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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.09.2025

Mörderisch spannend, Kriminell gut!

Endstation Fichtelgebirge
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Ende August 2025 hat die Autorin Jacqueline Lochmüller den Kriminalroman „Endstation Fichtelgebirge“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Die 336 Seiten sind durch ein Cover der Extraklasse ...

Ende August 2025 hat die Autorin Jacqueline Lochmüller den Kriminalroman „Endstation Fichtelgebirge“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Die 336 Seiten sind durch ein Cover der Extraklasse eingebunden. Nina Schäfer und Leo Magrelli zeigen hier erneut ihr ganzes Können. Die geöffnete Tür, der gelbe Lichtstrahl und die Wahl der Farbsättigung lenken das Auge des Betrachters auf den Kernpunkt der Geschichte: Das offene Schloss. Der Titel und der Name der Autorin sind gut lesbar.

Im Fichtelgebirge verschwindet ein Junge. Es ist der Sohn einer alleinerziehenden Mutter. Die Umstände sind ungewöhnlich, denn in der Wohnung findet sich eine Blutspur. Vom Vater. Doch der ist seit vier Jahren tot. Kurze Zeit danach präsentiert die Autorin eine zweite Leiche. Kommissar Breuer und seine Kollegin Kristina Herbich suchen die Ex-Freundin des Toten, doch sie können sie nicht finden. Und dann setzt sich ein Drama in Gang, das seine Ursache weit in der Vergangenheit hat…

Ich lese sehr gerne Kriminalromane aus dem Verlag emons:. Die Autorin Jacqueline Lochmüller kenne ich noch nicht. Da ich gerne neue Autoren kennenlerne, war ich neugierig auf ihre Erzählung. Es hat nur wenige Sätze gedauert, da bin ich tief in die Geschichte versunken. Der Schreibstil lässt sich leicht und locker lesen und ehe ich mich versehe, bin ich nach kurzer Zeit auf Seite 105 gelandet. Gerne hätte ich direkt weitergelesen, doch das lies mein Zeitfenster nicht zu. Und so habe ich die ca. 336 Seiten in 3 Abschnitten gelesen.

Zunächst habe ich den Eindruck, dass ich von drei Fällen lese, die nichts miteinander zu tun haben. Während ich darüber nachdenke, warum mir die Autorin diese drei Fälle unabhängig voneinander präsentiert, begreife ich langsam, dass sie im Kern zusammenhängen. Jacqueline Lochmüller macht es uns nicht leicht, ihren Fall zu lösen. Am Ende präsentiert sie eine Auflösung, die mir den Atem raubt, denn nach und nach begreife ich erst das ganze Ausmaß dieses Falls.

Alles in allem hat die Jacqueline Lochmüller einen Regionalkrimi aus dem Fichtelgebirge an den Start gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Er ist mörderisch spannend, extrem kniffelig und äußerst unterhaltsam. Die Autorin zeigt uns die Auswirkung von mangelnder Aufmerksamkeit in unserer Gesellschaft und welche Folge das Nichtreagieren haben kann. Zum Glück ist das nur eine Geschichte, die der Phantasie einer exzellenten Autorin entsprungen ist. Von mir bekommt sie 5 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung, während ich schaue, was sie bisher noch so veröffentlicht hat.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Humorvoll, Weichherzig, Amüsant!

Leberwurst mit Gürkskes
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Ende August 2025 hat die Autorin Elke de San Antonio den Wohlfühlkrimi „Leberwurst mit Gürkskes“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover erinnert mich an unsere alten Küchentapeten. Sie ...

Ende August 2025 hat die Autorin Elke de San Antonio den Wohlfühlkrimi „Leberwurst mit Gürkskes“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover erinnert mich an unsere alten Küchentapeten. Sie hatten das gleiche Muster. Nur in Rot.

1983 war ich 13 Jahre alt und mein Bruder war 9. Somit bin ich in den 80-ern aufgewachsen. Häufig habe ich gemeinsam mit meinem Bruder und meinem Vater „Ein Colt für alle Fälle“ angesehen und mindestens genauso häufig fanden wir Heather Locklear im Bikini unschlagbar hilfreich beim Ermitteln. Heute wäre das ein absolutes No-Go. Doch wir sind nicht im Heute, wir sind in 1983 und da war so einiges anders.

Die Autorin Elke de San Antonio nimmt mich vom ersten Buchstaben an mit auf eine Reise in meine Kindheit. Schnittchenplatten, Mett- und Käseigel, Gürkchens gehörten zum Zeitgeist wie Schlaghosen, Telefonzellen und Quizshows mit albernen Spielchen.

Der schüchterne Manfred lebt in Dortmund und liebt sein ruhiges Rentnerleben. Seine Tage sind sorgfältig strukturiert. Sie erinnern mich an „…und täglich grüßt das Murmeltier“ mit Bill Murray. Gesellschaft leistet ihm sein Nymphensittich Hubsi. Dann passiert etwas, das sein Leben von heute auf morgen verändert. Grit zieht über ihm ein. Sie ist sehr attraktiv und frisch getrennt von Luigi. Luigi will Grit zurück, doch Manfred kommt ihm in die Quere. Luigi schwört Rache, seine Grit ist seine Grit. Dafür riskiert er alles. Manfred hat dazu noch andere Sorgen. Das Mehrfamilienhaus in dem er wohnt soll verkauft werden. Er will jedoch nicht ausziehen und seine Nachbarn auch nicht. Zum Kauf des Hauses fehlt das Geld. Manfreds Nachbarn wittern eine Chance, sie melden Manfred in der Quiz-Show „Wie gewonnen, so zerronnen“ an.

Mit viel Charme, Witz und Humor erzählt die Autorin herzerweichend die Geschichte vom schüchternen Manfred, seiner Grit und seinen Nachbarn. Tierische Unterstützung erhalten sie vom Nymphensittich Hubsi und der Möpsin Gisela. Die Charaktere sind liebevoll überzeichnet, schräg, skurril und liebenswert. Ich mag sie alle auf ihre Art. Nur Luigi mag ich nicht.

Die knapp 400 Seiten lesen sich wie im Fluge. Satz für Satz steigt meine Laune und ich freue mich Seite für Seite auf die nächste Szene. Ob es Manfred gelingt, das Haus zu retten und ob das was mit der Grit wird, das müsst ihr schon selber lesen.

Wer Lust auf eine nostalgische Zeitreise in die 80-er Jahre hat, schräge und skurrile Persönlichkeiten liebt und gerne mal lacht, der ist hier genau richtig. Von mir bekommt die Autorin Elke de San Antonio für ihren Wohlfühlroman mit Krimianteil „Leberwurst und Gürksens“ alle 5 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Wein, Spannung, Rheinhessen!

Winzergrab
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Ende August 2025 hat Andreas Wagner gemeinsam mit dem Verlag emons: den Regionalkrimi „Winzergrab“ herausgebracht. Das Cover ist schon mal ´ne Wucht und passt perfekt zur Geschichte.
Der Autor startet ...

Ende August 2025 hat Andreas Wagner gemeinsam mit dem Verlag emons: den Regionalkrimi „Winzergrab“ herausgebracht. Das Cover ist schon mal ´ne Wucht und passt perfekt zur Geschichte.
Der Autor startet seinen Krimi langsam. Ich lese zuerst viel über eine Winzerfamilie in Rheinhessen. Sympathisch ist diese Familie mir nicht. Untereinander können sie sich nicht auf das Fell gucken. Auch im Ort und in der Gegend sind sie zwar sehr bekannt, aber nicht besonders beliebt. Noch bevor es auf Seite 117 die erste Tote gibt, lese und lerne ich viel über den Weinanbau und über die örtlichen Gepflogenheiten.
Es hat nur ein paar Sätze gedauert, da bin ich tief in diesen Krimi versunken. Über ca. 240 Seiten schafft der Autor eine Spannung, die nicht unbedingt mit dem Kriminalfall zu tun hat. Immer bin ich neugierig auf die nächste Szene und warte gespannt auf neue Entwicklungen.
Die Tote ist ausgerechnet die Tochter des bekanntesten Winzers. Der Autor hat gut vorgearbeitet und so denke ich, dass der Mörder aus der eigenen Familie kommt. Da gibt es den zweiten Toten. Ebenfalls ein Familienmitglied. Ein Zufall ist das nicht, denke ich und überlege, ob es noch eine andere Möglichkeit gibt. Mit diesem Gedanken folge ich den Ermittlungen.
Alles in allem hat mir der Regionalkrimi „Winzergrab“ sehr gut gefallen. Er lebt von reichlich Lokalkolorit und erzählt viel vom Weinanbau. Der Kriminalfall ist gut ausgearbeitet und wird sauber aufgelöst. Meine Fragen sind beantwortet. Wer dazu Lust hat, der ist hier gut aufgehoben. Von mir bekommt der Autor eine klare Leseempfehlung und 4 verdiente Lesesterne.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Spannend, Theatralisch, Historisch!

Tod bei den Salzburger Festspielen
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Im Juli 2025 hat die Autorin Sophie Reyer gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman „Tod bei den Salzburger Festspielen“ herausgebracht. Es handelt sich um einen historischen Kriminalroman. Das ...

Im Juli 2025 hat die Autorin Sophie Reyer gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman „Tod bei den Salzburger Festspielen“ herausgebracht. Es handelt sich um einen historischen Kriminalroman. Das Cover passt gut zur Geschichte und in das Genre.
In diesem Kriminalroman erzählt die Autorin das Leben von Else Heims. Sie ist Schauspielerin und die erste Frau von dem Regisseur Max Reinhardt. Als aktives Mitglied im Verein der Bremer Theaterfreunde interessiert mich alles, was das Theater angeht. Da ich Sophie Reyer noch nicht kenne und gerne neue Autoren kennen lerne, schlage ich das Buch auf und beginne mit dem Lesen.
Es ist das Jahr 1937. In Salzburg probt Max Reinhardt mit seinem Ensemble für „Jedermann“. Dann geht der Tod um. Der Darsteller, der die Rolle des Todes übernommen hat, stirbt. Max Reinhardt möchte die Premiere nicht absagen. Da wird seine Zweitbesetzung ermordet. Dann ruft er seine Ex-Frau Else Heims zur Unterstützung und ehe Else Heims sich versieht, gerät sie in Lebensgefahr.
Wer einmal die Bühnenluft geschnuppert hat, der kommt nicht wieder davon los. Sophie Reyer erzählt die Geschichte der historischen Persönlichkeit von Else Heims und verbindet sie mit einem Kriminalfall. Mir gefällt das. Es ist keine klassische Biographie und es ist kein klassischer Kriminalfall. Der Krimi ist sauber erzählt. Das Motiv ist passend zur Geschichte und zum Stück gewählt. Am Ende sind meine Fragen beantwortet.
Alles in allem hat Sophie Reyer mit „Tod bei den Salzburger Festspielen“ einen historischen Kriminalfall auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer einen Schwall Theaterluft beim Lesen in seinem Wohnzimmer spüren möchte und wer Lust auf einen Kriminalfall in einer Biographie hat, der ist hier richtig. Von mir bekommt die Autorin 4 Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Spannend, Humorvoll, Unterhaltsam!

Lorenz Lovis / Tote wohnen besser
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Die Südtirolerin Heidi Troi hat im September 2025 den Regionalkrimi „Tote wohnen besser“ herausgebracht. Es handelt sich um den 7. Teil mit dem Hobbydetektiv Lorenz Lovis. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen ...

Die Südtirolerin Heidi Troi hat im September 2025 den Regionalkrimi „Tote wohnen besser“ herausgebracht. Es handelt sich um den 7. Teil mit dem Hobbydetektiv Lorenz Lovis. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.
Luis Lazarri wird ermordet aufgefunden. Unter Verdacht steht sein Sohn Reini. Nur Lovis glaubt an seine Unschuld und ausgerechnet sein Erzfeind Mader hilft ihm bei seinen Ermittlungen.
Von Heidi Troi habe ich schon viele Werke gelesen. Mein persönliches Highlight ist die Reihe mit dem Südtiroler Colombo oder besser: Lorenz Lovis. An diesen Krimis passt einfach alles. Die Autorin beschreibt mit der richtigen Liebe zum Detail die Welt Südtirol. Der Obstbauernhof von Lorenz Lovis ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt der Serie. Mit Angelika hat er eine patente Lebensgefährtin an seiner Seite, die T-Shirts mit lustigen Sprüchen trägt. In diesem Teil wird es für beide persönlich. Sie wollen heiraten, doch Lovis hat Angst, dass er kalte Füße bekommt. Besonders gut gefallen hat mir Hanne. Hanne ist ein Dauerferiengast aus Deutschland auf dem Hof von Lorenz Lovis und spielt ihre Rolle herzerfrischend.
Der Krimistrang empfinde ich beim lesen zu jeder Zeit spannend. Die Autorin geizt nicht mit Hinweisen und löst am Ende sauber auf. Ich hatte zwar eine Idee, aus welcher Ecke der Täter kommt, doch diesen Täter hatte ich nicht im Blick.
Alles in allem hat Heidi Troi mit „Tote wohnen besser“ einen Regionalkrimi aus Südtirol auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust auf sympathische Protagonisten, einen tollen Krimi und ein paar unterhaltsame Lesestunden in Südtirol hat, der wird diesen Krimi lieben.

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