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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.09.2022

Bleibt unter meinen Erwartungen

Tödliches Allerlei
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In Leipzig werden an drei Tagen an drei Sehenswürdigkeiten drei Opfer gefunden. Kriminalkommissarin Susanne Mayer ermittelt in ihrem ersten Fall. Neben den Aufklärungsarbeiten beschäftigt sich die gerade ...

In Leipzig werden an drei Tagen an drei Sehenswürdigkeiten drei Opfer gefunden. Kriminalkommissarin Susanne Mayer ermittelt in ihrem ersten Fall. Neben den Aufklärungsarbeiten beschäftigt sich die gerade heimgekehrte Susanne mit Schwierigkeiten im Team und sich selbst erfüllbaren Klischees. Der Täter scheint keine Spuren zu hinterlassen. Susanne fragt sich, was hinter den Morden steckt und was ihr geschichtsträchtige Uniformen, Mandelaroma und Streuselschnecken sagen wollen.
Den Regionalkrimi Tödliches Allerlei hat Monique Scharmacher am 13. Juli 2022 gemeinsam mit dem Verlag Gmeiner herausgebracht. Ein Blick auf das Cover versetzt mich augenblicklich in Lesefieber.
Es hat ein paar Seiten gedauert, bis ich mich in den Schreibstil der Autorin eingelesen hatte. Zu Beginn fand ich ihn eher ein wenig ruppig. Nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, konnte mein Geist der Erzählung besser folgen. In diesem Krimi habe ich einige gute Ansätze gesehen. Schön arbeitet Monique Scharmacher das Lokalkolorit der Stadt Leipzig heraus und lässt ihre Protagonisten sächseln. Für einen Regionalkrimi ist das super. Ebenfalls super fand ich die Idee, die Toten in geschichtsträchtigen Uniformen an bekannten Sehenswürdigkeiten finden zu lassen.
Susanne und ihre ermittelnden Kollegen wirken auf mich wie ein Team von schrägen Einzelpersonen im Rahmen einer Projektarbeit. In meinem Geist sind sie nicht lebendig geworden und ich lese lieber über ein Ermittlerteam, was mir sympathisch ist. Während Susanne und ihr Team ermittelt, beschäftigt die Autorin den Leser mit verschiedenen Nebenkriegsschauplätzen, die nicht unbedingt mit der eigentlichen Handlung in Zusammenhang stehen. Da wir einen Kurzkrimi mit 170 Seiten haben, hätte ich es besser gefunden, auf den ein oder anderen Nebenkriegsschauplatz zu verzichten, mehr Konzentration auf die eigentliche Ermittlung zu legen und den wichtigen Personen in einem übersichtlicheren Personenkreis mehr Raum zu geben. Das ist schade, denn ich bin davon überzeugt, dass die Autorin das besser kann und die Geschichte hat das Potenzial dazu.
Monique Scharmacher hat mit Tödliches Allerlei einen sächsischen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, der in Leipzig spielt. Für diesen Krimi möchte ich keine Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 18.09.2022

Modernes Märchen, gefühlvoll erzählt!

Das Geschenk der Adlerin
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Zwanzig Jahre nach dem Abitur treffen sich vier Schulfreundinnen zu einer Bergwanderung. Mit vollen Rucksäcken, ihren Geheimnissen und Sorgen machen sie sich auf den Weg. Das fröhlich beginnende Abenteuer ...

Zwanzig Jahre nach dem Abitur treffen sich vier Schulfreundinnen zu einer Bergwanderung. Mit vollen Rucksäcken, ihren Geheimnissen und Sorgen machen sie sich auf den Weg. Das fröhlich beginnende Abenteuer schlägt durch den beschwerlichen Anstieg um. Die Frauen erkennen, dass sie sich fremd geworden sind. Unter dem sternenklaren Nachthimmel kommt es auf dem Arlberg zu einer Aussprache, die ihre Beziehung neu definiert...
Den Roman Das Geschenk der Adlerin hat Daniela Alge am 11. April 2022 gemeinsam mit dem Verlag insel taschenbuch herausgebracht. Das wunderschöne Cover passt hervorragend in das Genre und macht mich augenblicklich neugierig auf das Buch. Der Titel und der Name der Autorin sind gut lesbar.
Mit wunderbaren Tönen und traumhaften Bildern erzählt Daniela Alge die Geschichten der vier Frauen, die sie nach und nach einfühlsam und gefühlvoll beschreibt. Durch den Wechsel der Erzählperspektive gelingt es ihr, die Spannung in etwa gleichbleibend auf einem guten Niveau zu halten und mich beim Lesen zu fesseln. Immer wollte ich gerne wissen, wie es weiter geht. Einmal mit dem Buch gestartet, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe die 286 Seiten in einem Zug gelesen.
Die Protagonisten sind ausführlich genug beschrieben um lebendig zu wirken. Jede der vier Frauen konnte ich mir sehr gut vorstellen. In ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten agieren sie realistisch, wenn sie auch nicht immer alles richtig machen. Doch wer macht schon immer alles richtig? In jede der vier Frauen konnte ich mich gut hineinversetzen. Keine hat es leicht und ich mochte sie alle.
Sehr gut gefallen haben mir die herrlichen Beschreibungen der Landschaft, der Natur, die Gespräche der Frauen untereinander und der Bergwanderung der vier am Arlberg. Gefühlt habe ich mich beim Lesen, als wäre ich beim mühsamen Aufstieg dabei gewesen und irgendwie war ich das ja auch. Zumindest im Geiste.
Mit einer Mischung aus wunderbaren Tönen, traumhaften Bildern und starken Lebensgeschichten erzählt Daniela Alge ein modernes Märchen über die Macht der Freundschaft und die Kraft der Natur. Mit dieser Erzählung habe ich ein paar unterhaltsame Lesestunden verbracht und empfehle dieses Buch sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 10.09.2022

Eiskalt, Düster, Unerwartet!

SCHNEE
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In der isländischen Wildnis wird eine Gruppe Wanderer vermisst. Der Suchtrupp stellt sich viele Fragen: Warum verließen die Freunde im isländischen Hochland ihren Schutz? Warum waren sie kaum bekleidet? ...

In der isländischen Wildnis wird eine Gruppe Wanderer vermisst. Der Suchtrupp stellt sich viele Fragen: Warum verließen die Freunde im isländischen Hochland ihren Schutz? Warum waren sie kaum bekleidet? Warum haben sie sich den harten Bedingungen ausgeliefert? Gleichzeitig passieren in der nahegelegenen Radarstation merkwürdige Dinge. Im unberührtem Schnee findet sich eine Blutlache. Ein Kinderschuh wird nach Jahrzehnten ausgegraben. Einbildung oder Realität?
Den Kriminalroman Schnee hat Yrsa Sigurdardottir am 31. März August gemeinsam mit dem Verlag btb herausgebracht. Das düsternd wirkende Cover passt hervorragend in das Genre. Der Titel und der Name der Autorin sind gut lesbar.
Auf diesen Psychothriller habe ich mich sehr gefreut, denn von der Autorin habe ich schon einiges gelesen. Es ist ein Meisterwerk. Schnee habe ich in nur 2 Abschnitten gelesen. Das Buch ist so spannend, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte.
Mit ihrem flüssigen Schreibstil hat Yrsa Sigurdardottir meinen Geist gleich eingefangen und mich in die einsame, isländische Winterlandschaft versetzt. Ihre Haupt- und Nebenfiguren hat sie ausreichend beschrieben, so dass ich sie mir alle vorstellen konnte. In ihrem Persönlichkeiten haben sie sich schlüssig verhalten, so sind sie lebendig geworden.
Von Beginn an ist die Handlung spannend, wenn sie sich auch langsam aufbaut. Geschickt hält Yrsa Sigurdardottir die Spannung aufrecht, in dem sie den Leser immer wieder und in regelmäßigen Abständen mit ungewöhnlichen Geschehnissen konfrontiert. Auch ein auf den ersten Blick gefundener, jahrzehntealter Kinderschuh entwickelt seine ganz eigenen Kraft. Immer wieder fragt der Leser sich, ob es sich jetzt um ein reales Geschehen handelt oder ob es sich um einen Streich der Psyche handelt, dem die Protagonisten in ihren Extremsituationen ausgesetzt sind. An den richtigen Stellen platziert die Autorin eine unerwartete Wendung, die den Leser erneut über das gesamt Geschehen nachdenken lässt und endet mit einem fulminanten Finale. Das ist einsame Spitze und davon möchte ich gerne mehr lesen.
Alles in allem hat Yrsa Sigurdardottir mit Schnee einen ausgezeichneten Psychothriller auf den Büchermarkt gebracht, den ich gerne weiterempfehle. Er wird all den Lesern gefallen, die Freude an der Einsamkeit der isländischen Landschaft, einem langsam sich aufbauenden Thrill und unerwartete Wendungen an der richtigen Stelle haben.

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Veröffentlicht am 09.09.2022

Spannend, Actionreich, Norddeutsch!

Alsternacht
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An beliebten Orten in Hamburg werden nach und nach vier Leichen entdeckt. Alle Opfer sind nackt und entstellt. Der Privatermittler Dr. Elias Hopp und die Ex-Soldatin Jane Bakken suchen gemeinsam mit dem ...

An beliebten Orten in Hamburg werden nach und nach vier Leichen entdeckt. Alle Opfer sind nackt und entstellt. Der Privatermittler Dr. Elias Hopp und die Ex-Soldatin Jane Bakken suchen gemeinsam mit dem LKA-Profiler Zille fieberhaft nach dem Täter und dem Motiv für diese bizarre Mordserie. Ihre Ermittlungen führen in die Hamburger Kaufmannsgilde mit dubiosen Geschäftsbeziehungen ins Ausland, doch es scheint noch etwas im Verborgenen zu gären...
Den Kriminalroman Alsternacht hat Leo Hansen am 25. August 2022 gemeinsam mit dem Verlag emons herausgebracht. Das zum Genre passende Cover macht Lust auf Hamburg. Der Titel und der Name des Autors sind gut lesbar.
Als ich mir dieser Krimi in die Hände gefallen ist, da habe ich gedacht, er ist genau das Richtige für mich. Ein Regionalkrimi, der in der Hansestadt Hamburg spielt und sich mit der Kaufmannsgilde beschäftigt, das kann nur spannend werden. Der Einstieg ist mir leicht gefallen. Der Schreibstil von Leo Hansen liest sich locker und flüssig. Ich konnte mir alles gut vorstellen. Die Haupt- und Nebenfiguren sind ausführlich genug beschrieben, so werden sie in meinem Kopf lebendig. Ihre Handlungen sind in ihren Persönlichkeiten logisch, das lässt sie authentisch wirken.
Von Beginn an ist der Druck, der auf den Protagonisten liegt hoch und das ist jederzeit erkennbar. Nach einem starken Start folgt ein schwächerer Abschnitt, der von vielen Personen handelt und den ich mir übersichtlicher gewünscht hätte. Hier war meine Konzentration gefragt, denn ich war mir sicher, diese Informationen brauche ich später noch. Im weiteren Verlauf findet sich ein sauberer Spannungsbogen, den der Autor geschickt mit neuen Informationen hoch hält. Gelegentlich wechselt er den Erzählstrang und berichtet aus Therapiesitzungen. Nach und nach bekommt der Leser in diesen Abschnitten Informationen, die neugierig machen und die Spannung weiter anfachen. Am besten fand ich die Abschnitte mit Janne, die sich zu meiner Lieblingsprotagonistin entwickelt hat. Von ihr und von Zille mit seiner Britta möchte ich gerne mehr lesen. Am Ende sind meine meine wesentlichen Fragen beantwortet und ich kann wieder wieder entspannt Luft holen.
Leo Hansen hat mit Alsternacht einen sehr guten Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht. Gerne empfehle ich ihn all denen Krimilesern weiter, die Lust haben, gemeinsam mit einem unkonventionellen Ermittlerteam in der Hansestadt Hamburg auf Mörderjagd zu gehen.

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Veröffentlicht am 06.09.2022

Spannend, Humorvoll, Norddeutsch!

Nordfriesische Verschwörung
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In Nordfriesland erschüttert eine Mordserie den Frieden. Schon bald wird klar, dass mehr hinter den Morden steckt. In ihrem Ermittlungen geraten die Kommissare Flottmann und Hilgersen in die Welt der Verschwörungsgläubigen ...

In Nordfriesland erschüttert eine Mordserie den Frieden. Schon bald wird klar, dass mehr hinter den Morden steckt. In ihrem Ermittlungen geraten die Kommissare Flottmann und Hilgersen in die Welt der Verschwörungsgläubigen und sie fragen sich, ob die Betroffenen vielleicht Täter und Opfer zugleich sind. Und ob die Mordserie vielleicht mit einem Segelyachtunfall vor 30 Jahren zusammenhängt, bei dem eine junge Frau gestorben ist? Wertvolle Hinweise für die Ermittlung der Kommissare liefert der hochsensible Musiker Leon Gerber.
Den Kriminalroman Nordfriesische Verschwörung hat Gerd Kramer am 21. Juli 2022 gemeinsam mit dem Verlag emons herausgebracht. Es handelt sich um den 7. Band mit den Ermittlern Waldemar Flottmann und Gustav Hilgersen. Diese Erzählung kann gut ohne Vorkenntnisse der ersten Bände gelesen werden.
Dieses ist mein erster Regionalkrimi des Autors Gerd Kramer. Der Einstieg in die Geschichte ist mir leicht gefallen. Mit nur wenigen Sätze hat der Autor meinen Geist eingefangen. In einer modernen Sprache und einem lockerleichten Schreibstil hat es mir viel Spaß gemacht, an der Seite von Flottmann und Hilgersen auf Tätersuche zu gehen. Die Haupt- und Nebenfiguren sind ausführlich genug beschrieben um lebendig zu wirken. In erster Linie sind es Leute, die eigentlich jeder kennt und die in Norddeutschland zuhause sind. Flottmann und Hilgersen waren mir gleich sympathisch. In sich agieren die Protagonisten logisch, dass lässt sie authentisch wirken. Der heimliche Star dieser Serie ist der Kater Bogomil, der sein Herrchen in eine wirklich peinliche Lage bringt. Ich habe herzhaft gelacht.
Gerd Kramer geizt nicht mit Spannung. Er startet mit einem Prolog, der mich neugierig macht. Den Spannungsbogen hält er geschickt hoch, in dem er gelegentlich die Erzählperspektive wechselt und den Leser regelmäßig mit neuen Informationen versorgt. So beschäftigen wir uns beim Lesen mit der Welt der Verschwörungsgläubigen und der Macht von Chatgruppen. Ganz nebenbei erleben wir ein sauberes Lokalkolorit, das Lust auf Husum und den Backenköhler Käse macht. Mit diesem Krimi habe ich einen wunderbaren Samstag verbracht. Einmal damit gestartet musste ich unbedingt zu Ende lesen. Das war Klasse und macht Lust auf mehr aus der Feder und dem Köpfchen des Autors.
Gerd Kramer hat mit Nordfriesische Verschwörung einen spannenden und humorvollen Krimi auf den Büchermarkt gebracht, der einfach Spaß macht. Gerne empfehle ich diese Erzählung allen denen weiter, die gute norddeutsche Regionalkrimis zu schätzen wissen.

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