Der Sommer der alles änderte
Paradise BeachMeine Meinung
"Paradise Beach" hat mich vor allem aufgrund des Covers und Klappentextes neugierig gemacht. Der Einstieg ist mir gut gelungen und man bekommt beim Lesen schnell das Gefühl, Ada sehr nahe ...
Meine Meinung
"Paradise Beach" hat mich vor allem aufgrund des Covers und Klappentextes neugierig gemacht. Der Einstieg ist mir gut gelungen und man bekommt beim Lesen schnell das Gefühl, Ada sehr nahe zu kommen, die mit ihrem eigenen Körper und ihrer Vergangenheit ringt. Die Erzählerin, bewegt sich zwischen der Erschöpfung nach einer Endometriose‑Operation und Erinnerungen an einen Sommer, der sie bis heute beschäftigt. Diese beiden Ebenen greifen ständig ineinander, und genau das macht den Roman für mich so eindringlich.
Gut gelungen ist der Autorin auch die Offenheit mit der sie körperliche Erfahrungen beschreibt. Schmerz, Müdigkeit, Unsicherheit zu einem Thema, das meiner Meinung ohnehin zu selten im Gespräch ist. Die Rückblenden in den Sommer 2003 haben für mich eine eigene Spannung. Die Atmosphäre ist warm und gleichzeitig angespannt, weil man spürt, dass Ada damals vieles nicht einordnen/zuordnen konnte. Die schlichte und ruhige Sprache der Autorin mochte ich sehr. Teilweise zieht sich durch diese Ruhe die Geschichte allerdings auch an manchen Stellen.
Fazit-> "Paradise Beach" ist für mich ein Roman, der vor allem über Atmosphäre und Innenleben und Offenheit funktioniert. Wer eine klare Handlung oder schnelle Entwicklungen erwartet, wird hier nicht fündig.
Klappentext
Ada schläft kaum noch, seit sie nach ihrer Endometriose-OP Medikamente nimmt. Sie lauscht den Geräuschen ihres Wohnhauses und erinnert sich zurück: an den Sommer ihrer Jugend, den sie zusammen mit ihrer Cousine Lill in ihrer Heimat an der Ostseeküste verbringt. Die Tage sind bestimmt vom Perfektionieren des eigenen Körpers und der Begegnung mit Elja, die Adas Welt ins Wanken bringt. Doch mitten in diesem Jahrhundertsommer 2003 beginnt ein Schmerz, und mit ihm das Schweigen, das Ada zunehmend von ihrer Außenwelt trennt.
Über die Autorin
Dara Brexendorf, geboren 1991, lebt als freie Autorin und Literaturvermittlerin in ihrer Heimatstadt Kiel. Sie moderiert die Lesebühne im Literaturhaus Schleswig-Holstein, ist Teil des Podcasts LITERARISCH, SOLIDARISCH und des Literaturmagazins DER SCHNIPSEL. Sie studierte Medien- und Literaturwissenschaften in Kiel und Mainz, anschließend Literarisches Schreiben in Hildesheim. 2025 erhielt sie den LILIENCRON-NACHWUCHSPREIS für Lyrik aus Schleswig-Holstein.
Quelle: Verlag / vlb