schöne Geschichte mit viel Potential bei der der Klappentext vollkommen falsche Erwartungen weckt
Dreams of YesterdayMeine Meinung:
Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Stellenweise poetisch. Die Sprache bildreich, sodass ich mir alles gut vorstellen konnte. Die Geschichte wird aus Evelyns Sichtweise erzählt, ...
Meine Meinung:
Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Stellenweise poetisch. Die Sprache bildreich, sodass ich mir alles gut vorstellen konnte. Die Geschichte wird aus Evelyns Sichtweise erzählt, sodass ich ihre Gedanken, Gefühle und Handlungsweisen gut nachvollziehen konnte.
Der Klappentext passt in meinen Augen nicht zur beschriebenen Geschichte. Er sorgte in meinen Augen für eine gewisse Leseenttäuschung, da ich als Leser mit vollkommen falschen Vorstellungen an die Geschichte heranging.
Setting:
Ihr Wohnviertel war gut skizizziert, die Trostlosigkeit und Eintönigkeit waren gut beschrieben. Die sozialen Probleme, die Gewaltbereitschaft, waren gut herausgearbeitet und vermittelten mir als Leser einen kleinen Einblick in das Leben der sozialen Unterschicht in Irland. Etwas gefehlt hat mir die Tatsache, dass die meisten Jungs in der ein oder anderen Form in diese Gangs gezwungen werden. Das wurde für mich nicht deutlich genug. So wäre Dylans unbedingter Wille und auch eine gewisse Notwendigkeit wegzugehen noch deutlicher geworden.
Charaktere:
Die Charaktere waren gut ausgearbeitet, sodass ich mir ein gutes Bild der jeweiligen Charakterzüge machen konnte. Die Motivation für ihre Handlungen (im Kontext ihrer Herkunft) nachvollziehen konnte – wenn ich diese auch vielfach nicht gutheißen konnte.
Allerdings fehlte sowohl beim Setting als auch bei der Ausarbeitung der Charaktere die Tiefe, die detaillierte Ausarbeitung – die ein mitempfinden, mitleiden möglich gemacht hätte. So bleibt die Geschichte hinter ihren Möglichkeiten zurück. Sehr schade – in Anbetracht der angesprochenen Themen und insbesondere des doch recht ungewöhnlichen Settings.
Handlung:
Wie bereits beschrieben, passt der Klappentext überhaupt nicht zur Handlung. Insbesondere die Tatsache, dass Evelyn und Dylan einen gemeinsamen Traum haben – und beide aus ihrem Viertel weg wollen ist eine komplette Fehlinformation. Die falsche Erwartungen weckt.
In meinen Augen liegt der Focus auf der Geschichte auf den Auswirkungen, die das Leben in den Armutsvierteln Irlands auf die weitere Zukunft haben kann. Auf ihren unterschiedlichen Lebeneinstellungen und Zukunftserwartungen.
Fazit:
Eine Geschichte, dessen Klappentext eine vollkommen falsche Erwartung weckt – und zu einer Leseenttäuschung führen kann. Eine Geschichte die für mich den Focus auf dem Leben im Armenviertel Irlands liegt. Auf die Auseinandersetzung mit Armut – und den daraus resultierenden unterschiedlichsten Lebensentwürfen. Leider bleibt die Geschichte hier im Skizzieren stecken – und verschenkt so viel Potential.