untertönen hat mich die Autorin beeindruckt.

Der Text des Romans ist jedoch durchaus anspruchsvoll, was unter anderem mit der häufigen Verwendung von Wörtern und Formulierungen aus der Māori-Sprache zusammenhängt. Hilfreich beim Verständnis ist das hinten abgedruckte Glossar, das auch Hinweise zur Aussprache enthält. Dabei muss allerdings erwähnt werden, dass sich nicht alle Wörter ins Deutsche übersetzen lassen, ohne dass sämtliche Nuancen und kulturelle Implikationen erhalten bleiben. Um die Geschichte in Gänze mit ihren Andeutungen und der kompletten Symbolik zu verstehen, sind vermutlich Vorkenntnisse über Neuseeland und seine Besonderheiten von Vorteil.

Letzteres gilt wahrscheinlich auch für den außergewöhnlichen Māori-Titel des Romans, der von der englischsprachigen Originalausgabe übernommen wurde. Eine gute Entscheidung des deutschen Verlags, das Wort auf der Rückseite des Hardcovers gleich zu erklären. Auch die reduzierte Gestaltung mit dem Vogelmotiv wird dem Inhalt gerecht.

Mein Fazit:
Mit „Auē“ verlangt Becky Manawatu ihrer Leserschaft in mehrfacher Hinsicht viel ab. Wer sich auf die fordernde und sehr bewegende Geschichte einlassen kann, wird aber mit einem ungewöhnlichem Literaturerlebnis belohnt. Ein definitiv empfehlenswertes Debüt, das neugierig auf die Fortsetzung macht!

Veröffentlicht am 18.07.2025

Schmerzhaft ehrlich

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Meine Meinung und Inhalt

"Aue" konnte mich wirklich "treffen".Von der ersten Seite an war klar, dass es keine einfache Geschichte sein wird.

Es geht um zwei Brüder, um Gewalt, um Verlust, um das, was ...

Meine Meinung und Inhalt

"Aue" konnte mich wirklich "treffen".Von der ersten Seite an war klar, dass es keine einfache Geschichte sein wird.

Es geht um zwei Brüder, um Gewalt, um Verlust, um das, was Familien kaputt macht und was manchmal noch irgendwie zusammenhält.

Was mich wirklich gepackt hat, ist, wie roh und ehrlich alles erzählt wird. Da wird nichts beschönigt, nichts glattgebügelt. Die Figuren reden nicht viel, aber genau das hat es trotzdem "laut" und authentisch gemacht. Ich mochte auch, dass das Buch sich Zeit nimmt. Man bekommt nicht sofort alle Antworten.

Ich finde das Buch hat eine sehr klare, teilweise poetische Sprache welche mich sehr beeindruckt hat.

Das Buch erzählt aus einer Welt, die ich vorher kaum gekannt hab. Māori-Kultur, die ländliche Realität in Neuseeland, Gangstrukturen, Trauma über Generationen hinweg.

Natürlich ist das Buch schwer. Es gibt viele Szenen, die wehtun, weil sie so real wirken. Aber es gibt eben auch diese kleinen, leisen Momente, die zeigen, dass nicht alles verloren ist.

Für mich war "Aue" kein Wohlfühlbuch, sondern eins, das mich schon auch danach noch beschäftigt hat.


Klappentext

Neuseeland, heute. Nach dem Verschwinden seiner Eltern lässt der junge Maori Taukiri seinen achtjährigen Bruder Ari zurück, flieht mit seinem Surfbrett und seiner Gitarre auf die Nordinsel, um dort dem Strudel aus Verzweiflung und Schuld zu entkommen, in den er hineingeboren wurde. Doch auē ertönt im Geräusch des Meeres, das er liebt und zugleich hasst, in der Musik, die er der Gitarre entlockt, die seinem Vater gehörte, in der Gewalt, die seine Familie verfolgt, bestimmt die Scham darüber, dass er seinen Bruder alleine gelassen hat.
Aber sein Bruder Ari ist stärker, als es den Anschein hat, und er hat eine Freundin, und seine Freundin hat einen Hund, und diese drei zusammen sind vielleicht stark genug, um den Strudel aus Verzweiflung und Schuld umzukehren.

Über die Autorin

Becky Manawatu wurde 1982 in Nelson, Neuseeland, geboren und wuchs in Waimangaroa an der Westküste der Südinsel auf. Mit 18 zog sie aus, um ihren Mann, den Profi-Rugby-Spieler und -Trainer Tim Manawatu, nach Italien und Frankfurt zu begleiten, wo das Grundgerüst zu Auē entstand. Das Paar kehrte 2016 nach Nelson zurück, inzwischen lebt die Familie wieder in Waimangaroa, wo Becky Manawatu als Reporterin bei den ›Westport News‹ arbeitet, der kleinsten unabhängigen Tageszeitung Neuseelands.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Traumata von Generationen und indigenen Völkern

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Becky Manawatu erzählt in ‚‘Aué‘ eine schmerzliche, traurige Geschichte über das Geschwisterpaar Árama und Taukiri, die ihre Eltern verloren haben und damit den Halt in ihrem Leben. Während der achtjährige ...

Becky Manawatu erzählt in ‚‘Aué‘ eine schmerzliche, traurige Geschichte über das Geschwisterpaar Árama und Taukiri, die ihre Eltern verloren haben und damit den Halt in ihrem Leben. Während der achtjährige Ámara bei seiner Tante und dem gewalttätigen Onkel auf einer abgelegenen Farm in Neuseeland unterkommt, sucht Taukiri mit seinen siebzehn Jahren sein Seelenheil durch Flucht vor der Heimat. Er reist quer durchs Land ohne feste Arbeit und macht auch vor dem kriminellen Drogenmissbrauch keinen Halt. Ámara findet in Beth, der Nachbarstochter, eine Freundin.
Die Geschichte wird nicht linear erzählt. Man taucht immer wieder in verschiedene Zeitebenen und Erzählperspektiven ein, sodass man erst nach und nach ein Verständnis für die familiären Zusammenhänge bekommt, für die Suche nach den Wurzeln und schließlich auch das schwere Leid der Maori, der Ureinwohner Neuseeland, verstehen lernt.
Der Buchtitel, der ein Synonym für wehklagen, weinen ist, weist auf den Schwerpunkt dieses außergewöhnlichen Romans. Er liest sich nicht flott dahin, sondern verlangt nach Aufmerksamkeit, verleitet zum Nachdenken, schenkt großen Lesegenuss durch seinen einzigartigen Sprachstil und Erkenntniszuwachs über das Leben von Menschen, die am anderen Ende unserer Erde wohnen.
Meine Leseempfehlung spreche ich sehr gern an dieser Stelle aus.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Aueeeeeeee.... es tut so weh! Über Verlust, Trauer und Liebe

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Der Titel des außergewöhnlichen Buches von Becky Manawatu ist Programm. Aueeeeeeeeeeee, es tut sooooo weh! So viel Schmerz ist da in diesem Buch und in der Geschichte der beiden Brüder Taukiri und Arama ...

Der Titel des außergewöhnlichen Buches von Becky Manawatu ist Programm. Aueeeeeeeeeeee, es tut sooooo weh! So viel Schmerz ist da in diesem Buch und in der Geschichte der beiden Brüder Taukiri und Arama und ihrer Familie. Doch auch so viel Verbindung, Versöhnung, Poesie und Liebe!

Es ist ein Buch, wie ich es so noch nie gelesen habe und wie es mir lange in Erinnerung bleiben wird. Aber: es ist kein einfaches Buch, weder emotional noch strukturell. Oft hat es mir unglaublich weh getan, dieses Buch zu lesen: all das Leid, das insbesondere Kindern, Frauen und Tieren zugefügt wird und das in allen Details und drastisch geschildert wird. Dazu die unendlich tiefe Trauer, die die beiden verwaisten Kinder empfinden: der kleine Arama, genannt Ari, etwa acht Jahre alt, und nach dem Unfalltod der Eltern bei einer lieben, aber hilflosen Tante, und einem sadistischen, brutalen Onkel gelandet. Sein einziger Trost: die freche und mutige Nachbarstochter Beth, die alleine bei ihrem Vater lebt und mit der er sich anfreundet:

„Beth erzählte mir, dass ihre Mutter auch gestorben war, also hatten wir das gemeinsam. Aber sie hatte Glück, denn sie hatte noch ihren Vater. Wir wollten fragen, ob wir Bruder und Schwester sein könnten, was mich weniger traurig machte, dass mein echter Bruder mich hier zurückgelassen hatte.“ (S. 22)

Diese berührende Kinderfreundschaft ist einer der schönen Momente, die all das Schreckliche im Buch ein bisschen erträglicher machen... bis die nächste schlimme Szene passiert. In all dem ist Ari auch immer wieder in tiefer Trauer, fühlt sich alleine, verlassen und verwundbar:

„Und dann ein wirklich schlimmes Gefühl, wie ein Vogelbaby sich fühlen würde, während es aus dem Nest fällt, immer weiter wegfällt von seiner Mummy und seinem Daddy und auf dem Boden aufschlägt. Ich hatte Alpträume, die so waren, wie dieses Gefühl. In den Alpträumen wusste ich, dass der Boden kam, und dass ich es wusste, machte, dass mir der Körper wehtat. Aber man fällt und fällt einfach, und es tut den ganzen Weg lang weh.“ (Ari, S. 158)

Seinem Bruder Taukiri, einem Teenager, geht es nicht wirklich besser. Die Brüder empfinden eine tiefe Liebe und Verbindung zueinander, doch zugleich ist auch Tauk von seinen Emotionen überwältigt und weiß keinen anderen Ausweg, als alleine von der Südinsel auf die Nordinsel zu fliehen und seinen kleinen Bruder bei Onkel und Tante zurückzulassen. Das ist sein Weg, um sich selbst zu retten zu versuchen, denn er spürt, dass er in seiner eigenen Verzweiflung seinem Bruder auch nicht helfen kann:

„Und nichts von alledem war wichtig. So klein wie ein Tropfen im Ozean. Empfand keine Schuld, weil ich Ari verlassen hatte. Hatte verdammt nochmal nichts übrig, um es ihm zu geben.“ (Gedanken von Taukiri, S. 211)

Dann gibt es im Buch noch weitere Perspektiven, etwa die von Jade und Toko, über die ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten möchte. Oder die eines Geistes, der mit dem Wind weht und das Geschehen und auch die Vergangenheit kommentiert, damit auch etwa eine Verbindung zur dunklen Kolonialgeschichte Neuseelands herstellt und zu dem Leid, das den Maori dabei widerfahren ist und das eine der Wurzeln der transgenerationalen Traumata ist, die sie bis heute mit sich herumtragen:

„Wenn nur die Schiffe, die Tag und Nacht gesegelt waren, um diese Inseln zu finden, Gitarren an Bord gehabt hätten statt Gewehre. Tamburine statt Opiate. Mehr Triangeln, weniger Bibeln.“ (Geisterstimme, S. 209)

Dieses Buch ist keines, das sich einfach so konsumieren lässt. Es ist nicht linear erzählt, die Perspektiven und Zeiten wechseln und mir wurde vieles erst ab etwa der Mitte des Buches klar: etwa, wie die Familienstruktur genau zusammenhängt. Damit wurde rückblickend auch einiges klarer, was mich beim ersten Lesen noch verwirrt hatte. Insgesamt ist es ein Buch, das dazu auffordert, sich viel Zeit und Ruhe zum Lesen zu nehmen, sich Notizen zu machen, es mit anderen zu diskutieren und es im Idealfall mehrmals zu lesen, um möglichst viel seiner Tiefe, Zusammenhänge und Bezüge zu erfassen.

Wer bereit ist, sich diese Zeit zu nehmen und sich auch emotional auf all die Trauer und Gewalt einzulassen, wird dafür mit einem ganz besonderen Buch betont: voll von Poesie und besonderer Sprache und mit zutiefst authentischen Erzählperspektiven, die sehr treffende Worte und Metaphern für die Erlebniswelt und Gefühle des Kindes, des Jugendlichen, aber auch der anderen Charaktere finden.

Es ist ein Buch aus einer Welt, die mitteleuropäischen Lesenden ohne Neuseelanderfahrung in vielem fremd sein dürfte, insbesondere, da es sich um eine Maori-Familie handelt, die porträtiert wird. Dem kommt der Verlag mit einem sehr hilfreichen Glossar entgegen, in dem viele der neuartigen Begriffe und Konzepte in chronologischer Form zumindest kurz erklärt werden und das sehr hilft, diese einzuordnen.

Aber auch dann braucht das Buch noch eine Offenheit, sich auf eine neuartige Welt und auf Perspektiven, von denen man viele vielleicht nicht auf den ersten Blick versteht oder einordnen kann, einzulassen. Wenn man das kann, macht es neugierig auf Neuseeland und die Maori und ihre Kultur und Geschichte.

Ich kann dieses besondere Buch allen, die bereit sind, ihm den dafür notwendigen Raum und die nötige Zeit zu geben, sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Intensiv und schonungslos (gut)

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Ganz ehrlich, ich habe bei diesem Roman mit vielem gerechnet, aber nicht damit. Ich habe nicht damit gerechnet, dass diese Geschichte so brutal ist, so schonungslos und so ernüchternd. Aber auch nicht, ...

Ganz ehrlich, ich habe bei diesem Roman mit vielem gerechnet, aber nicht damit. Ich habe nicht damit gerechnet, dass diese Geschichte so brutal ist, so schonungslos und so ernüchternd. Aber auch nicht, dass sie so intensiv, gefühlvoll und poetisch ist. Trotz der Schwere und Dramatik vieler Szenen schafft es die Autorin, ganz viel Raum für besondere Momente zu lassen, die voller Symbolik, Hoffnung und Liebe sind. Damit ist ihr etwas ganz Großes gelungen.
Dieses Buch ist alles andere als einfach. Die Geschehnisse sind brutal und herzzerreißend. Die Vielzahl der Charaktere überfordern stellenweise. Es kommen viele Begriffe in Te Reo Maori vor (glücklicherweise gibt es ein Glossar am Ende des Buches). Die Story spielt auf mehreren Zeitebenen und ist sehr verworren, löst sich aber allmählich immer mehr auf. Wer wer ist und wie die Personen zusammenhängen, wird erst nach und nach erklärt. Kurz gesagt: Man muss sich durch dieses Buch im wahrsten Sinne des Wortes etwas durchkämpfen. Aber das ist okay. Es lohnt sich! Und passt auch zur Handlung und zu den Werdegängen der Charaktere. Ich finde sogar, es muss so sein. Alles andere wäre irgendwie falsch und würde dem Erzählten nicht gerecht werden.
Was Becky Manawatu da geschrieben hat, hat mich echt beeindruckt. Ich habe selten so ein kraftvolles Buch gelesen. Und ich will unbedingt mehr. Gerade habe ich gesehen, dass es von der Autorin eine Art Fortsetzung gibt, in der eine der Nebencharaktere im Mittelpunkt steht. @krönerverlag, bitte sagt, dass ihr das Buch ganz bald auch auf Deutsch herausbringt. Das Leben von Kat bietet so viel Potenzial und ich will unbedingt ein Wiedersehen mit den Charakteren. Das muss ich unbedingt lesen.
Von mir gibt es ganz klar von 5 von 5 Sternen und eine große Leseempfehlung. Aber auch noch einmal den Hinweis, dass das Buch keine leichte Lektüre ist.

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