Profilbild von Christiane_liest

Christiane_liest

Lesejury Star
offline

Christiane_liest ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Christiane_liest über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2024

Spannend, Mystisch, Unterhaltsam!

Tödlicher Winter
0

Den Kriminalroman “Tödlicher Winter” hat Lioba Werrelmann im November 2024 gemeinsam mit dem Verlag eichborn herausgebracht. Das in kalten Farben gehaltene Cover passt hervorragend zur Geschichte und zum ...

Den Kriminalroman “Tödlicher Winter” hat Lioba Werrelmann im November 2024 gemeinsam mit dem Verlag eichborn herausgebracht. Das in kalten Farben gehaltene Cover passt hervorragend zur Geschichte und zum Genre. Der Name der Autorin und der Titel des Buches sind gut lesbar. Es ist der zweite Teil der Reihe mit dem Journalisten Paul Schwartzmüller. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Mit Vorkenntnissen macht es mehr Spaß.
Von Lioba Werrelmann habe ich bereits “Tod in Siebenbürgen” gelesen. Auf den neuen Kriminalroman mit Paul war ich gespannt. Schnell habe ich einen Einstieg in die Erzählung gefunden. Den Schreibstil der Autorin möchte ich als flüssig und bildhaft beschreiben. Sie spart nicht mit Lokalkolorit und übertreibt es auch nicht. Die Landschaft, die Menschen und die Umgebung kann ich mir gut vorstellen.
In Siebenbürgen ist tiefer Winter. Klirrende Kälte ist angesagt. Paul reist an und stellt fest, dass Maia verheiratet ist. Kurz darauf ist ihr Mann tot und Paul landet in einer Zelle. Er wird verdächtigt, Maias Mann ermordet zu haben. Paul gelingt die Flucht und die Ereignisse überschlagen sich.
Diese Erzählung habe ich in mehreren Abschnitten gelesen. In jeden einzelnen Abschnitt bin ich versunken. Von Beginn bis zum Ende habe ich sie als spannend empfunden. So habe ich mit dieser Geschichte viele unterhaltsame Lesesetunden abseits vom Alltag verbracht.
Mit “Tödlicher Winter” hat Lioba Werrelmann einen Regionalkrimi mit viel Lokalkolorit auf den Büchermarkt gebracht, der in Siebenbürgen spielt. Er ist jederzeit spannend, unterhaltsam zu lesen und mystisch angehaucht. Gerne spreche ich eine klare Leseempfehlung aus und verleihe der Autorin verdiente 4 Lesesterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.12.2024

Lesenswert, Vielschichtig, Spannend!

Zürcher Verrat
0

Den Kriminalroman “Zürcher Verrat” hat Gabriela Kasperski im November 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Für ihren Kriminalroman “Zürcher Verstrickungen” erhielt sie 2024 den “Zürcher ...

Den Kriminalroman “Zürcher Verrat” hat Gabriela Kasperski im November 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Für ihren Kriminalroman “Zürcher Verstrickungen” erhielt sie 2024 den “Zürcher Krimipreis”. Es ist der neunte Fall des Ermittlerehepaares Schnyder & Meier. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Mit Vorkenntnissen macht es mehr Spaß. Da es sich um eine besonders gute Reihe handelt, empfehle ich, diese in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Mein erster Blick fällt auf das Cover. Das Zürcher Opernhaus. Ein Ort an dem Kunst stattfindet. Hier wird gesungen. Doch was passiert? Ein Mann stürzt in den Orchestergraben und ist tot. Im Publikum sitzt Werner Meier mit seiner hörbehinderten Tochter Lily, die dennoch im Chor singt. Meier übernimmt die Ermittlungen. Unter allen Umständen möchte er Lily aus den Ermittlungen heraushalten. Ob das so eine gute Idee ist? Schnell wird die Chorleiterin Lou Müller der Tat verdächtig. Sie hatte kurz vor dem Vorfall einen heftigen Streit mit dem Mann. Lou flieht und eine spannende Verfolgungsjagd beginnt.
Han Ly, die Leiterin der Oper, wird zeitgleich erpresst. Der Erpresser droht, ihre Vergangenheit aufzudecken. Welches Geheimnis verbirgt sie?
In ihrer Zürcher-Reihe bringt die Autorin Gabriela Kasperski dem Leser regelmäßig ein Stück unrühmlicher Schweizer Geschichte näher. In diesem Teil beschäftigt sie uns mit der Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg. Das macht sie sehr geschickt und mich fesselt dieser Teil so sehr, dass ich mich in die Geschichte von Tuli verliere und mit Gänsehaut ihre Briefe lese. Dabei vergesse ich, das ich mich in einem Kriminalroman befinde.
Von ersten bis zum letzten Buchstaben ist dieser Kriminalroman unglaublich spannend. Auch wenn es verlockend ist, ihn als Pageturner in einem Stück durchzulesen, rate ich dringend davon ab. Ich selbst habe ihn in wohl dosierten Abschnitten langsam gelesen, damit mir möglichst wenig entgeht. Dennoch habe ich bis kurz vor Schluss kaum eine Ahnung, wie denn die Erzählstränge zusammenhängen und lasse mich von der Autorin durch einen spannenden Showdown führen. Am Ende ist alles aufgeklärt und meine Fragen sind beantwortet.
Gabriela Kasperski hat schon viele gute Kriminalromane geschrieben. Dies ist mit Abstand ihr bester. Sie hat mit “Zürcher Verrat” eine fesselnde Geschichte auf den Büchermarkt gebracht, die vom Anfang bis zum Ende unglaublich spannend ist und geschickt einen historischen Part aus der NS-Zeit einbindet. Gerne spreche ich eine Leseempfehlung für alle aus, die komplexe, tiefgründige und actionreiche Geschichten lieben. Von mir bekommt die Autorin 5 blitzeblank polierte Lesesterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.12.2024

Möderisch lustig, Kriminell spannend, Rabenschwarz!

Perchtoldsdorfer Totentanz
0

Den Regionalkrimi “Perchtoldsdorfer Totentanz” hat Christian Schleifer Ende September 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das düsternd wirkende Cover mit dem mittig platzierten Weinrebenblatt ...

Den Regionalkrimi “Perchtoldsdorfer Totentanz” hat Christian Schleifer Ende September 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das düsternd wirkende Cover mit dem mittig platzierten Weinrebenblatt passt hervorragend zur Geschichte und in das Genre. Es ist das Erkennungszeichen der Reihe und ich staune über den Einfallsreichtum von Nina Schäfer. Sie überrascht mich mit ihren Ideen immer wieder. Es handelt sich um den 5. Band der Reihe mit der früheren Polizistin und der Weinbergbesitzerin Charlotte Nöhrer. Er lässt sich ohne Vorkenntnisse lesen.
Von Christian Schleifer habe ich bereits “Perchtoldsdorfer Todesrausch” gelesen. Das hat mir soviel Spaß gemacht, das ich gleich zu “Perchtoldsdorfer Totentanz” gegriffen habe. Gespannt schlage ich mein Taschenbuch auf und beginne mit dem Lesen. Es hat nur wenige Sätze gedauert und mein Geist hat sich in die Geschichte vertieft. Zuerst ist mir eine wunderbare Schriftfarbe aufgefallen. Ein feiner Ton, eine erstaunlich gelungene Aneinanderreihung der modernen Wörter und ein freundlicher zum Teil leicht sarkastischer Humor, der durch die Zeilen lächelt. Dieser Schreibstil liest sich außergewöhnlich gut und ist etwas Besonderes. Er trifft exakt meine Humorlinie.
Perchtoldsdorfer Totentanz. Der Titel ist erstklassig gewählt. Auf einem Kostümball bringt Darth Vader den Batman um. Charlotte steht parat und beginnt sofort mit den Ermittlungsarbeiten. Der Kriminalfall beginnt spannend und schnell wird klar, dass die Schiefergasbohrungen in der naturgeschützten Heide mit dem Todesfall zusammenhängen. Als hätte Charlotte noch nicht genug zu tun, eröffnet Magda ihr Nobel-Bordell. Nach und nach arbeitet Charlotte einen Hinweis nach den anderen ab. Als ich denke, sie hat den Fall gelöst, dreht Christian Schleifer seinen Kriminalfall noch einmal und überrascht mich mit einer exzellenten Auflösung. Das gefällt meinen Krimiherzen. Davon möchte ich gerne mehr lesen.
Christian Schleifer hat mit “Perchtoldsdorfer Todesrausch” einen ausgezeichneten Kriminalroman auf den Büchermarkt gebracht, mit dem ich einige spannende und humorvolle Leseabende verbracht habe. Gerne empfehle ich diesen Regionalkrimi uneingeschränkt weiter. Es ist ein Kunstwerk. Der Autor bekommt von mir 5 auf Hochglanz polierte Lesesterne. Die hat er sich verdient.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.11.2024

Unterhaltsam, Rabenschwarz, Spannend!

Stille Nacht, mörderische Nacht
0

Schwarz wie Ebenholz, Weiß wie Schnee, Rot wie Blut. Dies sind meine ersten Gedanken, als ich das Cover zum Weihnachtskrimi “Stille Nacht, mörderische Nacht” von Silvia Götschi sehe. Sie hat ihn gemeinsam ...

Schwarz wie Ebenholz, Weiß wie Schnee, Rot wie Blut. Dies sind meine ersten Gedanken, als ich das Cover zum Weihnachtskrimi “Stille Nacht, mörderische Nacht” von Silvia Götschi sehe. Sie hat ihn gemeinsam mit dem Verlag emons: im September 2024 herausgebracht. Unweigerlich denke ich an Schneewittchen und die böse Stiefmutter. Der schwarze Himmel, der weiße Schnee und das blutrote herrschaftliche Haus am Matterhorn. Der Zusatz “Ein Weihnachtskrimi” lässt mich an einen Giftmord am Heiligen Abend denken.

Ich schlage das Buch auf und lese ein Adventsgedicht von Fidelio Maria Ferraro. Es stimmt mich auf eine unheilvolle Zeit ein. Wie in einem Kammerspiel finde ich auf Seite 7 ein Personenregister, das sich beim Lesen als hilfreich erweist. Allem voran die Gastgeberin Clothilde Anthamatten von Winterstein. 82 Jahre alt, verwitwet, geschieden und bürgerlich geboren.

Am Heiligen Abend liegt die Grande Dame des herrschaftlichen Hauses Winterstern leblos im Schnee. Alles deutet auf Mord hin. Die Verwandtschaft ist im Laufe der Adventszeit angereist und vollständig mit ihren Kindern vor Ort versammelt. Es sind 24 Gäste. Darunter Anna, die Enkelin der Verstorbenen. Sie begibt sich auf Mördersuche. Unter ihren Verwandten.

Beim Lesen nehme ich mir Zeit. Silvia Götschi erzählt ihre Geschichte in kurzen Kapiteln, die voller Informationen sind. Sie sind nach Daten geordnet und ich starte am Heiligen Abend mit dem Auffinden der Leiche. In Rückblicken lerne ich die gesamte buckelige Verwandtschaft und die wenig zauberhaften Enkelkinder kennen. So wünscht sich glatt eines der Kinder den Tod der Oma zu Weihnachten. Ganz unschuldig scheint die Oma nun auch nicht zu sein, denn statt der erhofften neuen Smartphones gab es im letzten Jahr Puzzles für die Kinder, die zwischen 11 und 17 Jahren alt sind. Weil Puzzles im Gegensatz zu Smartphones gut für das Gehirn sind. Das Verhältnis zu ihren eigenen Kindern scheint auch nicht besser zu sein. Clothilde Anthamatten von Winterstern hat einiges dazu getan. Sie lässt offen, wie sie zu der Aufteilung ihres Vermögens nach ihrem Tod steht. Das treibt ihre Kinder dazu, ihr eine heile Familie vorzuspielen. Keine der Familien ist intakt. Sie leben alle über ihre finanziellen Verhältnisse und somit hat jede einzelne von ihnen ein klares Mordmotiv.

Alles in allem hat Silvia Götschi mit “Stille Nacht, mörderische Nacht” ein herrliches und rabenschwarzes Kammerspiel zur Heiligen Nacht auf den Büchermarkt gebracht. Wer Lust auf ein spannendes Rätsel am Fuß des Matterhorns hat und sich nicht von einer ordentlichen Portion Zynismus abschrecken lässt, der ist hier goldrichtig. Von mir bekommt die Autorin neben einer klaren Leseempfehlung 5 vergoldete Lesesterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.11.2024

Spannend, Unterhaltsam, Lecker!

Mord im Stadtpalais
0

Den Kriminalroman “Mord im Stadtpalais” hat Beate Maly Ende September 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons herausgebracht. Das Cover zeigt das vorweihnachtliche und idyllische Wien im Winter 1910. Der Titel ...

Den Kriminalroman “Mord im Stadtpalais” hat Beate Maly Ende September 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons herausgebracht. Das Cover zeigt das vorweihnachtliche und idyllische Wien im Winter 1910. Der Titel und der Name der Autorin sind gut lesbar.

Dies ist mein erster Krimi von Beate Maly. Und mein erster Weihnachtskrimi. Weihnachten ist ein Fest der Liebe. Wie passt das mit einem Krimi zusammen? Diese Frage stelle ich mir und geleitet von dem idyllischen Cover beschäftige ich mich näher mit dieser Erzählung.

Es ist kurz vor Heiligabend. Der Fabrikant Steinhäusel wird in seinem Stadtpalais tot aufgefunden. Die Todesursache scheint schnell gefunden. Er war Diabetiker. Geringe Mengen Zucker konnten ihn töten. Er hat Gezuckertes gegessen. Was so logisch klingt gibt dem Kommissar Felix Zach Rätsel auf. Auch die böhmische Köchin Mila hat einen ganz anderen Verdacht.

Mit modernen Worten und einem ruhigen Erzählton folge ich der Autorin in das vorweihnachtliche Wien um 1910. Viele Ecken erkenne ich wieder und während ich gedankliche in Wien beschäftigt bin, fangen meine grauen Zellen an zu arbeiten. Die erste Verdächtige, die Köchin Mila, scheint schnell ausgemacht. Doch das ist mir viel zu einfach. Denn da ist noch die zweite und sehr junge Frau Steinhäusl und eine Familie, die auf den ersten Blick völlig intakt scheint und dennoch hat jeder einzelne ein Motiv. Und so folge ich Felix Zach Seite um Seite bei seinen Ermittlungen, die jederzeit spannend gestaltet sind. Felix ist der Koch- und Backkunst von Mila zugetan und so verwöhnt sie ihn bei seinen Besuchen mit leckeren weihnachtlichen Spezialitäten aus ihrer Küche. Damit zaubert Beate Maly einen leckeren Duft nach Weihnachten in ihre spannende Geschichte, die sie am Ende sauber auflöst. Meine Fragen sind beantwortet und ich bin voll zufrieden.

Beate Maly hat mit “Mord im Stadtpalais, Ein Weihnachtskrimi” einen spannenden Krimi auf den Büchermarkt gebracht, der mich fleißig rätseln lässt und mich in Weihnachtsstimmung bringt. Wer dazu Lust hat, der ist hier genau richtig. Von mir bekommt die Autorin 5 gezuckerte Lesesterne und eine Leseempfehlung mit Vanillesoße.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere