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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.12.2025

Eine alte Geschichte, die unter die Haut geht

Medea
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Schon nach ein paar Seiten war klar, diese Version von Medeas Mythos fühlt sich überraschend nah und lebendig an. Die junge Frau, die schon früh merkt, dass ihre Magie mehr Last als Geschenk ...

Schon nach ein paar Seiten war klar, diese Version von Medeas Mythos fühlt sich überraschend nah und lebendig an. Die junge Frau, die schon früh merkt, dass ihre Magie mehr Last als Geschenk ist, wächst in einer Familie auf, die sie gleichzeitig ausnutzt und verurteilt. Das macht verständlich, warum jeder Funke von Freiheit so verlockend für sie wird, besonders als Jason auftaucht.

Die Dynamik zwischen den beiden ist spannend, aber auch schwer auszuhalten. Er weiß genau, wie er Medeas Wunsch nach Anerkennung für seine Ziele einsetzen kann, und sie klammert sich an das Gefühl, endlich gesehen zu werden. Gerade diese Mischung aus Hoffnung und Blindheit treibt ihre Entwicklung voran und lässt später manche drastische Entscheidung nachvollziehbarer wirken.

Etwas, das in solchen Geschichten bei mir schlecht aufstößt, taucht auch hier auf: Männer werden überwiegend als toxisch dargestellt, Frauen als diejenigen, die sich von ihnen lösen oder gegen sie behaupten müssen. Auch wenn es hier zur Thematik passt, bleibt ein kleiner Beigeschmack von „schlechter Mann, arme Frau“.

Trotzdem bleibt der Roman fesselnd, weil er den alten Mythos ernst nimmt, aber gleichzeitig mit neuen Facetten belebt. Medeas Stärke, ihre Wut, ihre Verletzlichkeit all das macht diese Version so intensiv, dass die Figuren lange im Kopf nachhallen. Ein Retelling, das nicht nur unterhält, sondern wirklich bewegt.

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Zwischen Faszination und Überforderung

Remnants of Filth. Buch 1
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Ich bin völlig ohne Vorerfahrung in dieses Genre eingetaucht und musste mich erst an Stil und Erzählweise gewöhnen. Anfangs erschlug mich die Fülle an Informationen, Rückblenden und Erklärungen, doch mit ...

Ich bin völlig ohne Vorerfahrung in dieses Genre eingetaucht und musste mich erst an Stil und Erzählweise gewöhnen. Anfangs erschlug mich die Fülle an Informationen, Rückblenden und Erklärungen, doch mit der Zeit fand ich besser hinein. Die Beziehung zwischen Mo Xi und Gu Mang steht klar im Mittelpunkt, zugleich faszinierend, tragisch und voller ungelöster Fragen. Manche Szenen gingen mir dabei sehr nah, andere empfand ich als fragwürdig, weil Gewalt, Missbrauch und Machtgefälle kaum reflektiert werden. Das hat mich stellenweise stark irritiert und aus der Geschichte gerissen. Gleichzeitig gibt es atmosphärische Momente, bildhafte Beschreibungen und eine Spannung, die mich trotz allem weiter lesen ließ. Die Ausstattung des Buches ist beeindruckend und die Welt wirkt ungewohnt, aber interessant. Am Ende bleibe ich mit gemischten Gefühlen zurück: neugierig, berührt und unsicher, ob ich in diesem Genre weiterlese oder ob es bei diesem Ausflug bleibt.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Mut, Herz und ein gutes Ende

Ein gutes Ende
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Ich liebe Bücher, in denen Frauen sich über die Konventionen ihrer Zeit hinwegsetzen, und genau das tut Hedwig Courths-Mahler in "Ein gutes Ende". Clara Bachmann erzählt ihre Geschichte so lebendig, dass ...

Ich liebe Bücher, in denen Frauen sich über die Konventionen ihrer Zeit hinwegsetzen, und genau das tut Hedwig Courths-Mahler in "Ein gutes Ende". Clara Bachmann erzählt ihre Geschichte so lebendig, dass ich sofort in diese vergangene Welt eintauchte. Hedwig wächst in Armut auf, kämpft sich mit Fleiß und Mut nach oben und findet im Schreiben ihre Freiheit. Besonders berührt hat mich, wie sie trotz aller Widerstände ihren eigenen Weg geht und sich nicht entmutigen lässt. Der Stil ist angenehm flüssig, die Beschreibungen sind so bildhaft, dass ich den Alltag um 1900 richtig vor mir sah. Das Buch liest sich leicht, bleibt aber tiefgründig und zeigt, wie viel Kraft in Selbstbestimmung steckt. Nur über ihren späteren Erfolg hätte ich gern mehr erfahren. Trotzdem hat mich diese Geschichte sehr inspiriert und lange nach dem Lesen beschäftigt. Eine wunderbare Hommage an eine starke Frau, die sich ihr gutes Ende selbst erschrieben hat. ★★★★☆

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Vegane Weihnachtsinspiration, die Lust aufs Ausprobieren macht

Weihnachtlich vegan
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Ich koche schon lange gern vegan, weil ich Spaß daran habe, neue Alternativen zu entdecken, aber ich mag es nicht, wenn Rezepte auf viele fertige Ersatzprodukte setzen. Genau deshalb spricht mich "Weihnachtlich ...

Ich koche schon lange gern vegan, weil ich Spaß daran habe, neue Alternativen zu entdecken, aber ich mag es nicht, wenn Rezepte auf viele fertige Ersatzprodukte setzen. Genau deshalb spricht mich "Weihnachtlich vegan" so an. Die Rezepte kommen mit einfachen, alltäglichen Zutaten aus, die man meist ohnehin zu Hause hat. Das Buch ist übersichtlich aufgebaut, liebevoll gestaltet und voller Ideen, die Lust machen, gleich loszulegen. Besonders praktisch finde ich die Menüvorschläge mit Zeitplänen und die vielen Tipps, wie man Gerichte gut vorbereiten oder variieren kann. Schön ist auch, dass klassische Weihnachtstraditionen modern und pflanzlich umgesetzt werden und dabei ganz neue Impulse entstehen. Alles wirkt durchdacht, alltagstauglich und trotzdem festlich. Für mich ist dieses Buch eine wunderbare Inspiration für die kommende Adventszeit unkompliziert, kreativ und genau das Richtige, um Weihnachten einmal anders zu planen.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Gossip-Girl-Vibes im Internatsmilieu

The Academy
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The Academy hat mich neugierig gemacht, weil ich Geschichten über Internate und geheime Dynamiken liebe. Die Tiffin Academy ist ein spannender Schauplatz, an dem hinter gepflegten Fassaden Ehrgeiz, Druck ...

The Academy hat mich neugierig gemacht, weil ich Geschichten über Internate und geheime Dynamiken liebe. Die Tiffin Academy ist ein spannender Schauplatz, an dem hinter gepflegten Fassaden Ehrgeiz, Druck und kleine Skandale lauern. Eine App, die geheime Informationen veröffentlicht, bringt Bewegung in die Handlung und sorgt für einige überraschende Momente. Trotzdem hat mich die Geschichte nicht ganz gepackt. Manche Figuren blieben für mich blass und einige Themen wurden nur angerissen, obwohl viel Potenzial da war. Der Schreibstil ist angenehm und leicht zu lesen, manchmal aber etwas zu oberflächlich. Insgesamt fand ich das Buch unterhaltsam, wenn auch nicht fesselnd. Es ist eine gute Wahl, wenn man etwas Leichtes für den Herbst sucht, mit einer Prise Drama, Internatsatmosphäre und einem Hauch von Gossip Girl. Für mich solide, aber ohne großen Nachhall.

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