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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.04.2025

Wenn die Jugendliebe plötzlich wieder da ist

Küstensommer
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Manchmal muss es einfach eine fluffig leichte Urlaubslektüre sein, die an einem schönen Ort spielt, Liebe versprüht und in der auch ein bisschen Drama für die nötige Spannung sorgt. All diese Kriterien ...

Manchmal muss es einfach eine fluffig leichte Urlaubslektüre sein, die an einem schönen Ort spielt, Liebe versprüht und in der auch ein bisschen Drama für die nötige Spannung sorgt. All diese Kriterien erfüllt Küstensommer ganz wunderbar – das nehme ich schon einmal vorweg.
In Karin Königs neuem Buch geht es um Nina Meerbach. Sie ist alleinerziehende Mutter einer kleinen, fußballverrückten Tochter und bis auf die leichten, alltäglichen Probleme läuft ihr Leben an der Ostsee eigentlich ganz gut. Wäre da nicht ihr Exmann, der davon träumt, die gemeinsame Tochter zu sich nach Hamburg mitzunehmen. Auch der Spagat zwischen ihrem Beruf als Lehrerin und der eigenen Pension, die sie zusammen mit ihrer Schwester betreibt, welche wir schon aus dem ersten Band von Karin König kennen, lässt nicht immer genug Zeit für ihre Tochter oder etwas Freizeit für sich selbst. Doch so richtig herausfordernd wird es erst, als Töchterchen Hannah einen neuen Fußballtrainer bekommt. Er ist nämlich kein Unbekannter für Nina, sondern ihre Jugendliebe, die damals Hals-über-Kopf verschwand und ihr Herz brach.
Die Beschreibung lässt es schon erahnen. Zuerst ist Nina gänzlich genervt von Chris und geht ihm aus dem Weg. Doch die Anziehung von damals flackert wieder auf und das Knistern wächst stetig zwischen den beiden. So eine langsame aber knisternde Liebe ist genau das richtige für einen Liebesroman, finde ich. Mir hat es sehr gefallen, wie Nina anfangs zögert und zwischen Vernunft und Gefühlen hin und hergerissen ist. Ich konnte mich richtig gut in sie hineinversetzen. Besonders mochte ich die Szenen, wo ihre Tollpatschigkeit für den ein oder anderen lustigen Moment sorgt.
Auch Chris finde ich als Protagonisten gut gelungen. Er ist zu den Kindern ein echter Sonnenschein, scheint aber ansonsten sehr verschlossen und öffnet sich Nina nur sehr langsam. Dass man dadurch nicht hinter seine Fassade und Absichten blicken kann, erhöht die Spannung ungemein und ich bin mehrmals geschwankt in meiner Einschätzung, ob er ein Guter oder ein Arsch ist. Ich verrate jetzt mal nicht, was er nun wirklich ist, aber so viel sei gesagt: Die Chemie zwischen Nina und ihm ist spürbar und die Liebesgeschichte wirklich sehr gelungen.
Als kleinen Optimierungspunkt muss ich anführen, dass ich mir noch mehr Szenen am Meer gewünscht hätte. Zwar kommt die schöne Kulisse durchaus vor, kommt aber nicht so gut zur Geltung wie im ersten Band. Gut, im ersten Band stand das Surfen im Mittelpunkt. Da ist es beim Fußball schon schwieriger, das Meer öfter einzubinden.
Alles in allem war ich aber sehr angetan von dieser Geschichte und habe das Buch regelrecht verschlungen. Wer also eine kleine Leseauszeit am Meer gebrauchen kann, die auch noch so schön knistert, ist hier genau richtig!

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Viele Bilder viel Wissen in Vergleichen, das kommt gut an

Wir messen die Welt
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Manche Kinder-Sachbücher vermitteln Wissen an Kinder, bei denen Erwachsene nur müde gähnen. Doch in diesem Buch findet sich so mancher Aspekt, den auch die meisten Erwachsenen noch nicht gekannt haben. ...

Manche Kinder-Sachbücher vermitteln Wissen an Kinder, bei denen Erwachsene nur müde gähnen. Doch in diesem Buch findet sich so mancher Aspekt, den auch die meisten Erwachsenen noch nicht gekannt haben. Darauf möchte ich sogar wetten.
Denn das Kinder-Sachbuch Wir messen die Welt nimmt sich Fakten der Welt aus den Themengebieten Natur, Leben auf der Erde sowie Konstruktionen und Bauwerke vor und präsentiert interessantes Wissen auf anschauliche Art. Das bedeutet, dass die Fakten bebildert und in anschaulichen Vergleichen präsentiert werden. Meistens gibt es einen gut verständlichen, einleitenden Erklärtext, eine Infografik und Bilder die das ganze bestärken. Schön beschreiben lässt sich diese aufwendige Gestaltung beispielsweise an der Seite mit der durchschnittlichen Lebenserwartung, wo in der Infografik jedes Tier und der Mensch einzeln als Bild präsentiert wird mit seiner Lebenserwartung an einem Zeitstrahl als Geburtstagskerzen dargestellt. Auch die Themenfolge innerhalb der Kapitel bildet einen schönen roten Faden und dennoch sind es logisch abgeschlossene Einheiten. Sie eignen sich zum Vorlesen, aber auch zum Selberlesen und sprechen alle interessierten Weltentdecker ab 10 Jahren an.
Ich selbst hatte als Kind ein Kinderlexikon und habe beim Lesen dieses Buches mehrfach daran zurückgedacht. Im direkten Vergleich mit einem Kinderlexikon gewinnt nach meiner Ansicht auf jeden Fall dieses Buch, weil es mehr auf die Zusammenhänge eingeht. So bleibt das Wissen besser hängen und gleichzeitig macht das Lesen mehr Spaß durch die aufwendige Darstellung.
Sehr gelungen und von mir gibt’s eine fette Leseempfehlung nicht nur für Kinder!

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Veröffentlicht am 29.04.2025

zehn pragmatische Ansätze für mehr Glück

Es kann so schön sein, das Leben
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Manches mal im Urlaub im Süden denkt man sich, ach, die Leute hier sind so glücklich. Das muss an der tollen Umgebung liegen. Doch tut es das wirklich oder leben die Menschen im Süden einfach anders, was ...

Manches mal im Urlaub im Süden denkt man sich, ach, die Leute hier sind so glücklich. Das muss an der tollen Umgebung liegen. Doch tut es das wirklich oder leben die Menschen im Süden einfach anders, was dann in mehr Glück resultiert? Genau dieser Frage, was wir von den Südländern für ein glücklicheres Leben lernen können, geht Alexander Oetker auf den Grund.
Mich hat die Frage begeistert und ich habe die zehn Kapitel wirklich gerne gelesen. Denn in jedem einzelnen geht der Autor auf einen anderen Aspekt ein, der das Leben der Südländer glücklicher macht. Es handelt sich dabei nicht um hochtrabende Dinge, die so im Alltag unmöglich sind, oder die sich nur verwirklichen lassen, wenn man am malerischen Meer lebt. nein, es sind viel mehr die kleinen Dinge, die man ganz einfach im alltäglichen Gewusel anders machen kann.
Mein Lieblingskapitel war das mit dem Titel Lauf langsam. Dort geht es nicht nur um Entschleunigung im Leben, sondern auch darum, doch einfach mit langsamen Spaziergängen die Umwelt zu genießen, runterzukommen und sich nicht nur mit Sport zu stressen. Das hört sich in meinen Worten ziemlich belehrend an. Das schafft Alexander Oetker viel besser. Denn er bringt Beispiele aus seinen Erfahrungen im Süden, die mal lustig mal ernst sind. Er erzählt, wie es ihm ergangen ist und macht daraus so logische Schlussfolgerungen, dass ich mir mehr als einmal dachte, ach, darauf hätte ich auch kommen können.
Für mich war das ein rundum gelungenes Leseerlebnis, aus dem ich viel für mein tägliches Leben mitgenommen habe. Manchmal machen ja schon die kleinen Veränderungen den großen Unterschied. Ich probiere es auf jeden Fall aus.

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Alles über Berge - echt spannend und kurzweilig

GIGANTISCHE BERGE
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Berge üben auf mich schon seit meiner Kindheit eine große Faszination aus. Natürlich waren es damals noch nicht die fernen Berge der Welt, sondern die deutschen Alpen im Familienurlaub. Aber die coolen ...

Berge üben auf mich schon seit meiner Kindheit eine große Faszination aus. Natürlich waren es damals noch nicht die fernen Berge der Welt, sondern die deutschen Alpen im Familienurlaub. Aber die coolen Bergsteiger, die so mutig jeden Gipfel erklimmen, fand ich auch damals schon sehr beeindruckend. Da war ja klar, dass ich irgendwann auch in den Bergsport einsteige. Es reicht zwar immer noch nur für die Alpen und das Bergwandern, aber dieses Buch wollte ich trotzdem unbedingt lesen.

Denn hier lernen schon Kinder ab 8 Jahren alles über die gigantischen Gipfel. Es werden Begrifflichkeiten erklärt und dann verschiedene bekannte Berge der ganzen Erde vorgestellt. Zu jeden der Berge geht das Buch darauf ein, wie er zuerst bestiegen wurde und von wem. Natürlich gibt es dann auch zu diesen Gipfel unterschiedliche wissenswerte Fakten, die in kleinen Textschnipseln und vielen bunten Bildern dargestellt werden.

All das macht es zu einem sehr kurzweiligen Leseerlebnis, bei dem auch wir Erwachsenen richtig viel lernen können. Von mir gibt es eine dicke Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Liebesroman mit moralischer Herausforderung

Unsere Suche nach Zärtlichkeit
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Dumont ist in der Mitte seines Lebens und widmet sich als ehrenamtlicher Telefonseelsorger denen, die jemanden zum Zuhören benötigen. Eigentlich ist er gut im Zuhören und darin, dennoch ausreichend Abstand ...

Dumont ist in der Mitte seines Lebens und widmet sich als ehrenamtlicher Telefonseelsorger denen, die jemanden zum Zuhören benötigen. Eigentlich ist er gut im Zuhören und darin, dennoch ausreichend Abstand zu halten. Doch als eines Tages eine einsame Frau anruft, berührt sie sein Herz und er macht sich auf den Weg dorthin, wo er glaubt, sie zu finden. Statt jener Frau findet er aber eine ganz andere Art von Leben und eine Bekanntschaft, die sein Herz wirklich berührt. Nur leider ist es mit dieser Frau nicht ganz einfach, sodass Dumont tief grübeln muss, wie er diese Liebe moralisch bewerten soll.
Dieser Liebesroman fühlte sich für mich ganz anders an, als die Liebesromane, die ich bisher gelesen habe. Doch so richtig konnte ich zuerst gar nicht greifen, warum das so ist. Natürlich sind die Protagonisten etwas älter, aber das war es nicht. Auch die Leichtigkeit, mit der sich Dumont und Florence kennenlernen, war nicht anders. Das, was jedoch gravierend anders war, ist die Schwere der Herausforderung, die zwischen den beiden steht. Und anders als in anderen Liebesromanen, in denen man immer möchte, dass die beiden Protagonisten eben diese Herausforderung überwinden und zueinanderfinden, kann man sich hier nicht so sicher sein. Das liegt nicht daran, dass ich Florence und Dumont als Paar nicht mochte, ganz im Gegenteil. Nein, das liegt daran, dass man als Leser moralisch bewerten muss, ob man es für vertretbar hält, dass die beiden zusammen sind. Diese moralische Bewertung fand ich total spannend und wirklich gut in die Handlung eingearbeitet. Ich möchte natürlich nicht zu viel verraten, aber ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen und mochte die Gedankenspiele, die sich bei mir entwickelt haben, wie ich mich entscheiden würde, auch sehr.
Darüber hinaus hat mir auch die Entwicklung von Dumont wirklich gut gefallen. Denn in Brüssel wirkt er still, zurückgezogen, allein und in gewisser Weise auch grau und traurig. Dagegen taut er in Antibes richtig auf, sodass man ihn fast für einen jungen Mann halten könnte, der vor Lebensfreude sprüht. Das zeigt schön, welche Bedeutung der Autor der Liebes im Leben beimessen möchte und wie sie jeden verändern kann. Diese Botschaft überzeugt mich und ich möchte dieses Buch allen Fans von Liebesromanen ans Herz legen, die gerne mal eine andere Art von Liebesgeschichte lesen möchten. Von mir gibt es fünf Sterne.

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