Ich freue mich richtig auf das Ende
Das Schwert der Wahrheit 9Anfangs fiel es mir schwer, Begeisterung für diesen Band aufzubringen. Wieder einmal werden Richard und Kahlan voneinander getrennt, und erneut beginnt eine Reise voller Verlust und emotionaler Belastung. ...
Anfangs fiel es mir schwer, Begeisterung für diesen Band aufzubringen. Wieder einmal werden Richard und Kahlan voneinander getrennt, und erneut beginnt eine Reise voller Verlust und emotionaler Belastung. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass der Autor sich im Kreis bewegt und kaum noch frische Ideen einbringt.
Doch dieser Eindruck relativiert sich im Verlauf der Handlung. Zwar greift Goodkind bekannte Muster erneut auf, aber er verwebt sie diesmal mit einigen interessanten Entwicklungen. Besonders auffällig ist, dass sich niemand mehr an Kahlan erinnert und Richard deshalb als wahnsinnig gilt – ein Umstand, der der Geschichte eine neue Dynamik verleiht. Gleichzeitig wird die übergeordnete Handlung spürbar vorangetrieben, sodass man deutlich merkt, dass sich die Reihe ihrem Höhepunkt nähert.
Die Reise führt Richard zunächst erneut durch bekannte Orte wie Altur’Rang, weiter zu Shota und schließlich in Richtung D’Hara. Dabei nimmt das Tempo merklich zu, und die Spannung erreicht wieder ein Niveau, das in den vorherigen Bänden oft gefehlt hat. Parallel dazu treten die Schwestern der Finsternis erneut in Erscheinung und bringen die Kästchen der Ordnung ins Spiel, während Nathan und Ann neue Prophezeiungen entschlüsseln, die auf die finale Konfrontation hindeuten.
Trotz der Kritikpunkte – insbesondere der wiederkehrenden Handlungsmuster und einiger inkonsistenter Entwicklungen innerhalb der Reihe – wirkt dieser neunte Band deutlich runder als seine direkten Vorgänger. Zwar bleiben Fragen offen, etwa zur wechselnden Bedeutung bestimmter Bedrohungen oder nachträglich eingeführter Konzepte, doch insgesamt wird die Geschichte wieder fesselnder erzählt.
Unterm Strich ist dieser Teil eine klare Steigerung gegenüber Band 7 und 8. Auch wenn nicht alles überzeugt und manche Elemente konstruiert wirken, überwiegt letztlich der Eindruck eines spannenden Übergangs zum großen Finale der Saga.