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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2026

Kriminell gut!

Ein Huhn, ein Mord
1

Im Oktober 2025 haben die Autoren Denzau, Küpper und Fuchs unter dem Titel „Ein Huhn ein Mord“ 15 Kurzkrimis rund ums Federvieh gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover macht mir auf Anhieb ...

Im Oktober 2025 haben die Autoren Denzau, Küpper und Fuchs unter dem Titel „Ein Huhn ein Mord“ 15 Kurzkrimis rund ums Federvieh gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover macht mir auf Anhieb gute Laune und ich freu mich auf diverse Geschichten mit bekannten Autoren, wie z. B. Heike Denzau, Jobst Schlennstedt, Leo Hansen und Gesine Berg.
Wer kennt das nicht? Ein paar Minuten Zeit zwischendrin und nichts in der Hand? Da sind Kurzgeschichten eine super Lösung. „Ein Huhn ein Mord“ bietet 15 Stück davon. Wer, wie ich, eine echte Liebe für die gefiederten Freunde empfindet, der sei beruhigt. Es stirbt kein Huhn. Kurz denke ich darüber nach, ob das jetzt veganes Lesen ist und verwerfe den Gedanken gleich wieder.
Jede einzelne Geschichte hat es in sich. Die meisten habe ich gleich zweimal gelesen, damit ich auch alle Feinheiten mitbekomme. Meine Erfahrungen mit dem lieben Federvieh beziehen sich auf zahlreiche Wellensittiche, zwei Kanarienvögel und diverse Wildpiepmätze. Nach der Lektüre von „Ein Huhn ein Mord“ würde ich mir glatt einen Hahn und mindestens vier Hennen zu legen, wenn ich nicht in der Vorstadt wohnen würde.
Neben vielen guten Kurzkrimis, die mich zu jeder Zeit gut unterhalten haben, habe ich viel über Hühner gelernt. So erfahre ich z. B. von einem Anti-Kräh-Halsband, einem Alphabet für Hühner und einem Krähwettbewerb. Meine Lieblingsgeschichte, die ich gleich 3 Mal gelesen habe, heißt Down Under und ist von Heike Pohl geschrieben, die ich bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht kannte.
„Ein Huhn ein Mord“ liefert 15 kriminell gute Kurzkrimis, die alles haben, was ein guter Krimi haben muss. Humor, Spannung, gute Plots und einiges Wissenswertes über Hühner. Wer da Lust zu hat, wird seine helle Freude an den Kurzkrimis haben. Von mir bekommen die Herausgeber 5 polierte Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2026

Komplex. Vielschichtig. Spannend!

Solothurn ruft nach Vergeltung
1


Christiane_liestvor 34 Minuten
Im Januar 2026 hat der Autor Christof Gasser gemeinsam mit dem Verlag emons: den Regionalkrimi „Solothurn ruft nach Vergeltung“ herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte ...


Christiane_liestvor 34 Minuten
Im Januar 2026 hat der Autor Christof Gasser gemeinsam mit dem Verlag emons: den Regionalkrimi „Solothurn ruft nach Vergeltung“ herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte und in die Reihe. Es handelt sich um den siebten Band mit dem Ermittler Dominik Dornach. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Von Christof Gasser habe ich schon mehrere Krimis gelesen. Sie sind komplex, vielschichtig und bleiben im Gedächtnis. In diesem Teil traut er sich an ein schwieriges Thema. Den Femizid. Er stellt die Frage, wieviel Schuld der Mensch tragen kann, bis er zerbricht.

In Solothurn tobt das Leben. Es sind Filmtage und der Regisseur Tom Kurti soll für eine umstrittene Doku ausgezeichnet werden, die sich mit dem Thema Frauenhass beschäftigt. Die Verleihung des Preises steht an, doch dann wird Kurti ermordet. Schnell vermutet Dornach, dass der Tod mit dem Film zusammenhängt, für den Kurti ausgezeichnet werden sollte. Zeitgleich erinnert er sich an eine Tat, die ca. 15 Jahre zurück liegt und die mit seiner eigenen Familiengeschichte zusammenhängt. Die Zeit läuft.

Der Schreibstil von Christof Gasser liest sich gut und flüssig. Ich empfinde ihn als unaufgeregt. Eine einfache Wortwahl verdeutlicht die Tiefe der Geschichte. So dauert es nur wenige Zeilen und schon bin ich tief in die Geschichte versunken. Ich empfinde sie als komplex und vielschichtig. Nichts anderes bin ich vom Autor gewohnt. Über ca. 330 Seiten folge ich seinem Ermittler Dominik Dornach durch seinen Fall. An den richtigen Stellen freue ich mich über unerwartete Wendungen. Das zwingt mich zum Nachdenken und nicht nur einmal lege ich das Buch zur Seite, damit ich mein Ermittlungsköpfchen neu sortieren kann. Am Ende ist der Fall sauber gelöst und meine Fragen sind beantwortet.

Alles in allem hat der Autor Christof Gasser mit „Solothurn ruft nach Vergebung“ einen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust auf einen vielschichtigen und komplexen Krimi in der Schweiz hat und sich vom Thema Frauenhass nicht abschrecken lässt, der ist hier richtig. Von mir bekommt der Autor 4 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Spannend, Unterhaltsam, Historisch!

Mord im Planetarium
1

Im November 1925 hat Beate Maly gemeinsam mit dem Verlag emons: den historischen Kriminalroman „Mord im Planetarium“ herausgebracht. Das Cover passt gut in die Reihe und in das Genre. Es ist der siebte ...

Im November 1925 hat Beate Maly gemeinsam mit dem Verlag emons: den historischen Kriminalroman „Mord im Planetarium“ herausgebracht. Das Cover passt gut in die Reihe und in das Genre. Es ist der siebte Teil der Reihe mit den Ermittlern Ernestine Kirsch und Anton Böck. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.
Von Beate Maly habe ich schon einige Kriminalromane gelesen. Ich mag ihren Schreibsteil. Er ist unaufgeregt und lässt sich gut lesen. Er ist bildhaft und ich kann mir alles gut vorstellen. Er ist atmosphärisch stark und es knistert beim Lesen. So habe ich gleich zugegriffen, als ich „Mord im Planetarium“ in die Hände bekommen habe. Voller Vorfreude bin ich in die vor mir liegenden ca. 256 Seiten gestartet.
Gedanklich versetzte ich mich nach Wien, wo ich einmal ein paar Jahre gearbeitet habe. Allerdings nicht um 1927. Das ist das Jahr, in dem das erste Planetarium Österreichs eröffnet wird. Natürlich sind Anton und Ernestine mit von der Partie. Das können sie sich nicht entgehen lassen. Doch was ist das? Als die Vorstellung zu Ende ist und das Licht angeht, ist einer der Gäste tot. Ernestine und Anton sind sich sicher, der Gast starb keines natürlichen Todes und sie beginnen mit ihren Ermittlungen. Schnell wird klar, der Tote hatte nicht nur Freunde. Und es bleibt nicht bei einer Leiche.
Unaufgeregt und mit einem freundlichen Humor führt Beate Maly durch ihre Geschichte. Es macht mir Spaß, Ernestine und Anton bei ihren Ermittlungen zu begleiten. Ich verbringen einige Lesestunden mit ihnen im historischen Wien und nehme die ein oder andere Gelegenheit gerne wahr um etwas dazuzulernen. Dieser Teil der Österreichischen Geschichte ist mir fremd und ich hoffe, so etwas wiederholt sich nicht.
Der Krimi selbst ist zum Miträtseln geeignet. Am Ende sind meine Fragen beantwortet und ich freue mich jetzt schon auf das nächste Abenteuer von Ernestine und Anton, die ich von nun an gerne weiter begleiten möchte.
Alles in allem hat Beate Maly mit „Mord im Planetarium“ einen historischen Kriminalroman auf den Büchermarkt gebracht, der im Jahr 1927 spielt und alles hat, was ein guter Krimi so haben sollte. Wer Lust auf ein paar unterhaltsame Lesestunden hat, der ist hier richtig. Von mir bekommt die Autorin 5 verdiente Lesesterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Tödliches, historisches Hamburg!

Der Tote an der Alster
1

Im Oktober 2025 hat die Autorin Anja Marschall den historischen Kriminalroman „Der Tote an der Alster“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte und in das Genre, ...

Im Oktober 2025 hat die Autorin Anja Marschall den historischen Kriminalroman „Der Tote an der Alster“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte und in das Genre, es wirkt, als sei es ein verblichenes Farbfoto.
Von Anja Marschall habe ich bereits die ein oder andere Geschichte gelesen und so habe ich mich gefreut, mit „Der Tote an der Alster“ ein neues Werk von ihr zu entdecken. Gleichzeitig interessiere ich mich als Bremerin immer darüber, was in Hamburg so geschehen ist. Zu meiner persönlichen Freude finde ich eine Karte aus Hamburg um 1907 im Buch, bevor ich zu lesen beginne. Die Autorin startet ihre Kapitel mit Textschnipseln aus verschiedenen Zeitungen, die so einmal veröffentlicht worden sind. Mein Lieblingsschnipsel befindet sich auf Seite 158 und ist im Jahr 1907 im Hamburger Fremdenblatt erschienen. Sie stehen nicht im Zusammenhang mit dem Fall.
Im Hamburger Nobelhotel Vier Jahreszeiten wird ein Mann ermordet. Die Polizei geht von einem Raubmord aus, doch Kommissar Hauke Sötje ist nicht überzeugt. Schließlich kennt er den Mann. Er hat ihm bereits früher einmal das Leben schwer gemacht und denkt, dieser Fall könnte auch etwas mit ihm zu tun haben. Die Ermittlungen beginnen und ehe Hauke Sötje sich versieht, steht er in ihrem Kreuzfeuer.
Es hat nur ein paar Sätze gedauert, da bin ich tief in der Geschichte versunken. Den Schreibstil von Anja Marschall empfinde ich als leicht und locker. Gerne folge ich ihren Worten und kann mir alles gut vorstellen.
Hauke Sötje nimmt als Figur schnell Gestalt an. Dies ist mein erster Fall mit ihm und so muss ich ihn erst einmal kennenlernen. Nach und nach gestaltet sich ein Charakter, der mir durchaus sympathisch ist und ich hoffe, dass diesen Kriminalroman unbeschadet übersteht.
Der Kriminalfall selbst ist sauber aufgebaut und endet abrupt mit einem Cliffhanger, denn das Finale wird in zwei Bänden ausgetragen. Es ist schade, dass ich nicht weiterlesen kann, denn warten ist nicht meine große Stärke.
Alles in allem hat die Autorin Anja Marschall mit „Der Tote an der Alster“ einen Kriminalroman auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust hat, im Hamburg um 1900 einem spannenden Kriminalfall zu folgen, der ist hier richtig. Von mir bekommt die Autorin 4 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Historisch, Unterhaltsam, Lesenswert!

Der Schrein der Könige
9

Im März 2026 hat die Autorin Sabine Weiß den historischen Roman „Der Schrein der Könige“ gemeinsam mit dem Verlag Lübbe herausgebracht. Das Cover ist schlicht gehalten und zeigt den kunstvollen Schrein ...

Im März 2026 hat die Autorin Sabine Weiß den historischen Roman „Der Schrein der Könige“ gemeinsam mit dem Verlag Lübbe herausgebracht. Das Cover ist schlicht gehalten und zeigt den kunstvollen Schrein der Könige in der Farbe Gold auf braunem Hintergrund. Dadurch wird der Schrein der Könige umso präsenter. Der Titel des Romans, der Name der Autorin und der Hinweis „Historischer Roman“ sind gut lesbar.
Zu Beginn des Buches finden wir ein hilfreiches Personenverzeichnis, in dem die historischen Persönlichkeiten von den fiktiven unterschieden werden können.
Es ist das Jahr 1162. Reinald von Dassel gelingt es, die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln zu bringen. Pilger überlaufen die Stadt, doch die Gebeine lagern in einer unscheinbaren Kiste. Der Verduner Goldschmied Nicolaus hat den Ruf, der Beste von allen zu sein. Er erhält den Auftrag einen Schrein zu schaffen, der alles überstrahlt. Nicolaus ist in einer schlechten Verfassung. Seine Frau und eines seiner Kinder starben. Seine 14 jährige Tochter schmeißt den Haushalt und egal was Nicolaus macht, sein Sohn Louis ist dagegen. Nicolaus geht mit seiner Familie nach Köln. Verständlicherweise sind die Kölner Goldschmiede nur wenig begeistert. Jeder einzelne von ihnen hat selbst auf den Auftrag gehofft. Da Nicolaus verschiedene Goldschmiede für die Arbeiten am Schrein beauftragen muss, steht er vor einer schwierigen Situation.
Von Sabine Weiß habe ich schon einige historische Romane und viel Krimis gelesen. Meine Erwartungshaltung war hoch. Schnell ist mir der Einstieg in die Geschichte gelungen. Den Schreibstil der Autorin habe ich als flüssig, atmosphärisch und bildhaft empfunden. Die Konzentration zu Beginn liegt auf der fiktiven Geschichte, die sich in erster Linie auf Nicolaus und seine Familie und dann auf die Arbeiten am Schrein konzentriert. Ungefähr in der Mitte ändert sich das und es kommt mehr Geschichte ins Spiel. Auf den letzten ca. 100 Seiten kommt es mir dann so vor, als würde mir die Geschichtsschnipsel nur so um die Ohren fliegen. Wir sind hier in einer ereignisreichen Zeit und es scheint, als müsste nun jedes Ereignis (z. B. die Kinderkreuzzüge) hier seinen Platz finden. Da fehlen mir zwischen 80 bis 100 Seiten.
Die Hauptfigur in diesem Roman ist Nicolaus, der mir am Anfang leid tut. Das Schicksal hat ihn mit dem Verlust von seiner Frau und seinem Kind gestraft. Die Arbeiten am Schrein geben ihm neuen Lebensmut und er tut alles, um seine Familie und die Arbeiten zu schützen. Das ist verständlich, dennoch wünsche ich mir ein paar Schattierungen mehr in den Charakteren. Während Nicolaus mir ein wenig zu gut ist, sind mir andere Charaktere z. B. sein Sohn Louis zu schlecht. Die einzige Person, die ich durch und durch als logisch empfinde ist Elisabeth.
Alles in allem hat Sabine Weiß mit „Der Schrein der Könige“ einen historischen Roman auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust auf einen Ausflug in das 12. Jahrhundert hat, wird auf den ca. 540 Seiten viele unterhaltsame Lesestunden verbringen können. Von mir bekommt die Autorin 4 verdiente Lesesterne.

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