fand ich noch besser als Band 1
Das Schwert der Wahrheit 2Die Fortsetzung der Reise von Richard, Kahlan und Zedd knüpft zwar direkt an den ersten Band an, wirkt dabei aber deutlich düsterer und insgesamt auch bedrückender. Was anfangs noch nach einem abgeschlossenen ...
Die Fortsetzung der Reise von Richard, Kahlan und Zedd knüpft zwar direkt an den ersten Band an, wirkt dabei aber deutlich düsterer und insgesamt auch bedrückender. Was anfangs noch nach einem abgeschlossenen Erfolg aussieht, entpuppt sich schnell als trügerische Ruhe. Richards Entscheidung hat Konsequenzen, die weitreichender sind, als ihm selbst bewusst ist – und sie bleiben nicht lange verborgen.
Besonders spürbar ist diesmal die Bedrohung durch den sogenannten Hüter, der das Gleichgewicht der Welt massiv ins Wanken bringt. Im Vergleich dazu wirkt Darken Rahl beinahe wie eine Vorstufe des eigentlichen Problems. Die Welt wirkt dadurch insgesamt gefährdeter und instabiler.
Die Erzählstruktur bleibt dabei konsequent bei den drei Hauptfiguren und wechselt zwischen ihren individuellen Handlungssträngen. Das sorgt dafür, dass man verschiedene Perspektiven auf die Ereignisse bekommt, allerdings auch dafür, dass sich die Geschichte stellenweise stark verzweigt. Richard ringt mit seiner Gabe und seiner Rolle, Kahlan steht vor Herausforderungen, die ihre Heimat direkt betreffen, und Zedd kämpft mit eigenen Konflikten, die ihn nicht weniger stark belasten.
Insgesamt entsteht dadurch ein recht intensives, aber auch forderndes Leseerlebnis, das nicht durchgängig leicht zugänglich ist. Manche Entwicklungen wirken sehr dramatisch zugespitzt, und nicht jede Wendung fühlt sich gleich ausgewogen an. Dennoch bleibt der Spannungsbogen konstant erhalten, auch wenn einzelne Passagen sich etwas ziehen.
Interessant sind vor allem die neuen Gruppierungen und Figuren, die in die Handlung eingeführt werden. Besonders das Volk der Schlammenschen bringt eine ungewohnte Dynamik in die Geschichte, auch wenn nicht jede Figur sofort sympathisch wirkt. Gerade solche Reibungspunkte tragen aber zur Atmosphäre bei.
Auch die Schwestern des Lichts sorgen für Unsicherheit, da ihre Motive nicht sofort klar sind. Diese moralische Uneindeutigkeit funktioniert gut, weil sie die Handlung weniger vorhersehbar macht und einzelne Charaktere anders wirken lässt, als man zunächst vermuten würde.
Der Schreibstil bleibt ausführlich und detailreich. Das wird nicht jedem liegen, da manche Beschreibungen sehr breit ausgeführt sind und sich Wiederholungen einschleichen. Gleichzeitig trägt genau diese Art der Erzählweise zur dichten Fantasy-Atmosphäre bei, die die Welt sehr konkret wirken lässt.
Unterm Strich ist dieser Band eine konsequente, aber deutlich schwerere Fortsetzung, die weniger Leichtigkeit, dafür mehr Dunkelheit und Konflikte mitbringt. Wer sich auf den ausführlichen Stil einlässt, bekommt eine vielschichtige, aber auch ziemlich intensive Fantasy-Geschichte, die ihre Figuren stark fordert und nicht immer einfache Antworten liefert.