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Veröffentlicht am 04.08.2025

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen

Wohin du auch gehst
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✨ Kurzinhalt – ohne Spoiler, mit Gänsehaut:
Bijoux. Teenager. Queer. Kinshasa.
Mira. Bibelfest. Schweigend. Fluchtziel: London.

Nach politischen Unruhen wird Bijoux zu Tante Mira nach London geschickt ...

✨ Kurzinhalt – ohne Spoiler, mit Gänsehaut:
Bijoux. Teenager. Queer. Kinshasa.
Mira. Bibelfest. Schweigend. Fluchtziel: London.

Nach politischen Unruhen wird Bijoux zu Tante Mira nach London geschickt – neue Stadt, neue Sprache, neues Leben.
Und die Tante? Macht es ihr nicht gerade leicht, sich willkommen zu fühlen.

Und dann passiert’s: die erste große Liebe. Zu einer Frau.
Aber wie soll man frei lieben,
wenn die Tante mit Bibelzitaten um sich wirft
und in der alten Heimat genau diese Liebe verachtet wird?

Was Bijoux nicht weiß: Auch Mira trägt eine Geschichte in sich.
Eine mit eigener Flucht, mit langem Schweigen – und mit viel Herzschmerz.
Ein Geheimnis, das sie so tief vergraben hat,
dass sie selbst fast vergessen hat, warum sie ging.

✨ Meine Leserillen:
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen –
weil ich wissen musste, wie es weitergeht.
Seite für Seite, Kapitel für Kapitel, schälen sich die Geheimnisse langsam frei.
Jede Figur trägt etwas mit sich herum, das nicht gesagt werden darf –
und genau das macht es so intensiv.

Bijoux versucht so sehr, so zu sein, wie ihre Familie es will.
Aber – ganz ehrlich? – was tun, wenn das Herz einfach anders schlägt?

Und Mira, die Tante, die schweigt statt zu umarmen.
Zwischen Bibelzitaten und Familienpflichten hält sie fest an dem,
was ihr Halt gibt: der Glaube.
Er ist ihr Schutzraum, ihr Rückgrat.

Zwischen Alt und Neu, Glaube und Freiheit, Familie und Selbstbestimmung
bewegen sich Bijoux und Mira –
zwei Frauen, die versuchen, irgendwo anzukommen,
wo sie ganz sie selbst sein dürfen.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Es geht nicht um Liebe im klassischen Sinne – oder doch?

Morgen, morgen und wieder morgen
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Dieses Buch hat mich überrascht. Und das nicht, weil es besonders laut war oder mit großen Twists um sich geworfen hätte – sondern weil es still war. Klug. Nachdenklich. Und irgendwie zart melancholisch.

Es ...

Dieses Buch hat mich überrascht. Und das nicht, weil es besonders laut war oder mit großen Twists um sich geworfen hätte – sondern weil es still war. Klug. Nachdenklich. Und irgendwie zart melancholisch.

Es geht um Sadie und Sam, die sich als Kinder im Krankenhaus kennenlernen, über Videospiele bonden und viele Jahre später gemeinsam Spiele entwickeln. Das Buch begleitet ihre Freundschaft über Jahrzehnte hinweg – durch kreative Höhenflüge, Missverständnisse, Verletzungen und diesen ganz eigenen Raum zwischen Nähe und Distanz, den es manchmal nur zwischen zwei Menschen gibt, die sich besser kennen, als ihnen selbst lieb ist.

Es geht nicht um Liebe im klassischen Sinne – oder doch? Denn was ist Nähe eigentlich, wenn sie nicht romantisch ist, aber trotzdem tief, verwirrend und manchmal schmerzhaft?

Besonders schön fand ich die Metaphern aus der Gaming-Welt: Level, Leben, Neuanfänge, Respawns – das Leben als Spiel, das manchmal unfair ist, oft komplex, aber immer wieder neue Chancen bietet.
Und obwohl ich keine Gamerin bin, wollte ich plötzlich eins: ein Spiel spielen.

Warum „nur“ 4 Bookmarks?
Weil sich manche Abschnitte für mich ein wenig zu ausufernd lasen. Der Plot hatte Längen, besonders in der zweiten Hälfte. Aber das tut dem Eindruck keinen großen Abbruch – dieses Buch ist kein Page-Turner, es ist ein langsames Wandern durch ein komplexes Beziehungsgeflecht. Und das darf es auch sein.

Fazit:
Wie ein Indie-Game mit wunderschönem Soundtrack: nicht laut, nicht perfekt, aber voller Herz, Tiefe und einer Melancholie, die hängen bleibt.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Ehrlich? Jeder braucht eine Greta

Pinguine fliegen nur im Wasser
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✨ Kurzinhalt – ohne Spoiler, mit Herzklopfen:
Greta. Laut. Bunt. Übersprudelnd.
Vincent. Kontrolliert. Verloren. Misstrauisch.

Ein Taxi. Ein schräger Zufall.
Und plötzlich: zwei Leben, die sich kreuzen ...

✨ Kurzinhalt – ohne Spoiler, mit Herzklopfen:
Greta. Laut. Bunt. Übersprudelnd.
Vincent. Kontrolliert. Verloren. Misstrauisch.

Ein Taxi. Ein schräger Zufall.
Und plötzlich: zwei Leben, die sich kreuzen –
am Wendepunkt, wo alles möglich, aber nichts sicher ist.

Vincent hat alles verloren. Greta fährt Taxi.
Und da ist dieses Haus, das nicht nur renoviert werden will, sondern auch Wunden heilt, die niemand sieht.

Zimmer für Zimmer verändert sich die alte Villa und mit ihr verändern sich auch Greta und Vincent.
Was zählt eigentlich im Leben, wenn alles einmal stillsteht?

✨ Meine Leserillen:
Ein Buch wie eine Renovierung fürs Herz.
Erst bröckelt die Fassade, dann zeigen sich die Risse –
und plötzlich flutet alles mit Licht.

Ich mochte, wie Henriette Krohn mit Wärme und Witz erzählt,
ohne dabei das Schwere zu scheuen.
Denn hinter all den kleinen komischen Szenen
verstecken sich große Fragen:
Wer bin ich, wenn alles Bekannte wegbricht?
Wie lernt man, wieder zu vertrauen – sich selbst, dem Leben, einem anderen Menschen?

Greta ist laut, ja. Aber sie ist auch zart und mutig.
Vincent dagegen zurückhaltend, ein bisschen verloren
aber man spürt: da ist mehr, viel mehr.

Das Zusammenspiel der beiden?
Wie ein Tanz aus Nähe und Abgrenzung, voller Stolperer,aber auch voller echtem, echten Leben.

Und dann war da noch diese Szenen mit dem Taxi oder der Schildkröte –
ich hatte sofort Bilder im Kopf und musste laut auflachen.
So eine Mischung aus Komik und Gefühl, ich liebs.

Ehrlich? Jeder braucht eine Greta.
Und auch einen Vincent. Zum Wachsen, Stolpern, Loslachen und Festhalten.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Mal musste ich kurz innehalten, weil mich die Ungerechtigkeit so gepackt hat

Die Unbändigen
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✨ Kurzinhalt mit Magie:
Drei Frauen, drei Jahrhunderte, drei Leben, die auf wundersame Weise miteinander verwoben sind. Wir springen von einer Zeit zur anderen, tauchen in alte Geheimnisse ein und einen ...

✨ Kurzinhalt mit Magie:
Drei Frauen, drei Jahrhunderte, drei Leben, die auf wundersame Weise miteinander verwoben sind. Wir springen von einer Zeit zur anderen, tauchen in alte Geheimnisse ein und einen spüren flüsternde einen Hauch von Magie, der alles zusammenhält. Mystik trifft hier auf weibliche Widerstandskraft und Geschichten, die man nicht mehr loslässt.

💭 Meine Leserillen:
Ohhh, ich hab mich richtig in dieses Buch reingewühlt, als würde ich mit einer dampfenden Tasse Tee in einer alten Bibliothek sitzen, während draußen der Wind an den Fenstern rüttelt. Und dann diese Erkenntnis: Ich, die immer dachte, Mystik ist nix für mich - ich liebe es hier! Emilia Hart hat so eine besondere Art zu erzählen, dass ich manchmal ganz vergessen habe, in welcher Zeit ich gerade bin. Ich war bei diesen Frauen, ich war mittendrin.

Es war wie ein leises Flüstern durch die Seiten: „Schau her, so war es damals… und so ist es jetzt…“ – und plötzlich fühlte sich alles miteinander verbunden an. Diese verschiedenen Erzählstränge haben mich total fasziniert. Erst denkt man: Hä, wie hängt das zusammen? Und dann, wie kleine Mosaiksteinchen, schnappt alles ineinander. Das ist genau mein Lese‑Sweet‑Spot: Geschichten, die sich wie eine Schatzkarte entfalten, mit jeder Seite ein bisschen mehr.

Und dann die Emotionen! Mal musste ich kurz innehalten, weil mich die Ungerechtigkeit so gepackt hat, mal wollte ich applaudieren, weil eine Figur einfach so stark und mutig war. Und dann wieder dieses dumpfe Gefühl im Bauch: Frau sein war schon immer ein Spagat zwischen Anpassung und Aufbegehren, zwischen Liebe und Kampf, zwischen Angst und Freiheit. Und trotzdem – oder gerade deshalb – liegt so viel Schönheit in diesen Geschichten.

💌 Lieblingszitat:
„Wir sind aus der gleichen Erde gemacht, aus derselben Glut. Und wir brennen, egal in welcher Zeit.“

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Veröffentlicht am 04.08.2025

🚫 Kein Krimi. Kein True Crime. 🕯️ Sondern ein Akt von Widerstand, Erinnerung, Liebe

Lilianas unvergänglicher Sommer
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Kurzinhalt – ohne Spoiler, mit einer Träne im Auge und Wut im Bauch:
Dieses Buch ist ein intimes und aufwühlendes Erinnerungsstück. Cristina Rivera Garza schreibt über ihre jüngere Schwester Liliana, die ...

Kurzinhalt – ohne Spoiler, mit einer Träne im Auge und Wut im Bauch:
Dieses Buch ist ein intimes und aufwühlendes Erinnerungsstück. Cristina Rivera Garza schreibt über ihre jüngere Schwester Liliana, die 1990 von ihrem Ex-Freund ermordet wurde – ein Femizid, wie er überall passieren kann. Auch heute noch. Auch hier.
Doch dieses Buch erzählt keine Tätergeschichte. Es geht nicht um das Verbrechen, sondern um das Leben davor. Um Lilianas Geschichte. Wer sie war, was sie dachte, wofür sie kämpfte.

Rivera Garza versucht, ihre Schwester zurückzuholen – durch Tagebücher, Briefe, Notizen und Gespräche mit den Menschen, die Liliana liebten. „Lilianas unvergänglicher Sommer“ bewahrt Lilianas Existenz in all ihrer Fülle: ihre Gedanken, ihr Lachen, ihre Wut, ihr Ringen mit gesellschaftlichen Erwartungen. Und beim Lesen wird klar: Liliana war keine Fremde. Sie hätte eine von uns sein können.

📖 Ein Buch gegen das Vergessen – und gegen das Schweigen.

Meine Leserillen:
Ich wollte dieses Buch eigentlich nicht lesen. Nicht, weil es nicht gut wäre – sondern weil das Thema Femizid so schwer auszuhalten ist. Aber: Wir haben ein Problem. Weltweit. Auch hier. Und dieses Buch zwingt uns zum Hinsehen – mit Worten, die treffen.

Liliana wurde mir nahegebracht – in all ihrer Stärke, Unsicherheit, Freiheit und Wut. Sie war so viel mehr als das, was ihr angetan wurde.

Der Einstieg fiel mir nicht leicht. Der Stil ist fragmentarisch, suchend, manchmal fast poetisch – aber genau das passt. Denn wie soll man über etwas schreiben, das einem das Herz zerreißt? Gerade deshalb ist dieses Buch so wichtig.

🚫 Kein Krimi. Kein True Crime.
🕯️ Sondern ein Akt von Widerstand, Erinnerung, Liebe.

Rivera Garza schreibt nicht über das Verbrechen – sie schreibt über das Leben. Über das, was war. Und das, was uns bleibt.

„Der einzige Unterschied zwischen meiner Schwester und mir ist, dass ich nie einem Mörder über den Weg gelaufen bin.“

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