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Veröffentlicht am 05.07.2025

Franziska rettet ihren Bruder

Die Festung am Rhein
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Auf dem Ehrenbreitstein wird eine Festungsanlage gebaut. Der Ingenieuer ist entsetzt. Baupläne wurden angeblich an die Franzosen weiter geleitet. Ein junger Rekrut wird verdächtigt und inhaftiert. Seine ...

Auf dem Ehrenbreitstein wird eine Festungsanlage gebaut. Der Ingenieuer ist entsetzt. Baupläne wurden angeblich an die Franzosen weiter geleitet. Ein junger Rekrut wird verdächtigt und inhaftiert. Seine Schwester Franziska will nicht glauben, das ihr Bruder Christian in diese Angelegenheit involviert ist und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Ich habe das Buch ausgewählt, da ich schon oft in der Festungsanlage war und mich der Bau, mit seiner Lage mit Blick auf das Deutsche Eck in Koblenz, schon immer faszinierte.

Dank des Schreibstils konnte ich vollkommen in die Geschichte eintauchen und wandelte in den mir bekannten Gegenden, jedoch zu einer Zeit 200 Jahre zuvor.

Das Rheintal, das linksrheinisch, immer mal wieder unterschiedlichen Herren zu dienen hatte, war zur Zeit der Geschichte in preussischer Hand.

Die Protagonistin ist halb Französin. Ihr Vater fiel bei der Schlacht um Waterloo. Sie selbst kam danach mit ihrem Bruder von Cöln zurück nach Coblenz, um beim Bruder ihrer Mutter zu leben, da die Witwe ihre Kinder alleine nicht hätte durchbringen können.

Leider nutzte der Onkel nur die Arbeitskraft der Kinder aus und unterstütze sie in keinster Form, so dass Franziska ihr Heim verließ und versuchte im Alleingang die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Wie gut das sie in Theres und ihrem Mann gute Freunde hatte, die sie dabei unterstützen konnten.

Es ist spannend zu lesen, was Franziska alles unternimmt, um ihren Bruder aus dem Gefängnis zu befreien.

Auch eine Liebesgeschichte ist mit an Bord, die sehr leise und heimlich angeschlichen kommt.

Mein Lieblingscharakter neben Franziska ist Fritz, der Rekrut mit dem Berliner Akzent, der dem Lieutenant unterstützend unter die Arme greift und so manches Mal kein Blatt vor den Mund nimmt. Seine Berliner Schnauze gibt seinem Chef oft zu denken, hilft ihm aber in zwischenmenschlichen Belangen oft weiter.

Mich hat der Roman sehr gut unterhalten und ich werde sicherlich noch weitere Bücher der Autorin lesen, denn ich liebe historische Romane mit starken Frauenfiguren wie dieser.

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Spannender 1. Teil einer Dilogie über zwei starke Frauen

Die Frauen vom Rosenhag. Traum vom Neubeginn
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Marlene hat ihren Mann bei einem Schiffsunglück verloren und wird seitdem in Karlskrona wie eine Aussätzige behandelt.

Liv ist die Frau des Reeders, dem das Unglücksschiff gehört.

Bei einem Ausflug, ...

Marlene hat ihren Mann bei einem Schiffsunglück verloren und wird seitdem in Karlskrona wie eine Aussätzige behandelt.

Liv ist die Frau des Reeders, dem das Unglücksschiff gehört.

Bei einem Ausflug, der für eine der Frauen sehr schmerzhaft endet,lernen sie sich kennen und stellen fest, das sie gleiche Ideale verfolgen.

Ihr forsches Auftreten ist jedoch so manchem ein Dorn im Auge und sie bekommen viele Steine in den Weg gelegt.

Ob sie sich wohl ein paar ihrer Träume erfüllen können?



Die Dilogie über Frauen aus ganz unterschiedlichen , gesellschaftlichen Schichten spielt Anfang des 20. Jahrhunderts ,im schwedischen Karlskrona.

Marlene arbeitet in einer Lampenfabrik, um sich über Wasser zu halten. Sie liebt die Arbeit und steht einer Kollegin bei, die Probleme mit ihrem Mann hat, weil alle anderen nur zuschauen, aber nichts tun. Sie ist eine grundehrliche Frau mit Idealen und Träumen, der man schon von Anfang an wünscht, dass sie ihre Träume in die Tat umsetzen kann.

Sehr zum Erstaunen mancher, freundet sie sich mit der jungen Reedersgattin an. Diese wirkt nicht sehr glücklich in ihrer Beziehung, steckt aber auch tief in gesellschaftspolitischen Problemen der Frauen zur damaligen Zeit.

Beide schmieden Pläne und versuchen sie in die Tat umzusetzen.

Ausserdem widmet das Buch auch viele Kapitel dem Journalisten Oskar, der wie Marlene in der kleinen Frühstückspension wohnt und irgendetwas zu recherchieren scheint. Man hat schon gleich zu Anfang den Verdacht, dass es etwas mit dem Schiffsunglück zu tun haben könnte und ist gespannt, ob man damit richtig liegt.

Die , über hundert, Kapitel des Buches tragen immer einen der Namen der drei Protagonisten als Überschrift.

Das hat mir gut gefallen, denn sie sind dann immer aus der Perspektive dieser Person geschrieben und das vereinfachte es mir als Leser immer, da ich dann wusste wer gerade spricht oder denkt.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, so dass ich gut in die Geschichte versinken konnte und gar nicht merkte wie die Zeit verrann. Vor meinem inneren Auge sah ich alles wie in einem Film vorbei ziehen. Das ist, was für mich ein gutes Buch ausmacht.

Die Geschichte war gut erzählt und der Spannungsbogen gut gespannt.Vor allen Dingen durch die schnellen Wechsel mithilfe der Sichtweise zwischen den einzelnen Charakteren.

Ich kann das Buch für Liebhaber historischer Romane mit starken Frauenfiguren nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 26.06.2025

Doux Segnieur!

Der Weg der Frauen
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Ich habe schon mal gleich Paulines Lieblingsausdruck als Titel verwendet.

Pauline ist eine Frau in den Enddreissigern, die in Lothringen ein Mädchenpensionat leitet. Sie tut dies mit viel Herzblut und ...

Ich habe schon mal gleich Paulines Lieblingsausdruck als Titel verwendet.

Pauline ist eine Frau in den Enddreissigern, die in Lothringen ein Mädchenpensionat leitet. Sie tut dies mit viel Herzblut und hat doch an so manchem Unbill zu knabbern. Der Roman spielt kurz vor dem ersten Weltkrieg.

Ich kannte die ersten Teile der Reihe nicht, was aber dem Lesegenuss keinen Abbruch tat.

Pauline war eindeutig mein Lieblingscharakter.Eine unerschrockene Frau, die zu dem steht, was sie sagt und wie eine Löwin, um ihr Pensionat und ihre Mädchen kämpft.

Und kämpfen muss sie in diesem Band, der sich als Überthema die Frauen ausgewählt hat , sehr.

In Sachen Frauenthemen ist zum einen die junge Schülerin die sich in der neu entstandenen Frauenbewegung engagiert, zum anderen eine junge Französin, die ungewollt nach einer Vergewaltigung durch einen preußischen Soldaten schwanger wird, oder eine Mutter, die ihre Kinder beim Vater zurück lässt, weil sie keine Chance sieht sie mitzunehmen, nachdem ihr das Zusammenleben mit ihrem Mann immer mehr zur Qual wird.

Viele Frauen, viele Geschichten,aber alles verankert in einer Zeit,in der Männer dachten das Sagen zu haben und Frauen noch Menschen zweiter Klasse waren.

Ich habe mit Pauline und den Ihren gezittert, mich gefürchtet, mich geekelt, mich gefreut und geliebt.

Gerne habe ich den Roman, der in 56 Kapitel und einen Epilog unterteilt war, gelesen.

Im Anhang befindet sich noch ein sehr informatives Nachwort sowie ein ausführliches Glossar.

Marie Pierre hat sehr gut recherchiert und die zeitgenössischen Themen gut rüber gebracht.

Ich werde nun schauen,dass ich auch die ersten Bände der Reihe noch auftreibe und lesen kann.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Maj und die Kinder

Im Finsterwald
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Maj ist Kindermädchen bei den Guldins, seit die Mutter mit ihren fünf Kindern total überfordert ist. Seit die Geschäfte Herrn Guldins schlecht laufen ist sie für alles im Haus zuständig. Eines Sonntagnachmittags ...

Maj ist Kindermädchen bei den Guldins, seit die Mutter mit ihren fünf Kindern total überfordert ist. Seit die Geschäfte Herrn Guldins schlecht laufen ist sie für alles im Haus zuständig. Eines Sonntagnachmittags im Winter besucht sie mit den Kindern, wie so oft das Naturhistorische Museum, als es zu einen tragischen Ereignis kommt,

Das Cover ist eher schlicht und auch ein wenig unheimlich. Genau wie die Geschichte und ihre Protagonistin.

Der Roman spielt im verschneiten Göteborg in den 20 er Jahren des letzen Jahrhunderts.

Die gesamte Familie Guldin war mir etwas suspekt und unheimlich und ihr Kindermädchen topte das Ganze für mich noch.

Gut gefallen hat mir Nils Gunnarsson, der Ermittler. Ellen, seine Ex- Geliebte, die er als Betreuerin der Kinder anrief, als er und sein Chef Maj verhören wollten, macht auch einen guten Ermittlerjob, auch wenn sie vielleicht ein wenig zu unbedarft an die Sache heran geht.

Während der gesamten Geschichte bleibt der Spannungsbogen gut gespannt, auch wenn so manche Passagen nur schmückendes Beiwerk zu sein scheinen, da sie in der späteren Aufklärung des Falls keine Erwähnung mehr finden.

Erschreckend fand ich, wie überzeugend manche Menschen mit ihrer Fantasie sein können. So glaubt man Dinge gesehen zu haben, obwohl sie gar nicht da gewesen sein konnten.

Ebenso erstaunlich war für mich die tatsächlich Auflösung des Falls. An alles hätte ich gedacht, aber damit hätte ich nie gerechnet.

Der Roman war für mich streckenweise gruselig, aber trotzdem so spannend, das ich ihn kaum aus der Hand legen konnte.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Mamma Carlotta und die Jugendfreundin

Wellenbrecher
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Als Mamma Carlotta mal schauen will, wo es ihre Enkelin Carolin beruflich hin verschlagen hat trifft sie nicht nur auf ihre Jugendfreundin sondern stolpert mal wieder über einen Toten. Natürlich muss sie ...

Als Mamma Carlotta mal schauen will, wo es ihre Enkelin Carolin beruflich hin verschlagen hat trifft sie nicht nur auf ihre Jugendfreundin sondern stolpert mal wieder über einen Toten. Natürlich muss sie helfen dem Mörder auf die Spur zu kommen.

Das Cover des Hörbuchs ist mal wieder seemännisch. Wellen und die obligatorische Möwe.
Wellenbrecher so heißt das Hotel italienischen Namens auf Sylt, in dem Carolin eine Ausbildung angefangen hat.
Sie macht dort erstaunliche Entdeckungen mit denen sie natürlich sofort zu ihrem Papa geht, damit dieser ermitteln kann.
Mamma Carlotta ist in meinen Augen eine alte Dame, wie Miss Marpel. Allerdings war hier irgendwo zu hören, das sie 60 Jahre alt ist. Wenn ich mich da nicht verhört habe passt das Bild das das Hörbuch von ihr zeichnet nicht wirklich, denn sie erscheint mir eher wie Ende 70. Allerdings ist sie echt der Knaller. Mit ihrer Art ist sie irgendwie immer da, wo es was zu ermitteln gibt. Ihre Lieblingskneipe ist eine Imbissbude, die eher ein bisschen schmuddelig ist. Da aber der Besitzer und der zweite Gast, der schon fast zum Inventar gehört, sehr maulfaul sind, bleibt für das , was Mamma Carlotta zu erzählen hat mehr Raum. Deshalb liebt sie diesen Treffpunkt so sehr, dass sie sogar ihrem Schwiegersohn so manches verschweigt.
Auf jeden Fall wieder witzige Dialoge und mit der Staatsanwältin und Mamma Carlotta wieder super Ermittler.
Allerdings hätte es ein bisschen kürzer sein dürfen, denn die Geschichte schwenkte doch hin und wieder ab, so das sich für mich das Spannungsmoment nicht lange aufrecht erhalten ließ. Deshalb ziehe ich auch einen Stern ab.

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