Profilbild von Caro_21

Caro_21

Lesejury Profi
offline

Caro_21 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Caro_21 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2026

Keine Schmetterlinge im Bauch

A League for Love
0

In der Romance von Katie Cotugno prallen die Welten einer Pop Ikone und eines Baseballspielers aufeinander.
Lacey Logan ist eine seit Jahren weltberühmte Sängerin Anfang 30. Durch Zufall trifft sie auf ...

In der Romance von Katie Cotugno prallen die Welten einer Pop Ikone und eines Baseballspielers aufeinander.
Lacey Logan ist eine seit Jahren weltberühmte Sängerin Anfang 30. Durch Zufall trifft sie auf Jimmy Hodges, einen Baseballstar am Ende seiner Karriere, dessen Poster über Lacey’s Bett hing während ihrer Zeit an der Highschool. Beide fühlen sich zueinander hingezogen. Doch sie könnten keine gegensätzlicheren Leben führen. Sie lebt an der Westküste bei L.A. und ist gerade mitten auf ihrer Welttournee. Er lebt an der Ostküste in Baltimore und möchte mit seiner Mannschaft in seinem letzten Jahr, wenn möglich, die World Series gewinnen. Sie lebt nach einer unschönen öffentlichen Trennung durch ihren Ex noch zurückgezogener, um trotz ihres Starkults einen Rest an Privatsphäre zu bewahren. Er möchte keine Beziehung mehr mit einer Celebrity aus Hollywood.
Weil Beziehungskonstellationen zwischen Musikerinnen und Spitzenportlern nicht erst seit Taylor Swift bekannt sind, hat mich der Klappentext zusammen mit dem Cover gecatcht. Leider fand ich das Buch, entgegen des Klappentextes, nicht wirklich witzig.
Der Schreibstil ist im Großen und Ganzen flüssig. Aber es fehlt an sprachlicher wie auch an inhaltlicher Lebendigkeit und Leidenschaft. Manchmal wirkte die Übersetzung zu wort- und weniger sinngetreu. Zwar wurde für die Romance die wechselnde Erzählperspektive gewählt, jedoch unglücklicherweise in Form der dritten Person. Dies lässt die beschriebenen Emotionen obendrein noch nüchterner erscheinen. Auch die Kommunikation zwischen den beiden fand ich für über 30-jährige Personen teilweise zu unbeholfen und auch oberflächlich. Mir gelang es nicht, mich in keine der beiden Figuren ansatzweise hineinzuversetzen.
Ich hatte zu häufig den Eindruck, dass die Autorin den Roman mal eben auf die Schnelle heruntergeschrieben hat. Ständig wurde erwähnt, dass Lacey die berühmteste Frau/Sängerin der Welt ist, und Jimmy wird als alter, körperlich kaputter und etwas nichtssagender Baseballstar dargestellt, der keine Ahnung hat von Fankultur und noch weniger vom Umgang mit fanatischen Fans. Was recht unglaubwürdig erscheint, wird Jimmy doch zumindest als sexy beschrieben und er ist mit 37 Jahren noch Kapitän einer sehr erfolgreichen Baseballmannschaft. Schlussendlich kam das Romanende nicht nur sehr abrupt, sondern auch sehr konstruiert daher.
Mein Fazit:
Der Roman wirkt zu konstruiert und ihm fehlen die Lebendigkeit und die leidenschaftliche Gefühlswelt, die dieses Genre ausmacht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2026

Fake Dating mit dem Erzrivalen des Ex? Ob das gut geht?

Rival Darling
0

Als die 17-jährige Violet vom Kapitän des Eishockey-Teams betrogen wird, schwört sie sich, nie wieder einen Sportler zu daten. Um zu beweisen, dass sie über ihn hinweg ist, muss sie sich etwas Drastisches ...

Als die 17-jährige Violet vom Kapitän des Eishockey-Teams betrogen wird, schwört sie sich, nie wieder einen Sportler zu daten. Um zu beweisen, dass sie über ihn hinweg ist, muss sie sich etwas Drastisches einfallen lassen. Durch Zufall lernt sie den berüchtigten Kapitän der Ransom Devils und gleichzeitig größten Rivalen ihres Ex-Freunds kennen, und fragt ihn, ob er ihren Fake-Freund spielt. Über Reed Darling - einschüchternd, geheimnisvoll und verdammt gutaussehend - kursieren wilde Gerüchte. Doch können die wirklich wahr sein? Schnell bemerkt Violet, dass Reed ganz anders ist. Während sie versucht, die strikten Regeln ihrer Fake-Beziehung einzuhalten, hat Reed offenbar andere Pläne ...

Rival Darling hat mich von Anfang an überzeugt. Eine locker und leicht geschriebene Sports-Romance, die sehr viel Spaß gemacht hat zu lesen. Sie hat mir immer mal wieder Lacher entlockt und mich gleichzeitig berührt.

Bei Reed hat man schon bei der ersten Begegnung gemerkt, dass er Violet großartig findet und auf sie steht. Er war immer nett und einfühlsam, auch wenn die Gerüchte, die über ihn kursieren, das Gegenteil behaupten. Er ist mehr der Teddybär als der Brummbär. Reed ist eine absolute Green Flag. Und was er für Violet beim Spiel gegen seine Rivalen gemacht hat, ist so süß.

Violet, die eigentlich eine strikte Regel hat, die das Daten von Sportlern verbietet, und besonders Eishockeyspieler, nachdem was mit ihr passiert ist, kann ich nachvollziehen, aber auch nicht, da es um Reed geht. Auch sie merkt, dass die Grenzen zwischen Fake und Realität immer mehr verschwimmen, und muss sich fragen, ob sie das Risiko einer neuen Beziehung eingehen will. Violet ist ein sehr süßer Charakter, dessen Geschichte ich sehr gerne gelesen habe.

Auch Reeds Familie hat mich sehr begeistert. Sie necken und ärgern sich gegenseitig, sind aber immer füreinander da. Auch ist es bei ihnen zu Hause nie langweilig.

Ich fand es auch schön, mal zur Abwechslung eine Romance ganz ohne Spice zu lesen, der in dieser Geschichte auch nicht gefehlt hat.

Diese Romance ist für jeden etwas, der Fake-Dating, He Falls First und Eishockey liebt, genau das Richtige. Sie bringt einen zum Lachen, hat aber auch Tiefe und Emotion. Ein absolut empfehlenswertes Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.01.2026

Ein FBI-Agent in einer italienischen Restaurantküche – was kann da schon schiefgehen? Eine ganze Menge, wie es aussieht.

The Heat is on – Something‘s Cooking Between Us
0

Dwight Faraday ist Top-Agent beim FBI. Weil er außerdem was vom Kochen versteht, bekommt er einen Spezialauftrag: Er soll das italienische Restaurant der Familie Villa infiltrieren, die im Verdacht steht, ...

Dwight Faraday ist Top-Agent beim FBI. Weil er außerdem was vom Kochen versteht, bekommt er einen Spezialauftrag: Er soll das italienische Restaurant der Familie Villa infiltrieren, die im Verdacht steht, Verbindungen zur New Yorker Unterwelt zu pflegen. Eigentlich ein Leichtes für ihn – nur hat er nicht mit Julia gerechnet, der Tochter des Chefs, die sich so gar nichts gefallen lässt. Um ihr Vertrauen zu gewinnen, muss er ihr Herz erobern. Doch Julia scheint gegen das Knistern zwischen ihnen immun. Ganz im Gegenteil zu Dwight selbst …
Zu Beginn sind Julia und Romeo, Dwight Undercover Identität, wie Katz und Maus. Dauernd im Wettstreit und schaffen es nicht, eine normale Unterhaltung zu führen. Am Anfang fand ich es noch unterhaltsam, jedoch hat es sich für mich zu lange gezogen und Julia hat an Romeo nichts Gutes gelassen. Ich fand es nach einer Zeit etwas anstrengend. Selbst als sie im Inneren wusste, dass sie ihn eigentlich gar nicht hasst, wie sie es jedem immer erzählt. Als sie dann ihre Mauern fallen lässt – ich kann verstehen, warum sie ihre Mauern hat, und zwar nicht langsam, sondern sofort –, da geht alles ziemlich schnell.
Auch Julias beste Freundin wird in dem Roman meiner Ansicht nach immer sehr oberflächlich, klischeehaft und nur auf das Äußere bedacht dargestellt und nur sehr wenig tiefgründig, was ich sehr schade finde, da sie in der einen oder anderen Situation tiefgründiger ist. Jedoch hätte ich mir davon mehr gewünscht.
Auch hätte ich mir mehr FBI-Momente gewünscht. Ich habe zwar keine Ahnung, wie es wirklich beim FBI und undercover läuft, jedoch war es mir einfach ein bisschen wenig.
Julias Entwicklung hat mir, abgesehen von meiner oben genannten Kritik, gut gefallen. Auch ihre Auseinandersetzung mit ihrer Krankheit und ihre familiäre Situation. Sie hat es auch wieder geschafft, sich selbst zu lieben und glücklich zu werden.
Auch Romeo hat eine Entwicklung hinter sich. Er hat erkannt, was er im Leben wirklich will, und auch sein Umgang mit Julia hat mir sehr gefallen. Er hat sie nicht auf ihre Krankheit reduziert und sich aber trotzdem dafür interessiert und ihr geholfen, sich selbst zu lieben.
Mir hat das Küchensettign mit dem italienischen Touch sehr gefallen und ich hätte gerne im Villa’s gegessen, denn die Gerichte haben sich alle hervorragen angehört.
Die Ideen für den Roman haben mir sehr gut gefallen, ebenso wie der Schreibstil, der Humorvoll ist. Nur hat mir die Umsetzung nicht zu hundert Prozent gefallen.
Ich kann sagen, dass mir das Buch trotz allem ganz gut gefallen hat und ich es auch weiterempfehlen würde an diejenigen, die Küchensetting, einen italienischen Touch und Workplace Romance, Forbidden Romance und Enemies to Lover mögen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.01.2026

Kingdom of crystal Hearts entführt uns in eine Welt voller Intrigen, Machtmissbrauch, Rache und Gefühlen, die nicht sein dürfen, aber trotzdem da sind.

Kingdom of crystal Hearts
0

Auf dem Kontinent Brillant lebt der Adel dank Edelsteinmagie in Reichtum, während Elodie ihre Familie in den Minen verloren hat. Als Diebin und Rebellin sinnt sie auf Rache. Bei einem Turnier am Königshof ...

Auf dem Kontinent Brillant lebt der Adel dank Edelsteinmagie in Reichtum, während Elodie ihre Familie in den Minen verloren hat. Als Diebin und Rebellin sinnt sie auf Rache. Bei einem Turnier am Königshof entdeckt sie unerwartet eigene magische Kräfte, wird enttarnt und von der grausamen Königin gezwungen, ihre Magie als die des magielosen Prinzen Rafe auszugeben. Während die Rebellen ein Attentat auf Rafe planen, kommen Elodie Zweifel – denn zwischen Intrigen, Verrat und Gefahr entwickelt sie Gefühle, die ihr zum Verhängnis werden könnten.

Ich habe das Buch verschlungen. Schon nach dem Prolog konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Es ist spannend und gleichzeitig traurig und hat mich in eine Welt entführt, die grausam ist. Mit zwei Schichten der Gesellschaft. Die Adeligen, die Magie wirken können, und die „Gemeinen“, die Armen, die in die Minen geschickt werden und in Armut leben, abgegrenzt durch Mauern von den anderen.

Sowohl das Cover als auch der Schreibstil haben mir sehr gut gefallen. Er sehr angenehm zu lesen.

Ich konnte jederzeit mit Elodie mitfühlen. Die Rache, die sie verüben wollte, um ihre Familie zu rächen, und gleichzeitig ein besseres Leben für sich und die anderen in ihrem „Viertel“ haben wollte und langsam herausfindet, dass es nicht immer alles nur schwarz und weiß ist und nicht alle Adeligen und die anderen jenseits der Mauern böse sind. Selbst als verbotene Gefühle in ihr aufkeimen, hält sie anfangs noch an ihren Plänen fest. Sie ist loyal und denkt an die anderen und hat sich damit abgefunden, dass sie sterben könnte.

Rafe, der immer stille Beobachter, der nicht so ist, wie so mancher denkt. Er hat ein gutes Herz und ist selbst stückweit ein Opfer der Monarchie und der Regierung seiner Mutter. Er ist ein vielschichtiger Charakter mit Ecken und Kanten. Er ist magielos und hat dahingehend keine Macht, was er mit seiner Menschlichkeit und Moral jedoch wettmacht.

Der Roman hat mich gefesselt mit einer Welt voller Edelsteinmagie, politischen Intrigen und moralischer Grauzonen. Besonders die Figuren Elodie und Rafe verleihen der Geschichte emotionale Tiefe, indem sie Themen wie Machtmissbrauch, Wut, Loyalität und verbotene Gefühle glaubwürdig verkörpern.

Der Roman handelt von moralischen Grauzonen, politischen Intrigen und Magie, aber auch von Machtmissbrauch, Wut, Rache, Loyalität und verbotenen Gefühlen, die ausweglos erscheinen, aber trotzdem von Hoffnung leben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.01.2026

In der Kürze liegt die Würze. Lesenswert

Der Fluss der Zeit
0

Posthum wurden 5 Kurzgeschichten des Schweizer Autors Pascal Mercier in diesem kleinen Buch veröffentlicht.
In den Geschichten geht es jeweils um Momentaufnahmen, in denen das emotionale Gleichgewicht ...

Posthum wurden 5 Kurzgeschichten des Schweizer Autors Pascal Mercier in diesem kleinen Buch veröffentlicht.
In den Geschichten geht es jeweils um Momentaufnahmen, in denen das emotionale Gleichgewicht der unterschiedlichen männlichen Protagonisten unerwartet kurzzeitig ins Wanken gerät.
Sei es bei einer Hausübergabe, einer möglichen Wohnungslosigkeit, dem Erleben einer drastischen Handlung, dem Abwarten einer medizinischen Diagnose, oder dem Rückblick auf die Studentenzeit.
Auch in diesen Erzählungen geht es wieder für den Autor Mercier wie für den Philosophen Bieri um die Themen Zeit, Vergänglichkeit, den unterschiedlichsten Formen von Erinnerungen, auch im Zusammenspiel mit der Veränderung des eigenen Ichs. Und nicht zuletzt geht es auch um Freiheit und Selbstbestimmung.
Der Schreibstil ist ruhig und klar. Mercier gelingt es, in den kurzen Erzählungen das Leben seiner Figuren zu umschreiben und die emotionale Krise feinfühlig offenzulegen.
Sehr gut hat mir die Erzählweise gefallen, die dem Leser ohne Umschweife einen tiefen Einblick in das Seelenleben des Protagonisten und/oder der von ihm beobachteten Person gibt. Ich fühlte mich schnell in die Situation der jeweiligen Figur hineingezogen. Vor allen Dingen haben mich die melancholischen, nachdenklichen Charaktere sehr berührt, die in ihrem Alltag plötzlich mit der (möglichen) Veränderung des Lebens konfrontiert werden.
Ich finde, gerade das Nebeneinander dieser sehr unterschiedlichen Erzählungen, die sich alle mal mehr, mal weniger um dieselben Themen drehen, macht dieses Buch so tiefgründig und philosophisch. Und ihre Kürze forciert das Nachdenken.
Es wäre interessant zu erfahren, wann die einzelnen Erzählungen entstanden sind.
Diese Kurzgeschichten sind warmherzig geschrieben und zwingen einen geradezu, über die Vergänglichkeit des Lebens und die Bedeutung und den Wandel der eigenen Erinnerungen und die eigene Freiheit nachzudenken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere