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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2025

Für mich nicht ganz rund

A Song to Drown Rivers
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Wie immer first things first: Das Cover. Es gefällt mir sehr gut und ist auch der einzige Grund, warum ich das Buch direkt vorbestellt habe. Die im Klappentext angeteaserten Tropes Love Triangle und Female ...

Wie immer first things first: Das Cover. Es gefällt mir sehr gut und ist auch der einzige Grund, warum ich das Buch direkt vorbestellt habe. Die im Klappentext angeteaserten Tropes Love Triangle und Female Hero haben aber auch nicht minder dazu beigetragen. Insgesamt bin ich von der Optik des Buches absolut begeistert. Von dem wunderschönen Cover brauche ich glaube ich gar nicht erst anfangen, aber auch der Buchdeckel unter dem Cover ist wunderschön mit goldolfie gestaltet.

Ich hatte schon nach dem ersten Leseabschnitt immer wieder das Gefühl etwas verpasst zu haben. Als wäre ich kurz unaufmerksam gewesen, als etwas sehr elementares passiert ist. Als wäre ich die einzige, die eine wichtige Information nicht bekommen hätte. Tappen im dunkeln, irgendwie. Leider zieht sich dieses Gefühl für mich durch das gesamte Buch. Das gefällt mir nicht so.

Ich mag das die Autorin sehr viel zwischen den Zeilen sagt, grade was die Gefühle und das Zwischenmenschliche angeht. So wirkt alles immer ein wenig unschuldig und rein. Zerbrechlich. Aber im positiven Sinn. Es passt zu den Charakteren. Allerdings dürfte sie was die reine Handlung angeht, gerne direkter sein. Teilweise bleibt es so oberflächlich das ich einzelne Handlungsstränge einfach nicht nachvollziehen kann. Ich komm nicht wirklich in die Geschichte.

Das fängt für mich auch schon bei dem Charakterbuilding an.

Xishis einzige Fähigkeit ist es schön zu sein. Anfänglich, plötzlich ist sie aber in wirklich allem was sie tut hervorragend. Eine klassische Mary Sue und damit ist es schwer sich mit ihr zu identifizieren. Ähnlich ist es mit ihren Gefühlen zu Fanlli. Sie sind einfach plötzlich da. Zwischen den Zeilen wunderschön beschrieben aber ohne einen Auslöser. Ich weiß, im echten Leben sind Gefühle auch manchmal einfach so da, in einem Buch wäre etwas mehr Kontext als „sie verbringen halt Zeit miteinander“ aber ganz schön.

Auch mit Fuchai verbringt sie viel Zeit. Aber sie macht sich keine Mühe ihn etwas näher kennen zu lernen. Immer wieder Blitzen leichte Zweifel in ihr auf. Der Leser bekommt eine Ahnung das hinter Fuchai vielleicht mehr steckt. Da Xishi ihn aber nicht kennenlernen möchte, findet auch der Leser nicht mehr über ihn als Person heraus. Die Charaktercard und der Klappentext lassen auf eine Dreieicksbeziehung schließen, die es so aber in dem Buch gar nicht gibt. Er mag sie, weil sie schön ist. Sie interessiert sich nicht für ihn und lässt ihn das deutlich spüren. Ende.

Dadurch sind für mich aber auch grade die Handlungsstränge überhaupt nicht nachvollziehbar, in denen er ihr die Welt zu Füßen liegt. Sie lehnt ihn immer ab, möchte ihn nicht sehen, nicht mit ihm sprechen, keine Zeit mit ihm verbringen - was als Konkubine, alles ihr Job wäre - zwei Jahre lang, und dennoch baut er ein Palast und einen Kanal für sie.

Diese Lücken, die das Buch hinterlässt, finde ich sehr schade, da mir der Plot an sich gut gefällt.

Der ursprünglichen Legende nach, gibt es zwei Enden für Xishi, in dem Buch werden ebenfalls beide - sehr geschickt - aufgegriffen und erzählt. Das gefällt mir wieder richtig gut, weil es sehr durchdacht ist.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Von Weltensprüngen und Paralleluniversen

Could it be Love?
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Das Cover: Die verträume Illustration auf dem Cover und der Farbschnitt erinnern mich an das Universum und sind meiner Meinung nach einfach ein Hingucker. Lieben wir!

Darum geht es: Als Bonnie im Plattenladen ...

Das Cover: Die verträume Illustration auf dem Cover und der Farbschnitt erinnern mich an das Universum und sind meiner Meinung nach einfach ein Hingucker. Lieben wir!

Darum geht es: Als Bonnie im Plattenladen ein Lied hört, mit dem sie starke Gefühle verbindet, findet sie sich plötzlich in einem sehr realen Tagtraum wieder. Einem Paralleluniversum. Zurück in ihrem realen Leben, versucht sie herauszufinden was da passiert ist, während sie sich gleichzeitig mit dem typischen Alltag einer Teenagerin rumschlagen muss.

Meine Meinung:

Das es sich um ein Jugendroman handelt spiegelt auch der Schreibstil wieder. Er ist umgangssprachlich, sehr locker fast schon salopp. Und das gefällt mir richtig gut. Man kommt dadurch beim lesen schnell voran, muss nicht groß nachdenken - als würde man mit einer Freundin sprechen.

Das komplette Buch wird mit Sternchen gegendert. Das passt super zur Story und ist daher einfach nur sehr konsequent von der Autorin.

Bonnie ist super schlagfertig und wortgewandt, gleichzeitig aber schüchtern und weiß nicht so recht, wie sie zwischenmenschlich Interagieren soll. Mitten in der Pubertät eben. Und das - dieser Zwiespalt, kommt extrem gut raus. Dennoch ist auch genau dieses Verhalten etwas, was mich gegen Mitte bis Ende des Buches ein wenig genervt hat. Plötzlich wirkt sie wechselhaft und flattrig.

Alles was das Setting angeht, ist unglaublich detailliert ausgeschmückt und macht sofort Bilder im Kopf auf. Dahingehend gefällt mir der Schreibstil von der Autorin extrem gut, allerdings fehlen mir diese Details mir bei den Charakteren leider.

Die gesamte Handlung hat extrem viel mit Musik zu tun. Mir war es stellenweise etwas zu viel.

Insgesamt würde ich das Buch mit soliden 3-Sternen bewerten. Es war nett, ich würde es aber nicht noch einmal lesen.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Langarmiger Einstieg, spannendes Ende

A Tempest of Tea
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Der Einstieg in „A tempest of Tea“ war so anders als die Leseprobe mir suggeriert hat.

Ich habe Vampire & Intrigen erwartet.

Stattdessen habe ich Apartheid, Kolonialismus und Rassismus bekommen. Und ...

Der Einstieg in „A tempest of Tea“ war so anders als die Leseprobe mir suggeriert hat.

Ich habe Vampire & Intrigen erwartet.

Stattdessen habe ich Apartheid, Kolonialismus und Rassismus bekommen. Und war die ersten 150 Seiten durchgehend versucht das Buch abzubrechen. Da ich es aber im Rahmen einer Leserunde gewonnen habe, konnte ich das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren und habe weitergelesen.

Das Buch ist wie ein Theaterstück in drei Akte gegliedert. Im ersten Akt, lernt man die politische Situation kennen und warum der Coup überhaupt geplant wird, im zweiten Akt lesen wir mehr über die einzelnen Banden-Mitglieder und im dritten Akt geht es um den Coup an sich. Das Buch so aufzugliedern finde ich extrem spannend, aber man kann sich auch vorstellen das es dadurch eine ganze Weile dauert, bis man in die Geschichte kommt.

Eine ganze Zeit lang habe ich gelesen und gelesen und hatte das Gefühl das ich gar nicht so richtig greifen kann, was eigentlich passiert. Als hätte ich irgendwas verpasst. Das Gefühl lichtet sich zwar gegen Ende aber da muss man dann auch erst einmal hinkommen. Ähnlich ging es mir mit den Charakteren. Es handelt sich um eine kleine berüchtigte Gruppe von Kriminellen, die keinen Außerhalb ihres inneren Kreises dulden und so liest es sich auch. Als würde man alles von außen beobachten aber nie wirklich dazu gehören. Nie wirklich wissen, warum sie handeln wie sie handeln und fühlen was sie fühlen. Man darf zuschauen, aber nicht mitfühlen.

Ich würde das Buch deutlich schlechter bewerten, wenn die letzten Seiten nicht super spannend gestaltet gewesen wären. Der Plottwist war ziemlich vorhersehbar - aber zwischenmenschlich holt es mich ganz plötzlich total ab. Alles an dem Buch, leitet eigentlich nur auf den zweiten Band ein. Und wenn man das erst einmal weiß, geht man ganz anders an die Geschichte ran. Versteht warum so viel (nicht ganz greifbares) aufgebaut wird und gleichzeitig so wenig passiert.

Wenn man weiß man liest den Beginn einer Reihe, ist das Buch in Ordnung. Alleinstehend aber nur Seiten voller leerer Versprechungen.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Fesselender Urban-Fantasy Roman mit Gesellschaftskritischem Plot​

We Will Give You Hell
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Lina Frisch bezeichnet sich selbst als Feministin. Feminismus und Inklusivität sollten daher auch eine Rollen in ihrem neuen Buch "We will give you hell" spielen. Genauso, wie wütende Jugendliche, schwedische ...

Lina Frisch bezeichnet sich selbst als Feministin. Feminismus und Inklusivität sollten daher auch eine Rollen in ihrem neuen Buch "We will give you hell" spielen. Genauso, wie wütende Jugendliche, schwedische Mythologie, uralte magische Kräfte, und eine queere Hauptprotagonistin. Ganz schön viel Input für 464 Seiten. Aber - und so viel kann ich schon vorwegnehmen - die Autorin schafft es diese unterschiedlichen Themen wunderbar miteinander zu verknüpfen.

Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch die wunderschöne Sonderausgabe von Bücherbüchse. Das Wald-Cover gefällt mir richtig gut und passt unglaublich gut zu der Geschichte und dem späteren Setting. Auch der Klappentext ist ansprechend und macht Lust auf mehr.

Zu Beginn des Buches bin ich nur so über die Seiten geflogen. Hell wird als eine typische Jugendliche porträtiert, die leider nicht immer ein leichter Charakter ist. Sie ist schnell verletzt, aufbrausend, immer wütend, oft von Vorteilen geplagt und trifft ständig Entscheidungen für andere, ohne vorher mit Ihnen zu reden. Beim lesen musste ich oftmals mit dem Kopf schütteln. Hell - du bist echt nicht einfach. Wenn ich aber an meine eigene Pubertät zurückdenke, und wie ich in dem Alter war… sagen wir, ich kann ihr Handeln gut „nachfühlen“, wenn auch nicht immer nachvollziehen. Mir gefällt gut, dass Hell im Laufe der Geschichte eine Entwicklung macht und ihre eigene Wut nicht mehr als Belastung sieht, sondern als eine Emotion die sie antreibt. Auch ihre Freunde und die etlichen Nebencharaktere entwickeln sich weiter und finden neues Selbstbewusstsein und den Mut für sich einzustehen. Ich kann mich gut in die einzelnen Protagonisten hineinversetzen. Das liegt aber auch an Lina Frischs unglaublich gutem Schreibstil. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Hell erzählt. Dabei ist der Schreibstil sehr lebendig, emotional, leicht, flüssig und atmosphärisch. Mir fällt es zur jederzeit sehr leicht, mir die Orte und Geschehnisse bildlich vorzustellen. Auch schafft es Lina Frisch ganz wunderbar nordische Mythologie mit gesellschaftskritischen, aktuellen Themen zu verbinden.

Was mich beim lesen teilweise etwas irritiert hat ist, dass Hell so oft in Situationen als „wütend“ beschrieben wurde, in denen sie nicht so wirkte - oder „Wut“ ein in diesem Kontext unpassendes Gefühl war. So war sie oft verwirrt, verärgert oder ängstlich aber nicht wütend. Außerdem wird die weibliche Wut nur von Männern ausgelöst. Was ich unter dem Feministischen Aspekt, noch etwas schwieriger finde, da Feminismus oftmals mit Männerhass gleichgesetzt wird, und dieses Vorurteil dadurch gefüttert wird. Die Autorin webt zwar eine Hintergrundgeschichte um diese magische Wut, die verständlich macht, warum es ausgerechnet Männer sind, die diese Wut entfesseln, doch gibt es viel mehr Gründe für eine Frau wütend zu sein. Die Story ist im allgemeinen wirklich gut durchdacht und schlüssig. An einigen Stellen war mir der Feminismus-Aspekt dennoch etwas zu steif in die Geschichte eingearbeitet, sodass ich mich regelrecht durch diese Seiten kämpfen musste. Das Ende wird allerdings wieder richtig spannend und fesselnd. Die Autorin lässt sich mit dem Ende einige Möglichkeiten offen, sodass ein weiterer Band rund um Hell möglich wäre. Dennoch ist es kein offenes Ende und als Leser bleibe ich ohne unbeantwortete Fragen zurück.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ich bin ein Fan von Büchern, die einem etwas mitgeben und nachdenken lassen. Und das gelingt „We will give you hell“ ganz ausgezeichnet. Lina Frisch hat eine schöne Geschichte geschaffen, die uns verdeutlicht, dass Wut nicht nur schlecht ist - sondern uns auch Kraft schenkt, Durchhalten lässt, Leidenschaft schenkt. Das Buch ist aufwühlend, regt zum Nachdenken an und zeigt wie wichtig Zusammenhalt ist. Ähnlich wie Hell, werden wir dazu aufgerufen, unsere Stimmen zu erheben und für unsere Überzeugungen zu kämpfen. Gleichzeitig mahnt es aber auch davor, dass auch gute Absichten, wenn sie ins Extrem schlagen, schnell Böse enden können und man nicht jedem, um jeden Preis seinen eigenen Willen aufzwingen sollte. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Für Fans von Fae-Geschichten absolut lesenswert

Court of Sun 1: Court of Sun
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Gemeinsam mit Hauptprotagonistin Abriella Kincaid (Brie), brechen wir in das Königreich der Fae auf, um ihre jüngere Schwestern zu retten. Diese wurde nämlich an den bösartigen König der Schatten-Fae verkauft ...

Gemeinsam mit Hauptprotagonistin Abriella Kincaid (Brie), brechen wir in das Königreich der Fae auf, um ihre jüngere Schwestern zu retten. Diese wurde nämlich an den bösartigen König der Schatten-Fae verkauft – aber nicht nur ihre Schwester sondern auch das Volk der Unseelie ist in Gefahr. Für Abriella entsteht ein Gefühlschaos – nicht zuletzt wegen den beiden attraktiven Fae-Prinzen Finnian und Ronan. Doch wem kann sie in dieser fremden Welt vertrauen und wer spielt nur mit ihr?

Lexi Ryan hat einen unglaublich tollen, emotionalen und mitreisenden Schreibstil. So konnte sie mich schon auf den ersten Seiten fesseln und wahnsinnig schnell durch die Geschichte führen. Wahnsinnig schnell führt nicht nur der Schreibstil durch die Geschichte sondern die gesamte Handlung. Es passiert Schlag auf Schlag neues. Schon während dem lesen, finde ich es irgendwie Schade das es sich bei der Reihe nur um zwei Bände handelt – die Welt ist viel zu groß für so wenige Seiten. Geheimnisse werden so sehr schnell offenbart und Gespräche kommen auch zwischen Fremden Charakteren sehr schnell zum (emotionalen) Punkt. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil aber ein bisschen weniger Tempo hätte der Geschichte auch nicht weh getan.

Die Lebensgeschichte von Abriella und Ihrer Schwester Jasalyn erinnert ein wenig an Aschenputtel meets Robin Hood. Oftmals wird „ Court of Sun“ auch als Dupe für das Reich der sieben Höfe empfohlen. Nachdem ich den ersten Teil gelesen habe, würde ich dem allerdings nicht zustimmen. Denn man kann die beiden Reihen einfach nicht miteinander vergleichen. Sie sind beide absolut Lesenswert, wenn man Fae-Geschichten liebt.

Mir hat Court of Sun extrem viel Spaß gemacht und ich fiebere dem zweiten Teil entgegen, da ich unbedingt wissen will wie es um Brie weitergeht. Klare Leseempfehlung meinerseits!

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