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Veröffentlicht am 19.01.2025

Wer war Romeo wirklich?

Rosaline
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Neuerzählungen, auf Neu-Deutsch „Re-tellings“, erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit auf dem Buchmarkt. Nachdem die griechische Götterwelt bereits die Metamorphose der modernen Neuerzählung durchlaufen ...

Neuerzählungen, auf Neu-Deutsch „Re-tellings“, erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit auf dem Buchmarkt. Nachdem die griechische Götterwelt bereits die Metamorphose der modernen Neuerzählung durchlaufen hat, wagen sich Autoren nun an andere Klassiker der Weltliteratur.

 

Natasha Solomons hat sich die wohl größte Liebesgeschichte der Welt ausgesucht, um einen moderneren (und kritischeren) Blick darauf zu werfen. Kenner des Shakespeare-Stücks werden viele Szenen wiedererkennen, auch wenn sie diesmal aus einer ganz anderen Perspektive erzählt  werden - der von Rosaline. Heute würde man sagen, sie war Romeos Ex.

 

Denn bevor Romeo Julia liebte, liebte er Rosaline. In Shakespeares Stück kommt sie nur am Rande vor und selbst nicht zu Wort. Hier erfahren wir die Geschichte nun aus ihrer Perspektive.

 

Da zunächst erzählt wird, wie sie und Romeo sich kennen- und lieben lernen, erinnert im ersten Drittel des Buches wenig an die klassische Romeo-und-Julia-Geschichte. Statt dessen habe ich mich als Leser zu diesem Zeitpunkt noch gefragt „wo will dieses Buch denn hin?“ und war daher noch nicht wirklich überzeugt davon.

 

Doch als Rosaline plötzlich dahinter kommt, wie schnell sie als „die Einzige, die Romeo je wirklich geliebt hat“ ausgetauscht werden kann und das sogar durch ihre geliebte Cousine Julia, die kaum 14 Jahre alt ist… da nimmt die Geschichte eine Wendung. Welche, das müssen die Leser*innen dieses Buches selbst entdecken.

 

Obwohl sich Natasha Solomons an vielen Stellen an den Ablauf des Shakespeare-Stücks hält, bekommen die Szenen durch Rosalines Gegenwart völlig andere Zusammenhänge und Bedeutungen. Insofern war es interessant, das bekannte Stück mit diesem Roman in einem anderen Kontext zu sehen und ich habe großen Respekt davor, wie die Autorin es geschafft hat, Rosaline so einzubauen, dass alles trotzdem einen sinnigen Zusamenhang bekommt.

 

Mit der Sprache des Romans habe ich am Anfang ein wenig gehadert. Wie viel davon an der Übersetzung liegt, kann ich aber nicht sagen. Die Sprache liegt zwischen modern und sehr shakespeare-angelehnt. Grundsätzlich kann man einen flüssigen, modern geschriebenen Roman lesen, ab und zu kommen aber plötzlich ganz altmodische, antiquierte Formulierungen durch - wahrscheinlich soll das eine Referenz an das ursprüngliche Stück sein und immer wieder den Bezug zu Shakespeare herstellen.

 

Alles in allem fand ich diese komplett neue Sichtweise auf Romeo & Julia sehr interessant und frage mich nun, wieviel Wahrheit darin steckt. Denn Fakt ist, dass Frauen und ihre Sichtweise damals ja meist nur durch Erzählungen von Männern überliefert wurden - was durchaus eine gewisse Prägung der Erzählungen bedeutete. Könnte alles so gewesen sein wie Natasha Solomons es beschreibt? Natürlich! Einiges ist sogar sehr wahrscheinlich. Und es lohnt sich auf jeden Fall, sich auch mit dieser alternativen Beschreibung auseinanderzusetzen!



  • Einzelne Kategorien
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  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 19.01.2025

Wer war Romeo wirklich?

Rosaline
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Neuerzählungen, auf Neu-Deutsch „Re-tellings“, erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit auf dem Buchmarkt. Nachdem die griechische Götterwelt bereits die Metamorphose der modernen Neuerzählung durchlaufen ...


Neuerzählungen, auf Neu-Deutsch „Re-tellings“, erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit auf dem Buchmarkt. Nachdem die griechische Götterwelt bereits die Metamorphose der modernen Neuerzählung durchlaufen hat, wagen sich Autoren nun an andere Klassiker der Weltliteratur.

 

Natasha Solomons hat sich die wohl größte Liebesgeschichte der Welt ausgesucht, um einen moderneren (und kritischeren) Blick darauf zu werfen. Kenner des Shakespeare-Stücks werden viele Szenen wiedererkennen, auch wenn sie diesmal aus einer ganz anderen Perspektive erzählt  werden - der von Rosaline. Heute würde man sagen, sie war Romeos Ex.

 

Denn bevor Romeo Julia liebte, liebte er Rosaline. In Shakespeares Stück kommt sie nur am Rande vor und selbst nicht zu Wort. Hier erfahren wir die Geschichte nun aus ihrer Perspektive.

 

Da zunächst erzählt wird, wie sie und Romeo sich kennen- und lieben lernen, erinnert im ersten Drittel des Buches wenig an die klassische Romeo-und-Julia-Geschichte. Statt dessen habe ich mich als Leser zu diesem Zeitpunkt noch gefragt „wo will dieses Buch denn hin?“ und war daher noch nicht wirklich überzeugt davon.

 

Doch als Rosaline plötzlich dahinter kommt, wie schnell sie als „die Einzige, die Romeo je wirklich geliebt hat“ ausgetauscht werden kann und das sogar durch ihre geliebte Cousine Julia, die kaum 14 Jahre alt ist… da nimmt die Geschichte eine Wendung. Welche, das müssen die Leser*innen dieses Buches selbst entdecken.

 

Obwohl sich Natasha Solomons an vielen Stellen an den Ablauf des Shakespeare-Stücks hält, bekommen die Szenen durch Rosalines Gegenwart völlig andere Zusammenhänge und Bedeutungen. Insofern war es interessant, das bekannte Stück mit diesem Roman in einem anderen Kontext zu sehen und ich habe großen Respekt davor, wie die Autorin es geschafft hat, Rosaline so einzubauen, dass alles trotzdem einen sinnigen Zusamenhang bekommt.

 

Mit der Sprache des Romans habe ich am Anfang ein wenig gehadert. Wie viel davon an der Übersetzung liegt, kann ich aber nicht sagen. Die Sprache liegt zwischen modern und sehr shakespeare-angelehnt. Grundsätzlich kann man einen flüssigen, modern geschriebenen Roman lesen, ab und zu kommen aber plötzlich ganz altmodische, antiquierte Formulierungen durch - wahrscheinlich soll das eine Referenz an das ursprüngliche Stück sein und immer wieder den Bezug zu Shakespeare herstellen.

 

Alles in allem fand ich diese komplett neue Sichtweise auf Romeo & Julia sehr interessant und frage mich nun, wieviel Wahrheit darin steckt. Denn Fakt ist, dass Frauen und ihre Sichtweise damals ja meist nur durch Erzählungen von Männern überliefert wurden - was durchaus eine gewisse Prägung der Erzählungen bedeutete. Könnte alles so gewesen sein wie Natasha Solomons es beschreibt? Natürlich! Einiges ist sogar sehr wahrscheinlich. Und es lohnt sich auf jeden Fall, sich auch mit dieser alternativen Beschreibung auseinanderzusetzen!

 

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Veröffentlicht am 08.01.2025

Ein Leben zwischen zwei Welten  

Jenseits der Ngong Berge
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Karen Blixen, auch bekannt unter ihrem Kosenamen „Tania“ Blixen, war eine Frau, die polarisierte. Mit diesem Buch hat Maren Gottschalk versucht, ihr ambivalentes Verhalten zu beleuchten, zu erklären und ...

Karen Blixen, auch bekannt unter ihrem Kosenamen „Tania“ Blixen, war eine Frau, die polarisierte. Mit diesem Buch hat Maren Gottschalk versucht, ihr ambivalentes Verhalten zu beleuchten, zu erklären und verständlich zu machen. Sie nimmt das Leben der Autorin von „Jenseits von Afrika“ unter die Lupe, zeigt ihre Errungenschaften und Erfolge, aber auch ihre Misserfolge und Fehler auf.

 

Wenn man Karen Dinesen am Anfang des Romans kennenlernt, ist sie keineswegs eine Wohltäterin. Die Dänin ergreift ihre Chancen auf eine vermeintlich gute Partie und lässt sich blenden vom Reiz Afrikas, als ihr Mann, der Baron Blixen, dort eine Kaffeeplantage erwirbt. Ohne viel Hintergrundwissen, aber mit einer guten Portion Mut und Tatkraft, reist sie auf den „schwarzen Kontinent“ und genießt zunächst erst einmal das privilegierte Kolonialleben unter britischer Verwaltung.

 

Gleichzeitig lernt sie jedoch das Land lieben und bemüht sich von vornherein – und sehr zum Missfallen anderer Kolonialisten in ihrem Umfeld – um ein gutes Verhältnis zu den Einheimischen auf ihrer Farm. Im Laufe der Zeit wird sie zu einer hochgeachteten „Msabu“, die sich um ihre Angestellten sorgt und auch für sie sorgt.

 

Unternehmerisch jedoch kann das Ehepaar Blixen mit der Kaffeeplantage nicht richtig Fuß fassen. Die Farm ist den Wetterunbillen ausgesetzt, immer wieder lassen Missernten und Dürren die Erträge äußerst dünn ausfallen. Irgendwann muss auch die „Lioness“, wie sie von einigen genannt wird, kapitulieren und Afrika aufgeben.

 

Zurück in der Heimat Dänemark versucht sie als Schriftstellerin Fuß zu fassen, was ihr schließlich mit „Jenseits von Afrika“ und weiteren Büchern gelingt. Doch ist die Grande Dame am Ende ihres Lebens glücklich? Blickt sie reflektiert auf ihre Zeit in Afrika und den Kolonialismus zurück? Das hat Maren Gottschalk versucht in der Rahmenhandlung zu verarbeiten, in der eine junge Journalistin sie auf ihrem Landgut Rungstedlund besucht und über sie schreiben will. Karen blickt daraufhin als alte Frau auf ihr Leben zurück.

 

Ich muss sagen, mit dieser Rahmenhandlung hat Maren Gottschalk das Rad nicht neu erfunden, es ist schon ein sehr typischer „Trick“, um eine Biografie zu erzählen. Und ich hätte diese Rahmenhandlung tatsächlich nicht unbedingt gebraucht. Aber vielleicht hat sie sie als notwendig angesehen, um bestimmte (frühere) Verhaltensweisen von Karen Blixen zu einem späteren Zeitpunkt hinterfragen zu können.

 

Insgesamt bietet „Jenseits der Ngong Berge“ einen guten Überblick über Karen Blixens Leben und ihre Persönlichkeit. Wer den Film „Jenseits von Afrika“ kennt, wird natürlich gerade über die Zeit in Afrika schon viel wissen, nicht aber vielleicht über die Beweggründe, die Karen zu der einen oder anderen Tat bewegt haben. Für mich steht nach dem Lesen fest: auch wenn ich Karen nicht immer sympathisch fand und ihr Verhalten nicht immer gutheißen konnte, war sie doch einen faszinierende und tatkräftige Frau, die versucht hat, ihr bestes Leben zu leben.

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Veröffentlicht am 01.01.2025

Ein richtig guter Schmöker

Der Unendlichkeit so nah
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Dieses Buch hat alles, was ein richtig guter Schmöker braucht – interessante (Familien-)Geschichten auf zwei Zeitebenen, ein Setting, das vom ehemaligen Kaiserreich Österreich-Ungarn bis nach Hawaii reicht ...

Dieses Buch hat alles, was ein richtig guter Schmöker braucht – interessante (Familien-)Geschichten auf zwei Zeitebenen, ein Setting, das vom ehemaligen Kaiserreich Österreich-Ungarn bis nach Hawaii reicht und Protagonisten mit interessantem Background.

 

Theresa Kern alias Rena Fischer („Das Lied der Wölfe“) entführt die Leser an spannende Orte und lässt ihre Figuren dort Familiengeheimnisse ergründen. Im Handlungsstrang der Gegenwart geht es um Emma, die Geowissenschaftlerin ist und sich für das Astronautenprogramm der ESA beworben hat. Ihr Lebensgefährte ist davon wenig begeistert, was letztlich zur Trennung führt. Kurzentschlossen nimmt Emma die Einladung einer Zufallsbekanntschaft, der ehemaligen Lehrerin Becky, an – und fliegt zu ihr nach Hawaii. Dort kommt sie der Unendlichkeit nah, denn auf Hawaii stehen die größten Teleskope der Erde – und Beckys Sohn Elias zeigt ihr nicht nur die Sterne, sondern vermittelt ihr auch wieder Selbstvertrauen.

 

Im zweiten Handlungsstrang begleiten wir sowohl Elias‘ als auch Emmas Urahnen in Temeswar, dem heutigen Rumänien. Susanna und Marie sind beste Freundinnen, ihre Väter sind ebenfalls eng befreundet. Doch die gesellschaftlichen Entwicklungen sind schwierig und als die Mädchen ein Auge auf den gleichen Mann werfen, droht die heile Welt zu zerbrechen.

 

Beide Geschichten waren für mich spannend und haben mich in vergangene Zeiten bzw. fremde Welten eintauchen lassen. Während ich mich als „geübte“ Historien-Leserin schnell in die Geschichte um Susanna und Marie fallen lassen konnte, war der Gegenwarts-Strang für mich von vielen neuen Eindrücken geprägt, zum einen durch das Setting Hawaii, aber vor allem auch durch die Hintergrundinformationen zur Entwicklung der Luft- und Raumfahrt von den 1970er Jahren bis heute. Das ist etwas, das ich als Thema bisher in keinem Unterhaltungsroman gelesen habe und das hat das Buch für mich auch besonders gemacht.

 

Insgesamt fand ich den Roman sehr gelungen, auch wenn Kommissar Zufall hier natürlich ganz schön zuschlägt (mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten um die Handlung nicht zu spoilern).

 

Noch kurz ein Wort zur Konzeption: man sollte wissen, dass dieses Buch kein Stand-alone ist, sondern als Zweiteiler konzipiert wurde. Teil zwei („Die Freiheit so weit“) wird im Herbst 2025 erscheinen und ich kann nur sagen: Wer gemeine Cliffhanger nicht mag, der sollte die Geschichte vielleicht lieber dann in einem Rutsch lesen. Ich habe nach der letzten Seite bestimmt ein sehr sehenswertes (und fassungsloses) Gesicht gemacht… und kann nun den zweiten Teil kaum abwarten.

 

Der einzig kleine Kritikpunkt meinerseits betrifft nicht direkt das Buch /die Geschichte, sondern eher die Vermarktung. Leider ist der Klappentext so gestaltet, dass er kaum einen zweiten Handlungsstrang – und schon gar nicht im Ausmaß des halben Romans – ahnen lässt. Leser, die aufgrund des Covers und Klappentextes eine Wissenschafts-Romance a la Ali Hazelwood erwarten, könnten hier etwas enttäuscht werden. Leser, die Familiengeschichten auf zwei Zeitebenen lieben, ahnen wiederum nicht, dass sie dies im Roman finden werden. Das hätte man aus meiner Sicht besser abfangen können.

 

Fazit:

Mir hat das Buch richtig gut gefallen, ich mochte die Figuren, das Setting, die beiden so unterschiedlichen Handlungsstränge. Es ist einfach gut gemachte Unterhaltung, die zudem noch ein wenig Wissen zu Themen vermittelt, mit denen man sich sonst nicht beschäftigt hätte. Ich kann den zweiten Band kaum erwarten!


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Veröffentlicht am 03.12.2024

Und wenn sich alles in Kreisen bewegt…

Umlaufbahnen
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"Brutal ist das Leben hier, unmenschlich, überwältigend, einsam, außergewöhnlich und großartig.“ Ihre Worte, nicht meine. Samantha Harvey nimmt die Leser in ihrem Roman 16mal mit um die Erde – denn so ...

"Brutal ist das Leben hier, unmenschlich, überwältigend, einsam, außergewöhnlich und großartig.“ Ihre Worte, nicht meine. Samantha Harvey nimmt die Leser in ihrem Roman 16mal mit um die Erde – denn so viele Erdumrundungen schafft die Raumstation in 24 Stunden.

 

Das was auf der Erde ein Tag und eine Nacht ist – klar strukturiert von Sonnenauf- und -untergang, macht die sechs Astronauten verrückt. Oder vielmehr – sie müssen lernen, sich davon nicht verrückt machen zu lassen. Denn sie erleben 16 Sonnenaufgänge, 16 Sonnenuntergänge innerhalb dieses Zeitraums – und das jeden Tag. Da wird einem schon beim Lesen schummrig…

 

Nicht nur einmal habe ich mich als Leser gefragt: könnte ich das? Könnte ich mit den Bedingungen umgehen, in die sich die sechs Raumfahrer – vier Männer und zwei Frauen – freiwillig begeben haben? Worin besteht ihr Tagesablauf? Wie kommen sie mit der Schwerelosigkeit zurecht? Woran denken sie, wenn sie aus den Sichtfenstern der Raumstation schauen?

 

Man muss sich bewusst sein, dass dieser Roman keine actiongeladene Science Fiction-Geschichte erzählt. Ganz im Gegenteil. Als würde man selbst mit in der Schwerelosigkeit schweben, driften die Gedanken durch Zeit und Raum. Mal begleiten wir die Asiatin Chie, die im All gerade die Nachricht vom Tod ihrer Mutter erhalten hat. Mal vermissen wir mit Pietro die italienische Großfamilie. Mal schauen wir mit dem russischen Kosmonauten Anton hinunter auf eine Welt, auf der keine Grenzen erkennbar sind – obwohl es doch da unten auf der Erde politisch permanent darum geht, Landesgrenzen zu erhalten, zu sichern, zu verteidigen.

 

Dies ist kein Buch zum schnellen Durchlesen. Es ist eins, das man betont langsam lesen sollte, wenn man den Anspruch hat, sich mit den von der Autorin angesprochenen Themen auseinanderzusetzen. Teilweise klingt es wie ein Philosophieren, teilweise werden aber auch die Fakten des (herausfordernden) Alltagslebens in der Raumstation dargestellt.

 

Samantha Harvey hat für diese Darstellung den Booker Prize 2024 für das beste englischsprachige Buch des Jahres erhalten. Zu Recht? Das muss jeder für sich entscheiden. Die Autorin betrachtet die Erde und ihre Menschen von oben, wirft im wahrsten Sinne des Wortes mit Abstand einen Blick auf den Planeten. Wer für eine gute und inhaltsreiche Lektüre keinen klassischen Plot braucht, sondern seine Gedanken schweifen lassen möchte, ist mit diesem Roman gut beraten.

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