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Veröffentlicht am 19.06.2020

Die Sache mit Paris

Coco, Sophie und die Sache mit Paris
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Cover, Titel und Klappentext versprechen eine abenteuerliche Reise mit den zwei Freundinnen Coco und Sophie in die Stadt der Träume: Paris! Die Sache mit Paris war dann nur viel kürzer als gedacht und ...

Cover, Titel und Klappentext versprechen eine abenteuerliche Reise mit den zwei Freundinnen Coco und Sophie in die Stadt der Träume: Paris! Die Sache mit Paris war dann nur viel kürzer als gedacht und eigentlich ist die Sache auch eher die Reise - da hatte ich durch den Titel und Klappentext andere Erwartungen gehabt. Der Großteil der Handlung spielt nämlich im Elsass.

Die Handlung ist wie zu erwarten gewesen, nicht all zu anspruchsvoll, es handelt sich hier eher um eine entspannte und humorvolle Lektüre. Für mir war dies ein gutes Buch zum "Nebenher-Lesen". Insgesamt konnte mich die Handlung nur selten überraschen, große Emotionen habe ich nicht empfunden - das ist aber sicher geschmackssache und kann auch anders empfunden werden. Schön fand ich, dass die Perspektive zwischen den beiden Freundinnen wechselte, so dass beide Perspektiven gleichermaßen zur Geltung kamen und der Blick auf die Gesamtsituation überblickender war.

Die Charaktere haben mich jedoch teilweise enttäuscht, sie waren für mich häufig zu oberflächlich gezeichnet und die beiden Freundinnen wirkten für mich die meiste Zeit eher wie zwei Teenies. Dabei handelt es sich um erwachsene Frauen, von denen ich in einigen Dingen mehr Standhaftigkeit oder Ernst erwartet hätte. Die Nebencharaktere blieben auch eher oberflächlich, dennoch konnte ich mir von diesen ein ausreichend gutes Bild machen. Zum Teil waren die Charakterisierungen ins Unglaubwürdige überspitzt, das fand ich schade.

Insgesamt konnte mich dieses Buch nur mäßig unterhalten. Ich habe die Reise gern mit Coco und Sophie verbracht, habe jedoch keine enge Bindunge zu einer der beiden Damen aufbauen können und somit lagen mir die Schicksale und auch die Entwicklung der Handlung nicht zu sehr am Herzen. Für mich war es ein nettes Buch für Zwischendurch, das mich aber leider nicht so packen konnte wie erhofft.

Ein schöner Zusatz sind die Rezepte am Ende des Buches und auch die Playlist im Buchdeckel. Eine tolle Idee, die die Handlung noch ein bisschen erfahrbarer macht.

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Veröffentlicht am 12.06.2020

Ein letzter, leiser Sommer

Kostbare Tage
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Auch dieser Roman vom Autor Kent Haruf spielt in der fiktiven Kleinstadt Holt. Alle Romane des Autors spielen dort, so dass sich die einzelnen Geschichten lose berühren, auch in diesem Buch wird man alte ...

Auch dieser Roman vom Autor Kent Haruf spielt in der fiktiven Kleinstadt Holt. Alle Romane des Autors spielen dort, so dass sich die einzelnen Geschichten lose berühren, auch in diesem Buch wird man alte Bekannte wiederfinden, wenn man die weiteren Bücher des Autors kennt.
Die Story um Dad Lewis ist nicht von viel Spannung oder überraschenden Wendungen geprägt - eher plätschert sie bedächtig und ruhig vor sich hin, nimmt den/die Leser/in mit auf eine bedächtige und melancholische Reise. Die Handlung umfasst jedoch nicht nur das langsame Ableben des Familienvaters Dad Lewis, sondern wirft auch einen Blick auf die Leben anderer Bewohner/innen der Stadt. Zentraler Punkt ist jedoch Dads Leben, das er im Sterbebett mehr oder minder reflektiert und mit Vergangenem hadert.
Der Autor schafft es das alltägliche Leben sehr klar und treffsicher darzustellen, nichts wirkt übertrieben oder maßlos, eher im Gegenteil. Die Sprache ist sehr ruhig und gesetzt. Die Beschreibungen sind beinah schon minimalistisch, dafür umso pointierter.
Die Charaktere wirken sehr realistisch und authentisch, das gesamte Setting ist sehr lebensnah. Die Handlung springt teilweise zwischen den Charakteren hin und her, es gibt nicht immer fließend Übergänge - mich hat das beim Lesen jedoch nicht gestört.
Eine weitere Besonderheit ist der Verzicht auf "Gänsefüßchen" in der wörtlichen Rede, was meinen Lesefluss zumindest auf den ersten Seiten ein wenig eingeschränkt hat. Ich konnte mich jedoch schnell daran gewöhnen und habe diesen Umstand nicht als zu störend wahrgenommen.
"Kostbare Tage" war für mich im Gesamten eine sehr emotionale und melancholische Begleitung eines Sterbenden und dessen Familie und Begleiter. Die Handlung war leise und gerade dadurch sehr lebendig.

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Veröffentlicht am 29.05.2020

Ein fast perfekter Liebesroman

The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman
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"The Secret Book Club" - Ein fast perfekter Liebesroman. Dieses Buch wäre wirklich ein fast perfekter Liebesroman, wenn es im Buch mehr über den angekündigten Buch-Club gehen würde. Es stellt sich jedoch ...

"The Secret Book Club" - Ein fast perfekter Liebesroman. Dieses Buch wäre wirklich ein fast perfekter Liebesroman, wenn es im Buch mehr über den angekündigten Buch-Club gehen würde. Es stellt sich jedoch schnell heraus, dass die Herren nicht, wie man es sich anhand des Klappentextes vorstellen mag, angeregt über Liebesromane diskutieren. Vielmehr wird ein Buch (eher Groschenroman) zur Vorlage genommen, mit dem Motto "lies und lerne, mache die Handlung nur nicht zu offensichtlich nach". Begleitet wird dies mit vielem Macho-Gehabe und klischeehaften Plattitüden. Diskussionen über Buchinhalte kommen nicht vor. Durch den Klappentext hatte ich den Eindruck, dass es sich hier um eine Handlung mit ein wenig mehr Tiefe und Reflexion handelt, musste aber schnell feststellen, dass dem nicht so ist. Nachdem ich meine Erwartungshaltung an das Buch angepasst hatte, konnte ich diesen seichten Schmöker mehr genießen.

Die Handlung ist insgesamt angenehm, sie überrascht nicht sonderlich, konnte mich aber dennoch voll und ganz für sich einnehmen. Der Schreibstil und die Sprache sind sehr gut zu lesen und haben mein Kopfkino auf Hochtouren laufen lassen.

Die Charaktere, allem voran Gavin und Thea, sind leider ein wenig oberflächlich gestaltet, häufig hat es mir an Tiefe und Facettenreichtum gefehlt - dies wurde zum Ende des Buches ein wenig vielschichtiger. Die Nebencharaktere bleiben eher eindimensional, allem voran Theas Schwester Liv, die eine einzige Schreckschraube ist. Im zweiten Band der Reihe steht sie im Mittelpunkt und kann dort hoffentlich mehr, als gegen Gavin wettern.

Auch wenn ich mir vom Secret Book Club zunächst mehr Tiefe gewünscht habe, bin ich mit dem eigentlichen Buch auch sehr zufrieden. Es ist eben ein seichter Liebesroman, der die Klischees ausfüllt, zum Ende hin die ein oder andere unnötige Sex-Szene beinhaltet und allgemein nur oberflächliche Charaktereintwicklungen beinhaltet. Dennoch hatte ich viel Spaß mit der Story, auch wenn der Klappentext in die Irre leitet, man kann es nicht oft genung betonen!

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Veröffentlicht am 28.05.2020

Pandatage

Pandatage
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Gelesen wurde das Hörbuch von Hendrik Duryn, der seinen Job wirklich ausgezeichnet gemacht hat. Die Emotionen des Buches wurden gut rüber gebracht und gingen direkt unter die Haut. Jeder Charakter hat ...

Gelesen wurde das Hörbuch von Hendrik Duryn, der seinen Job wirklich ausgezeichnet gemacht hat. Die Emotionen des Buches wurden gut rüber gebracht und gingen direkt unter die Haut. Jeder Charakter hat eine auf ihn abgestimmte und wiedererkannbare Stimme, die auch durchweg konsistent sind. Hendrik Duryn schafft es, den trockenen britischen Humor auf den Punkt rüber zu bringen.

Die Handlung hatte indes Höhen und Tiefen, insgesamt konnte sie mich jedoch überzeugen. Als Leser*in begleitet man Danny und Will auf dem Weg besser mit ihrer Trauer umzugehen. Dabei treffen sie einige interessante und spannende Personen. Der Autor hat jeden vorkommenden Charakter beinah überspitzt dargestellt, so bleiben sie definitiv in Erinnerung. Dabei ist er ab und an übers Ziel hinaus geschossen und einige Figuren wirkten auf mich somit nicht mehr authentisch, wie z.B. Krystal. Nichtsdestotrotz ist das Gesamtensemble herrlich skurill und konnte mich voll und ganz abholen.

Die Story ist weniger von starken Wendungen geprägt, sondern ist ein angenehmer Fluss. Ich habe keine großen Überraschungen gebraucht, sondern war froh Will und Danny ein wenig auf ihrem gemeinsamen Weg begleiten zu dürfen.

Insgesamt hat mir das Buch trotz kleinerer Schwächen sehr gut gefallen. Der Humor und auch die Emotionen konnten mich packen.

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Veröffentlicht am 25.05.2020

Ein Sommer voller Klischees

Ein Sommer voller Schmetterlinge
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Dieses Buch hat es mir leider nicht einfach gemacht, meine Erwartungen konnten nicht erfüllt werden. Der Klappentext verspricht ein sommerliches und durchaus seichtes Buch, das Lust auf Sommer und Spanien ...

Dieses Buch hat es mir leider nicht einfach gemacht, meine Erwartungen konnten nicht erfüllt werden. Der Klappentext verspricht ein sommerliches und durchaus seichtes Buch, das Lust auf Sommer und Spanien macht. Die einizige Lust, die ich beim Lesen verspürt habe, war die Lust das Buch weg zu legen.

Meine Schwierigkeiten mit dem Buch beziehen sich vor allem auf die Charaktere und die Handlung. Der Schreibstil der Autorin ist gut und angenehm zu lesen, die Sprache passt zum Genre und zum Setting.

Beti als Hauptchatrakter war für mich sehr schwierig. Ich konnte mich an keiner Stelle mit ihr identifizieren, was es mir schwer machte gut in die Story rein zu kommen. Die Handlung wird nicht nur aus Betis sicht erzählt, aber vorwiegend. Beti ist eine sehr unsichere und teils schon viel zu naive Protagonistin, die ihren Wert an der Meinung anderer über sie fest macht - das hat mich nicht nur einmal stark genervt. Ihre Charakteriserung wirkte auf mich nicht facettenreich genug, was schade ist. Auch die anderen Charaktere waren eher oberflächlich und klischeehaft gezeichnet. Ich hätte mir mehr Tiefe und vor allem facettenreichere Charaktere gewünscht.

Die Handlung hat mir zunächst gefallen, etwa ab einem Drittel war ich jedoch zunehmend enttäuscht. Die Handlung konnte mich nicht recht packen, vieles fand ich absolut nicht realistisch und überzogen. Andererseits waren viele Wendungen für mich absolut vorhersehbar. Überrascht hat mich das Buch an keiner Stelle. Die Autorin scheint leider kein Klischee ausgelassen zu haben, dabei wirkte es auf mich auch zu konstruiert - einiges machte einfach keinen Sinn.

Insgesamt bin ich sehr enttäuscht von dem Buch, ich habe mir mehr erhofft. Für mich ein Flop...

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