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Veröffentlicht am 05.02.2024

nicht voll ausgeschöpftes Thriller-Potential

Schneesturm
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"Schneesturm" von Triona Walsh entführt uns auf eine malerische irische Insel, wo sechs Freunde von einer Leiche und einem Mörder überrascht werden. Die Atmosphäre ist durch die eisige Kälte und den tosenden ...

"Schneesturm" von Triona Walsh entführt uns auf eine malerische irische Insel, wo sechs Freunde von einer Leiche und einem Mörder überrascht werden. Die Atmosphäre ist durch die eisige Kälte und den tosenden Schneesturm authentisch eingefangen, und die eng verbundene Freundesgruppe verspricht eine packende Geschichte.

Der Einstieg erfordert Geduld, etwa 100 Seiten sind notwendig, um in die Handlung einzutauchen. Die Autorin überzeugt mit ruhigem Schreibstil und beeindruckenden Beschreibungen, besonders des winterlichen Settings. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, und die Spannung steigt, da der Täter innerhalb der Clique vermutet wird. Der Plot entwickelt sich atmosphärisch und erreicht gegen Ende eine Auflösung mit vielen Wendungen.

Trotz der vorhersehbaren Täterauswahl und gelegentlichen Übersetzungsfehlern bietet "Schneesturm" einen soliden und unterhaltsamen Spannungsroman. Die Hauptermittlerin, Cara, bewahrt trotz persönlicher Verbindungen einen klaren Kopf und trägt zur rationalen Aufklärung bei. Das Buch liest sich schnell und lässt den Leser in die Gefühlswelt der Figuren eintauchen. Die Geschichte mixt gekonnt New Adult Thriller-Elemente mit einem Who did it-Plot.

Das Setting auf der abgeschnittenen Insel sorgt für eine unruhige Stimmung, der Mordfall im Schneesturm treibt die Handlung voran, während Cara als Ermittlerin zwischen Respekt und Außenseiterdasein navigiert. Die Spannung bleibt hoch, da die Freunde suspekt erscheinen und die Vergangenheit zur Gegenwart führt.

Trotz einiger Handlungen am Ende und nicht voll ausgeschöpftem Thriller-Potential bleibt "Schneesturm" spannend, wenn auch nicht herausragend. Ein solider Thriller, der die Leser bis zum Schluss fesselt.

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Veröffentlicht am 05.02.2024

Mrs. King und ihre Moneten

Mayfair House
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"Mayfair House" enttäuschte meine Erwartungen, die durch die angepriesen und vielversprechende Mischung aus Bridgerton und Ocean's 8 geweckt wurden. Der Schreibstil erwies sich als holprig, und die Identifikation ...

"Mayfair House" enttäuschte meine Erwartungen, die durch die angepriesen und vielversprechende Mischung aus Bridgerton und Ocean's 8 geweckt wurden. Der Schreibstil erwies sich als holprig, und die Identifikation mit oberflächlichen Charakteren blieb aus. Die Wortwahl wirkte bisweilen befremdlich und für die Zeit unangemessen. Bei historischen Romanen ist das wirklich für mich ein k.o. Kriterium. Die Ausführung der vielversprechenden Idee eines raffinierten Raubzugs in London hat mich leider enttäuscht, allerdings fand ich wurden die Potenziale der Klassenkonflikte gut genutzt. Obwohl es einige spannende Wendungen gab, konnte mich die Geschichte nicht vollständig fesseln.

Das Cover und der Grundriss des Anwesens mögen ansprechend sein, aber die erwartete Spannung und das gewisse Etwas blieben während der gesamten Lesezeit aus. Die zahlreichen Figuren wurden nicht differenziert genug dargestellt, und die Geschichte wirkte langatmig. Insgesamt konnte "Mayfair House" meine Erwartungen nicht erfüllen und mich nicht abholen.

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Veröffentlicht am 07.01.2024

Krimi, Kritik und Kirche

Die Mönchin
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"Die Mönchin" von Peter Orontes ist ein fesselnder historischer Roman im Klosterumfeld des 15. Jahrhunderts. Die Hauptprotagonistin, die mutige Adriana, tarnt sich als Mönch, um ein brisantes Dokument ...

"Die Mönchin" von Peter Orontes ist ein fesselnder historischer Roman im Klosterumfeld des 15. Jahrhunderts. Die Hauptprotagonistin, die mutige Adriana, tarnt sich als Mönch, um ein brisantes Dokument aufzuspüren, das die katholische Kirche in ihren Grundfesten erschüttern könnte. Die Geschichte, eingebettet in düstere Geheimnisse und mysteriöse Morde, entfaltet sich mit geschickter Spannung.

Das Cover, passend zum historischen Setting, wirkt geheimnisvoll und unterstreicht den atmosphärischen Schreibstil des Autors. Adriana, in ihrer ungewöhnlichen Rolle als Mönch, agiert zwar leichtsinnig, aber ihre Zusammenarbeit mit Guillermo bringt interessante Dynamiken in die Handlung. Die zahlreichen Namen erfordern Aufmerksamkeit, doch die gut verpackte Kritik an der dogmatischen Kirche macht die Verwicklungen lohnenswert.

Die Erzählung beginnt mit einem packenden Prolog, der das Rätsel um den Mord an Eltern und das Verschwinden einer Schwester aufwirft. Im Hauptteil entfaltet sich Adriana's gefährliche Mission, das Testament des Athanasius zu finden. Die eindringliche Schilderung des Klosterlebens, authentische Charaktere und der historische Kontext sind überzeugend.

Der Schreibstil, anspruchsvoll und dennoch flüssig, trägt zur Hochspannung bei. Insgesamt bietet "Die Mönchin" eine gelungene Mischung aus historischem Krimi und Kirchenkritik. Die detaillierte Darstellung von Adriana und der Zeit machen das Buch für Liebhaber historischer Romane, insbesondere im kirchlichen Kontext, sehr empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 07.01.2024

Eisige Ermittlungen

Tief im Schatten
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Viveca Stens "Tief im Schatten" entführt in einen schwedischen Krimi, bei dem der Mord an Ex-Skistar Johan Andersson und die dramatische Geschichte um Rebecka, Mitglied einer fragwürdigen Gemeinde, geschickt ...

Viveca Stens "Tief im Schatten" entführt in einen schwedischen Krimi, bei dem der Mord an Ex-Skistar Johan Andersson und die dramatische Geschichte um Rebecka, Mitglied einer fragwürdigen Gemeinde, geschickt miteinander verwoben sind. Während die Ermittlungen von Hanna Ahlander eher gemächlich vorangehen, fesselt das persönliche Drama um Rebecka und ihre Verbindung zum Mordopfer. Die frühe Verknüpfung beider Handlungsstränge sorgt für anhaltende Neugier, während der eigentliche Kriminalfall etwas in den Hintergrund tritt. Das Buch punktet mit mehr persönlichem Drama als typischem Krimigeschehen, wobei gut ausgearbeitete Charaktere und die geschickte Handlungsführung die Lektüre dennoch spannend gestalten. Eine solide Empfehlung für Freunde nordischer Krimis, wenn man sich auf die intensiven Einblicke in das Privatleben der Ermittler einlassen kann. Bewertung: vier von fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 07.01.2024

Tolle Fortsetzung

Zauber des Neuen
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In "Zauber des Neuen" werden die Zukunftspläne der Hansens beleuchtet, während Amala Hansen sich von einem Unfall erholt und mit Eduard Berliner Varietés erkundet. Die Familie plant, das alte Kontor in ...

In "Zauber des Neuen" werden die Zukunftspläne der Hansens beleuchtet, während Amala Hansen sich von einem Unfall erholt und mit Eduard Berliner Varietés erkundet. Die Familie plant, das alte Kontor in Hamburg in ein Theater- und Lichtspielhaus umzuwandeln. Der Buchverlauf zeigt Belle Dubois' Prozess und die Herausforderungen der Familie. Eduards fragwürdige Geschäfte in Berlin und Amalas zerplatzter Traum vom Filmschauspielertum verleihen der Handlung Tiefe. Helene wartet in Wien auf Bernhards Scheidung. Das Buch fesselt von Anfang bis Ende, bietet klare Erzählstränge und emotionale Tiefe.

In "Zauber des Neuen" erleben wir die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Der angenehme Schreibstil und die abwechslungsreiche Sichtweise halten die Spannung konstant. Allerdings zieht die Handlung in Alltagsszenen etwas, bietet aber eine gute Gelegenheit zur Entspannung.

Der vierte Teil zeigt die Hansens weltweit verteilt. Amalas Bruder Robert lebt nun in Chicago, Amala sucht in Hamburg nach einer neuen Aufgabe, und Eduard schmiedet einen Racheplan in Wien. Die Handlung bleibt durchgehend spannend, mit einem lockeren Schreibstil, der den Leser fesselt.

"Zauber des Neuen" (Band 4) setzt die faszinierende Saga der Hansens fort. Die Fortsetzung in Hamburg, Berlin und Wien bietet eine ausgewogene Mischung aus Spannung und Entwicklungen. Der Anfang mag etwas ruhiger sein, aber die Spannung steigert sich, und unerwartete Ereignisse halten einen gefesselt. Das Buch bekommt somit von mir 4 von 5 Sterne.

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