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Veröffentlicht am 28.08.2025

Spannend

Die Templer
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Die Templer: jeder kennt ihren Namen, aber kaum jemand kennt ihre Geschichte. Verschwörungsmythen ranken sich um die einst mächtigste Bruderschaft bis heute. Dan Jones bringt Ordnung ins Chaos der Legenden ...

Die Templer: jeder kennt ihren Namen, aber kaum jemand kennt ihre Geschichte. Verschwörungsmythen ranken sich um die einst mächtigste Bruderschaft bis heute. Dan Jones bringt Ordnung ins Chaos der Legenden und zeigt, was wirklich dran war am berühmtesten Ritterorden des Mittelalters.

Das Buch erzählt, wie eine kleine Gruppe armer Ritter 1119 in Jerusalem einen radikalen Plan fasste: Pilger beschützen, notfalls mit Gewalt. Daraus wurde innerhalb weniger Jahrzehnte eine militärische Elite mit Einfluss von Schottland bis Zypern. Die Templer kämpften an vorderster Front im Heiligen Land, verloren aber auch bittere Schlachten gegen die Mamluken. Gleichzeitig bauten sie in Europa ein Finanznetzwerk auf, das seinesgleichen suchte: Kredite, Geldtransfers, Schatzverwaltung, selbst Könige liehen sich Geld von den Templern.

Doch der Erfolg wurde ihnen zum Verhängnis. Als das Heilige Land verloren ging und die politischen Gegner in Europa stärker wurden, kam der Fall. Frankreichs König Philipp IV. ließ 1307 den ganzen Orden verhaften, wegen angeblicher Ketzerei. Der Papst machte mit. Zwei Jahre später war der Orden Geschichte, ihr letzter Großmeister verbrannte auf dem Scheiterhaufen.

Dan Jones gelingt mit diesem Buch etwas, was viele historische Sachbücher nicht schaffen: Er beschreibt eine Zeit voller Spannung. Man kommt sich manchmal vor, als würde man einen Thriller oder dergleichen lesen. Ich konnte das Buch teilweise nur schlecht zur Seite legen. Das spricht ganz klar für Dan Jones, der hier keine starre Abhandlung präsentiert. Man lernt etwas. Man versteht Zusammenhänge. Wer auch nur ansatzweise etwas mit Geschichte anfangen kann, sollte definitiv diesem Buch eine Chance geben.

Auf meinem Blog findet ihr eine ausführlichere Rezension, schaut dort gern mal vorbei: https://buchkomet.wordpress.com/2025/08/28/rezension-dan-jones-uber-den-aufstieg-und-fall-der-templer/

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Gelungen

Der Tower
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Was machst du, wenn plötzlich alles schiefgeht: Job weg, Freund weg, Wohnung weg und dir dann jemand ein Jahr mietfreies Luxusleben in einem Berliner Hightech-Tower anbietet? Klar, du sagst ja, oder? Genau ...

Was machst du, wenn plötzlich alles schiefgeht: Job weg, Freund weg, Wohnung weg und dir dann jemand ein Jahr mietfreies Luxusleben in einem Berliner Hightech-Tower anbietet? Klar, du sagst ja, oder? Genau das tut Nova in „Der Tower“ von Ivar Leon Menger. Anfangs wirkt alles wie die perfekte Rettung: stylisch, modern, komplett KI-gesteuert. Nur blöd, wenn die KI irgendwann anfängt, dein Leben zu bestimmen. Und du merkst: Du kommst hier nicht mehr raus.

Der Roman packt genau die Fragen aus, die sich viele gerade stellen: Wie viel Technik ist eigentlich noch gut für uns? Wann wird’s zu viel? Und was passiert, wenn das System plötzlich nicht mehr für dich arbeitet, sondern gegen dich? Nova gerät in einen Strudel aus Kontrolle, Überwachung und digitaler Abhängigkeit und du liest mit wachsendem Unbehagen, weil das alles gar nicht so weit weg wirkt.

Die Story zieht schnell an, manchmal vielleicht zu schnell, aber sie trifft einen Nerv. Keine langen Erklärungen, kein unnötiger Schnickschnack, einfach ein richtig guter, moderner Thriller mit einem Szenario, das gar nicht so futuristisch wirkt, wie man es gern hätte. Wer auf smarte Wohnungen steht, sollte sich danach vielleicht zweimal überlegen, wer da eigentlich wen steuert.

9/10

Auf meinem Blog findet ihr eine ausführlichere Rezension: https://buchkomet.wordpress.com/2025/08/26/rezension-der-tower-wenn-ki-zur-bedrohung-wird/

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Grandioser Abschluss

Shinwa. Das Echo der Worte
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Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen traurig, dass Aois Reise hier endet. Nach Band 1 war ich komplett begeistert, aber Band 2 hat alles noch mal getoppt. Shinwa – Das Echo der Worte ist nicht einfach nur ...

Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen traurig, dass Aois Reise hier endet. Nach Band 1 war ich komplett begeistert, aber Band 2 hat alles noch mal getoppt. Shinwa – Das Echo der Worte ist nicht einfach nur der Abschluss einer historischen Romanreihe, es ist ein richtig starkes, emotionales Finale, das mich voll begeistert hat.

Christian Gerhard macht da weiter, wo Band 1 aufgehört hat, und liefert alles: Spannung, Tiefe, Kampf, Liebe und ganz viel Gefühl. Aoi wächst über sich hinaus, wird zur echten Anführerin und zeigt, dass Worte genauso mächtig sein können wie scharfe Schwerter. Die Rebellion in Band 1 vernichtend geschlagen, aber nicht gebrochen. Der Glaube an eine bessere Welt ist hier keine kitschige Floskel, sondern etwas, das erkämpft werden muss: mit Worten, mit Mut und mit dem Schwert.

Aoi bleibt dabei die starke und glaubwürdige Hauptfigur, die mich schon im ersten Teil überzeugt hat. Ihre Entwicklung ist auch im zweiten Band nachvollziehbar und konsequent weitergeführt. Ich fand es unglaublich berührend, wie Aoi ihre Mentorin ehrt und ihre Ideale weiterträgt. Himari ist nicht einfach „weg“, sie lebt in der Rebellion, in den Ideen und Träumen derer weiter, die sich nicht unterwerfen wollen. Und Christian Gerhard gelingt es hervorragend, genau das spürbar zu machen.

Alles kulminiert schließlich in einer finalen Schlacht, die es wirklich in sich hat. Ohne zu viel spoilern zu wollen: Das Finale ist filmreif. Spannend, emotional, voller Konsequenzen und dennoch nicht in dem Sinne „episch“, wie man es vielleicht erwarten würde. Was Christian Gerhard hier erschaffen hat, ist wirklich bemerkenswert. Man spürt in jeder Zeile, wie viel Herzblut, Recherche und Leidenschaft in diesem Projekt steckt. Ich muss ehrlich sagen: Vor Band 1 war japanische Literatur für mich absolutes Neuland. Aber Shinwa hat mir Lust auf mehr gemacht.

Eine Geschichte, die bleibt. Danke an dieser Stelle an Christian Gerhard. Für mich eine glasklare 10 und eine ganz große Leseempfehlung.

Auf meinem Blog findet ihr eine ausführlichere Rezension: https://buchkomet.wordpress.com/2025/08/24/shinwa-das-echo-der-worte-abs...

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Veröffentlicht am 22.08.2025

Tolles Debüt

Lügen sind Rudeltiere
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Ich habe es neulich schon angedeutet: Krimis und ich, das war zuletzt eher eine schwierige Beziehung. Mord hier, Ermittler da, ein Twist, den man schon drei Kapitel vorher gerochen hat, irgendwann ist ...

Ich habe es neulich schon angedeutet: Krimis und ich, das war zuletzt eher eine schwierige Beziehung. Mord hier, Ermittler da, ein Twist, den man schon drei Kapitel vorher gerochen hat, irgendwann ist die Luft einfach raus. Umso überraschender, dass mich Lügen sind Rudeltiere von Carla Eisfeldt dann doch wieder gepackt hat.

Romy Sterneck ist keine Ermittlerin, keine Journalistin, keine Schnüfflerin, sondern PR-Beraterin. Heimlich besucht sie fremde Beerdigungen auf dem Frankfurter Hauptfriedhof, um einen eigenen Verlust zu verarbeiten. Das klingt makaber, ist aber originell, glaubwürdig und macht Romy sofort greifbar.

Natürlich stolpert sie trotzdem mitten in einen Mordfall. Aber weil sie eben keine Profiermittlerin ist, geht sie mit Bauchgefühl und Hartnäckigkeit ans Werk. Das macht die Handlung abwechslungsreich, manchmal unvorhersehbar und deutlich frischer als der übliche Krimi-Einheitsbrei. Besonders mochte ich Margit, Romys neugierige Nachbarin, die mit Kuchen und Witz Romys Liebesleben ankurbeln will. Solche Nebenfiguren lockern alles auf und bringen Menschlichkeit in ein Genre, das oft zu ernst daherkommt.

Eisfeldt hält die Spannung hoch, ohne überzogene Action oder Cliffhanger. Stattdessen überzeugt das Buch mit stimmiger Atmosphäre, gutem Flow und Figuren, die man gern begleitet. Einziger Kritikpunkt: Romys Verlust hätte für mich noch mehr Tiefe vertragen können. Aber vielleicht hebt sich die Autorin das auch für die nächsten Bände auf, Potenzial ist dafür ja reichlich vorhanden.

Carla Eisfeldt beweist mit ihrem Debüt, dass sie das Zeug hat, sich im Krimigenre einen Platz zu erobern. Nicht durch Einheitsbrei, sondern durch gute Ideen, glaubwürdige Figuren und eine Erzählweise, die sich nicht unbedingt an Genre-Konventionen klammert. Ich bin gespannt, ob es mit Romy weitergeht, verdient hätte sie es allemal. Und ich bin definitiv auch beim (möglichen) nächsten Band wieder mit dabei. Hoffen wir, dass meine Krimimüdigkeit bis dahin ad acta gelegt ist, denn Lügen sind Rudeltiere hat mir gezeigt: Es gibt sie noch, die Krimis, die anders sind.

9/10

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Solider Krimi

Schöner Schein
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„Schöner Schein“ von Pia Wala hat mich direkt nach Eggenburg katapultiert, ein kleines, charmantes Örtchen mit mittelalterlicher Kulisse und genau der richtigen Portion „Hier ist doch was faul“. Und ja, ...

„Schöner Schein“ von Pia Wala hat mich direkt nach Eggenburg katapultiert, ein kleines, charmantes Örtchen mit mittelalterlicher Kulisse und genau der richtigen Portion „Hier ist doch was faul“. Und ja, da ist auch was faul. Beim gemütlichen Mondscheinkino stirbt ein Arzt mitten im Film, und ehe man sich versieht, steckt Anna, Ex-Polizistin und jetzige Bäckerin mit Spürsinn, wieder mitten in einem Mordfall.

Ich bin hier ohne Vorkenntnisse in den zweiten Band eingestiegen, aber das hat super funktioniert. Die Autorin baut das Vorwissen dezent ein. Der Mix aus leichten Cozy-Crime-Vibes und düsterer Spannung funktioniert wunderbar. Anna backt morgens ihre Kipferl, aber nachmittags hängt sie schon in Ermittlungen drin, entdeckt Spuren, die kein Zufall sein können, und legt sich mit alten Kollegen an, die von ihrer „Ermittlung“ natürlich wenig begeistert sind.

Das Setting ist dabei besonders gelungen: Die Kleinstadt mit ihren netten Fassaden, aber tief sitzenden Geheimnissen, das ist treffend eingefangen. Wer selbst aus einem kleinen Ort kommt, weiß: Man grüßt freundlich, aber jeder weiß (fast) alles über jeden. Genau das bringt Pia Wala wunderbar rüber. Die Stimmung ist ruhig, der Kriminalfall solide gestrickt, logisch aufgebaut und spannend erzählt, auch wenn das Ende für mich jetzt keine komplette Überraschung war.

Nun kommt aber mein persönlicher Knackpunkt: Ich bin gerade etwas krimimüde. Vielleicht hat mir deshalb hier und da der gewisse Kick gefehlt, das Unerwartete, das, was einen nochmal richtig überrascht. Dafür folgt mir der Krimi einfach zu sehr den bekannten Pfaden. Das ist meckern auf hohem Niveau, klar, aber so richtig umgehauen hat es mich nicht.

Trotzdem: Wer Lust auf einen ruhigen, atmosphärischen Krimi mit kleinstädtischem Tiefgang hat, sollte sich „Schöner Schein“ definitiv mal näher anschauen.

8/10

Auf meinem Blog findet ihr eine ausführlichere Rezension: https://buchkomet.wordpress.com/2025/08/19/rezension-schoner-schein-zwischen-geback-und-leichen/

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