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Veröffentlicht am 17.02.2026

Guter Start einer Cold-Case-Reihe.

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Das Hörbuch "Ungelöst - Die erste Zeugin" ist der Start einer neuen Cold-Case-Reihe des Bestsellerautors Arno Strobel. Der Thriller verbindet klassische Ermittlungsarbeit mit psychologischer Spannung und ...

Das Hörbuch "Ungelöst - Die erste Zeugin" ist der Start einer neuen Cold-Case-Reihe des Bestsellerautors Arno Strobel. Der Thriller verbindet klassische Ermittlungsarbeit mit psychologischer Spannung und greift dabei tief in die Abgründe menschlicher Erinnerungen und Wahrnehmungen. Als Auftaktband legt er den Grundstein für ein neues Ermittlerduo.
Der Sprecher Dietmar Wunder ist zweifellos ein erfahrener Hörbuchsprecher und Synchronprofi, bekannt unter anderem als deutsche Stimme von Daniel Craig. Seine Grundstimme ist angenehm, klar und gut verständlich. Allerdings hat mich persönlich seine Art, die Stimmen der verschiedenen Protagonisten nachzuahmen, nicht überzeugt. Die Versuche, einzelnen Figuren eigene Stimmfarben zu geben, wirkten auf mich sehr unnatürlich und gekünstelt. Entweder man beherrscht glaubhafte Stimmmodulation – oder man bleibt besser bei einer klaren, neutralen Lesart. Hier hätte ich mir weniger „Schauspiel“ und mehr Zurückhaltung gewünscht. Für mich gibt es daher einen Punkt Abzug in der Gesamtbewertung des Hörbuchs.
Der Einstieg ist – typisch für einen Serienauftakt – etwas ausführlicher. Strobel nimmt sich Zeit, die Figuren einzuführen, insbesondere die Medizinstudentin Luisa Menkhoff und den erst 28-jährigen Hauptkommissar Ramin Brunner, den jüngsten Hauptkommissar Münchens.
Anfangs wirkt das Tempo noch moderat, doch sobald die Ermittlungen Fahrt aufnehmen, entwickelt sich ein klarer Sog. Kurze Kapitel, Perspektivwechsel und gezielt eingesetzte Cliffhanger sorgen für Dynamik. Besonders im letzten Drittel zieht das Tempo deutlich an und mündet in einer starken, überraschenden Auflösung.
Wie in seinen bisherigen Psychothrillern setzt Arno Strobel auf einen klaren, schnörkellosen Stil. Die Sprache ist präzise, der Fokus liegt auf Spannung und psychologischer Tiefe.
Im Zentrum steht die Frage nach der Manipulierbarkeit der menschlichen Psyche und der Zuverlässigkeit von Erinnerungen. Wie sicher sind selbst scheinbar perfekte Gedächtnisleistungen? Und wie sehr kann uns unsere eigene Vergangenheit täuschen?
Strobel interessiert sich – wie so oft – für die dunklen Winkel der menschlichen Seele und die Angst, dass das Böse nie wirklich verschwindet.
Die Geschichte wird überwiegend in der Gegenwart erzählt, mit Rückblicken in Luisas Kindheit. Diese Rückblenden sorgen für zusätzliche Spannung und lassen Vergangenheit und Gegenwart immer stärker miteinander verschmelzen.
Durch Perspektivwechsel bleibt die Handlung abwechslungsreich, ohne unübersichtlich zu werden. Gerade die Wechsel zwischen Ermittlungsarbeit und Luisas innerer Anspannung tragen zur psychologischen Intensität bei.
Luisa ist eine interessante Protagonistin: intelligent, kontrolliert, geprägt von ihrer traumatischen Kindheit – und doch entschlossen, aktiv zu handeln. Ihr fotografisches Gedächtnis macht sie besonders, aber auch verletzlich.
Ramin Brunner wirkt trotz seines jungen Alters souverän, empathisch und ambitioniert. Seine Rolle als designierter Leiter der Cold-Case-Einheit bringt zusätzlichen Druck mit sich. Die Zusammenarbeit zwischen ihm und Luisa entwickelt sich glaubwürdig und bildet das Fundament der neuen Reihe.
Man merkt allerdings, dass dieser Band stark auf die Einführung der Figuren ausgelegt ist. Dadurch entstehen kleinere Längen, die jedoch für einen Serienstart nachvollziehbar sind.
Dies ist nicht mein erster Psychothriller von Arno Strobel und wird auch nicht mein letzter sein. Die Idee einer Cold-Case-Reihe finde ich sehr spannend, und der psychologische Ansatz ist gewohnt stark umgesetzt. Der Einstieg braucht etwas Geduld, doch die zweite Hälfte überzeugt mit Tempo, Wendungen und einer gelungenen Auflösung.
Beim Hörbuch selbst hat mich der Sprecher – insbesondere durch die unnatürlich wirkenden Stimmverstellungen – leider nicht vollständig abgeholt. Inhaltlich ist der Thriller jedoch absolut lesens- bzw. hörenswert.
Ein spannender, gut durchdachter Reihenauftakt mit interessanten Figuren und starkem Finale. Für Thriller-Fans – und besonders für Strobel-Leser – eine klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Extrem spannend!

Das Signal
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Das Hörbuch „Das Signal“ ist der neue Psychothriller der österreichischen Bestsellerautorin Ursula Poznanski. Er ist raffiniert konstruiert, emotional aufgeladen und mit einem starken digitalen Bezug. ...

Das Hörbuch „Das Signal“ ist der neue Psychothriller der österreichischen Bestsellerautorin Ursula Poznanski. Er ist raffiniert konstruiert, emotional aufgeladen und mit einem starken digitalen Bezug. Wie schon in ihren vorherigen Werken verbindet Poznanski psychologische Spannung mit aktuellen technischen Entwicklungen und schafft damit eine beklemmende, hochspannende Atmosphäre.

Gesprochen wird das Hörbuch von Tessa Mittelstaedt. Sie verleiht der Geschichte mit ihrer klaren, nuancierten Stimme eine enorme Intensität. Besonders beeindruckend ist, wie fein sie Violas Gefühlswelt transportiert – von Verzweiflung und Schmerz über Misstrauen bis hin zu wachsender Entschlossenheit. Ihre Interpretation wirkt authentisch und nie überzogen. Gerade in den leisen, inneren Momenten entfaltet sie eine starke Wirkung, wodurch die klaustrophobische Stimmung noch verstärkt wird. Sie liest nicht einfach – sie lebt die Figur.

Der Erzählfluss ist durchgehend packend. Die Geschichte steigert sich kontinuierlich, ohne hektisch zu wirken. Vielmehr baut sich die Spannung schleichend auf. Durch die Ich-Perspektive ist man unmittelbar in Violas Gedankenwelt gefangen. Die präzise gesetzten Wendungen sorgen dafür, dass man immer weiterhören möchte. Für mich war es ein Hörbuch, das ich kaum pausieren konnte – hochspannend von Anfang bis Ende.

Kurz zum Inhalt: Im Mittelpunkt steht die 36-jährige Innenarchitektin Viola Decker, die nach einem schweren Unfall ein Bein verliert. Seitdem ist sie im Erdgeschoss ihres abgelegenen Hauses gefangen. Ihr Mann Adam kümmert sich scheinbar liebevoll um sie, engagiert jedoch ohne ihr Mitspracherecht die wortkarge Pflegerin Otilia. Viola fühlt sich zunehmend überwacht und bevormundet. Als immer wieder Gegenstände verschwinden oder außer Reichweite sind, beginnt sie, diese mit GPS-Trackern auszustatten – Technik, die man durchaus aus dem Alltag kennt (ich musste dabei sofort an die Apple-Tracker denken). Schließlich trackt sie auch ihren Mann und entdeckt Unstimmigkeiten in seinen Aussagen. Was zunächst wie Paranoia wirkt, entwickelt sich zu einem perfiden digitalen Katz-und-Maus-Spiel. Doch nicht nur Adam scheint etwas zu verbergen – auch Viola selbst hat Geheimnisse. ...

Ursula Poznanski schreibt präzise, atmosphärisch dicht und psychologisch ausgefeilt. Ihr gelingt es, moderne Technik ganz selbstverständlich in die Handlung einzubetten und deren Möglichkeiten konsequent weiterzudenken – bis hin zu einem Gänsehaut-Finale. Es geht ihr nicht nur um Spannung, sondern auch um Kontrolle, Manipulation, Vertrauen und die Frage, wie abhängig wir von Technologie geworden sind. Gleichzeitig beleuchtet sie sehr sensibel das Thema körperliche Einschränkung und Selbstbestimmung.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Viola erzählt. Dadurch erlebt man ihre Unsicherheit, ihre Zweifel und ihre zunehmende Entschlossenheit unmittelbar mit. Diese Perspektive sorgt allerdings auch dafür, dass man sich immer wieder fragt: Ist sie eine verlässliche Erzählerin? Oder interpretiert sie manches falsch?
Neben der Gegenwartshandlung fließen nach und nach Informationen aus der Vergangenheit ein, wodurch sich das Gesamtbild Stück für Stück zusammensetzt. Diese Rückblicke verstärken die Spannung zusätzlich.

Viola ist eine starke, intelligente Protagonistin. Trotz ihrer körperlichen Einschränkung gibt sie nicht auf, sondern beginnt strategisch zu denken. Ihre Entwicklung von einer verunsicherten Patientin hin zu einer entschlossenen Kämpferin ist glaubwürdig und mitreißend.
Adam bleibt lange schwer greifbar – fürsorglich oder berechnend? Gerade diese Ambivalenz macht ihn interessant.
Pflegerin Otilia sorgt mit ihrer wortkargen, kontrollierenden Art für permanente Beklemmung.
Besonders ans Herz gewachsen ist mir die Figur Benno – ich liebe ihn! Mit seiner ehrlichen, direkten Art bringt er kleine Lichtblicke in die düstere Handlung.
Die Figuren sind vielschichtig und entwickeln sich nachvollziehbar, nichts wirkt eindimensional.

Ich habe schon viele Bücher von Ursula Poznanski gelesen bzw. gehört und wurde bisher jedes Mal von ihren krassen Wendungen überrascht – auch hier. „Das Signal“ ist erneut ein Beweis dafür, wie meisterhaft sie Spannung aufbaut.
Mich hat das Hörbuch komplett gepackt. Die Mischung aus psychologischem Druck, technischer Raffinesse und emotionaler Tiefe funktioniert hervorragend. Gerade weil die verwendete Technik – wie GPS-Tracker – so alltäglich ist, wirkt die Geschichte besonders real und beunruhigend.
Für mich ein hochspannender Psychothriller mit überraschenden Twists und einer großartigen Sprecherleistung. Absolute Hörempfehlung für alle, die raffinierte Spannung mit modernen Elementen lieben.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Etwas schwächerer, zweiter Teil der Reihe "Solaris und Crello", macht jedoch neugierig aufs Finale.

A Kingdom of Shadows
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Mit „A Kingdom of Shadows – Schwelender Zorn“ setzt Rina Vasquez ihre Romantasy-Reihe "Solaris und Crello" fort. Der zweite Band knüpft direkt an die Ereignisse aus Teil eins an und verbindet Drachen, ...

Mit „A Kingdom of Shadows – Schwelender Zorn“ setzt Rina Vasquez ihre Romantasy-Reihe "Solaris und Crello" fort. Der zweite Band knüpft direkt an die Ereignisse aus Teil eins an und verbindet Drachen, Magie, politische Intrigen und eine zunehmend intensivere Enemies-to-Lovers-Dynamik.
Die Sprecherin Lydia Herms übernimmt erneut die Vertonung und ist dadurch fest mit der Figur Nara verknüpft. Ihre Stimme ist angenehm und emotional, auch wenn sie Nara stellenweise jünger wirken lässt, als es ihre Erlebnisse eigentlich vermuten lassen. Insgesamt trägt sie die Gefühle, Zweifel und Spannungen gut.
Der Erzählfluss ist überwiegend flüssig, allerdings merkt man, dass es sich um einen klassischen Mittelband handelt. Es gibt ruhigere Passagen, in denen sich die Handlung etwas zieht. Zum Ende hin steigert sich das Tempo deutlich und sorgt für Spannung und Neugier auf den finalen Band.
Rina Vasquez schreibt weiterhin sehr zugänglich, emotional und bildhaft. Der Schwerpunkt liegt klar auf den inneren Konflikten, der Beziehung zwischen Nara und Darius und deren Entwicklung. Themen wie Vertrauen, Herkunft, Loyalität und das Hinterfragen eigener Überzeugungen stehen im Vordergrund. Das Worldbuilding bietet viel Potenzial, tritt hier jedoch zugunsten der Romance etwas in den Hintergrund.
Die Geschichte wird vollständig aus der Ich-Perspektive von Nara erzählt. Dadurch ist man sehr nah an ihren Gedanken und Gefühlen, erlebt Zweifel, Wut und Unsicherheit intensiv mit. Persönlich hätte ich mir einige Kapitel aus Darius Sicht gewünscht – idealerweise auch von einem männlichen Sprecher –, um seine inneren Gedanken und Gefühle darzustellen und um die Dynamik zwischen den beiden intensiver wirken zu lassen.
Nara bleibt impulsiv, emotional und manchmal überraschend gelassen gegenüber großen Offenbarungen. Ihre Entwicklung ist vorhanden, aber weniger kämpferisch als im ersten Band. Darius hingegen gewinnt deutlich an Tiefe: Wir erfahren mehr über seine Vergangenheit und wer er eigentlich ist. Sexuell geht es bei den beiden echt zur Sache, wobei ich oftmals weniger Details gebraucht hätte. Ich finde es immer schöner, wenn der Leser / Hörer sich seinen Teil dazu denken kann. Für mich haben die Momente der Zweisamkeit auch zuviel Raum eingenommen und ich hätte mir mehr Handlung gewünscht.
Für mich ist „A Kingdom of Shadows – Schwelender Zorn“ ein solider, aber etwas schwächerer zweiter Band. Der Romance-Anteil überwiegt deutlich, während ich mir mehr Raum für Fantasy und die eigentliche Suche nach den Elementsteinen gewünscht hätte. Die spicy Szenen waren mir persönlich zu detailliert – hier wäre weniger oft mehr gewesen und hätte der Fantasie Raum gelassen. Trotzdem hat das Hörbuch starke Momente, vor allem zum Ende hin, das einiges wieder herausholt und neugierig auf das Finale macht.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Wahrheit oder Täuschung?

Spiel des Lügners
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Das Hörbuch "Spiel des Lügners" ist der Auftakt der Schattenbrüder-Dilogie aus der Feder von Jessica S. Olson. Das Buch gehört zum Genre Fantasy-Romance und richtet sich an Leser / Hörer ab 14 Jahren. ...

Das Hörbuch "Spiel des Lügners" ist der Auftakt der Schattenbrüder-Dilogie aus der Feder von Jessica S. Olson. Das Buch gehört zum Genre Fantasy-Romance und richtet sich an Leser / Hörer ab 14 Jahren. Im Mittelpunkt stehen Magie, Intrigen, Identitätsfragen und eine gefährliche Liebesdynamik – verpackt in das schillernde, düstere Setting eines magischen Casinos. Das Hörbuch ist ungekürzt, rund 14,5 Stunden lang und wird von Lea Roser und Sebastian Fischer gesprochen. Die Entscheidung für zwei Sprecher ist ein echter Pluspunkt. Lea Roser leiht Lola ihre Stimme mit viel Gefühl, innerer Spannung und einer angenehmen Emotionalität. Sie transportiert Lolas Zerrissenheit, ihre Stärke, aber auch ihre Zweifel sehr glaubhaft. Sebastian Fischer übernimmt die männliche Perspektive von Nic und verleiht der Figur eine ruhige, dunklere Note, die gut zum geheimnisvollen Ton der Geschichte passt. Insgesamt ergänzen sich die beiden Stimmen sehr gut und machen den Perspektivwechsel im Hörbuch klar nachvollziehbar.
Die Geschichte entfaltet sich eher schleichend als rasant, zieht aber durch das stetige Spiel mit Geheimnissen, Lügen und unausgesprochenen Wahrheiten in ihren Bann. Besonders als Hörbuch funktioniert dieser Stil gut, da man sich von der Stimmung tragen lassen kann. Allerdings gibt es Passagen, in denen man sich etwas mehr Klarheit oder Tiefe wünscht – vor allem bei den magischen Elementen.
Kurz zum Inhalt: Lola ist eine Diebin und arbeitet mit Enzo zusammen. Sie möchte im Casino des Lügners, er ist Enzos Bruder, bei dem magische Turnier gewinnen. Dabei hat sie auch vor, dem Lügner ein mächtiges Artefakt zu stehlen. Der Einsatz um am Turnier teilzunehmen ist hoch, denn sie muss ihr größtes Geheimnis preisgeben. Im Casino gerät sie in ein Netz aus Intrigen, gefährlicher Magie und moralisch fragwürdigen Entscheidungen. Besonders kompliziert wird alles durch die Schattenbrüder Nic und Enzo und Lola ist hin- und hergerissen zwischen Loyalität, Misstrauen und einer Anziehung, die Lola selbst nicht kontrollieren kann. Wahrheit und Lüge verschwimmen zunehmend – und jedes Spiel hat seinen Preis. ...
Jessica S. Olson schreibt stellenweise sehr bildhaft und poetisch, legt ihren Fokus aber weniger auf detaillierte Welterklärung als auf Emotionen, innere Konflikte und zwischenmenschliche Dynamiken.
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt, die zwischen Lola und Nic wechselt. So bekommt man den besten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle. Dadurch erlebt man ihre Zweifel, ihr Grübeln und ihre Entwicklung sehr direkt mit. Ich hätte mir auch ein, zwei Kapitel aus Enzos Sicht gewünscht. Er bleibt ziemlich blass.
Lola ist eine ambivalente, interessante Protagonistin: clever, zielstrebig, aber emotional oft überfordert. Sie ist keine klassische Heldin, sondern trifft auch fragwürdige Entscheidungen, was sie sehr menschlich macht.
Nic entwickelt sich im Laufe der Geschichte deutlich weiter – vom distanzierten, beinahe gefährlichen Magier hin zu einer gebrocheneren, vielschichtigeren Figur.
Enzo bleibt etwas blasser, obwohl er eine wichtige Rolle spielt. Die Verbindung zwischen ihm und Lola hätte noch stärker ausgearbeitet sein dürfen.
Das Hörbuch hat mir sehr gut gefallen. Das Spiel mit Wahrheit und Täuschung war mal etwas Besonderes. Was mir nicht so gut gefallen hat, war die eher vage ausgearbeitete Magie – gerade die Dinge wie die magischen Würfel oder die Mondscherbe blieben für mich zu abstrakt. Hier hätte ich mir mehr Erklärungen und Tiefe gewünscht. Auch hätte das Setting und die düstere Atmosphäre des Casinos noch mehr Raum einnehmen dürfen. Trotzdem bin ich gespannt auf die Fortsetzung.
Das Hörbuch empfehle ich für diejenigen, die Fantasy-Romance mit dunkler Stimmung, Intrigen und emotionalem Konflikt mögen und kein Problem damit haben, dass nicht jede magische Regel und Artefakt erklärt wird. Es war auf jedenfall spannend und fesselnd und ich warte sehnsüchtig auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Der Anfang war gut, danach fehlte mir die Spannung.

Die Farm der Mädchen
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Das Hörbuch "Die Farm der Mädchen" ist ein Thriller des schwedischen Autors Hans Rosenfeldt, der vor allem für komplexe Kriminalstoffe und düstere Themen bekannt ist. Auch hier bewegt er sich im Genre ...

Das Hörbuch "Die Farm der Mädchen" ist ein Thriller des schwedischen Autors Hans Rosenfeldt, der vor allem für komplexe Kriminalstoffe und düstere Themen bekannt ist. Auch hier bewegt er sich im Genre des skandinavischen Spannungskrimis, kombiniert mit gesellschaftskritischen Untertönen.
Die Sprecherin Vera Teltz ist grundsätzlich eine erfahrene und professionelle Hörbuchsprecherin, die ich sehr mag. Ihre Stimme ist klar, gut verständlich und atmosphärisch passend für einen düsteren Stoff. Emotional trifft sie viele Szenen stimmlich auf den Punkt, besonders in ruhigeren, nachdenklichen Momenten. Allerdings konnte ihre Leistung für mich einige strukturelle Schwächen der Geschichte nicht auffangen. Durch die vielen Perspektivwechsel fehlten oft klare akustische Anker, sodass ich als Hörerin manchmal mehrere Sätze brauchte, um zu begreifen, bei welcher Figur und in welcher Situation ich mich gerade befinde.
Der Einstieg ist stark. Zwei hochschwangere Frauen fliehen nachts durch die schwedischen Wälder – eine intensive, actionreiche Szene, die sofort Spannung aufbaut. Doch nach diesem packenden Beginn verliert die Geschichte deutlich an Zugkraft. Der Erzählfluss wird durch zahlreiche Perspektivwechsel und Handlungsstränge zersplittert. Als Hörbuch empfand ich das als besonders schwierig, weil visuelle Orientierungshilfen wie Kapitelanfänge oder Absätze fehlen. Dadurch wirkte der Verlauf auf mich eher stockend als flüssig.
Kurze zum Inhalt: Im Mittelpunkt steht Polizistin Hannah, die nach dem gewaltsamen Tod ihres Mannes – er wurde ermordet – gerade erst in den Dienst zurückkehrt. Kaum zurück, wird sie mit einem verstörenden Fall konfrontiert: Im Wald wird ein totes Baby gefunden, die Mutter ist verschwunden. Die Ermittlungen führen immer tiefer in ein düsteres Geflecht aus Ausbeutung und kriminellen Machenschaften rund um schwangere Frauen. Parallel kämpft Hannah mit ihrer eigenen Trauer und psychischen Belastung. ...
Schreibstil und thematische Ausrichtung
Hans Rosenfeldt greift ein hartes, gesellschaftlich brisantes Thema auf. Es geht um Macht, Ausnutzung und die Frage, wie weit Menschen für ihre eigenen Wünsche gehen. Inhaltlich steckt viel Potenzial darin. Stilistisch konnte mich der Autor jedoch nicht überzeugen. Der Schreibstil wirkte auf mich eher nüchtern und stellenweise sperrig, wodurch sich bei mir nur selten echte Spannung aufbaute. Statt eines stetigen Spannungsbogens hatte ich das Gefühl, dass die Handlung oft vor sich hinläuft.
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, teils aus Ermittlersicht, teils aus anderen Blickwinkeln innerhalb des Falls. Diese Technik soll vermutlich Tiefe erzeugen, führte bei mir aber vor allem zu Verwirrung. Es dauerte häufig einige Sätze, bis klar war, wessen Sichtweise gerade im Mittelpunkt steht. Gerade im Hörbuchformat empfand ich das als anstrengend. Im gedruckten Buch wäre das möglicherweise durch optische Strukturierung leichter nachzuvollziehen.
Die Polizistin Hannah steht klar im Zentrum, doch ich bin mit ihr nicht richtig warm geworden. Ihre persönliche Geschichte ist tragisch und eigentlich emotional stark, dennoch blieb sie mir seltsam fern. Auch andere Figuren wirkten eher funktional für die Handlung als wirklich lebendig. Eine tiefgreifende Entwicklung oder starke Bindung zu den Charakteren stellte sich bei mir kaum ein.
Insgesamt empfand ich das Hörbuch als mittelmäßig. Der starke, spannende Anfang weckte Erwartungen, die für mich im weiteren Verlauf nicht erfüllt wurden. Es fehlte an durchgehender Spannung, und die vielen Perspektivwechsel erschwerten das Hörerlebnis zusätzlich. Thematisch interessant, aber erzählerisch für mich nicht packend genug.
Als Hörbuch kann ich es daher nur eingeschränkt empfehlen. Wer einen durchgehend fesselnden Thriller sucht, könnte hier eher enttäuscht werden.

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