Zwischen erster Liebe und alten Wunden
PlaymakerNach einigen eher schweren Büchern hatte ich richtig Lust auf eine leichte, unkomplizierte Liebesgeschichte und genau das habe ich mit „Playmaker” bekommen. Die Handlung ist vorhersehbar, Drama ist vorprogrammiert, ...
Nach einigen eher schweren Büchern hatte ich richtig Lust auf eine leichte, unkomplizierte Liebesgeschichte und genau das habe ich mit „Playmaker” bekommen. Die Handlung ist vorhersehbar, Drama ist vorprogrammiert, aber genau das habe ich mir auch gewünscht. Es ist eine typische Young-Adult-Romanze, die sich locker lesen lässt und einfach unterhält.
Deanna Faisons Schreibstil ist angenehm flüssig und leicht, sodass ich schnell in die Geschichte eintauchen konnte. Besonders Maddie konnte ich gut nachvollziehen. Ihre Naivität, ihre Verliebtheit und die Bereitschaft, sich selbst ein Stück zurückzunehmen, um jemandem zu gefallen, wirken sehr authentisch. Gerade dieser erste Schwarm, für den man vielleicht nicht immer die besten Entscheidungen trifft, wird hier sehr greifbar dargestellt.
Auch Cameron hat mich emotional berührt. Hinter seiner Fassade als selbstbewusster Footballspieler und „Player“ steckt viel mehr. Der schmerzhafte Verlust aus seiner Vergangenheit, sein ständiges Streben nach Perfektion und der Druck, nach außen hin stark zu wirken, machen ihn zu einer vielschichtigen Figur. Besonders seine Einsamkeit und das Gefühl, niemandem wirklich zeigen zu können, wie es ihm geht, waren für mich sehr eindrücklich.
Was mir ebenfalls gut gefallen hat, ist die Entwicklung der Figuren. Sowohl Maddie als auch Cameron lernen im Verlauf der Geschichte, mehr auf sich selbst zu vertrauen und aus ihren Erfahrungen zu wachsen. Diese Veränderungen wirken glaubwürdig und geben der Geschichte mehr Tiefe.
Weniger überzeugt haben mich jedoch die vielen spicy Szenen, die für mein Empfinden zu viel Raum einnahmen. Gerade in Bezug auf Camerons Vorgeschichte hätte ich mir mehr Fokus auf Gespräche, emotionale Aufarbeitung und echte zwischenmenschliche Nähe gewünscht.
Auch der Umgang mit Camerons Trauerbewältigung wirkte für mich stellenweise schwierig. Zwar wird dadurch deutlich, wie sehr ihm eine echte Bezugsperson fehlt, dennoch hätte ich mir gewünscht, dass dieser Aspekt stärker als Ausdruck eines inneren Problems dargestellt wird und weniger als Teil seines Images als Frauenheld. Umso positiver fand ich es, dass am Ende thematisiert wird, dass er sich professionelle Hilfe suchen möchte. Das gibt der Geschichte einen wichtigen und stimmigen Abschluss in diesem Punkt.
Fazit:
"Playmaker" ist eine unterhaltsame, gefühlvolle Young-Adult-Romanze mit sympathischen Figuren und emotionalen Momenten. Trotz kleiner Schwächen bei der Schwerpunktsetzung hat mich die Geschichte gut abgeholt und bietet genau das, was ich mir erhofft hatte: eine leichte, aber dennoch berührende Liebesgeschichte.