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Veröffentlicht am 02.06.2025

Vielleicht wählte sie die Tiefe. Vielleicht ist sie frei.

Die sieben Geheimnisse meiner Schwester
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Dies ist eines von sieben Zitaten, die sich Aura Wilding auf den Rücken tätowieren ließ, bevor sie spurlos verschwand. Ein Jahr, nachdem die junge Frau an einem tasmanischen Strand zuletzt gesehen wurde, ...

Dies ist eines von sieben Zitaten, die sich Aura Wilding auf den Rücken tätowieren ließ, bevor sie spurlos verschwand. Ein Jahr, nachdem die junge Frau an einem tasmanischen Strand zuletzt gesehen wurde, erfährt ihre Schwester Esther durch Auras Tagebuch von den Tätowierungen. Die im Tagebuch festgehaltenen sieben Bilder geben ihr ebenso viele Rätsel auf wie die jeweils dazu gehörenden Zeilen. Esther begibt sich auf Spurensuche und fährt nach Dänemark, wo Aura einige Zeit lebte, bevor sie gebrochen nach Tasmanien zurückkehrte und kurz darauf für immer verschwand. Ihre Reise führt Esther letztlich bis auf die Färoer-Inseln und zeigt ihr, dass ihre starke große Schwester mehrere schwerwiegende Geheimnisse hütete.

 

Dieses Buch hatte für mich das Potential zu einem echten Highlight. Esthers Reise und ihre Erkenntnisse rund um ihre Schwester sind stimmungsvoll, oft auch ein wenig melancholisch geschildert und zeigen immer wieder Bezüge zu den Mythen der nordischen, aber auch tasmanisch-australischen Kultur auf. Viele Schauplätze bzw. konkrete Orte kann man sich selbst auf der Karte ansehen, auch die Skulpturen, auf die das Tagebuch Bezug nimmt, existieren wirklich.

 

Esther kann die recht umfangreiche Geschichte grundsätzlich tragen, weil sie ein vielschichtiger Charakter ist und man ihre vielen kleinen und größeren „Baustellen“ gut nachvollziehen kann. Auch dass sie wie gefangen ist in ihrer Trauer um die große Schwester, mit der sie als Kind und Jugendliche so eng war… Esther merkt schon, dass es da „Lücken“ gibt, die sie mit Erinnerungen nicht logisch füllen kann und dass da mehr sein muss als Aura ihr erzählt hat. Aber so sehr sie herausfinden möchte, was wirklich passiert ist, soviel Angst hat sie auch davor, was dabei vielleicht herauskommen wird. Als sie sich dann einen Ruck gibt und ans andere Ende der Welt fliegt, ist man als Leser schon richtig stolz auf sie, dass sie es wagt, sich allein auf Spurensuche zu begeben. Und die Begegnungen, die sie dort hat und die sie langsam wieder „gerade rücken“, sind toll in den Roman eingebettet.

 

Leider hat das Buch – gerade am Anfang und im Mittelteil - einige Längen. Mit 100 Seiten weniger und einem gestrafften Beginn hätte es für mich ein Highlight sein können. Aber leider war ich bis zur Mitte des Buches doch immer mal etwas ungeduldig, weil wenig vorwärts ging und sich der Roman ein wenig in den angesprochenen Märchen und Mythen verlor.

 

Wer mit einem eher ausschweifenden Schreibstil gut umgehen kann, der kann sich richtig fallen lassen in diese teilweise mystische, teilweise abenteuerliche, oft traurige aber trotzdem irgendwie immer hoffnungsvolle Geschichte. Alles in allem vergebe ich 4 (mit der Tendenz zu 5) Sterne und eine Leseempfehlung für diejenigen, die gern in Büchern an unbekannte Orte reisen – und auch für und an sich selbst etwas Neues entdecken wollen.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Es wird viiiiiiiel geredet – aber es passiert nicht viel

Die Garnett Girls
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Die Dynamiken in einer Familie darzustellen ist nicht einfach. Sie anhand eines Romans so darzustellen, dass Leser gefesselt werden, obwohl das Buch nicht handlungsorientiert ist, ist noch schwerer. Mich ...

Die Dynamiken in einer Familie darzustellen ist nicht einfach. Sie anhand eines Romans so darzustellen, dass Leser gefesselt werden, obwohl das Buch nicht handlungsorientiert ist, ist noch schwerer. Mich konnte die Autorin mit ihrer Erzählweise leider nicht ganz einfangen.

 

In diesem Roman geht es um Margo und ihre Töchter. Margo, die eine Art „Matriarchin“ ist und das Zepter der Familie in der Hand hält, seit ihr Mann sie vor vielen Jahren verlassen hat. Die drei Töchter Rachel, Imogen und Sasha, die aufgrund ihres Alters damals unterschiedlich viel mitbekommen haben vom großen Familiendrama. Aber es prägt sie alle bis ins Erwachsenenalter.

 

Und so werden die Lebenswege aller vier „Garnett Girls“ (einschließlich Margo) rekapituliert und ihre (derzeitigen) Lebenssituationen analysiert. Alle reden miteinander – und das ist in diesem Buch Fluch und Segen zugleich. So schön es ist, ein Buch zu lesen, in dem die Protagonistinnen tatsächlich mal alle miteinander sprechen. Aber wenn sie ständig miteinander sprechen, ohne dass es zu etwas führt, wird es zäh… Hier hatte ich leider den Eindruck, dass endlos geredet wird, die Gespräche aber unproduktiv waren. Somit kam für jede Protagonistin noch ein „Erzählstrang“ dazu, in dem ihre wahren Gedanken und Gefühle thematisiert wurden. Bei mir als Leser führte das dazu, dass ich ein Gewirr von Gedanken (von vier Leuten) aufnahm, welches ich kaum wirklich sortieren konnte. Es wurden viele Baustellen aufgemacht, an denen aber gefühlt endlos gewerkelt wurde. Die Handlung hatte somit auch immer etwas von „angezogener Handbremse“.

 

Ich konnte allerdings gut eintauchen in die Atmosphäre der Isle of Wight und des Sommerhauses, auch wenn ich nichts dagegen gehabt hätte, wenn Setting und Landschaft eine noch größere Rolle gespielt hätten.

 

Was mich ein wenig irritiert hat: Alle vier Frauen schoben die Trennung von Margo und ihrem Mann darauf, dass er ein Trinker war und verteufelten dies. Gleichzeitig schienen alle vier hieraus in keinster Weise gelernt zu haben und schlugen selbst gern über die Stränge. Ich habe die Whiskys und Gin Tonics nicht gezählt, die von den Ladies verbraucht wurden… das fand ich merkwürdig und unreflektiert, da hätte ich mir mehr Auseinandersetzung mit dem Thema gewünscht.


Fazit:

Ein Sommerroman, der wie leichte Wellen am Strand dahinplätschert und der mich zwar gut unterhalten, aber nicht mitgerissen hat.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Spannende Geschichte + Urlaubsflair = Lucy Clarke

The Surf House
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Marokko - das klingt geheimnisvoll und aufregend zugleich. Für Bea ist es nur ein weiterer Ort, von dem sie nicht viel sieht, obwohl sie dort arbeitet. Das junge Model ist ausgebrannt.

Eine Kurzschlussreaktion ...

Marokko - das klingt geheimnisvoll und aufregend zugleich. Für Bea ist es nur ein weiterer Ort, von dem sie nicht viel sieht, obwohl sie dort arbeitet. Das junge Model ist ausgebrannt.

Eine Kurzschlussreaktion führt allein durch die Straßen Marrakeschs - mit fatalen Folgen. Ihre Retterin in der Not nimmt sie mit in ihr Hostel am Meer und hier, unter Surfern und Aussteigern, findet Bea endlich etwas Ruhe. Doch diese währt nicht lange, denn sie spürt, das etwas nicht stimmt. Als dann noch ein junger Mann auftaucht, der nach seiner spurlos verschwundenen Schwester sucht, stellt sich Bea die Frage, auf wie vielen Lügen diese Gemeinschaft aufgebaut ist.

Die Bücher von @lucyclarke_author ziehen mich immer sofort mitten hinein in ein neues Land, eine Stimmung, eine spannende Geschichte - so auch hier wieder. Nachdem ihre letzten beiden Romane (leider) sehr ähnlich aufgebaut waren, konnte mich dieses Buch wieder richtig begeistern, weil es wieder etwas unvorhersehbarer konzipiert war. Ich habe das Buch in nur zwei Tagen verschlungen und wurde mit einer spannenden Geschichte und trotzdem einem gewissen Urlaubsflair unterhalten - das begeistert mich immer wieder bei Lucy Clarke. Tolles Setting, gute Story - ich hab es sehr gemocht!!!

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Urlaubsstimmung meets Spannung – toll umgesetzt!

Bad Tourists
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Ich glaube, so langsam werde ich zu einem Fan der sogenannten „Destination Thriller“. Spannende Plots treffen auf Settings mit viel Urlaubsflair und garantieren beste Unterhaltung. Ein gelungenes Beispiel ...

Ich glaube, so langsam werde ich zu einem Fan der sogenannten „Destination Thriller“. Spannende Plots treffen auf Settings mit viel Urlaubsflair und garantieren beste Unterhaltung. Ein gelungenes Beispiel hierfür ist nach meinem Empfinden dieses Buch.

 

Caro Carver lässt in diesem Roman drei Freundinnen eine Reise auf die Malediven antreten. Grund der Reise ist die Scheidung einer der Protagonistinnen – denn nicht nur bei einer Hochzeit gibt es etwas zu feiern, sondern auch, wenn man den mittlerweile verhassten Ehemann wieder losgeworden ist 😉

 

Und das tun Kate, Darcy und Camilla. In einem Luxusresort auf den Malediven wollen sie eine Woche lang die Korken knallen lassen. Doch dann werden sie von der Vergangenheit eingeholt – denn ein unschönes Jubiläum steht an. In die Zeit ihres Urlaubs fällt der 22. Jahrestag eines Verbrechens. Und das ist der Grund, weshalb sie sich überhaupt kennen. 22 Jahre vorher war Kate die einzige Überlebende eines Massakers in einem Gästehaus an der englischen Küste. Und Darcy und Camilla haben dabei jeweils nahestehende Menschen verloren. Das Verbrechen verbindet sie und scheint auch auf der Urlaubsinsel immer noch präsent zu sein…

Caro Carver strickt hier eine undurchsichtige Geschichte, die schon einen mysteriösen Ausgangspunkt hat. Denn die Beweisführung im damaligen Prozess gegen den mutmaßlichen „Gästehaus-Mörder“ war lückenhaft und man kann sich nicht richtig sicher sein, was damals wirklich passiert ist. Als Leser vermutet man schnell, dass alles anders gewesen sein muss, als es im Gerichtsprozess letztlich dargestellt wurde.

 

Doch die Autorin versteht es geschickt, (falsche) Fährten zu legen und immer wieder neue Ansätze ins Spiel zu bringen. Dadurch werden auch die Protagonistinnen zu unzuverlässigen Figuren und man kann auch gegen jede der drei ein gewisses Misstrauen hegen…

 

Aus unterschiedlichen Erzählperspektiven, einschließlich einer weiteren Frau, die gerade ihre Flitterwochen auf den Malediven verbringt, lernt man immer wieder neue Details die es zu bewerten und zusammenzufügen gilt. So entsteht ein spannender Thriller zum Miträtseln.

 

Die Auflösung hat für mich zwar nicht zu 100 %, sondern nur zu 90 % alle Fragen beantwortet. Aber das Gesamtpaket war einfach so gut, so stimmungsvoll und so unterhaltsam, dass ich hier gern 5 Sterne vergebe. Von solchen Thrillern würde ich definitiv gern mehr lesen!

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Unter jedem Dach ein Ach…

Ms Darling und ihre Nachbarn
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Ich kenne Freya Sampsons Romane als wunderbar warmherzige Bücher, die die Gemeinschaft und die Hilfsbereitschaft zwischen (zunächst fremden) Menschen in den Mittelpunkt stellen. Und diesem Rezept bleibt ...

Ich kenne Freya Sampsons Romane als wunderbar warmherzige Bücher, die die Gemeinschaft und die Hilfsbereitschaft zwischen (zunächst fremden) Menschen in den Mittelpunkt stellen. Und diesem Rezept bleibt die Autorin auch in diesem Buch treu.

 

Diesmal geht es um die 77jährige Dorothy Darling, die seit Jahrzehnten die Geschicke des Shelley House lenkt, indem sie tatkräftig Parksünder, Müll-Schweinchen und Lärmverursacher meldet und alle Vorfälle akribisch in ihrem Notizbuch vermerkt. Als bei ihrem langjährigen Nachbarn Joseph die junge Kat als Untermieterin einzieht, ist Dorothys Argwohn geweckt. Und als merkwürdige Briefe des Vermieters bei allen Hausbewohnern eintrudeln, vermutet Dorothy das Schlimmste. Und sie hat recht. Die Räumungsaufforderung steht im Raum. Und dann wird ihr Nachbar Joseph mit einer schlimmen Kopfwunde in seiner Wohnung aufgefunden. Dorothy vermutet eine Verschwörung…

 

Es sind sicherlich keine neuen Zutaten, aus denen Freya Sampson diesen Roman erschaffen hat. Doch wie immer erzählt sie mit einer Herzenswärme, die ihresgleichen sucht und erschafft Charaktere, die einem im Gedächtnis bleiben. Allen voran die schroffe und resolute Dorothy. Bei ihren Szenen weiß man oftmals nicht ob man entsetzt Luft holen oder in lautes Lachen ausbrechen soll. Doch wie immer hat die Autorin ihrer Figur eine Geschichte gegeben und nach und nach versteht man, warum Dorothy genau so ist wie sie ist. Und auch die Nebenfiguren sind wieder liebevoll gezeichnet. Von der sanftmütigen und hilfsbereiten Teenagerin Ayesha bis zum hyperaktiven Hund Reggie bekommen alle einen eigenen Charakter und man fühlt sich schnell, als wären es die eigenen Nachbarn, von denen man hier liest. Und hinter jeder geschlossenen Wohnungstür verbirgt sich eine ganz eigene Geschichte, die die Autorin Stück für Stück ans Licht holt.

 

Ich habe mich mit diesem Buch wieder wunderbar unterhalten gefühlt und finde, es steht dem Vorgänger „Menschen, die wir noch nicht kennen“ in Nichts nach. Auch jetzt freue ich mich schon darauf, wenn (hoffentlich!) das nächste Buch der Autorin erscheint und ich wieder abtauchen kann in eine Schicksalsgemeinschaft, in der ich neue Figuren mit interessanten Geschichten kennenlerne und mit ihnen durch Höhen und Tiefen gehen kann. Ein tolles Buch für mehr Mitmenschlichkeit.

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