Nett aber nicht umwerfend
Der Roman "Die Superfrauen von Sylt" von Claudia Thesenfitz ist auf dem Cover mit "ein Glücksroman" untertitelt. Als Glücksroman würde ich dieses leicht und schnell zu lesende Buch jedoch nicht bezeichnen. ...
Der Roman "Die Superfrauen von Sylt" von Claudia Thesenfitz ist auf dem Cover mit "ein Glücksroman" untertitelt. Als Glücksroman würde ich dieses leicht und schnell zu lesende Buch jedoch nicht bezeichnen.
Nachdem Evi Knall auf Fall von ihrem Ehemann verlassen wird und zudem feststellen muss, dass dieser das Konto leer geräumt hat, vermietet sie das Haus auf Sylt und zieht auf einen Campingplatz. Um ihrem Leben wieder Schwung zu geben gründet sie einen Frauen-Fußballverein, dem sich ganz unterschiedliche Frauen über 45 Jahren anschließen. Man bekommt einen Einblick darin, wie die Frauen kämpfen. Nicht nur um mehr Fitness, sondern auch mit einigen privaten Problemen und Wechseljahrsbeschwerden.
Insgesamt werden viele Themen angesprochen. Ich hätte es schön gefunden, wenn hier nach dem Motto "weniger ist mehr" ausgewählt worden wäre. Statt auch noch die Intimfrisuren zu thematisieren, hätte zum Beispiel gerne der Diskussions-Abend mehr Raum einnehmen dürfen.
Schwierig ist sicherlich, so viele Frauen in nur knapp 270 Seiten unterzubringen. So lernt man manche Charaktere nur sehr oberflächlich oder praktisch gar nicht kennen. Andere dafür recht ausführlich. Gefühlt habe ich jedoch zwischendurch den Überblick verloren und bestimmt das eine oder andere Erlebnis der falschen Figur zugeordnet. Direkt dem Lesevergnügen hat dies keinen Abbruch getan, hinterlässt aber doch ein unrundes Lesegefühl.
Erfrischend ist, dass Claudia Thesenfitz mit Fußball eine für die im Buch agierende Alters- und Geschlechtsgruppe untypische Sportart in den Mittelpunkt stellt.
Das Cover ist ansprechend gestaltet.
Eine uneingeschränkte Leseempfehlung kann ich leider nicht geben. Jedoch ist das Buch sicher auch kein Fehler für einige lockere Lesestunden.