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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2026

Zwischen erster Liebe und alten Wunden

Playmaker
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Nach einigen eher schweren Büchern hatte ich richtig Lust auf eine leichte, unkomplizierte Liebesgeschichte und genau das habe ich mit „Playmaker” bekommen. Die Handlung ist vorhersehbar, Drama ist vorprogrammiert, ...

Nach einigen eher schweren Büchern hatte ich richtig Lust auf eine leichte, unkomplizierte Liebesgeschichte und genau das habe ich mit „Playmaker” bekommen. Die Handlung ist vorhersehbar, Drama ist vorprogrammiert, aber genau das habe ich mir auch gewünscht. Es ist eine typische Young-Adult-Romanze, die sich locker lesen lässt und einfach unterhält.

Deanna Faisons Schreibstil ist angenehm flüssig und leicht, sodass ich schnell in die Geschichte eintauchen konnte. Besonders Maddie konnte ich gut nachvollziehen. Ihre Naivität, ihre Verliebtheit und die Bereitschaft, sich selbst ein Stück zurückzunehmen, um jemandem zu gefallen, wirken sehr authentisch. Gerade dieser erste Schwarm, für den man vielleicht nicht immer die besten Entscheidungen trifft, wird hier sehr greifbar dargestellt.

Auch Cameron hat mich emotional berührt. Hinter seiner Fassade als selbstbewusster Footballspieler und „Player“ steckt viel mehr. Der schmerzhafte Verlust aus seiner Vergangenheit, sein ständiges Streben nach Perfektion und der Druck, nach außen hin stark zu wirken, machen ihn zu einer vielschichtigen Figur. Besonders seine Einsamkeit und das Gefühl, niemandem wirklich zeigen zu können, wie es ihm geht, waren für mich sehr eindrücklich.

Was mir ebenfalls gut gefallen hat, ist die Entwicklung der Figuren. Sowohl Maddie als auch Cameron lernen im Verlauf der Geschichte, mehr auf sich selbst zu vertrauen und aus ihren Erfahrungen zu wachsen. Diese Veränderungen wirken glaubwürdig und geben der Geschichte mehr Tiefe.

Weniger überzeugt haben mich jedoch die vielen spicy Szenen, die für mein Empfinden zu viel Raum einnahmen. Gerade in Bezug auf Camerons Vorgeschichte hätte ich mir mehr Fokus auf Gespräche, emotionale Aufarbeitung und echte zwischenmenschliche Nähe gewünscht.

Auch der Umgang mit Camerons Trauerbewältigung wirkte für mich stellenweise schwierig. Zwar wird dadurch deutlich, wie sehr ihm eine echte Bezugsperson fehlt, dennoch hätte ich mir gewünscht, dass dieser Aspekt stärker als Ausdruck eines inneren Problems dargestellt wird und weniger als Teil seines Images als Frauenheld. Umso positiver fand ich es, dass am Ende thematisiert wird, dass er sich professionelle Hilfe suchen möchte. Das gibt der Geschichte einen wichtigen und stimmigen Abschluss in diesem Punkt.

Fazit:
"Playmaker" ist eine unterhaltsame, gefühlvolle Young-Adult-Romanze mit sympathischen Figuren und emotionalen Momenten. Trotz kleiner Schwächen bei der Schwerpunktsetzung hat mich die Geschichte gut abgeholt und bietet genau das, was ich mir erhofft hatte: eine leichte, aber dennoch berührende Liebesgeschichte.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Zwischen Gänsehaut und Geduldsprobe

Schwarzlicht
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Eine Frau wird auf grausame Weise ermordet – eingesperrt in eine Kiste und von Schwertern durchbohrt, wie bei einem missglückten Zaubertrick. Kommissarin Mina Dabiri zieht den Mentalisten und Profiler ...

Eine Frau wird auf grausame Weise ermordet – eingesperrt in eine Kiste und von Schwertern durchbohrt, wie bei einem missglückten Zaubertrick. Kommissarin Mina Dabiri zieht den Mentalisten und Profiler Vincent Walder hinzu, um den Fall zu lösen. Als weitere Opfer auftauchen und ein rätselhafter Countdown ins Spiel kommt, geraten die Ermittlungen unter Zeitdruck – und führen die beiden immer näher an ihre eigenen Abgründe.

Der Einstieg in „Schwarzlicht“ hat mich sofort gepackt. Die brutale Inszenierung des Mordes ist zwar erschreckend, aber gleichzeitig auch unglaublich fesselnd. Ich wollte direkt wissen: Wer steckt dahinter? Was ist das Motiv? Und wie soll ein so grausamer Fall aufgeklärt werden? Genau diese Mischung aus Schockmoment und Spannung hat mich von Anfang an mitgerissen.

Leider ließ die Spannung im weiteren Verlauf für mich etwas nach. Der Fokus lag dann sehr stark auf den einzelnen Figuren, ihren Eigenheiten, Zwängen und Hintergründen. Dazu kamen viele Nebenhandlungen und Rückblicke, die mich stellenweise eher von der eigentlichen Handlung weggeführt haben. Ich verstehe total, dass die Charaktere Raum brauchen, gerade weil sie so besonders sind. Trotzdem hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass sich die Geschichte etwas verzettelt und nicht immer auf den Punkt kommt.

Ehrlich gesagt hatte ich an manchen Stellen sogar kurz das Gefühl, meine Motivation zu verlieren. Doch ich bin dran geblieben – und das hat sich gelohnt. Denn im letzten Teil zieht die Spannung noch einmal richtig an. Plötzlich war ich wieder komplett drin, habe mitgerätselt und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Auflösung hat mir sehr gut gefallen, weil sie durchdacht ist und keine offenen Fragen zurücklässt. Gerade das schätze ich an Krimis sehr.

Fazit
„Schwarzlicht“ überzeugt mit einem extrem starken Einstieg, spannenden Ideen und einer gelungenen Auflösung. Zwar verliert die Geschichte durch die vielen Nebenstränge etwas an Tempo, insgesamt bietet sie jedoch einen fesselnden und gut abgeschlossenen Thriller.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Die Suche nach dem guten Leben – und was davon bleibt

Das gute Leben
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Nach dem Tod ihrer Großmutter Anni kehrt Christina in das Haus zurück, in dem sie aufgewachsen ist. Während sie Abschied nimmt, taucht sie tief in ihre Erinnerungen an Anni ein, die einst aus Rumänien ...

Nach dem Tod ihrer Großmutter Anni kehrt Christina in das Haus zurück, in dem sie aufgewachsen ist. Während sie Abschied nimmt, taucht sie tief in ihre Erinnerungen an Anni ein, die einst aus Rumänien nach Deutschland kam und sich ein Leben voller Entbehrungen und Verantwortung aufgebaut hat. Im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart stellt sich die Frage, was ein „gutes Leben“ eigentlich bedeutet und ob man es vielleicht erst im Rückblick erkennt.

Grundsätzlich haben mir die Struktur und der Leitgedanke der Geschichte gut gefallen. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart zeigt eindrücklich, wie sehr Annies Leben Christina geprägt hat. Allerdings empfand ich die vielen Zeitsprünge stellenweise als anstrengend. Ohne klare Übergänge oder eine deutliche Abgrenzung der Perspektiven fiel es mir manchmal schwer, mich zu orientieren.

Besonders berührt hat mich die Metapher der Weinreben. Anni hat sie einst aus Rumänien mitgebracht, und nun überlegt Christina, sie mit nach Berlin zu nehmen. Diese Vorstellung schafft eine schöne Verbindung zwischen den Generationen und Orten. Gleichzeitig zeigt die Geschichte sehr deutlich, wie viel innerhalb einer Familie unausgesprochen bleibt. Konflikte werden still ausgetragen, Gefühle verdrängt – und hinterlassen dabei Spuren von Misstrauen und Schmerz.

Auch die Frage, was man im Leben wertschätzen sollte, zieht sich durch den Roman. Es geht darum, das Gute zu erkennen, anstatt sich nur an dem festzuhalten, was nicht gelungen ist. Besonders Annies Verbitterung wird dabei auf eindrückliche Weise nachvollziehbar dargestellt.

Trotz dieser starken Ansätze bin ich insgesamt nicht mit allem warm geworden. Einige Passagen blieben für mich emotional auf Distanz, sodass mich die Geschichte nicht durchgehend erreichen konnte.

Fazit:
Ein ruhiger, nachdenklicher Roman mit schönen Bildern und wichtigen Themen, der mich jedoch emotional nicht ganz erreichen konnte. Trotz kleiner Schwächen bleibt ein stimmungsvolles Hörbuch, das zum Innehalten anregt.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Hund, Herz und Hektik

Das letzte Kind hat Fell
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Angelika und Hans wollen ihren Ruhestand in Portugal genießen – Sonne, Meer und endlich Zeit füreinander. Doch dann läuft ihnen die quirlige Mischlingshündin Fellina zu und bringt ihr beschauliches Leben ...

Angelika und Hans wollen ihren Ruhestand in Portugal genießen – Sonne, Meer und endlich Zeit füreinander. Doch dann läuft ihnen die quirlige Mischlingshündin Fellina zu und bringt ihr beschauliches Leben gehörig durcheinander. Als Tochter Sandra mit Enkel Finn zu Besuch kommt, wird aus dem geplanten Ruhestand ein turbulentes Familienabenteuer voller neuer Gefühle, alter Konflikte und überraschender Entscheidungen.

Normalerweise versprechen Romane von Tessa Hennig eine lebendige Urlaubskulisse, die Fernweh weckt und zum Mitträumen einlädt. Auch dieses Mal hatte ich mich auf portugiesische Sonne, Meer und Leichtigkeit gefreut. Doch das besondere Lebensgefühl blieb für mich überraschend oberflächlich. Anstatt Atmosphäre zu schaffen, wurden viele Eindrücke nur erwähnt, ohne dass sie wirklich erlebbar gemacht wurden. Dadurch konnte das Setting nicht die Tiefe entfalten, die ich mir erhofft hatte.

Ein weiterer Kritikpunkt, den ich leider auch schon bei anderen Büchern der Autorin bemängelt habe, ist das Zeitgefühl der Geschichte. Innerhalb einer einzigen Urlaubswoche verlieben sich mehrere Figuren, überdenken ihr gesamtes Leben und treffen weitreichende Entscheidungen. Dadurch wirken diese Entwicklungen sehr überhastet und wenig authentisch. Gefühle, Zweifel und echte Veränderungen brauchen Zeit, um glaubwürdig zu entstehen. Hier hatte ich erneut das Empfinden, dass vieles konstruiert wirkt, statt sich organisch aus den Situationen herauszuentwickeln.

Auch der Handlungsverlauf erschien mir insgesamt überdreht. Es passiert sehr viel mit sehr vielen Personen, wodurch kaum Zeit bleibt, einzelne Entwicklungen wirklich auszuleuchten. Vieles wird nur angerissen, bevor das nächste Ereignis folgt. Dadurch konnte ich mich nicht emotional in die Geschichte hineinversetzen, sondern empfand sie als ein Zuviel an Handlung.

Besonders schade fand ich die Darstellung der Hündin Fellina. Ich hatte mich sehr auf eine charmante Hundegeschichte gefreut. Zwar sind Hunde klug und sensibel, doch die starke Vermenschlichung ihres Verhaltens wirkte auf mich teilweise befremdlich und wenig glaubwürdig.

Was mir hingegen gefallen hat, ist die Entwicklung zwischen Angelika und Hans. Nach all den Turbulenzen finden sie wieder näher zueinander – dieser Aspekt wirkt versöhnlich und gibt der Geschichte einen warmen Abschluss.

Fazit:
"Das letzte Kind hat Fell" bietet eine unterhaltsame Grundidee mit Familienchaos, Hund und Auswanderer-Setting. Für mich blieb die Umsetzung jedoch zu konstruiert, zu überladen und emotional oberflächlich.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Auf der Suche nach sich selbst

Die Liebe, später
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„Die Liebe, später“ erzählt eine Geschichte mit viel Potenzial: Es geht um Veränderung, Neuanfang und den Mut, auf das eigene Herz zu hören.

Kora und Anselm sind seit über zwanzig Jahren verheiratet, ...

„Die Liebe, später“ erzählt eine Geschichte mit viel Potenzial: Es geht um Veränderung, Neuanfang und den Mut, auf das eigene Herz zu hören.

Kora und Anselm sind seit über zwanzig Jahren verheiratet, ihr Alltag ist eingespielt, bis eine Herzoperation Koras Leben aus dem Gleichgewicht bringt. Dieses einschneidende Erlebnis lässt nicht nur ihre Ehe, sondern auch ihren Beruf und ihre Zukunft plötzlich fragil erscheinen. Während Anselm vom Ruhestand und einem gemeinsamen Neubeginn träumt, zieht sich Kora zurück und reist zu Orten und Menschen aus ihrer Vergangenheit. Sie sucht nach Antworten auf die Fragen, wer sie geworden ist und wer sie noch sein möchte.

Themen wie Selbstfindung, Umbruch und langjährige Beziehungen in Krisenzeiten sprechen mich grundsätzlich sehr an. Umso mehr hatte ich gehofft, emotional tief einzutauchen. Doch leider sprang der Funke für mich nicht ganz über.

Koras innere Zerrissenheit ist spürbar und ihre Unsicherheit nachvollziehbar. Dennoch ließ mich das Hörbuch ähnlich orientierungslos zurück wie die Protagonistin selbst. Die Atmosphäre bleibt lange suchend und unentschlossen, was vermutlich bewusst so angelegt ist, mich aber emotional nicht vollständig erreichen konnte.

Irritierend empfand ich zudem eine Nebenhandlung, die zunächst viel Spannung aufbaut, später jedoch kaum weitergeführt und schließlich offen gelassen wird. Das verstärkte bei mir den Eindruck, dass nicht alle erzählerischen Fäden wirklich zusammenlaufen.

Sehr gelungen fand ich hingegen die eingestreuten naturkundlichen Aspekte rund um die Libellen. Die Beschreibungen und biologischen Details zu den Verhaltensweisen und einzelnen Wachstumsstadien der Libellen wirkten fundiert und liebevoll recherchiert.

Auch die Sprecherleistung von Nicole Engeln möchte ich positiv hervorheben. Mit ihrer ruhigen, reflektierten Erzählweise verleiht sie Kora viel Authentizität und transportiert ihre Unsicherheit eindrucksvoll. Besonders die stillen, nachdenklichen Momente gewinnen dadurch an Tiefe.

Versöhnlich stimmt mich schließlich das Ende. Auch wenn nicht jede Frage klar beantwortet wird, findet Kora einen inneren Frieden. Dieses leise Ankommen verleiht der Geschichte einen sanften, stimmigen Abschluss.

Fazit:
Ein leiser Roman über Selbstsuche und späte Veränderungen, der mich gedanklich beschäftigt, aber emotional nicht vollständig berührt hat. Dank der gelungenen Sprecherleistung und des sanften Endes bleibt es dennoch insgesamt ein solides Hörerlebnis.

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