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Veröffentlicht am 18.07.2025

Abwechslungsreicher Sommerroman mit realitätsschwächen

Himmelsee – Über den Wellen leuchtet das Glück (Himmelsee 1)
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Linna kehrt mit ihrem Sohn Miko in ihren Heimatort "Himmelsee" an der Ostsee zurück, nachdem ihre Mutter einen Schwächeanfall erlitten hat. Denn ihre Schwester und ihr Vater benötigen Hilfe im Familieneigenen ...

Linna kehrt mit ihrem Sohn Miko in ihren Heimatort "Himmelsee" an der Ostsee zurück, nachdem ihre Mutter einen Schwächeanfall erlitten hat. Denn ihre Schwester und ihr Vater benötigen Hilfe im Familieneigenen Hotel. 10 Jahre zuvor hatte Linna Himmelsee nach einem tragischen Unglück verlassen. Nun trifft sie auf alte Freunde und Bekannte, schließlich sogar auf ihre alte Liebe.
Der Beziehung mit ihrem Partner Ilja, der als Pilot arbeitet, hatte sie bereits vor ihrer Reise nach Himmelsee eine vorübergehende Pause verordnet, weil er zu selten für sie und den gemeinsamen Sohn da war. So muss Linna im beruflichen, aber vor allem im privaten Bereich sortieren, wo und mit wem sie ihre Zukunft gestalten möchte. Dazu muss sie sich der Vergangenheit, aber auch der Gegenwart mit ihren Herausforderungen stellen, denn eine endgültige Entscheidung muss getroffen werden.

Der erste Band der "Himmelsee"-Reihe von Tanja Janz überzeugt mit einem schönen Cover, das einen von Urlaub und Ruhe träumen lässt. Der Roman liest sich flüssig und abwechslungsreich, die Protagonisten wirken ehrlich sympathisch. Leider ist die Handlung an einigen Stellen sehr unrealistisch. Zum Beispiel geht Linna während einer Hotelveranstaltung, bei der jede Hand benötigt wird, einfach mit ihrer Freundin zum Spaziergang. Ihre Mutter, die ihren Schwächeanfall aufgrund Überarbeitung erlitten hat und nicht loslassen kann, ist genau so wenig wie der Vater beim Vorstellungsgespräch für eine neue Mitarbeiterin dabei. Diese, die zur Entlastung der Mutter eingestellt wird, bringt mit einem Foodtruck noch mehr Arbeit ins Spiel. Wobei der Truck dann innerhalb weniger Tage hergerichtet ist und mit sämtlichen Genehmigungen versehen. Auch Linnas Umgang mit ihrem Sohn Miko wirft Fragen auf, denn gefühlt verbringt sie nur sehr wenig Zeit mit ihm. Also genau das, was sie eigentlich ihrem Mann vorwirft.

Für mich hätte das Buch gerne 50-100 Seiten mehr haben können. Diese hätten sich sicherlich ebenso leicht gelesen wie die anderen 300, aber viele Dinge hätten realistischer dargestellt werden können.

Weitere Bücher der Reihe werde ich sicher lesen, denn Tanja Janz ist ein schöner, abwechslungsreicher Sommerroman gelungen, dem man sogar in der Gesamtschau die realitätsferne nachsieht. Mehr Lesevergnügen wäre jedoch garantiert, wenn weniger künstlerische Freiheit zum Tragen gekommen wäre.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Nett aber nicht umwerfend

Die Superfrauen von Sylt
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Der Roman "Die Superfrauen von Sylt" von Claudia Thesenfitz ist auf dem Cover mit "ein Glücksroman" untertitelt. Als Glücksroman würde ich dieses leicht und schnell zu lesende Buch jedoch nicht bezeichnen. ...

Der Roman "Die Superfrauen von Sylt" von Claudia Thesenfitz ist auf dem Cover mit "ein Glücksroman" untertitelt. Als Glücksroman würde ich dieses leicht und schnell zu lesende Buch jedoch nicht bezeichnen.

Nachdem Evi Knall auf Fall von ihrem Ehemann verlassen wird und zudem feststellen muss, dass dieser das Konto leer geräumt hat, vermietet sie das Haus auf Sylt und zieht auf einen Campingplatz. Um ihrem Leben wieder Schwung zu geben gründet sie einen Frauen-Fußballverein, dem sich ganz unterschiedliche Frauen über 45 Jahren anschließen. Man bekommt einen Einblick darin, wie die Frauen kämpfen. Nicht nur um mehr Fitness, sondern auch mit einigen privaten Problemen und Wechseljahrsbeschwerden.

Insgesamt werden viele Themen angesprochen. Ich hätte es schön gefunden, wenn hier nach dem Motto "weniger ist mehr" ausgewählt worden wäre. Statt auch noch die Intimfrisuren zu thematisieren, hätte zum Beispiel gerne der Diskussions-Abend mehr Raum einnehmen dürfen.

Schwierig ist sicherlich, so viele Frauen in nur knapp 270 Seiten unterzubringen. So lernt man manche Charaktere nur sehr oberflächlich oder praktisch gar nicht kennen. Andere dafür recht ausführlich. Gefühlt habe ich jedoch zwischendurch den Überblick verloren und bestimmt das eine oder andere Erlebnis der falschen Figur zugeordnet. Direkt dem Lesevergnügen hat dies keinen Abbruch getan, hinterlässt aber doch ein unrundes Lesegefühl.

Erfrischend ist, dass Claudia Thesenfitz mit Fußball eine für die im Buch agierende Alters- und Geschlechtsgruppe untypische Sportart in den Mittelpunkt stellt.

Das Cover ist ansprechend gestaltet.

Eine uneingeschränkte Leseempfehlung kann ich leider nicht geben. Jedoch ist das Buch sicher auch kein Fehler für einige lockere Lesestunden.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Mit einem Freund auf dem Weg zu sich selbst

Die Sommerbücherei
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Der Roman "Die Sommerbücherei" ist aus den Sichtweisen der zwei Hauptfiguren Tom und Maggie erzählt. Tom, ein Jugendlicher, dessen Mutter gestorben ist und dessen Vater mehr und mehr dem Alkohol verfällt. ...

Der Roman "Die Sommerbücherei" ist aus den Sichtweisen der zwei Hauptfiguren Tom und Maggie erzählt. Tom, ein Jugendlicher, dessen Mutter gestorben ist und dessen Vater mehr und mehr dem Alkohol verfällt. Maggie, eine ältere Dame mit eigenem Hof, bewegter Vergangenheit und einem Geheimnis, die einsam ist. Aufeinander treffen die beiden in der örtlichen Bücherei, die alsbald vor der Schließung gerettet werden muss. Einfühlsam beschreibt die Autorin Bella Osborne die Entwicklung der beiden Protagonisten, die Entstehung der Freundschaft sowie deren Beinahe-Zerstörung.
Besonders berührt hat mich die Figur des Tom. Sein Kampf um Normalität, den Zugang zum Abitur und gegen die Alkoholsucht seines Vaters. Diesem Jugendlichen, der viel zu früh viel zu viel durchstehen muss und dem die Freundschaft mit Maggie Halt und Mut gibt.
Doch auch Maggie profitiert von der Freundschaft mit Tom. Nicht nur, dass durch ihn ihre Einsamkeit verdrängt wird, sondern auch, dass sie endlich den Mut aufbringt nach vielen Jahrzehnten einen wunden Punkt ihres Lebens in Angriff zu nehmen.

Was ich wirklich schade finde ist, dass weder der Titel noch das Cover zum Buch passen. Hat man sich nur von diesen beiden Aspekten zum Lesen inspirieren lassen ohne den Klappentext zu lesen, hat man etwas komplett anderes erwartet. Der deutsche Titel der Erstausgabe "So was wie Freunde" passt viel besser. Bisher habe ich tatsächlich noch nie ein Buch gelesen, das vor allem mit dem Titel so daneben lag. Denn das Buch spielt nicht einmal komplett im Sommer, lediglich die endgültige Entscheidung über die Zukunft der Bücherei erfolgt im Spätsommer.

Lässt man Buchtitel und Cover beiseite, ergibt sich für mich mit dieser einfühlsamen Geschichte eine klare Leseempfehlung. Hauptsächlich mit Tom, aber auch mit Maggie habe ich mitgelitten und hätte an vielen Stellen den einen wie die andere gerne in den Arm genommen.
Eine tolle Geschichte, die deutlich macht, dass Freundschaften ganz unabhängig von Alter, persönlichem Hintergrund und anderen Details geschlossen werden können und von Außenstehenden einfach akzeptiert werden sollten.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Sonniges entspannendes Lesevergnügen mit Nordseebrise

Muschelglück und Meeresrauschen
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Den Nordseeroman "Muschelglück und Meeresrauschen" von Leonie Zenk habe ich an einem gemütlichen, sonnigen Lesetag durchgelesen.

Das Cover ist bunt und verspielt und greift den Titel des Romans perfekt ...

Den Nordseeroman "Muschelglück und Meeresrauschen" von Leonie Zenk habe ich an einem gemütlichen, sonnigen Lesetag durchgelesen.

Das Cover ist bunt und verspielt und greift den Titel des Romans perfekt auf. Beides zusammen - Titel und Cover - vermitteln schon beim ersten Blick, was das Buch auch hält: ein schöner doppelter Liebesroman zwischen Muscheln und dem Rauschen der See. Schließlich endet nicht nur für die sympathische Hauptprotagonistin Christin, sondern auch für ihre herzerwärmende Oma Rosi alles im Guten.
Bis dahin sind einiger Schmerz, Verwirrungen, unausgesprochene Zwischentöne und ein Muschelladen, den es zu retten gilt, Thema. Auch die Bedeutung von langjährigen Freundschaften und Zusammenhalt wird deutlich gemacht und hinterlässt ein wohliges Gefühl. Wer wünscht sich nicht eine Beke und einen Willi?

Ein wunderbar entspannender Roman, der durch einige Wendungen und Umwege nicht langweilig wird und trotzdem leicht und schnell zu lesen ist. Eine klare Leseempfehlung für sonnige Stunden - egal ob am Meer, im Garten, in den Bergen oder auf der Couch. Darauf einen leckeren Sanddornlikör (der im Buch eine nette Nebenrolle spielt)!

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Veröffentlicht am 12.07.2025

Oifach subbr (=Einfach super)

Schwäbisch für Engel
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Wunderbar lustig aber mit Tiefgang lässt Elisabeth Kabatek praktisch kein Klischee rund um eine schwäbische Bürgermeisterwahl aus.
Im Buch ist es Anna aus dem hohen Norden, die sich den schwäbischen Einwohnern ...

Wunderbar lustig aber mit Tiefgang lässt Elisabeth Kabatek praktisch kein Klischee rund um eine schwäbische Bürgermeisterwahl aus.
Im Buch ist es Anna aus dem hohen Norden, die sich den schwäbischen Einwohnern des Städtchens Schwäbingen wie auch deren Eigenheiten und Besonderheiten stellt. Von der anfänglichen Ablehnung ist es ein leicht zu lesender, aber spannungsvoller Bogen mit vielen Details, bis am Ende die Heldin und der Held Lukas zusammenfinden.

Könnte man meinen, dass durch die Bedienung der vielen Klischees von Landfrauen über Feuerwehrler bis hin zu den klüngelnden "weißen Männern" das Buch überfrachtet wirkt oder die Geschichte unglaubhaft, so beweist Elisabeth Kabatek mit "Schwäbisch für Engel" eindeutig das Gegenteil. Selbst den schwulen Beamten lässt sie ebenso wenig aus wie die thailändische Ehefrau oder den türkischen Kioskbesitzer.
Doch hat man selbst einige kleine und größere schwäbische Dörfer und Städte kennen und lieben gelernt, so kann man mit Recht behaupten: so isches wirglich (=so ist es wirklich).
Besonders machen dieses Buch auch die leisen Töne, wie die Demenzerkrankung des Opas und die gefühlvolle Beschreibung der Entwicklung von Rosemarie (man unterschätze NIE den Dickkopf und den damit verbundenen Willen einer schwäbischen Frau jenseits der 60).

Es bleibt nur eines: eine ganz klare Leseempfehlung für dieses tolle Buch!

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