Cover-Bild Der Fluss der Zeit
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Themenbereich: Belletristik - Kurzgeschichten
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 112
  • Ersterscheinung: 08.01.2026
  • ISBN: 9783446285774
Pascal Mercier

Der Fluss der Zeit

Bestsellerautor Pascal Mercier, der Meister des philosophischen Erzählens, über Loslassen, Freiheit, Erinnerung und die Erfahrung von Vergänglichkeit und Zeit

Die Romane »Nachtzug nach Lissabon« und »Das Gewicht der Worte« verführten ein Millionenpublikum dazu, über große Themen wie Identität, Freiheit, Zeit oder den Sinn des Lebens nachzudenken. Nun ist Pascal Mercier in fünf bisher unveröffentlichten Erzählungen auch als Meister der kurzen Form zu entdecken: Kann ein Mann auf dem Höhepunkt seiner Jahre noch einmal die Zeit seines Aufbruchs ins Leben heraufbeschwören? Wann beschädigt Großzügigkeit die Würde eines Künstlers? Gibt es Emotionen, die unser Verstand nicht mehr erreicht? Noch einmal lernen wir mit Pascal Mercier unvergessliche Figuren kennen, die uns mit ihren Gefühlen und Gedanken sehr nahekommen – und dabei unverhofft Einblicke in unser eigenes Selbst eröffnen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.02.2026

Tiefgründige philosophische Kurzgeschichten

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Der Schweizer Philosoph, Autor und langjährige Universitätsprofessor Peter Bieri hat unter dem Künstlernamen Pascal Mercier umfangreiche und tiefgründige Romane wie "Nachtzug nach Lissabon", "Perlmanns ...

Der Schweizer Philosoph, Autor und langjährige Universitätsprofessor Peter Bieri hat unter dem Künstlernamen Pascal Mercier umfangreiche und tiefgründige Romane wie "Nachtzug nach Lissabon", "Perlmanns Schweigen" oder "Das Gewicht der Worte" veröffentlicht. Nach seinem Tod im Jahr 2023 wurden in seinem Nachlass noch einige unveröffentliche Kurzgeschichten gefunden, die der Hanser Verlag nun in diesem Sammelband herausgegeben hat.

Die Geschichten sind jeweils aus der Sicht verschiedener, nicht mehr ganz junger Männer, geschrieben und es geht um Themen wie Erinnerung, Vergänglichkeit, Rückschau auf das eigene Leben, Freundschaften auf Augenhöhe, Abschied nehmen und Wandel.

Sehr berührend wird zum Beispiel geschildert, wie ein Mann nach vielen Jahren von einem Haus, das ein Jahrhundert im Familienbesitz war, Abschied nehmen muss, als er es an ein jüngeres Paar verkauft hat, und wie das Paar genau spürt, wie schwer ihm das fällt:

"Er berührte jeden Schlüssel kurz mit dem Zeigefinger, dabei verrutschte einer, und er schob ihn sachte zurück. "Liebevoll", sagte Anna später darüber, "es lag seine ganze Liebe zu dem Haus in der Bewegung, ich musste schlucken". Prager sah unsere Blicke. "Es sind halt meine Schlüssel", sagte er. "Oder waren es". (S. 10)

In einer weiteren Geschichte geht es um ungleiche Freundschaften und darum, was es mit uns macht, wenn ein Freund dem anderen ein großes Geschenk macht - eine komplette Eigentumswohnung - für das sich der andere nicht in gleichem Ausmaß revanchieren kann. Hier sehen wir, wie an vielen weiteren Stellen, wie der Autor komplexe philosophische und psychologische Gedankengänge geschickt und allgemeinverständlich in seine Geschichten eingebaut hat:

"Er machte eine Pause und wir spürten, dass nun etwas kam, ein Gedanke, den er sich langsam und mühsam erobert hatte: "In der ersten Zeit dachte ich und wachte mit dem Gefühl auf: Das ist die Freiheit. Ich ging in der Wohnung herum und pfiff. Doch in den letzten Wochen habe ich verstanden: Es ist nicht die richtige Art von Freiheit. Ich lege es mir so zurecht: Es gibt die Freiheit von außen: Die Wohnung gehört mir, niemand kann mich verjagen. Und es gibt die Freiheit von innen: Ich muss niemandem dankbar sein. Ich will die eigene Freiheit zurück." (S. 32)

Dann gibt es in einer weiteren Erzählung einen älteren Mann, der auf den entscheidenden Befund wartet, der ihm mitteilen wird, ob er an einer schweren Krankheit leidet oder doch gesund ist. Einen weiteren Mann, der sehr lärmempfindlich ist, mit seinem Stiefsohn einen unerbitterlichen Machtkampf austrägt und es am Ende nicht mehr aushält. Und schließlich ein Mann, der nach 40 Jahre in die Gegend seiner Studentenzeit zurückkehrt und in Erinnerungen schwelgt.

Im Vordergrund stehen also ältere Männer und ihre Lebensthemen. Diese werden vom Autor psychologisch äußerst treffend und sensibel dargestellt, sodass man tief in die Seele der Charaktere hineinblicken kann, sich verbunden fühlt und selbst beginnt, über tiefsinnige Themen des eigenen Lebens nachzudenken.

Dramaturgisch sind die Erzählungen ebenfalls von hoher Qualität, ziehen die Leserinnen und Leser sofort in ihren Bann und sind spannend und berührend erzählt, ohne ein überzähliges Wort.

Dieser Erzählband beweist, dass es sich beim Autor um einen herausragenden Schriftsteller handelt. Ich empfehle ihn, neben allen bisherigen Fans seiner Bücher, auch allen, die noch nichts von diesem Autor gelesen haben: das kleine, kurze Büchlein ist ein sehr guter Einstieg in sein Werk, um beurteilen zu können, ob man mehr von ihm lesen möchte. Ich werde das jedenfalls tun.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

5 bisher unveröffentlichte Erzählungen

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Das Buch Der Fluss der Zeit von Pascal Mercier beinhaltet bisher 5 unveröffentlichte Erzählungen. Die in sich abgeschlossenen Geschichten handeln von Abschied, Lärm, Dankbarkeit, Angst und regen einfach ...

Das Buch Der Fluss der Zeit von Pascal Mercier beinhaltet bisher 5 unveröffentlichte Erzählungen. Die in sich abgeschlossenen Geschichten handeln von Abschied, Lärm, Dankbarkeit, Angst und regen einfach zum Nachdenken an.

Der Text geht in die Tiefe, hallt nach. Ist aber leicht verständlich. Die Personen sind realitätsnah und authentisch.

Ich fand das Buch für zwischendurch sehr gut. Ich kann es nur empfehlen.

Veröffentlicht am 19.01.2026

Tiefsinnige Erzählungen

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Fünf bisher unveröffentlichte Erzählungen aus dem Nachlass des bekannten Autors Pascal Mercier († 2023). Alle tiefsinnig, teils tragikomisch, nachdenklich, teils beklemmend, teils zum Schmunzeln, auch ...

Fünf bisher unveröffentlichte Erzählungen aus dem Nachlass des bekannten Autors Pascal Mercier († 2023). Alle tiefsinnig, teils tragikomisch, nachdenklich, teils beklemmend, teils zum Schmunzeln, auch abstrus. Es geht um das Erinnern, um Brüche im Leben, um Beziehungen. Die Personen werden vom Autor mit ironischer Distanz sehr gut beobachtet und agieren unerwartet, aber überwiegend nachvollziehbar. Ein sprachliches Highlight, die Pointen sitzen.
Einzige Kritik: Warum muss ein so kurzes Buch so teuer sein? Andererseits ist jede Seite ihr Geld wert auch in Relation zu anderen Dingen des Lebens wie Essen gehen und Verreisen.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Sehr wirkungsvolle Geschichten

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In diesem Buch geht es um 5 sehr unterschiedliche Erzählungen, die erst nach dem Ableben dieses Autors veröffentlicht wurden. Ich habe mich zum Teil persönlich angesprochen gefühlt, denn die meisten der ...

In diesem Buch geht es um 5 sehr unterschiedliche Erzählungen, die erst nach dem Ableben dieses Autors veröffentlicht wurden. Ich habe mich zum Teil persönlich angesprochen gefühlt, denn die meisten der Figuren sind voller Selbstzweifel, erinnern sich an die Vergangenheit oder eine Katastrophe wird zum Wendepunkt. Letzteres würde ich gerne selbst erleben, denn die letzten Jahre meiner Depression waren voller Höhen und Tiefen und auch voller Katastrophen, wo ich mir wünschen würde, dass ich endlich mal aus dieser Negativspirale herauskomme und einen Wendepunkt erlebe.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Vor allem der Schreibstil war ganz besonders. Deshalb gibt es von mir sehr gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Prägnant und wirkungsvoll erzählt

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Wie ist das, wenn man in die Vergangenheit eintaucht und noch einmal ganz lebendig in Erinnerungen schwelgen will? Wenn man die Vergangenheit nicht loslassen kann und der Abschied einen Neuanfang überschattet? ...

Wie ist das, wenn man in die Vergangenheit eintaucht und noch einmal ganz lebendig in Erinnerungen schwelgen will? Wenn man die Vergangenheit nicht loslassen kann und der Abschied einen Neuanfang überschattet? Wenn Dankbarkeit zur Last wird oder der Fluss der Zeit sich in einem angstvollem Moment des Wartens ewig hinzieht? Diese fünf Kurzgeschichten vereinen sprachliche Präzision und erzählen mit philosophischer Tiefe von eindrücklichen Momenten. Dabei endet jede Geschichte mit einem gefühlten Paukenschlag, manchmal laut und manchmal leise. Wobei «Tödlicher Lärm» mich in seiner Drastik am meisten überrascht hat und das Konzept umzukehren scheint.

Unverkennbar betrachtet Pascal Mercier nicht nur die direkte Erfahrung seiner männlichen Figuren, sonder zeigt auch außenstehende Personen und ihre Eindrücke, wie in «Die Übergabe», in der der Vorbesitzer den Käufern sein Haus übergibt, wobei seine Gefühlswelt sich nur durch seine skurrilen Handlungen erahnen lässt: „…kaum auszuhalten…Wir gehen auf dünnem Eis.“ Oder Jan Winter, der sich mit seinem Sohn unterhält und unerwarteten Halt bei seiner Familie findet. Im Fluss der Zeit stehen wir nie allein und begeben uns in Momente der Nostalgie, Angst, Vorfreude, Dankbarkeit und ihren Schattenseiten.

„Wir hatten es nicht in der Hand, wie wir empfanden, und das Empfinden war mächtiger als unser Wunsch, es möge ein anderes Empfinden sein.“

Wenn man kurze Geschichten, besondere Momentaufnahmen, eine fokussierte und doch tiefgründige Handlung mit wenigen Charakteren mag und Lust hat, auf unterschiedliche Ausgänge, die zum Nachdenken anregen und sprachlich überzeugen, dann ist «Der Fluss der Zeit» wunderbar für Zwischendurch und alle Kurgeschichten-Fans geeignet.