Cover-Bild Der Fluss der Zeit
(14)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
16,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Themenbereich: Belletristik - Kurzgeschichten
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 08.01.2026
  • ISBN: 9783446287761
Pascal Mercier

Der Fluss der Zeit

Bestsellerautor Pascal Mercier, der Meister des philosophischen Erzählens, über Loslassen, Freiheit, Erinnerung und die Erfahrung von Vergänglichkeit und Zeit

Die Romane »Nachtzug nach Lissabon« und »Das Gewicht der Worte« verführten ein Millionenpublikum dazu, über große Themen wie Identität, Freiheit, Zeit oder den Sinn des Lebens nachzudenken. Nun ist Pascal Mercier in fünf bisher unveröffentlichten Erzählungen auch als Meister der kurzen Form zu entdecken: Kann ein Mann auf dem Höhepunkt seiner Jahre noch einmal die Zeit seines Aufbruchs ins Leben heraufbeschwören? Wann beschädigt Großzügigkeit die Würde eines Künstlers? Gibt es Emotionen, die unser Verstand nicht mehr erreicht? Noch einmal lernen wir mit Pascal Mercier unvergessliche Figuren kennen, die uns mit ihren Gefühlen und Gedanken sehr nahekommen – und dabei unverhofft Einblicke in unser eigenes Selbst eröffnen.

Weitere Formate

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.03.2026

Fünf beeindruckende Kurzgeschichten

0

Pascal Mercier taucht in den fünf bisher unveröffentlichten, aus seinem Nachlass stammenden Kurzgeschichten, die in diesem Band vertreten sind, tief in die Psyche von Menschen ein. Die Gedanken und Handlungen ...

Pascal Mercier taucht in den fünf bisher unveröffentlichten, aus seinem Nachlass stammenden Kurzgeschichten, die in diesem Band vertreten sind, tief in die Psyche von Menschen ein. Die Gedanken und Handlungen der Protagonist:innen konnte ich durchgehend nachvollziehen.

Vier der Geschichten werden von einem Ich-Erzähler erzählt, wobei manchmal auch die Gedanken und Emotionen eines anderen Charakters miteinbezogen werden, so dass man das Geschehen aus beiden Blickwinkeln erfährt. So zum Beispiel in „Die Übergabe“, hier trifft man auf einen alten Mann, der sein Haus, das 99 Jahre im Besitz seiner Familie war, an die neuen Besitzer übergibt, bevor er sein neues Leben in einem Seniorenheim beginnt. Man kann sich vorstellen, wie schwer das für ihn ist. Der Ich-Erzähler ist dabei der neue Besitzer: In „Die Wohnung“ geht es um ein wertvolles Geschenk, das sowohl den Schenkenden als auch den Beschenkten letztlich belastet.

Wie im Grunde alle anderen Geschichten ist „Der Befund“ sehr eindringlich, es ist außerdem die einzige Geschichte, die in der dritten Person erzählt wird. Jan Winter muss einige Tage auf das Ergebnis einer Gewebeprobenuntersuchung, die vielleicht eine tödliche Krankheit aufdeckt, warten. Als Leser:in begleitet man ihn durch diese Zeit. Sehr gut hat mir auch „Noch einmal die Mansarde“ gefallen, wo ein älterer Mann einen Kongress schwänzt, um noch einmal den Ort zu besuchen, an dem er als Student gewohnt hat. Leider ist das Erlebnis nicht so wie erhofft.

In „Tödlicher Lärm“ schließlich ergründen wir zusammen mit dem Ich-Erzähler einen Freitod. Diese Geschichte empfand ich als am schwierigsten nachzuvollziehen, dennoch ist auch sie lesenswert.

Kurzgeschichten haben eine ganz andere Dimension als Romane, auf wenigen Seiten eine Geschichte zu erzählen, die fesseln und lesenswert ist, ist eine besondere Kunst. Pascal Mercier ist das in diesen fünf Geschichten beeindruckend gelungen, und ich habe nun Lust, einen seiner Romane zu lesen, die ich bisher leider alle noch nicht kenne.

Veröffentlicht am 01.02.2026

ein Buch, das bleibt

0

Normalerweise bin ich kein Freund von Kurzgeschichten. Nachdem mir der Autor jedoch mit dem Werk Nachtzug nach Lissabon sehr gut im Gedächtnis geblieben ist, war ich neugierig. Schade, dass wir keine weiteren ...

Normalerweise bin ich kein Freund von Kurzgeschichten. Nachdem mir der Autor jedoch mit dem Werk Nachtzug nach Lissabon sehr gut im Gedächtnis geblieben ist, war ich neugierig. Schade, dass wir keine weiteren Geschichten von ihm lesen können, Pascal Mercier ist 2023 verstorben. Das Buch besteht aus fünf kurzen Episoden. Man taucht schnell in die jeweilige Begebenheit ein. Ohne viel Worte beschreibt der Autor die Situationen. Obwohl es nicht emotional geschrieben ist, fühlt man intensiv mit. Was wäre wenn? Was macht ein Leben aus und wie lange können Tage eigentlich sein? An wenigen Beispielen wird klar, dass man am Rad der Zeit nicht drehen kann, weder zurück noch nach vorne. Für mich ein Meisterwerk, das ich mir sicherlich noch in gedruckter Version für meine Sammlung kaufen werde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.01.2026

Highlight

0

„Der Fluss der Zeit“ – Pascal Mercier /
Verlag : Hanser

Manche Bücher liest man nicht einfach, sie begleiten einen.

Still, fast unauffällig, und doch bleiben sie lange nach der letzten Seite im Inneren ...

„Der Fluss der Zeit“ – Pascal Mercier /
Verlag : Hanser

Manche Bücher liest man nicht einfach, sie begleiten einen.

Still, fast unauffällig, und doch bleiben sie lange nach der letzten Seite im Inneren zurück. Der Fluss der Zeit ist für mich genau so ein Buch.

Fünf Geschichten, die vom Loslassen erzählen, von der Vergänglichkeit, von Erinnerung und von der Frage, wie wir mit unserer Zeit leben.

Es sind leise Geschichten, und gerade deshalb so eindringlich. Sie zeigen, wie das Leben vergeht; oft unbemerkt, manchmal schmerzhaft klar. Und sie lassen einen innehalten und über das eigene Leben nachdenken.

Was für ein Kleinod. Was für Weisheiten auf nur 112 Seiten.

„Ausräumen – das werden Sie machen müssen; ich will nicht mit ansehen, wie sie mein Leben hinaustragen.“ (Pos. 32)
Karl Prager liebt sein Haus. Und nun lässt er es los.Es fällt ihm nicht leicht. Mit einer gewissen Bestimmtheit möchte er sein Haus ein letztes Mal sehen, versucht dabei doch, die Vergangenheit festzuhalten. Er bemerkt es und versucht wieder loszulassen.
Es ist schmerzhaft, ihm zuzusehen. Wie er sein Leben, sein Haus, seine Erinnerungen zurücklässt. Diese Geschichte geht unter die Haut und bricht einem leise das Herz.



„Hier, genau hier in diesem Raum, ist das Zentrum meines Lebens“ (Pos. 253)
Luca Gaspari, ein angehender Pianist mit einem gebrochenen Finger, steht vor dem Verlust seiner Wohnung. Freunde kaufen sie und schenken sie ihm, damit er nur ein einziges Mal dankbar sein muss. Würde er dort kostenlos wohnen, könnte er sich verpflichtet fühlen, seine Dankbarkeit immer wieder zu zeigen. Also schenken sie ihm die Wohnung.
Sie wollten ihm Freiheit schenken.

„Generosità“, sagt Luca, jetzt versteht er dieses Wort.

Doch was diese Geste zwischen den Freunden auslöst, lässt sich nicht einfach abstellen. Dankbarkeit wird zur Last.

Für Luca, der sich verpflichtet fühlt, sie zu zeigen. Und für die Freunde, weil sie sie erwarten, obwohl sie das eigentlich nicht wollen.
Freiheit fühlt sich doch anders an oder?



„Du behandelst eine gefährliche Möglichkeit wie eine Wirklichkeit, eine Tatsache.“ (Pos. 424)

Zeit kann rasend schnell vergehen oder unerträglich langsam.
Für Jan Winter steht sie still, während er tagelang auf den Befund seines Arztes wartet. Die Angst, die Ungewissheit, das Warten auf die Laborergebnisse lassen seine Sorgen immer größer werden.
Sein Leben wird ihm bewusster. Seine begrenzte Zeit auf Erden. Und auch das Vertrauen, in den Arzt , in das Leben, seine Intuition, wird auf den Prüfstand gestellt.

Warum nicht im Jetzt leben? Annehmen. Vertrauen. Statt zu zweifeln und zu bangen.



„Ich wollte einfach nicht denken, dass vielleicht auch in ihm Schwäche sein könnte.“ (Pos. 709)
Lärm kann einen wahnsinnig machen. Ein Mann erlebt ihn als gewaltig, als unerträglich und doch erträgt er ihn.

Aus Stärke. Oder aus Schwäche.
Er hält alles aus. Bis zu einem gewissen Punkt.
Als Stille sein einziger Ausweg wird …



Ein Mann kehrt nach vierzig Jahren zurück nach Heidelberg. In seine damalige Wohnung. Zu den Anfängen seines Lebens. Er möchte alte Empfindungen wieder spüren, verstehen, was Zeit ist und wie er zu dem Mann geworden ist, der er heute ist.

Doch zu seinem Entsetzen erkennt er, dass das Verfließen der Zeit unumkehrbar war.

„Schade, das mit der Entzauberung“ (Pos. 1011).

Vielleicht sollte man die Vergangenheit ruhen lassen. Erinnerungen einfach sein lassen und sie abheften wie ein wichtiges Dokument. #

Zart, poetisch und in wundervollen Episoden erzählt Pascal Mercier vom Fluss der Zeit.

Dieses Buch drängt sich nicht auf. Es lädt ein. Es flüstert Gedanken, statt Antworten zu geben.

Ein Buch, das mich als Leserin nachdenklich zurücklässt.
Was für ein Schatz. Was für ein Geschenk.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.01.2026

Erzählungen mit psychologischer Tiefe

0

Den Schriftsteller Pascal Mercier habe ich in seinem Roman ‘Nachtzug nach Lissabon‘ kennen und schätzen gelernt. Nun wurden von dem bereits verstorbenen Autor fünf Geschichten aus seinem Nachlass beim ...

Den Schriftsteller Pascal Mercier habe ich in seinem Roman ‘Nachtzug nach Lissabon‘ kennen und schätzen gelernt. Nun wurden von dem bereits verstorbenen Autor fünf Geschichten aus seinem Nachlass beim Hanser Verlag unter dem Titel ‘Der Fluss der Zeit‘ veröffentlicht. Es ist ein Buch, dass sich poetisch in seiner Sprache und mit einer gewaltigen psychologischen Tiefe menschlicher Gefühle und Gedanken präsentiert, dass einen Nachhall bei mir erzeugt hat und die Freude am Lesen hervorbringt.
Immer stehen Menschen an einem Wendepunkt ihres Lebens im Mittelpunkt des Geschehens, der aus unterschiedlichen Gründen hervorgerufen wurde. Dabei werden Themen wie das Abschiednehmen von einem lieb gewonnen Ort, das Unbehagen darüber, ein Geschenk in einer Notsituation anzunehmen, Erinnerungen an eine unbeschwerte Jugendzeit, das Nichtaushalten können einer extremen Lebenssituation und die unbändige Angst vor einer medizinischen Diagnose angesprochen und mit einer psychologischen Tiefe beschrieben, die eine Sogwirkung beim Lesen erzeugt.
Wer gern in diese brillant erzählten Geschichten, die vom Leben der Menschen in existentiellen Situationen berichten, eintauchen möchte, ist hier bestens aufgehoben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.01.2026

Aus dem Leben gegriffen

0

Außer seinen Romanen, von denen „Nachtzug nach Lissabon“ (2004) der wohl bekannteste sein dürfte, schrieb der Schweizer Autor Pascal Mercier (1944-2023) auch zahlreiche Essays und Kurzgeschichten. Fünf ...

Außer seinen Romanen, von denen „Nachtzug nach Lissabon“ (2004) der wohl bekannteste sein dürfte, schrieb der Schweizer Autor Pascal Mercier (1944-2023) auch zahlreiche Essays und Kurzgeschichten. Fünf dieser bisher unveröffentlichten Erzählungen aus seinem Nachlass sind in diesem Buch enthalten. Jede dieser Geschichten steht für sich, jedoch sind ihre zentralen Themen das Erinnern und Loslassen, Gedanken zum Altern, die Vergänglichkeit der Zeit und das Menschsein im Allgemeinen.

Sprache und Schreibstil sind wie gewohnt bei diesem Autor unaufgeregt, beinahe meditativ, nachdenklich und philosophisch. Im Fokus stehen häufig Gedanken und Monologe der Protagonisten, was tiefe Einblicke in deren Seelenleben zulässt, vom Leser jedoch eine gewisse Konzentration erfordert. Dafür wird man mit wunderbaren, einfühlsam und großartig geschriebenen Geschichten belohnt, die nachdenklich stimmen und noch lange nachhallen.

Fazit: Ein Meisterstück der Erzählkunst, ein Lesevergnügen das ich gerne weiterempfehle.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere