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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2025

Die Tipps sind so gut, weil sie lebensnah und pragmatisch sind

Sag deiner Angst, sie kann gehen!
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Ich habe mal einen Spruch gelesen, dass Sorgen wie Nudeln sind, weil man sich immer zu viele machen würde. Hört sich lustig an, fühlt sich aber selten spaßig an, wenn man zu diesen Menschen gehört, auf ...

Ich habe mal einen Spruch gelesen, dass Sorgen wie Nudeln sind, weil man sich immer zu viele machen würde. Hört sich lustig an, fühlt sich aber selten spaßig an, wenn man zu diesen Menschen gehört, auf die das zutrifft. Mit Sorgen meine ich, dass man in die Vergangenheit blickt und sich sorgt, ob die Situationen oder Gespräche so verlaufen sind, wie gewünscht, oder Situationen interpretiert und von allen Seiten beleuchtet. Sorgen können aber auch Horrorvisionen für die Zukunft sein, oder eben Befürchtungen, die einen von etwas gänzlich abhalten. Nun kann man Sorgen durch Angst ersetzen oder durch Panik. In Summe meinen diese Begriffe alle ähnliche Gemütszustände, die sich nicht gut anfühlen, und bei jedem unterschiedlich stark auftreten.
Für meine doch manchmal übermäßigen Sorgen habe ich zu diesem Buch gegriffen und mich von den der pragmatischen Herangehensweise überzeugen lassen. Denn hier gibt es zwar einleitend ein bisschen Basiswissen zu Angst und unserem Nervensystem, doch dann verlassen wir die Theorie ganz schnell wieder. Stattdessen berichtet uns die Autorin in 33 Sätzen, was ganz praktisch helfen kann und was auch bei ihrer Angststörung gewirkt hat. Natürlich fand ich zu meinen Sorgen nicht alle Sätze passend. Wenn man dieses Buch aber wie einen Bauchladen betrachtet, aus dem man sich herausnimmt, was einem hilfreich für die eigene Situation erscheint, dann war für mich schon vieles dabei.
Nicht nur die praktische Herangehensweise und die Tipps haben mir gefallen, sondern auch der gute Aufbau der Kapitel. Denn jeder der 33 Sätze startet mit einleitenden Sätzen, die Beispiele aus dem Leben der Autorin enthalten oder die erklären, wie dieser Satz im täglichen Leben zu verstehen ist. Danach gibt es immer eine Erläuterung, wie der Satz im Alltag helfen kann und warum. Anschließend wird dann die Umsetzung als Schritt-für-Schritt-Anleitung präsentiert. So kann man sich direkt überlegen, wie man das Gelesene nutzen kann. Ergänzt werden die Sätze durch Bonuskapitel, in denen hilfreiche Tools vorgestellt werden, die man sowohl in Akutsituationen als auch in der langfristigen Entwicklung einsetzen kann.
Mir hat dieses Buch wirklich gut gefallen und ich konnte einiges für mich mitnehmen. Wer sich also gerne mal nicht nur zu viele Nudeln macht, sondern eben auch zu viele Sorgen, kann hier viel für ein sorgenfreieres Leben lernen.

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Eine Zukunft in separaten Siedlungen in ständiger Ungewissheit

Schweben
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Ein Roman über die Zukunft. Bei solchen Erzählungen kommt es mir darauf an, dass es mich einerseits fesseln kann mit einer Zukunft, die ich so nicht vorausgeahnt hätte. Andererseits darf es mir aber auch ...

Ein Roman über die Zukunft. Bei solchen Erzählungen kommt es mir darauf an, dass es mich einerseits fesseln kann mit einer Zukunft, die ich so nicht vorausgeahnt hätte. Andererseits darf es mir aber auch nicht zu abgedreht und unrealistisch vorkommen. Schweben hat die Balance gut gefunden.
Wir lernen eine Frau kennen, deren Job es ist Begegnungen zu erschaffen. Sie schlüpft quasi in die Rolle von Menschen, die ihre Familie oder ihren Partner verlassen haben, und verkörpert für die Verlassenen die verlorene Person. Das hat sie so perfektioniert, dass sie sich selbst gar nicht mehr kennt. Sie ist unsere Protagonistin und nimmt uns mit in das zukünftige Leben auf der Erde. Denn die Menschheit hat festgestellt, dass die ständige Vernetzung von allem, nichts Gutes gebracht hat, sodass die Menschen nun in voneinander getrennten Siedlungen leben, die sie weder verlassen noch wechseln dürfen. Über diesen Umstand darf aber nicht gesprochen werden und Menschen ist es verboten, zurückzublicken oder sich hervorzutun, um mehr Besitz anzuhäufen. Auch das Klima wird am Rande angerissen und ist nach einer großen Hitze in einer starken Kälte geendet.
Diese Vision der Zukunft hat mich fasziniert und gleichzeitig gegruselt, weil alles so anonym zugeht und sich auch nicht herauslesen lässt, was passiert ist, dass die Welt so geworden ist. Insgesamt transportiert dieses Buch eine düstere Stimmung und schafft es, ein Misstrauen gegenüber allen Personen der Handlung zu erschaffen. Dadurch, dass über so viele Themen nicht gesprochen werden darf, weiß man nicht, wem man trauen kann. Das wenige Sprechen sorgt dann dafür, dass man sich viele Entwicklungen nicht erklären kann und es fühlt sich so an, als würde die Protagonistin in ständiger Ungewissheit und Unsicherheit leben. Bei mir hat das für eine permanente Spannung gesorgt und ich habe mir mit jeder Seite versucht, mehr zusammenzureimen. Hinzu kommt noch der besondere Sprachstil, der mich wirklich gefesselt hat.
Ich habe dieses Buch wirklich gerne gelesen und ich mochte das sehr symbolische Ende, was nach meinem Verständnis jeder Leser für sich selbst interpretieren kann.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Knistern, Lachen und unvorhersehbares Ende - alles dabei

Strandkorbbriefe
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Merle ist Polizistin und nach einem Dienstunfall, bei dem sie angeschossen wurde, nicht mehr dieselbe. Sie verkriecht sich, hat Angstzustände und tut sich sehr schwer, wieder in ihr normales Leben zurückzufinden. ...

Merle ist Polizistin und nach einem Dienstunfall, bei dem sie angeschossen wurde, nicht mehr dieselbe. Sie verkriecht sich, hat Angstzustände und tut sich sehr schwer, wieder in ihr normales Leben zurückzufinden. Als ihre Mutter, ihre Tante und ihre Cousine ihr dann von einem anonymen Liebesbrief in der lokalen Tageszeitung erzählen, der an sie gerichtet sein könnte, ist sie sofort skeptisch. Doch so nach und nach wächst der Wunsch nach ein bisschen Liebe in ihr und sie sehnt sich nach einem Partner - vielleicht ist er anonyme Briefeschreiber ja wirklich ein glühender Verehrer, bei dem sie diese Nähe finden könnte. Es beginnt eine lustige Rätselraterei, die Merle aus der Reserve lockt.

Bei dieser eigenartigen Schnitzeljagd nach Merles Verehrer begegnen wir nicht nur allen Exfreunden und Knutschpartnern aus Merles Vergangenheit. Sie muss sich auch mit dem Journalisten Bastian herumschlagen. Von ihm erhofft sie sich, Informationen zu dem anonymen Schreiber, der sein Werk ja an die Redaktion der Zeitung gesandt hat, zu bekommen. Bei diesem hin und her wird es sehr oft sehr lustig, aber auch emotional und natürlich kommt das Knistern auch nicht zu kurz. Diese Mischung hat mir ausgesprochen gut gefallen und ich bin nur so durch die Seiten geflogen.

Merle war mir von Anfang an sympathisch. Sie zeigt sich anfangs sehr verletzlich, doch findet immer mehr zu ihrer Stärke zurück. Besonders die Situationen mit ihren Exfreunden fand ich oft schreiend komisch und mochte, wie sie damit umgegangen ist. Die Spannungen zu Bastian fand ich ebenfalls sehr unterhaltsam. Denn auch Bastian ist ein lustiger Typ, bei dem die ernsten, guten Absichten schnell durchblitzen konnten. Das Knistern, was dann irgendwann entstand war total echt und spürbar transportiert, sodass ich richtig in die Geschichte eintauchen konnte und es sehr genossen habe.

Und obwohl es sich um einen Liebesroman handelt, bei dem die Wendungen und vor allem das Ende meistens gut vorhersehbar sind, musste ich meine Theorie, wie es wohl weitergeht, sehr oft korrigieren. Das hat die Spannung oben gehalten und ich war auf jeder Seite gleich neugierig, wie es sich wohl entwickeln könnte. Das mochte ich sehr.

Auch dass Marie Merburg uns in Strandkorb Briefe ein Wiedersehen mit den Hauptfiguren aus dem ersten Teil Nordseesterne beschert hat, fand ich super. Denn so sehen wir Luisa, die Merles Cousine ist, ihren Freund Holger und ihre Mutter wieder und erfahren nebenbei, wie es für sie weiterging. Das hat die Geschichte für mich noch tiefer gemacht und ich hatte sofort eine Bindung zu den Figuren und der Handlung. Für alle, die den ersten Teil aber nicht gelesen haben, funktionieren die beiden Bücher auch unabhängig voneinander.

Ich bin sehr begeistert von diesem Liebesroman mit Urlaubsfeeling und garantierten Lachern und kann ihn nur wärmstens weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Das kleine Stinktier bringt uns bei, wie man das beste aus jeder Situation macht

Tilly stinkt's!
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Tilly ist ein kleines Stinktier und geht gerne in den Kindergarten. Doch oft läuft es überhaupt nicht so, wie sie sich das wünscht. Und dann passiert das, was wütenden Stinktieren eben so passiert: Sie ...

Tilly ist ein kleines Stinktier und geht gerne in den Kindergarten. Doch oft läuft es überhaupt nicht so, wie sie sich das wünscht. Und dann passiert das, was wütenden Stinktieren eben so passiert: Sie stinken. Das ärgert Tilly noch mehr, denn sie will eigentlich gar nicht stinken. Doch Mama-Stinktier weiß Rat. Sie empfiehlt Tilly das beste aus der Situation zu machen, wenn sie sich etwas anders vorgestellt hat, und es selbst in die Hand zu nehmen. Denn aus vielem lässt sich noch etwas positives machen, wenn man selbst etwas verändert. Und mit diesem Rat werden Tillys Tage viel schöner und alles wendet sich zum Guten.

Die Geschichte rund um das kleine Stinktier ist wunderschön gestaltet und vermittelt auf ganz süße Art und weiße, dass es nichts bringt, immer wütend oder bockig zu sein. Mit der kleinen Tilly können die kleinen Leseratten lernen, dass man sich nicht ärgern, sondern es positiv sehen und selbst in die Hand nehmen sollte. Das ist eine ganz tolle Botschaft, die Tilly ganz subtil präsentiert. Dazu gibt es grandiose Bilder, in denen nicht nur viele liebevolle Details, sondern auch ganz viele andere Tiere zu entdecken sind.

Dieses Buch empfehle ich allen kleinen Leser*innen ab 3 Jahren, wenn sie noch lernen dürfen, zu akzeptieren, dass nicht alles nach ihrem Willen läuft.

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Alice und Lennon sind einfach zuckersüß zusammen

Note to myself: Liebe ist keine Option
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Für Alice läuft es nicht gerade rund, als sie ihren Freund in ihrer eigenen Wohnung mit einer anderen Frau erwischt. Obendrauf kommt noch, dass diese andere Frau nicht einfach irgendjemand ist, sondern ...

Für Alice läuft es nicht gerade rund, als sie ihren Freund in ihrer eigenen Wohnung mit einer anderen Frau erwischt. Obendrauf kommt noch, dass diese andere Frau nicht einfach irgendjemand ist, sondern auch noch eine ihrer Freundinnen. Das Maß ist voll, denkt sich Alice und schmeißt ihren untreuen Freund raus, trennt sich und beschließt, sich erst einmal eine gute Zeit ohne Männer zu machen. Sie macht kurzen Prozess und schmeißt auch ihre Matratze, auf der der Betrug passiert ist, kurzer Hand aus dem Fenster. Nur leider fällt sie nicht einfach zu Boden, sondern direkt auf Lennon. Und Lennon ist auch nicht böse, er ist sehr charmant und weil sie einfach nicht nein sagen kann, willigt sie ein, sich einmal mit ihm zu treffen.

Aus einem Treffen werden zwei, drei, vier und irgendwie entwickelt sich bei Alice und Lennon eine eng Freundschaft, glaubt zumindest Alice. Nur wenn sie ehrlich zu sich selbst ist, dann knistert es immer mehr und aus der Freundschaft sind schon längst tiefere Gefühle entstanden. Doch Bennett, der Exfreund, funkt immer wieder dazwischen. Und weil Alice eben nicht nein sagen kann, trifft sie sich noch ein letztes Mal mit ihm und die Probleme gehen los.

Alice ist eine nette, pragmatische junge Frau, die nach vorne schaut und das beste aus allem macht. Auch über Bennett kommt sie verhältnismäßig schnell hinweg. Doch wie viele andere Frauen hat sie das Problem, dass sie es allen recht machen möchte und zuerst an die Gefühle der anderen denkt, bevor sie an sich denkt. Das wird ihr am Ende auch mit Bennett zum Verhängnis und macht ihr mehr als einmal Probleme. Gerade wegen dieser Eigenschaften konnte ich mich total gut in Alice hineinversetzen und mochte die Geschichte sehr. Auch ihre Aufzählungen und die lustigen Szenen zwischendurch haben mir sehr gut gefallen.

Ganz besonders haben mir aber die süßen Gesten von Lennon gefallen. Er ist schon fast zu gut, um wahr zu sein. Er hat Verständnis für alles, lässt Alice die Zeit, die sie braucht und behandelt sie so, wie es sich Frauen wünschen. Das führt natürlich zu einem erheblichen Knistern zwischen den beiden, das auch für uns Leser wahnsinnig spürbar ist. Ich habe mir einfach die ganze Zeit ein Happy End für die beiden gewünscht und hätte noch Ewigkeiten weiter von ihnen hören können.

Alles in allem habe ich mich von diesem Hörbuch sehr gut unterhalten gefühlt und mochte die kurzweiligen Szenen aus Alice Leben und aus ihrem Zusammentreffen mit Lennon.

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